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Veröffentlicht am 21.06.2021

Schockierendes Familiendrama

Saint X
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Die 18-jährige Alison verschwindet bei einem Familienurlaub auf der Insel Saint X. Ihre Leiche wird kurze Zeit später gefunden und es deutet einiges darauf hin, dass Alison ermordet wurde. Die Polizei ...

Die 18-jährige Alison verschwindet bei einem Familienurlaub auf der Insel Saint X. Ihre Leiche wird kurze Zeit später gefunden und es deutet einiges darauf hin, dass Alison ermordet wurde. Die Polizei tappt jedoch im Dunkeln. Ihre Schwester Claire ist zu diesem Zeitpunkt 7 Jahre alt und kann die Ereignisse zunächst noch nicht begreifen. Jetzt, im Erwachsenenalter, will Claire der Sache endlich auf den Grund gehen. Sie ändert ihren Namen in Emily und recherchiert, was das Zeug hält. Dabei stößt sie auf erschreckende Erkenntnisse, die ihre Welt mit einem Mal völlig auf den Kopf stellen…

Alexis Schaitkin erzählt die Geschichte aus diversen Perspektiven. Diese sind anfangs vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, zeigen letztendlich aber das ganze Ausmaß des Familiendramas auf. Denn eins ist sicher: In diesem Roman ist gar nichts so, wie es zunächst scheint! Jeder hat seine Geheimnisse, seine Lügen, seine Schuld. Jeder sieht, was er sehen will, was er sehen kann, was er zu sehen hofft.

Mit Claire ist der Autorin eine ganz außergewöhnliche Protagonistin gelungen. Jahrelang war sie nur die kleine Schwester und dachte, sie müsse durch den Mord an Alison die Familie zusammenhalten. Doch aus Claire ist eine wunderbare und mutige Frau geworden, die einfach nicht aufgeben kann und will. Ihre euphorische Suche nach der Wahrheit hat mich sehr beeindruckt und es gab den ein oder anderen Moment, in dem ich sie gerne in meine Arme geschlossen hätte.

Der fesselnde und lebhafte Schreibstil war perfekt für meinen Lesegeschmack. Auch die Zeitsprünge und Perspektivwechsel haben den Plot aufgelockert und meine Neugier geweckt. Die Autorin ist auf viele Details sehr präzise eingegangen und hat diese ausführlich geschildert. Ich fand dies aber gar nicht störend, sondern habe auch das Drumherum interessiert verfolgt. Abschließend war ich sichtlich schockiert, welche Reaktionen und Auswirkungen der Mord an Alison auf so einige Menschen hatte.

Dies ist kein Thriller, was man nicht vergessen darf. Dennoch hat es Schaitkin geschafft, eine gewisse Atmosphäre zu erschaffen, die mich als Leser voll abgeholt hat. Auch die lebhafte Beschreibung der frei erfundenen Insel ist ihr hervorragend gelungen und hat mich voll überzeugt.

Persönliches Fazit: Ein schockierendes Familiendrama, das mich gefesselt und bestens unterhalten hat. Der Autorin ist mit „Saint X“ ein tolles Debüt gelungen, das obendrein noch eine wichtige Message vermittelt. Für mich ein sehr empfehlenswerter Roman, der noch lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 21.06.2021

Krasse Gruselmärchen-Vibes

Snow, Glass, Apples
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Ich liebe nicht nur abgrundtief böse Geschichten, sondern auch Disneyzeug und Märchen. Neugierig werde ich vor allem dann, wenn sie adaptiert werden. Bisher habe ich ziemlich coole Neuinterpretationen ...

Ich liebe nicht nur abgrundtief böse Geschichten, sondern auch Disneyzeug und Märchen. Neugierig werde ich vor allem dann, wenn sie adaptiert werden. Bisher habe ich ziemlich coole Neuinterpretationen gefunden, aber diese hier hat mich schier vom Hocker gerissen. Ich war so Nullkommagarnicht darauf vorbereitet. Mir ist die Kinnlade ein paar Mal bis zum Anschlag runtergeklappt.

Vergesst, was ihr vom ursprünglichen Märchen noch in Erinnerung habt, denn das wird hier ordentlich auf den Kopf gestellt. Zwar will die Königin ihre Stieftochter immer noch abmurksen, allerdings hat sie dafür auch gute Gründe. Das liebe Kind hat es nämlich faustdick hinter den Ohren - und das ist noch milde ausgedrückt! Ich habe passagenweise völlig verdattert auf den Text gestarrt und mich gefragt, was ich da eigentlich lese. Normalerweise hätte ich es besser wissen müssen, schließlich hat kein Geringerer als Neil Gaiman an diesem Werk mitgewirkt. Und trotzdem haben mich diese ungeschönte Brutalität, dieses Verkorkste und Abnormale ziemlich überrollt. Hier wurden Themen eingearbeitet, die ich nicht in einem Märchen erwartet habe. Und eben weil sie so gar nicht ins klassische Bild passen, waren sie für mich genau richtig gewählt.

