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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2018

Eine steile Fahrt bergab...

King of New York
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Was vielversprechend begann verlor leider mit jedem weiteren Abschnitt des Buches an Reiz und Überzeugungskraft. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.


Inhalt (spoilerfrei)

Harper ist eine junge, aufstrebende ...

Was vielversprechend begann verlor leider mit jedem weiteren Abschnitt des Buches an Reiz und Überzeugungskraft. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.


Inhalt (spoilerfrei)

Harper ist eine junge, aufstrebende Frau, die weiß, was sie vom Leben will - beruflichen Erfolg. Männer spielen dabei eher eine Nebenrolle in ihrem Leben. Doch ihr neuer Chef Max King bringt sie zur Verzweiflung, denn er verhält sich ihr gegenüber unnötig grob und herablassend.
Erst mit der Zeit merkt Harper, dass Max möglicherweise Gründe hat, ihr aus dem Weg zu gehen und das sich in anderen Bereichen seines Lebens überraschend viel Liebe verbirgt..


mein Eindruck (Spoiler)

Zu Beginn fand ich die Charaktere spannend und den Stil der Autorin überzeugend. Die Dialoge sind flott und witzig und generell lässt das Buch sich wunderbar so dahin lesen und ist nicht wirklich anspruchsvoll.

Doch mit dem Verlauf der Geschichte wurden die Ereignisse immer weniger nachvollziehbar - die Personen fast schon anstrengend.

Besonders die beiden Hauptcharaktere Max und Harper büßten bei mir zunehmend an Sympathie ein. Harper ist die überreagierende Zicke, welche vor Problemen davon läuft und deren Vaterkomplex dringend mit einem Psychiater aufgearbeitet werden sollte. Max hingegen ist am Ende zwar weniger unnahbar, als zu Beginn dafür aber blind gegenüber Harpers Fehlern und wirft eine tolle berufliche Chance für sie einfach weg. Ist das die Basis einer guten Beziehung?

Auch das Ende ließ mich unbefriedigt zurück. Alles wurde übertrieben auf Happy End gekitscht und dabei einfach nur albern auf die Spitze getrieben. Auch bleibt der Eindruck, dass es für eine Frau in einer glücklichen Beziehung nichts erstrebenswerteres geben kann, als permanent schwanger zu werden und möglichst viele Kinder zu bekommen. Ein Kontrast, der sich mit der starken, unabhängigen Harper zu Beginn der Geschichte absolut beißt. Die Autorin hielt es nicht einmal für nötig die Leser aufzuklären, was Harper nun, nach ihrer Kündigung denn beruflich macht, wo sie doch so hohe Ziele hatte. Für mich ein Schritt in die falsche Richtung.


Fazit

Wenn man sich auf einen Titel sehr freut, ist die Gefahr einer potenziellen Enttäuschung natürlich größer. "King of New York" begann jedoch erst einmal sehr vielversprechend. Tempo und Schreibstil gefielen mir wirklich gut. Doch die Charakterentwicklung verlief in meinen Augen genau falsch herum. Beide Protagonisten konnte ich zum Schluss nicht mehr wirklich ernst nehmen, da sie entweder unglaublich irrational agierten oder katzbuckelten .

Auch die Botschaft, die die Autorin im sexuellen Bereich sendet, missfiel mir. Während Verhütung mit Kondomen anfangs immer außer Frage stand, ist diese Sache am Ende, nachdem das Paar sich ausgesprochen hat, plötzlich vom Tisch und untergräbt damit nicht nur die Wichtigkeit dieser Verhütungsart bei sexuell sehr aktiven Menschen, sondern impliziert gleichzeitig auch, dass nur Geschlechtsverkehr ohne Gummi ja die einzig wahre Art ist, sich beim Sex so nahe wie möglich zu sein. Das sind keine guten Signale, die hier verbreitet werden.

Für mich leider ein schwaches Werk innerhalb seines Genres.

Veröffentlicht am 11.06.2018

frische Ansätze in einem altbekannten Schema

Bird and Sword
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Bird & Sword von Amy Harmon wurde mir beim bekannten Onlineversandhandelriesen empfohlen und landete daher noch vor Erscheinungsdatum auf meiner Wunschliste. Da ich von der Optik und der Beschreibung fasziniert ...

