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Veröffentlicht am 01.11.2022

Düstere, fantasievolle Geschichte

Darryl Openworld
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In der Openworld sind Journalisten sehr angesehen. Sie werden wie Helden behandelt und regelrecht vergöttert. Bei ihnen in der Lehre sein zu dürfen, ist so ziemlich das Größte, was man sich vorstellen ...

In der Openworld sind Journalisten sehr angesehen. Sie werden wie Helden behandelt und regelrecht vergöttert. Bei ihnen in der Lehre sein zu dürfen, ist so ziemlich das Größte, was man sich vorstellen kann - natürlich abgesehen davon, selbst einer dieser begnadeten Master Journalisten zu sein. So wie Darryl, dessen Reportagen über seine Abenteuer überall bekannt sind. Und der nicht nur in der geheimen Dimension namens Openworld verweilen kann, sondern auch in der Grey World, die unserer Realität sehr nahe kommt. Er pendelt also immer hin und her auf der Suche nach einer neuen Story. Und die bekommt er auch recht flott. Wir erfahren mit Darryl, dass in Openworld ein paar Dinge so gar nicht stimmen. Irgendetwas ist da im Busch...

Mir sind die Figuren total ans Herz gewachsen: Darryl, den ich euch eben vorgestellt habe. Dean, der beste Freund von Darryl und als Geist unterwegs. Julianne, die in Grey World wohnt und in die sich Dean verliebt hat. Das ultimative Dreiergespann. Oder? Nun, lasst mich eines verraten: Hier ist nicht alles Gold, was glänzt. Und es hat so viel Spaß gemacht, die Figuren bei ihrem Treiben zu begleiten. Bei ihren waghalsigen und gefährlichen Abenteuern. Bei dem Versuch, zwischenmenschliche Konflikte zu lösen oder an ihnen zu scheitern. Zudem liefern die Illustrationen eine Menge zum Entdecken, Gruseln und Wohlfühlen. Die Farben sind kräftig und wecken die unterschiedlichsten Emotionen beim Lesen.

Lediglich das Ende ist für mich ein kleiner Kritikpunkt, denn ich habe es nicht verstanden. Also, mir ist schon klar, was den einzelnen Figuren widerfahren ist, aber nicht, warum sie sich so und nicht anders entschieden haben. Hier und da wären ein paar zusätzliche Informationen zum besseren Verständnis sicher hilfreich gewesen.

Fazit: Man versinkt förmlich in den Seiten und darf hier eine düstere, fantasievolle Geschichte erleben, in die Themen eingeflochten wurden, die auch in unserer Welt bedeutend sind. Schaut unbedingt rein!

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Veröffentlicht am 26.10.2022

Es haperte an der Umsetzung

Die Legende von Sleepy Hollow - Im Bann des kopflosen Reiters
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Wir kennen ihn doch alle: den legendären kopflosen Reiter, der sein Unwesen in Sleepy Hollow treibt. Aber kennt ihr auch die Geschichte um ihn? Wer er war und warum er die schläfrige Schlucht heimsuchte? ...

Wir kennen ihn doch alle: den legendären kopflosen Reiter, der sein Unwesen in Sleepy Hollow treibt. Aber kennt ihr auch die Geschichte um ihn? Wer er war und warum er die schläfrige Schlucht heimsuchte? Nun, es ging, wie es meistens der Fall ist, um die Liebe und ihre Widersacher. Ich bin ein großer Fan von Washington Irvings spannungsgeladener Kurzgeschichte. Und über Tim Burtons Verfilmung brauchen wir doch gar nicht erst reden, oder? Hachz!

Kein Wunder also, dass Christina Henry diese erfolgreiche Gruselvorlage aufgreift und sich zu Eigen macht. Ich mochte ihre Märchenadaptionen größtenteils. Leider konnte Henry mich dieses Mal so gar nicht überzeugen.

Die Autorin gibt gesellschaftskritischen Themen viel Raum für eine kontroverse Auseinandersetzung. Dennoch ist mir das, was ich sonst so an ihren Storys liebe, nämlich die völlig neue Sichtweise auf eine literarische Vorlage, dieses Mal sehr fremd.

Henry erzählt in ihrem unverkennbar locker-flockig leichten Stil eine Geschichte, die öfter an Spannung verliert. Pluspunkt: Setting! Die Autorin verknüpft gekonnt die drei Teile ihres Romans und schafft mit ihrem Sleepy Hollow eine wunderbar phantastische Welt, die man sich bildlich vorstellen kann. Und Ben Van Brunt ist einfach der Knaller! So schwer ich mich mit der Story an sich getan habe, so schnell habe ich mich in Ben verliebt. Mit ihm schafft Henry eine großartige Figur, die mit ihrem Mut und ihrer Stärke die komplette Handlung trägt und einen irgendwie bei Laune hält.

Fazit: Ein solider Roman, der leider nicht mit seinen Vorgängern mithalten kann. Wenig Grusel, enttäuschende Umsetzung - aber eine liebenswerte Hauptfigur, die man gern begleitet.