Die Illustrationen sind Kirschtorte mit Sahnehäubchen. Wenn ich nicht gerade wieder einen dieser Schockmomente hatte, hielt ich inne und habe die wunderschönen Seiten bewundert. Colleen Doran hat einen außergewöhnlichen Zeichenstil, sie setzt sowohl auf Einzelbilder als auch auf fließende Übergänge. Im Nachwort, das übrigens sehr informativ ist, erklärt sie einiges dazu.

Persönliches Fazit: Wer gern düstere Märchenadaptionen liest und aufregende Schockmomente genauso sehr liebt wie ich, der sollte sich unbedingt diese herausragende Graphic Novel zulegen! Hier gibt's mal richtig krasse #vibes.

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Veröffentlicht am 17.06.2021

Historische Elemente beeindruckten mich

Das Gift der Lüge
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Edinburgh, 1850. Obwohl die Stadt an der Spitze der modernen Medizin steht, scheinen die Heilmittel der Ärzte wirkungslos. Überall sterben Menschen.
Will Raven kehrt nach mehreren Auslandsemestern zurück ...

Edinburgh, 1850. Obwohl die Stadt an der Spitze der modernen Medizin steht, scheinen die Heilmittel der Ärzte wirkungslos. Überall sterben Menschen.
Will Raven kehrt nach mehreren Auslandsemestern zurück nach Edinburgh, um seine neue Stelle als Assistenzarzt bei Dr. Simpson anzutreten, dem renommierten Arzt, bei dem er einst Famulus war. Dr. Simpson wird Opfer übler Nachrede, als eine seiner Patientinnen unter seiner Behandlung ums Leben kommt. Will und das einstige Hausmädchen Sarah wollen dieser Sache auf den Grund gehen, um Simpsons Namen reinzuwaschen. Dabei stoßen sie auf unglaubliche Machenschaften und auf eine ganze Reihe von Morden.

Das Autorenpaar hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen wahren Sachverhalt in einen fiktiven Krimi zu integrieren. In diesem bereits 2. Teil geht die Geschichte um Will und Sarah weiter und erzählt ganz nebenbei höchst interessante Fakten über medizinischen Fortschritt, gesellschaftliche Gepflogenheiten und den Stellenwert einer Frau im 19. Jahrhundert.

Die Rückkehr von Will ist direkt emotionsgeladen und bindet den Leser damit sogleich ans Buch. Auch für Spannung ist gesorgt, indem noch ein weiterer Charakter eingebracht wird, dem etliche Kapitel gewidmet sind. Dieser hat nichts Gutes im Sinn und sorgt für einige Schockmomente und Täuschungen.

Zitat Pos. 483:
Jeder wahre Dämon war einst ein Kind, das Furcht und Leid erlebt hat. Jeder wahre Dämon hat die Grausamkeit und Bosheit von einem anderen lernen müssen.

Lug und Trug, Mord und Diebstahl - all das gab es auch schon zu jener Zeit. Allerdings war es wesentlich schwerer, diese Taten zu beweisen bzw. auch die Unschuld. Die Situation für Will und Sarah wird sehr brenzlig, als sie die Wahrheit erkennen. Doch es scheint bereits zu spät zu sein, um ihre eigenen Leben zu retten und alles aufzuklären.

Persönliches Fazit: Eine weitere Geschichte über Lügen, Loyalität, Macht und Liebe, die mich überzeugen und mit den historischen Elementen beeindrucken konnte. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 15.06.2021

Die Macht des Geldes kann Menschen verändern

Die Skrupellosen
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Geld und Macht ... wer träumt nicht davon? Ist man glücklich mit dem, was man hat und wer man ist? Hätte man gern mehr oder wäre gern jemand anderes? Fragen, mit denen ich mich noch nach Beenden des Buches ...

Geld und Macht ... wer träumt nicht davon? Ist man glücklich mit dem, was man hat und wer man ist? Hätte man gern mehr oder wäre gern jemand anderes? Fragen, mit denen ich mich noch nach Beenden des Buches beschäftigt habe.

Die Story fing relativ ruhig an, nahm dann allerdings so schnell und unerwartet an Fahrt auf, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen hab.

Sadie Jones hat einen angenehmen Schreibstil, so dass man gut in die Geschichte eintauchen kann und sogartig mitgerissen wird. Sie hat eine bildhafte Sprache und verliert sich nicht in unnötigen Erklärungen. Show don't tell - klappte hier vorbildlich.

Die Protagonisten Bea und Dan waren mir von Anfang an sympathisch. Beas Motive, das Geld ihrer Eltern auszuschlagen, wurden authentisch dargestellt und glaubhaft vermittelt. So war es mir möglich, eine Verbindung zu ihr herzustellen, mit ihr zu fühlen, zu denken wie sie.

Zitat Pos. 354:

Bea wollte die Klimaanlage nicht anschalten, es hätte ihr Schuldgefühle bereitet.