Bird & Sword von Amy Harmon wurde mir beim bekannten Onlineversandhandelriesen empfohlen und landete daher noch vor Erscheinungsdatum auf meiner Wunschliste. Da ich von der Optik und der Beschreibung fasziniert war, freute ich mir sehr auf's Lesen:


Inhalt (spoilerfrei)

Die kleine Lark verliert nach dem dramatischen Tod ihrer Muttter ihre Stimme und somit ihre magischen Fähigkeiten, mit welchen sie geboren wurde. Als junge Frau ist sie nun der Kontrolle ihres Vaters ausgeliefert, welcher sie versteckt hält. Doch das Schicksal hält anderes bereit, als der junge König ihre Provinz besucht und Lark als Pfand für die treue ihres Vaters einfordert. In einer neuen Umgebung mit neuen Verbündeten und neuen Feinden muss Lark herausfinden, was sie selbst will und entdecken, dass ihre Fähigkeiten womöglich nicht verschwunden, sondern nur vergraben sind und wieder erweckt werden können.


mein Eindruck (Spoiler)

Cover und Klappentext sprachen mich von vorherein an und gelesen war das Werk schließlich in kurzer Zeit, denn auch der Schreibstil ist angenehm und wenig fordernd.

Larks Fähigkeiten erscheinen ein bisschen 'overpowered' - denn während andere magisch-geprägte Menschen innerhalb der Geschichte zumeist eine herausstechende Fähigkeit, wie Wandlung oder Heilung haben, kann sie verschiedenste Gegenstände mit ihrer 'Stimme' manipulieren, gleichzeitig aber auch Tiere verstehen und beeinflussen und sogar auf den menschlichen Körper und Geist Einfluss nehmen. Vielleicht ist das aber für einen Hauptcharakter auch in Ordnung. Generell glaube ich aber, dass Lark ohne ihr Handikap der Stummheit ein recht wenig einprägsamer Charakter wäre. Durchaus sympathisch aber nicht sehr besonders.

Manchmal hätte ich mir für sie mehr Stärke und Kampfgeist gewünscht.
Sie wird in eine der typischen Rollen für Frauen geworfen - entführt von einem männlichen Protagonisten, gefangen gehalten und aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgenutzt. Zwar wirkt sie keineswegs unterwürfig und hilflos und hat ihre Prinzipien aber in Zeiten von starken weiblichen Charakteren muss die zierliche Hauptprotagonistin meinem Geschmack nach dann doch zu häufig gerettet und behütet werden und nutzt ihre Fähigkeiten zu selten, um aus ihr auferlegten Situationen auszubrechen und aufzubegehren.


Fazit

Ich lese in den Bewertungen häufig, dass die Leute etwas anderes erwartet haben und kann dies bestätigen. Vielleicht ist der Klappentext irreführend - dennoch macht das für mich die Geschichte nicht weniger gelungen. Eine Erzählung kann auch sehr gut sein, auch wenn ich andere Erwartungen an sie hatte.

Das Setting ist altertümlicher, als man vielleicht zuerst annimmt - die Welt eine Mischung aus spätmittelalterlicher Menschheitsgeschichte und fantastischen Elementen, durch Kreaturen und Magie. Die Geschichte muss sich erst entfalten, die Protagonisten erst an die richtigen Stellen auf dem Schachbrett gerückt werden, bis alles ins Rollen kommt, doch der Weg dahin ist keineswegs langweilig. Harmon hat sogar einen Schreibstil, der sehr prägnant daher kommt und sich nicht in ausschweifenden, langatmigen Umschreibungen verliert. Im hinteren Drittel finden wir den Höhepunkt der Geschichte, der außerdem viele unerwarteten Wendungen und Überraschungen mit sich brachte und alles noch einmal auflockerte.

Für mich war es ein gutes Buch mit durchaus kreativen, fantasievollen Elementen. Die Charaktere sind mir vielleicht im Nachhinein nicht die liebsten aller Zeiten, dennoch auch nicht unsympathisch. Ich kann mir durchaus vorstellen, die baldige Fortsetzung auch zu lesen, fiebere ihr aber nicht inbrünstig entgegen, wie ich es bei anderen Buchreihen tue. Im Allgemeinen aber eine schöne Geschichte.

Veröffentlicht am 02.05.2018

eine Perle innerhalb ihres Genres

Vicious Love
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Nachdem es mit der Leserunde nicht klappte, ich aber von der Leseprobe so gehypt war, bestellte ich mir dieses neue Werk von L. J. Shen sofort vor und hielt es am Erscheinungstag in den Händen. Gelesen ...

Nachdem es mit der Leserunde nicht klappte, ich aber von der Leseprobe so gehypt war, bestellte ich mir dieses neue Werk von L. J. Shen sofort vor und hielt es am Erscheinungstag in den Händen. Gelesen war es dann auch in kürzester Zeit.