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Veröffentlicht am 25.10.2022

Richtig feiner Horror mit Sci-Fi-Elementen

DC-Schocker: Das Haus am See
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Man bietet dir an, für immer Urlaub machen zu können: Welchen Ort wählst du?

Für immer Urlaub machen klingt erst einmal richtig cool, oder? Keine Arbeit, keine Verpflichtungen, kein Stress. Wobei ich ...

Man bietet dir an, für immer Urlaub machen zu können: Welchen Ort wählst du?

Für immer Urlaub machen klingt erst einmal richtig cool, oder? Keine Arbeit, keine Verpflichtungen, kein Stress. Wobei ich dazusagen muss, dass mir bereits nach wenigen Tagen langweilig wird, wenn ich nur am Strand herumliege. Ich brauche Bewegung, will raus, was erleben und entdecken. Was wäre aber, wenn das nicht möglich wäre? Wenn mein Urlaubsort kein Paradies mit Sandstrand und Palmen ist, mit Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen in der Nähe? Wenn es sich eigentlich eher um ein Haus am See handelt, das ich nie wieder verlassen darf...

Hat man sich diese Tatsache vor Augen geführt, hat man gar nicht mehr so richtig Lust auf Urlaub dort, stimmt's? So ergeht es unseren Figuren in diesem DC-Schocker. Eingeladen wurden sie unter falschem Vorwand von jemandem, der sich Walter nennt.

In sechs Kapiteln erfahren wir, mit welchen Charakteren wir es zu tun haben, wer sich über den Aufenthalt dort freut und wem das alles zu viel wird, wer für die Gruppe einsteht und wer sich als Singleplayer herausstellt. Dabei stellt man sich unweigerlich selbst die Frage, wie man in so einer Situation reagieren würde. Könnte man die Umstände akzeptieren und sich mit alldem arrangieren? Würde man bis zuletzt versuchen, das Ruder herumzureißen? Ich weiß es nicht. Vermutlich würde ein Fünkchen Hoffnung bleiben, aber irgendwann wäre es sicher ratsamer, sich anzupassen. Ihr merkt schon: Dieser Horror-Comic bietet allerlei Stoff zum Nachdenken. Insbesondere hat mich das dystopische Grundthema fasziniert. (Achtung Spoiler!) Man hockt da in so einem luxuriösen Haus, während der Rest der Welt wortwörtlich in Flammen aufgeht. Die Liebsten sterben da draußen und man kann nichts dagegen tun. Uff! Und auch Walter ist nicht der, für den man ihn hielt. Ich bin sehr gespannt, was er im zweiten Teil geplant hat und wie die Gruppe damit umgehen wird.

Das düstere Artwork spiegelt perfekt die inhaltliche Atmosphäre wider und ist ziemlich beeindruckend. Hier stimmt einfach alles!

Fazit: Mit Abstand einer der besten Comics, die ich je verschlungen habe! Unheimlich, beklemmend, spannend - richtig feiner Horror mit ein paar Sci-Fi-Elementen.

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Veröffentlicht am 21.10.2022

Fesselnde, dystopische Fantasy-Story

Hidden Lies. Mein Geheimnis kann dich töten
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Für ein Jugendbuch finde ich das Thema wirklich ziemlich hart. Es hat mich ein wenig an „The Walking Dead“ erinnert. Morbus Shade ist eine Art Zombiekrankheit, die in einer dystopischen Welt circa 15/20 ...

Für ein Jugendbuch finde ich das Thema wirklich ziemlich hart. Es hat mich ein wenig an „The Walking Dead“ erinnert. Morbus Shade ist eine Art Zombiekrankheit, die in einer dystopischen Welt circa 15/20 Jahre nach der unsrigen spielt. Entflohen aus einem Forschungslabor, übertragen durch Blut und Bisse. Die Krankheit hat mehr als die halbe Menschheit ausgerottet, ein Viertel davon ist weiterhin infiziert, jedoch schläft die Krankheit im Körper, unterdrückt durch eine Art Medikament. Die Ressourcen und Mittel allgemein sind knapp, daher weiß man nicht, wie lange die Infizierten noch versorgt werden können. Ist das Medikament leer, dann bricht die zweite Welle los und zerstört wahrscheinlich den Rest der Menschheit.

Mir haben diese Infizierten wirklich leidgetan, ich habe mit ihnen stark sympathisiert und die Menschen gehasst, die sie wie Aussätzige behandeln, wie Ungeziefer, wie Dreck. Natürlich, dank der Infizierten haben viele ihre Familien verloren, ihre Freunde, aber im Großen und Ganzen wissen die „Zombies“ nicht, was sie überhaupt tun. Sie können nichts dafür, dass sie infiziert worden sind. Hier ist die Regierung schuld, die das Virus erschaffen hat. Sollte man kranke Menschen dafür hassen, dass sie etwas unwissend und bei nicht vollem Bewusstsein tun? Ich finde es mehr als fragwürdig. Viele sind einfach in ihrem Schmerz des Verlustes gefangen und vergessen, dass auch nur ein Mensch dahintersteckt, welcher mit dem leben muss, was er als „Zombie“ getan hat. Denn ja, die Erinnerungen kommen zurück und sind nur schwer zu ertragen.