„Ja, Süße, jedes Mal wenn jemand die Klimaanlage benutzt, stirbt ein Eisbär“, sagt Dan schwitzend.“

Diese Aussage bleibt mir garantiert noch lange im Gedächtnis.

Als Dan nach und nach herausbekommt, wie reich Beas Eltern tatsächlich sind, ist er stinkesauer auf seine Frau. Er kann der Macht der Geldes nicht widerstehen und lässt sich von seinem Schwiegervater Griff um den Finger wickeln. Ein Teufelskreislauf, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Erst zu spät versteht er Bea und ihre Abneigung gegen das viele Geld. Insbesondere an der Stelle, als sich das Blatt wendete, hatte ich eine Gänsehaut. Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst ... Mir vorzustellen, was Bea und Dan passiert ist, und mir dann vor Augen zu führen, dass so vielen Menschen da draußen Ähnliches widerfahren ist, trieb meinen Adrenalinpegel bis nach ganz oben. Ich habe keine Angst vor Reichen und Mächtigen, aber davor, dass Geld und Macht sie zum Negativen verändern.

Persönliches Fazit: Sadie Jones hat mit „Die Skrupellosen“ einen Roman geschrieben, der spannend, zeitgemäß und nachdenklich stimmend daherkommt. Am Ende muss man sich als LeserIn selbst fragen, wie wichtig einem Geld und Macht sind. Und wie weit man dafür gehen würde. Lesetipp!

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Veröffentlicht am 12.06.2021

Erst zum Ende hin wirklich spannend

Southern Gothic - Das Grauen wohnt nebenan
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Das Buch hat sehr ruhig begonnen, für mich persönlich dümpelte es zu gemächlich vor sich hin. Der Autor hat einen klasse Schreibstil. Er versteht es definitiv, etwas gut in Szene zu setzen. Seine Beschreibungen ...

Das Buch hat sehr ruhig begonnen, für mich persönlich dümpelte es zu gemächlich vor sich hin. Der Autor hat einen klasse Schreibstil. Er versteht es definitiv, etwas gut in Szene zu setzen. Seine Beschreibungen waren detailliert und verständlich, dennoch hat mir das gewisse Etwas im ersten Drittel des Buches gefehlt.

Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben wird. Ich denke, dann wäre es leichter gewesen, den Gedanken besser zu folgen. Vielleicht auch ein paar Szenen aus der Sicht unseres Mörders.

Als Hauptprotagonistin begleiten wir Patrica Campbell. Sie ist Hausfrau und Mutter, eigentlich zufrieden mit ihrem Leben. Mit ein paar weiteren unerschrockenen Frauen in ihrer Nachbarschaft gründet sie einen Buchclub. Ihre Lieblingsgenres sind True Crime und Thriller. Hausfrauen, die aus der Idylle ihres sonst so eintönigen Lebens ausbrechen. Ein tolles Thema und eine wirklich schöne Idee. Das Buch beschreibt gute neun Jahre, in denen wir die Damen begleiten dürfen. Ich finde, dass der Autor dies sehr gut umgesetzt hat, trotz der langen Zeitspanne. Jedoch war es mir persönlich an einigen Stellen zu ausschweifend oder zu unausgereift.

Jede Frau hat einen sehr eigensinnigen Charakter. Viele sind mit ihrem Leben glücklich, lassen die Männer ihre Arbeit machen. Doch Patricia sehnt sich nach mehr. Anfangs noch ist sie sehr leichtgläubig, steht unter der Fuchtel ihres Mannes. Jedoch entwickelt sich ihr Charakter weiter, gewinnt an Stärke. Genau das, was mir als Leser gefallen hat, wird von dem Autor satirisch zerstört. Ich weiß nicht genau, wieso er dieses Frauenbild aufstellt, doch ich fand es sehr sympathisch, dass Patricia rebelliert.

James Harris ist ein toller Antagonist. Es lässt zuerst nichts darauf schließen, was bzw. wer er sein könnte. Natürlich stellte ich im Laufe des Buches meine Vermutungen an, denn der Autor streute seine Hinweise für uns wohlüberlegt aus. Überrascht hat es mich dennoch, und erwartet hatte ich nichts dergleichen, auch wenn das Cover und die Einstufung des Genres es erahnen lassen. Das merke ich tatsächlich erst jetzt im Nachhinein. Als kleine Anmerkung: Das englische Cover und der englische Titel weisen den Leser direkt auf das Thema hin.

Persönliches Fazit: Das Buch konnte mich leider nicht vollends überzeugen. Es war lange zu schwach, es fehlte an Spannung und Einfallsreichtum. Erst zur Mitte bzw. zum Ende hin wurde es besser und unerwartet brutal, mit einem kleinen Hauch von Horror und Fantasy. Sehr überraschend für mich. Dennoch hätte man mehr daraus machen können. Wer einen soliden Roman sucht, der wird hier fündig. Thriller-Fans würde ich davon abraten.

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