Inhalt (spoilerfrei)

Emilia und 'Vicious' verbindet eine gemeinsame Vergangenheit. Vor 10 Jahren besuchten sie die gleiche Highschool für ihr Abschlussjahr. Er, der beliebte Bad Boy aus stinkreichem Haus und sie die exzentrische und künstlerisch begabte Tochter seiner Bediensteten. Die beiden trennen Welten und dennoch ist da diese permanente Anziehungskraft. Aber warum behandelt er sie dann immer wie eine Aussätzige und mobbt und beleidigt sie, wo er kann?! Vicious verbirgt einige düstere Geheimnisse und als die beiden sich nach 10 Jahren in New York wieder begegnen, kommt alles wieder hoch...


Mein Eindruck

Ich bin ziemlich begeistert von dieser Story. Es ist so viel mehr als ein schlichter Liebesroman, aber auch weit davon entfernt ein reines Erotikwerk zu sein. Tatsächlich ist das Thema Sex zwar allgegenwärtig, spielt für die Protagonisten allerdings erst nach über der Hälfte des Buches eine zentrale Rolle.
Der Plot wird durch die Erotik bereichert und nicht verwässert.

Sehr gut gefiel mir der Stil der Autorin, er erschien mir sehr frisch und lebendig. Die Geschichte liest sich einfach so dahin, es gibt keine unnötigen Längen und ich habe das Buch auch über Nacht kaum aus den Händen legen können, da ich wissen wollte, wie es weiter geht. Dass man die Geschichte dabei aus verschiedenen Perspektiven erlebt, ist außerdem zusätzlich sehr schön abwechlungsreich.

Auch fand ich ein gewisses Maß an Realismus im Roman erfreulich. Es läuft eben nicht immer alles glatt im Leben. Es gibt Ereignisse, die man so nicht geplant oder sich gewünscht hat. In 'Vicious Love' gibt es für die Hauptakteure einige davon und sie werden genötigt, sich immer wieder mit neuen Lebenssituationen auseinanderzusetzen. Auch Vergebung ist keine Sache, die nach einem intensiven, kitschigen Gespräch mal eben herbeigeführt wird, sondern sie braucht eben Zeit...

Der einzige Punkt, welcher mich von einer vollen Bewertung abhält sind die Rollenbilder und Charakterzüge einiger Personen.
Viele Männer in diesem Buch sind zumindest auf den ersten Blick unglaublich unsympathische Machos, denen die Gefühle von Frauen nicht viel bedeuten. Man könnte sie schon fast als 'Pick up Artists' bezeichnen. Natürlich tauen sie im Verlauf der Story auf und offenbaren andere Seiten. Trotzdem missfällt mir der Gedanke, dass viele von uns Frauen solche Typ Männer spannend und anziehend finden oder finden sollen. Der unnahbare Aufreißer und Chauvinist, der glaubt immer und überall alles haben zu können, was er will.
Umso beruhigender, dass es Charaktere, wie Emilia gibt, die ihnen ein gesundes Maß an Paroli bietet.


Fazit

Ein schöner Schreibstil, vielschichtige Charaktere und eine großartige, sich langsam zusammenfügende Hintergrundgeschichte, bei welcher man immer mal wieder Aha-Momente erlebt. Diese Reihe hat so viel Potenzial, dass ich mich schon sehr auf den kommenden zweiten Band freue. Wer sich in diesem Genre zu Hause fühlt, der sollte sie diese Geschichte unbedingt mal zu Gemüte führen. Damen hoch!

Veröffentlicht am 03.04.2018

ein dankbarer Abschluss

Der Glanz der Dunkelheit
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(REZENSION OHNE SPOILER)

Hungrig habe ich diesem Abschlussband entgegen gefiebert, nachdem mich die Serie bisher sehr mitreißen konnte. Wie würde alles enden? Gibt es ein Happy End oder einen schmerzvollen ...

(REZENSION OHNE SPOILER)

Hungrig habe ich diesem Abschlussband entgegen gefiebert, nachdem mich die Serie bisher sehr mitreißen konnte. Wie würde alles enden? Gibt es ein Happy End oder einen schmerzvollen Abschied? Und warum zur Hölle trägt Lia auf dem Cover auch mitten im Krieg immer noch ein Kleid?!