Man kann sehen, dass ich mir während des Buches viele Gedanken über Dieses und Jenes gemacht habe. Die Geschichte regt auf jeden Fall dazu an. Die Autorin konnte dieses ernste Thema wunderbar umsetzen, hat es verknüpft mit humorvollen und auch romantischen Szenen. Ich fand es zwischendurch wirklich spannend und der Showdown zum Ende des Buches hin hat mich überrascht und überzeugt. Es gab viele nicht vorhersehbare Wendungen, die abwechslungsreich und detailliert beschrieben worden sind. Der tolle Schreibstil wird nur der Form halber von mir erwähnt. Hier hat es mir gut gefallen, dass zwischendurch nach jedem Hauptkapitel immer eine andere Nebenperson zu Wort gekommen ist. Sei es der Vater, die Mutter, die Schwester, der Freund etc.

Die Charaktere fand ich richtig sympathisch, auch wenn mir die weibliche Prota hin und wieder auf die Nerven gegangen ist. Kara ist impulsiv, sie vertraut sich kaum noch selbst, sie ist wütend und wirkt häufig auch zynisch und verbittert. Nun gut, sie hat viel erlebt, aber sie muss versuchen, damit abzuschließen. Adrian hingegen konnte ich lange Zeit nicht einschätzen und ich fand ihn zu verkopft. Er hat viele Vorurteile gegenüber den Infizierten, nicht so viele wie andere Nebenprotas zum Beispiel, aber er ist durch seinen Schmerz doch sehr festgefahren in seiner Meinung. Doch auch er hat eine Entwicklung durchgemacht und mich dadurch sehr überrascht. Im Großen und Ganzen fand ich, dass die Charaktere gut ausgearbeitet waren.

Fazit: Mir hat die dystopische Fantasygeschichte sehr gut gefallen. Die Ernsthaftigkeit und hin und wieder auch die Brutalität innerhalb des Buches haben mich überrascht und häufig auch erschreckt, aber genau das hat es zu einem tollen und vielfältigen Leseerlebnis gemacht. Müsst ihr lesen!

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Veröffentlicht am 19.10.2022

Cooler Plot, schöne Kulisse

Kalt und still
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Am besten zur Ruhe komme ich, wenn es draußen kalt ist und ich den Schnee riechen kann. Daher kann ich Hanna verstehen, dass sie sich für ein leer stehendes Ferienhaus in Åre entschieden hat, um wieder ...

Am besten zur Ruhe komme ich, wenn es draußen kalt ist und ich den Schnee riechen kann. Daher kann ich Hanna verstehen, dass sie sich für ein leer stehendes Ferienhaus in Åre entschieden hat, um wieder zu Kräften zu kommen.

Die 34-jährige Polizistin wurde kürzlich von ihrem Freund verlassen und man hat ihr nach einem beruflichen Zwischenfall nahegelegt, den Dienst in Stockholm zu quittieren. Åre bedeutet für sie also nicht nur Erholung, sondern bietet zugleich einen Neuanfang. Doch das Idyll hier ist trügerisch. Und wirklich zur Ruhe kommt Hanna nicht. Während dichter Schneefall alles zudeckt und verschwinden lässt, erreicht sie eine Vermisstenmeldung. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn bei den eisigen Temperaturen kann niemand lange draußen überleben.

Und schwupps hatte mich der Auftaktband der neuen Polarkreis-Krimi-Reihe voll in seinem Besitz. Bereits im Prolog erschüttert die Autorin mit dem Auffinden einer steifgefrorenen Leiche. Man wird von der ersten Seite an wie bei einer Lawine mitgerissen und ständig mit Schneebällen beworfen. Die können mitunter ein bisschen weh tun, schockieren, entrüsten und sogar überrumpeln.

Die Landschaftsbeschreibungen führen einem vor Augen, wie wunderschön, aber auch lebensgefährlich und tückisch die Wetterverhältnisse am Polarkreis sind und wie diese Bedingungen die Suche nach der Vermissten erschweren. Ich habe jedes Detail, jedes Fleckchen in Åre und jedes Wort zwischen den Zeilen geliebt. Viveca Sten schafft es beinahe mühelos, eine eisige, unheimliche und bedrohliche Atmosphäre entstehen zu lassen, dass man beim Lesen Gänsehaut bekommt. I was hooked! Und ich bin jetzt schon gespannt wie ein schneeweißes Bettlaken, wie es mit Hanna weitergeht.

Fazit: Was für ein spannender Reihenauftakt! Die sympathische und eigenwillige Polizistin Hanna, eine wendungsreiche Story und die traumhaft schöne Kulisse schneebedeckter Berge - wer sich nicht nach Åre begibt, verpasst etwas ziemlich Cooles!

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