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Veröffentlicht am 06.04.2026

Wo Vergangenheit auf Gegenwart trifft

Unter dem Strand
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Cay soll einen Artikel zum 80. Jahrestag der Katastrophe der Cap Arcona in der Lübecker Bucht, bei der tausende von Menschen ums Leben kamen, schreiben. Sie plant dafür einige Tage für die Recherche ein ...

Cay soll einen Artikel zum 80. Jahrestag der Katastrophe der Cap Arcona in der Lübecker Bucht, bei der tausende von Menschen ums Leben kamen, schreiben. Sie plant dafür einige Tage für die Recherche ein und hofft vielleicht zusätzlich noch Material für ihr geplantes Buch zu finden. Aber jäh wird der Plan durchkreuzt, als sie gleich am Anfang beim Strandgang die Leiche einer jungen Frau findet. Die hatte sich aktiv für das Gedenken an die damaligen Opfer eingesetzt hat. Bis heute ist der genaue Ablauf des Untergangs und die Ermittlung eventueller Schuldiger ins Leere gelaufen. Dabei sollte man gerade bei den heutigen rechtsgerichteten Entwicklungen im Land dieser dunklen Seite deutscher Geschichte mahnend immer wieder Gehör verschaffen. In meinen Augen ist das der Autorin mit diesem Buch sehr gut gelungen. Die Rückblenden zu Häftling 5427, Leon Teitelbaum, haben einen eindringlichen Einblick in das Lagerleben und -leiden gezeigt. Ich fand es gut, dass hier nicht nur die Grausamkeit der SS-Mannschaft und der privilegierten Häftlinge im Mittelpunkt stand, sondern der Überlebenskampf und der Überlebenswille der Häftlinge. Zu dem auch ein wenig Galgenhumor, wie z.B. die Beschreibung Zugluft im Gebiss für Zähne ausschlagen, notwendig war. Wie Leons Geschichte im Buch dargestellt ist zeigt deutlich wie intensiv die Autorin sich mit dem nationalsozialistischen Völkermord an den Juden auseinandergesetzt hat. Es hat mir aber auch klargemacht, dass nicht Glück zum Überleben im KZ gehörte, sondern auch Feingefühl, Improvisationstalent und Zusammenhalt. Eines wird deutlich beim Lesen, entgegen der Beschreibung auf dem Cover ist dieses Buch mehr als ein Kriminalroman. Zudem fand ich, dass der aktuelle Mord an der jungen Frau, die Cay tot am Strand gefunden hat, leider etwas untergegangen ist. So kam er mir auch etwas losgelöst vor.
Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

hatte mir mehr versprochen

Mirabellentage
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Anna Nass lebt in Blumfeld, einem kleinen katholischen Dorf im Bayerischen Wald. Sie ist hier aufgewachsen und ihr Leben lang, wenn man mal von den jährlichen Kaffeefahrten absieht, nie wirklich herausgekommen. ...

Anna Nass lebt in Blumfeld, einem kleinen katholischen Dorf im Bayerischen Wald. Sie ist hier aufgewachsen und ihr Leben lang, wenn man mal von den jährlichen Kaffeefahrten absieht, nie wirklich herausgekommen. Sie sieht ihre Aufgabe darin sich um Josef zu kümmern, den örtlichen Pfarrer. Doch nun ist der völlig überraschend gestorben und sie hatte ihm für diesen Fall ein Versprechen gegeben….
Die Autorin beschreibt das aufopferungsvolle Leben von Anna sehr gut. Lässt Anna im Buch auch vielfach ihr bisheriges Leben Revue passieren. Immer wieder kommen bei Anna Erinnerungen auf, die sie mit dem Leser teilt. Für mich hat sich da eine für die Gemeinschaft engagierte Frau abgezeichnet, die dabei ihr eigenes Leben, ihre eigenen Wünsche hintenangestellt hat. Vielfach erfährt man auch kuriose Dinge, die Anna begegnet sind. Von Ministranten mit Schutzhelmen bis italienische Kochrezepte als Sonntagspredigt. Das war mir ehrlich gesagt etwas zu überzogen. Klar musste ich vielfach beim Lesen schmunzeln, aber glaubhaft fand ich das nicht. Nachdem ich vorher den Roman „Mühlensommer“ von der Autorin gelesen habe, der mir ausgesprochen gut gefallen hat, war ich hier doch etwas enttäuscht.
Insgesamt gebe ich darum auch nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Einfach zum Abtauchen in die spannungsgeladene Handlung

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
6

Zusammen mit Ehemann Jacob und ihren drei Kindern hat es sich Dr. Eva Mares in ihrem umgebauten alten Bauernhof nett eingerichtet. Aber noch immer liegen die Schatten der albtraumhaften Ereignisse auf ...

Zusammen mit Ehemann Jacob und ihren drei Kindern hat es sich Dr. Eva Mares in ihrem umgebauten alten Bauernhof nett eingerichtet. Aber noch immer liegen die Schatten der albtraumhaften Ereignisse auf ihnen. Besonders Nelly, die große Tochter, leidet noch sehr und Eva würde ihr so gerne helfen. Aber sie weiß nicht wie. Eva fühlt sich zerrissen zwischen Mutterliebe und den Ratschlägen der Psychologin. Jedoch wird es noch schlimmer kommen, als nachts ein älterer Mann mit einer schwangeren Frau an ihrer Tür klingelt und sie um Hilfe bittet…
Was die Autorin hier im Thriller zum Thema gemacht hat, ist Gewalt gegen Frauen. Ich finde die Umsetzung sehr gelungen und war regelrecht ans Buch gefesselt. Was anfangs mit einem Hilferuf einer Schwangeren beginnt, setzt sich zu einem Netzwerk aus Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen zusammen. Wobei es mir an manchen Stellen kaum vorstellbar war, wie lange die Frauen das durchhalten konnten. Was in Zusammenarbeit mit der Polizei im aktuellen Fall aufgedeckt wird, lässt Gänsehaut aufkommen beim Lesen.
Ich fand diesen zweiten Band um Dr. Eva Mares sehr spannend. Der Thriller beinhaltet nicht nur die aktuellen Ermittlungen, er durchleuchtet auch, wie es dazu kommen konnte und zeigt Hinweise auf, wo man Hilfe finden kann. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