Aber Spaß bei Seite - nun hat das Warten ein Ende und ich konnte mir ein umfangreiches Bild machen:


Inhalt

Lia hat eine lange Reise hinter sich und viele schöne aber vor allem schreckliche Dinge gesehen und erlebt. Doch nichts soll sie nun von ihrer scheinbaren Bestimmung abhalten ihre Familie zu warnen, die Verräter zu enttarnen und ihre geliebten Königreiche vor dem offenbar übermächtigen Feind zu retten, der ihr im Nacken sitzt. Doch bis dahin ist es ein langer, steiniger Weg, der gepflastert ist mit vielen Kontrahenten und Zweiflern. Gut, dass sie ihn nicht allein gehen muss, sondern unerschütterliche Freunde an ihrer Seite hat.


Mein Eindruck

Cover und Gestaltung sind wieder sehr hübsch und simmungsvoll gewählt.
Beim Lesen nimmt man erneut die Rolle verschiedener Charaktere ein und begleitet ihren Weg, wie in den Vorgängern. Die Kapitel fallen dabei manchmal sogar sehr kurz aus. Die Handlung schreitet zugüg voran und nimmt nach dem ersten Drittel nochmal richtig Fahrt auf. Die fehlende Längen haben mir dabei besonders Spaß bereitet, denn wem machen zähe Textpassagen, welche die Story nicht voran bringen schon Freude?! Trotzallem umschreibt Pearson die einzelnen Szenen wieder sehr schön und bildhaft, so dass man sich entsprechen leicht in die Situationen hineinversetzen kann. Die Entwicklung der Charaktere empfinde ich in diesem Buch als noch einmal sehr stark. Alle drei Hauptcharaktere wählen ihre Schritte sehr bewusst und scheinen allmählich 'anzukommen'. Sie verstehen sich selbst, aber auch die jeweils anderen noch einmal besser und respektieren deren Entscheidungen deutlicher als in den Vorgängern.

Kritik bleibt mir vielleicht aufgrund mangelnden Widerstandes. Manchmal erscheinen fortlaufende Handlungsstränge als zu einfach bzw. werden Probleme recht schnell aus dem Weg geräumt, was angesichts einer drohendes Kriegssituation und vielerlei Verrats nicht logisch erscheint. Im Allgemeinen bin ich aber sehr glücklich mit dem Gesamtwerk.


Fazit

Mir gefällt das Finale sehr gut und ich nehme mit einem lachenden und einem weinen Auge Abschied von einer spannenden Geschichte. Von Beginn an haben mich die Vielfältigkeit und die Entwicklungen der Charaktere überzeugt. Auch der voranschreitende Story mangelte es nie an Spannung und unerwarteten Wendungen. Gewiss hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, dass sich die Autorin für etwaige Ausführungen mehr Zeit gelassen hätte, um Logikfehlern vorzubeugen, aber schlussendlich bin ich mit ihrer Wahl des Endes sehr im Reinen. Ich würde die Serie jedem empfehlen, der etwas für dieses Genre übrig hat. Ihr werdet es nicht bereuen.

Veröffentlicht am 03.04.2018

Ich habe mehr erwartet

Fallen Angels - Die letzte Schlacht
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Die letzte Runde einer weiteren, spannenden J R Ward-Serie.
Bei einer Autorin, welcher ich schon seit Jahren begeistert folge und deren Werke ich immer mit Leidenschaft verschlinge, stand es außer Frage, ...

Die letzte Runde einer weiteren, spannenden J R Ward-Serie.
Bei einer Autorin, welcher ich schon seit Jahren begeistert folge und deren Werke ich immer mit Leidenschaft verschlinge, stand es außer Frage, dass ich auch jenen Teil lesen würde, sobald er das Licht der Welt erblickte.

Dennoch kann ich an dieser Stelle vorwegnehmen, dass ich es für das schwächste Glied in der Kette halte.
Tatsächlich war ich sogar erstaunt, dass es sich um so ein vergleichsweise dünnes Buch handelt, wenn man die Vorgänger betrachtet- das sieht man selten, bei einem Finale. Zumeist gibt es ja zum Ende hin noch viele offene Fragen zu klären. Mir schwante Übles.

Außerdem irritierte mich die Tatsache, dass schon nach sechs Teilen Schluss sein sollte. Vielleicht war dies tatsächlich von Anfang an geplant...
Ich hingegen hätte eher erwartet, dass eine Serie, bei welcher es sich um sieben Seelen und Todsünden dreht, auch einer entsprechenden Logik folgend, aus sieben Büchern bestehen würde. Dass sie nun plötzlich zwei Seelen 'zusammenpantschte' beendete die Serie für mich gefühlt zu vorzeitig.

