Sensible Themen humorvoll verpackt
Horror-DateUnheilbar krank zu sein, ist schon schlimm. Aber auch noch Single zu sein und niemanden an seiner Seite zu haben, ist einfach nur traurig. Genau so ergeht es Raphael. Er hat nicht mehr lange zu leben, ...
Unheilbar krank zu sein, ist schon schlimm. Aber auch noch Single zu sein und niemanden an seiner Seite zu haben, ist einfach nur traurig. Genau so ergeht es Raphael. Er hat nicht mehr lange zu leben, will aber auf der Datingplattform "The Walking Date" noch einmal die große Liebe finden. Mit Nala hat er eine Gleichgesinnte gefunden und die beiden verabreden sich nach endlosen Nachrichten endlich zum Date. Doch Raphael fühlt sich an dem Tag nicht gut und bittet seinen besten Freund Julius, für ihn einzuspringen. Wer kann schon seinem todkranken Freund einen Wunsch abschlagen? Natürlich läuft es alles andere als glatt und Julius bereut schon nach kurzer Zeit, diesem Date zugestimmt zu haben. Doch letztendlich macht Julius eine Erfahrung, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt.
Dass Fitzek Thriller schreiben kann, wissen wir ja bereits. Mit "Horror-Date" hat er sein drittes Kein-Thriller-Buch veröffentlicht und mich auch diesmal wieder bestens unterhalten. Er greift ein trauriges und sensibles Thema auf und verpackt die Geschichte darum mit so viel Humor und Fingerspitzengefühl, dass zumindest ich das Gefühl hatte, viel besser mit den Themen Krankheit und Tod umgehen zu können. Auf jeden Fall wünsche ich mir, dann einen Freund wie Julius an meiner Seite zu haben, denn die Freundschaft der beiden war einfach unbeschreiblich schön.
Der Schreibstil von Fitzek ist außerordentlich bildgewaltig und ich hatte zu jeder Zeit das Gefühl, mittendrin zu sein. So habe ich mich in manchen Situationen mitgeschämt und diese mindestens genauso unangenehm erlebt wie Julius. Natürlich übertreibt Fitzek in der Story maßlos und lässt zum Beispiel einen Elefanten im Vorgarten erscheinen, der Julius' Auto als Fußball benutzt und ihm dabei einen kleinen Schaden zufügt. Aber genau diese Szenen habe ich geliebt und sie haben die oft traurige Handlung enorm aufgelockert und humorisiert.
Simon Jäger gehört schon seit langem zu meinen Lieblingssprechern. Auch hier hat er wieder einen gut Job gemacht.
Fazit: Sensible Themen humorvoll und vorsichtig verpackt. Fitzek hat wundervolle Charaktere geschaffen, die mir nicht nur imponiert haben, sondern mir auch die Angst vor Krankheit und Tod ein wenig nehmen konnten. Danke dafür!