habe mich schwergetan

Missing Page - Tödliche Worte
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Antonia, Toni genannt, schleust sich mit einem Trick in die Gruppe der Workshop-Teilnehmer von Richard Griffan. Der erfolgreiche Schriftsteller will Nachwuchstalenten eine Chance bieten ihr Schreibtalent ...

Antonia, Toni genannt, schleust sich mit einem Trick in die Gruppe der Workshop-Teilnehmer von Richard Griffan. Der erfolgreiche Schriftsteller will Nachwuchstalenten eine Chance bieten ihr Schreibtalent zu verbessern. Allerdings ist Griffan, der auf seinem Herrensitz, Griffan Manor, dazu eingeladen hat, alles andere als umgänglich und geduldig. Wie er mit den Teilnehmern und seinem Personal umgeht, ist schon abschreckend.
Gleich am Anfang verkündet er, dass derjenige, dessen Arbeiten ihm am besten gefallen seinen gesamten Besitz und sein Vermögen erbt. Dann passieren seltsame Dinge auf Griffan Manor, die ich lange nicht einordnen konnte. Es war mir etwas verworren zwischen den Traumwandlungen von Toni, der Vorstellung der erledigten Aufgaben der Teilnehmer einen roten Faden zu erkennen. Dabei ist Toni die Einzige, deren Ziel nicht in der Verbesserung ihrer schriftstellerischen Fähigkeiten liegt. Sie verfolgt einen anderen Plan. Doch dann passieren seltsame Dinge auf Griffan Manor, blutige Dinge.
Zu allem Unglück ist das Anwesen wegen eines Unwetters von der Außenwelt abgeschnitten. Bei der Suche nach einem Ausweg aus der Isolation und der Bedrohung, durch wen auch immer, verweben sich immer mehr Realität und Traum. Es werden Allianzen eingegangen, denen man nicht unbedingt trauen kann. Welche Schlüsse Toni aus ihren Beobachtungen oder Träumen zieht, war dann doch auch etwas spannend für mich. Ich habe ihre Suche nach der Wahrheit wie das Ersteigen eines Turms empfunden. Je höher sie kam, um so mehr veränderte sich ihre Sicht und immer neue Bewohner gerieten in Tatverdacht. So auch sie selbst. Insgesamt betrachtet kann ich trotzdem nur 3,5 Lese-Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

uneingeschränkte Empfehlung, absolut lesenswert

Der Sommer, der uns blieb
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In einer Kleinstadt mit ländlichem Charakter erleben Britta, Pia und Martin ihre Jugendzeit. Sie sind unzertrennlich seit Pia in diese Gegend gezogen ist. Teilen alle Geheimnisse und erzählen sich ihre ...

In einer Kleinstadt mit ländlichem Charakter erleben Britta, Pia und Martin ihre Jugendzeit. Sie sind unzertrennlich seit Pia in diese Gegend gezogen ist. Teilen alle Geheimnisse und erzählen sich ihre Träume – bis sie ihr Abitur in der Tasche haben. In dem Sommer geschieht etwas, was die bisherige Innigkeit zerbrechen lässt und jeder seinen Weg ohne die anderen geht…
Sehr eindringlich und unter die Haut gehend beschreibt die Autorin das Wiedersehen der drei nach 20 Jahren, genau in der Zeit als die Pandemie zum Ausbruch kommt. Im steten Wechsel zwischen Gegenwart und Einblicke in die tiefe Freundschaft der Freunde in der Vergangenheit, bin ich in die Geschichte eingetaucht und, das kann ich schon einmal vorwegnehmen, war traurig, als ich das Buch fertiggelesen hatte.
Die Autorin hat die Gefühle, Gedanken und ihre manchmal verrückten Aktivitäten in der Jugend so anschaulich wie lebensecht beschrieben. Anfangs habe ich mich gewundert, warum sie die Heimatstadt der drei Jugendfreunde nicht benennt. Dann habe ich für mich festgelegt, dass sie so den Lesern freien Raum für die eigene Heimat oder sein Heimatgefühl geben will. Bei mir ist ihr das jedenfalls gelungen, da meine Gedanken immer wieder in meine Jugendzeit abgeschweift sind.
Während nur Martin in seiner Heimatstadt geblieben ist, sind Britta und Pia weggezogen. Nun sind beide wieder daheim und beide haben einen Grund dafür. Britta kann ihren zunehmend dementen Vater nicht mehr allein lassen und Pia will ihren ehemaligen und einzigen Freunden in ihrem Leben ihr Geheimnis anvertrauen. Ein Geheimnis, das sie alle angeht und ihr künftiges Leben verändern wird. Das mitzuerleben und mitzuleiden, hat mich unwahrscheinlich kurzweilig unterhalten und mitunter auch traurig gemacht.
Ein tolles Buch, dass ich uneingeschränkt weiterempfehle und das 5 Lese-Sterne mehr als verdient hat.

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