Inhalt

Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass wir es hier mit dem Finale eines dramatischen Kampfes zwischen Gut und Böse zu tun haben. Jim befindet sich im Kampf mit der Dämonin Devina um sieben Seelen, deren Schicksal sich auf die gesamte Welt auswirken wird. Finden die Seelen den Weg ins Paradies oder landen sie in Devinas grausamen Sündenbrunnen. Im letzten Band soll sich nun entscheiden, wer den Sieg davon trägt. Jim muss einen kühlen Kopf bewahren, wo sein Herz hingegen doch eigentlich gänzlich von Sissy eingenommen wird, die er aus Devinas Fängen befreit hat. Aber gemeinsam ist man meist erfolgreicher, als allein...

was ich denke

Beim Lesen bestätigten sich meine unschönen Ahnungen leider zunehmend.
Zwar mochte ich die Entwicklung der Charaktere und der Beziehung zwischen Jim und Sissy, doch mit diesem positiven Eindruck hörte meine Zustimmung dann auch schon fast auf.

Alles geht sehr schnell und vor allem läuft alles plötzlich fast zu positiv und verliert daher an Glaubhaftigkeit. Scheinbar endgültige, dramatische Ereignisse aus den vergangenen Büchern, werden wieder revidiert - alle Charaktere stehen nun plötzlich wieder als 'happy family' vor einem und man versteht gar nicht, wie es nun dazu gekommen ist. Die logischen Zusammenhänge der Entscheidungen, welche Jim trifft und der Aktionen, die er tätigt, um seine Ziele zu erreichen, entziehen sich mir. Es wird einfach nicht erklärt WARUM etwas nun genauso passiert oder passieren muss. Jim folgt seinen Instinkten und dann passt das halt auch zufällig gleich mal so...

Auch auf erotischer Ebene fand ich die Story schwach. Ich mag es an Wards Stil, dass es ihr gelingt, den erotischen Anteil gut ausgewogen zu halten, ohne dass es billig wirkt. Es sind keine reinen Erotikromane, wo nur zum Anschein eine müde, kaum glaubhafte Geschichte herumgesponnen wird, und man eigentlich nur von Sexszene zu Sexszene springt. Es gelingt ihr immer, es schön zu verpacken und die eigentliche Story steht im Fokus. Trotzdem sind die erotischen Parts immer wieder ein Genuss und durchaus kreativ.

SPOILER (?!)

In "Die letzte Schlacht" gibt es nur etwa drei solcher Szenen. Die wichtigste/nennenswerteste davon ist hingegen ziemlich verstörend. Jim erliegt seinen Trieben, wie ein Tier, will aber doch nur den Gentleman spielen und danach ist er sich für eine Erklärung zu schade oder zu verschämt, woraufhin nur unnötige Missverständnisse entstehen, die aber kurz darauf aus der Welt geschafft werden und man fragt sich nur: "Was sollte das jetzt?"
Es ist weder schön und unterhaltsam, noch bringt es die Story voran.

Auch der große Showdown ist unglaublich unbefriedigend, dachte ich doch noch, dass man nicht ohne Grund in den Vorgängern mehr oder minder subtil darauf hingewiesen hatte, dass es nicht ginge Devina einfach zu besiegen bzw. ihren Spiegel zu zerstören, da sonst jener Sieger ihren Platz einnehmen müsse. Ich dachte wirklich, das hätte noch eine tiefere Bedeutung...

SPOILER ENDE

Fazit

Ich bin schlussendlich leider nicht das Gefühl losgeworden, dass Ward hier schnell fertig werden wollte. Waren wirklich nur sechs statt sieben Titel geplant? Wäre letzteres nicht logischer gewesen? Warum ist das Buch so dünn, die Story so gestaucht und straff erzählt, während die Vorgänger sich ausgiebige Zeit für Charaktere und Storyverlauf nahmen. Meiner enttäuschten Meinung nach hatte sie entweder die Lust verloren bzw. war überfordert mit zwei parallel laufenden Serien, an welchen sie schrieb (siehe Black Dagger Brotherhood) oder es gab Druck von Seiten des Verlages. Allem in allem finde ich es schade, dass ich mich auf diese Weise von einer Reihe verabschieden musste, die ich so wertschätzte. So ein Ende hatte sie nicht verdient. Natürlich empfehle ich trotzdem es zu lesen, wenn man die bisherigen Teile schon kennt, denn wer will schon nicht wissen, wie die Geschichte nun wirklich endet?!