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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2021

nur ganz in Ordnung

Fire & Frost, Band 1: Vom Eis berührt
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Da es sich um ein gehyptes Werk innerhalb des Genres handelt, welches auf diversen Portalen sehr gute Bewertungen erhält, wollte ich es gern gelesen haben und mitreden können.

Es war keineswegs schlecht, ...


Da es sich um ein gehyptes Werk innerhalb des Genres handelt, welches auf diversen Portalen sehr gute Bewertungen erhält, wollte ich es gern gelesen haben und mitreden können.

Es war keineswegs schlecht, verdient aber auch das viele Lob nicht. Die Story fliegt schnell dahin und der Schreibstil ist sehr simpel.
Die Autorin hält sich nicht mit vielen Details und Beschreibungen von Umgebungen und Situationen auf. Das kann vielen Lesern sicher gefallen, da man so immer schnell zum Punkt kommt und es keine Längen gibt. Wichtige Ereignisse erfolgen rasch aufeinander, es gibt höchsten kurze innere Dialoge, tagelange Reisen oder monatelanges Training werden öfter in wenigen Sätzen abgehakt.
Mir fehlt bei einem solchen Schreibstil aber gern der Tiefgang - die nötige Zeit für eine authentische Charakterentwicklungen und die Möglichkeit die Protagonisten überhaupt richtig ins Herz schließen zu können.
Ruby und Arcus sind für mich am Ende des Buches immer noch relativ fade, ihre Gefühle und Wünsche berührten mich kaum.
Auch die Dialoge waren mir manchmal zu banal. Alles wird immer direkt an- und ausgesprochen, keine subtilen Andeutungen und geschicktes Umkreisen oder Aushorchen, selbst von Charakteren, die man vielleicht für intrigant halten würde.


(Achtung Spoiler)

Würde ein beispielsweise Vater seine geliebte Tochter offen am Tisch des Königs unter Anwesenheit diverser Adeliger auf ihren Status als Unverheiratete ansprechen und sie damit demütigen, statt dieses Gespräch beispielsweise im Flüsterton zu führen?
Und würde ein neu eingeführter Charakter sich schon bei der ersten Begegnung als Verräter des Königs offenbaren, nahezu alle Pläne offen legen und damit das eigene Leben riskieren, obwohl noch keine Freundschaft oder Vertrauen zwischen jener Person und der Protagonistin besteht? Hier mangelte es mir einfach häufig an Logik und Nachvollziehbarkeit.

(Spoiler Ende)

Letztendlich gab es dann auch keine unerwartete Wendung. Zumindest für mich, war recht früh klar, wer vermutlich welche Position inne hat und wie das Ganze ungefähr enden könnte. Auch das war mir etwas zu einfach, denn ich werde immer gern überrascht.

Ich werde die Reihe weiter lesen, aber sie wird nicht zu meinen Favoriten werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2021

Etwas zu viel Puderzucker

Sister of the Night
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Ich habe mich sehr auf das Finale gefreut - die bisherige Story sprach mich doch sehr an.
Generell ist sie auch diesmal wieder gut - abwechslungsreich in Bezug auf actionreiche Szenen, zwischenmenschlichen/dämonischen ...

Ich habe mich sehr auf das Finale gefreut - die bisherige Story sprach mich doch sehr an.
Generell ist sie auch diesmal wieder gut - abwechslungsreich in Bezug auf actionreiche Szenen, zwischenmenschlichen/dämonischen Auseinandersetzungen und ein paar Rätseln. Auch, dass die Autorin sich bemüht, nicht zu vorhersehbar zu schreiben und uns gelegentlich mit plötzlichen Wendungen überrascht, lockert das Ganz wunderbar auf. Auch wenn man ehrlich sein muss und das Rätsel um die Prophezeiung nun nicht sehr komplex war - man hat sehr schnell erahnen können, was mit dem Wortlaut gemeint ist und welche Folgen das eventuell hat.
Gefallen hat mir auch, dass zumindest ein Hauch von Diversität zu erkennen ist, was Hautfarben und sexuelle Orientierungen anbelangt. Da ist aber Luft nach oben.
Was ich außerdem immer etwas lästig finde: wenn Missverständnisse bei Charakteren ständig nur daher rühren, dass sie einfach nicht anständig miteinander reden (wollen). Auch etwas, was mich schon bei ihrer Angelussaga störte. Die Hauptcharaktere finden nur deswegen so lang nicht zusammen, da ständig irgendwelche Vorwürfe und Anschuldigungen erhoben werden, die man mit wenigen Worten hätte aufklären können. Fairerweise muss ich sagen, dass es in diesem Band besser wurde, als in jenem davor und auch im Gesamten weniger konzentriert auftrat als bei der Engelreihe. Trotzdem muss ich sagen, dass andere AutorInnen, wie Sarah J. Maas das doch häufig deutlich eleganter und erwachsener lösen.
Tatsächlich fanden sich jetzt in "Sister of the Night" einige Parallelen zu "Das Reich der sieben Höfe" ebenso, wie zu "Harry Potter", wie ich finde (siehe Spoiler)
Was ich als positiv empfand, war, dass Vianne auch mal allein kämpfen durfte. Sie gerät immer wieder in Konflikte, aber muss inzwischen nicht immer vom starken Aarvand gerettet werden, wie es im Vorgängerbuch erschien. Sie befreit sich selbst aus diversen Situationen und darf auch selbst Retterin sein.


ACHTUNG SPOILER!

Leider missfiel mir schon bei ihrer Angelreihe das übertrieben zerkitschte Happy-End. Ich bin zwar durchaus eine Happy End-Liebhaberin, aber sie müssen für mich schon auch realistisch sein und Sinn ergeben. Das am Ende einfach auf Teufel-komm-raus alles gut ist, obwohl vorher Krieg, Chaos und Folter herrschten oder dass bewusstes, folgenreiches Fehlverhalten einfach spontan vergeben wird, erschließt sich mir nicht. Man wird entführt und zwei Jahre in einem Kerker gefoltert, was enorme psychische und emotionale Folgen mit sich bringen sollte, aber der Verursacher ist am Ende dann dein best buddy? Vielleicht nicht komplett ausgeschlossen, aber so etwas braucht Zeit und vielleicht eine ordentliche Therapie. Auch Aarvands Folterung am Ende wird gar nicht weiter thematisiert - seine Wunden heilen in kurzer Zeit und dann ist alles wieder gut. Keine Ängste, keine Albträume, keine Aufarbeitung. Das ist genau jene Form von mangelndem Realismus, die mir missfällt.
Ebenso fand ich es albern, dass alle drei Schwestern am Ende spontan zur gleichen Zeit schwanger sind - natürlich, sie haben eine besondere Verbindung und es ist ja nicht komplett abwegig, aber dennoch albern. Man merkt eben, dass hier zwingend auf schöne heile Welt gestaltet wurde und da wird es dann mit der Logik nicht mehr so genau genommen. Es wird am Ende von Woolfs Werken eben einfach keinerlei Problematik mehr thematisiert. Alles ist immer einfach nur gut und das ist mir zu banal und kinderbuchhaft.
Mal abgesehen davon, dass es heutzutage mehr Formen gibt als immer nur zu heiraten und schnell Kinder zu bekommen, um Glück darzustellen.

Die Verbindung zu Harry Potter, die ich außerdem erkannte, war beispielsweise eine sehr identische Szene zum Halbblutprinzen - ein See in einer Höhle, ein Boot, mit welchem man darüber zu einer Insel fahren muss, tote Kreaturen darin, die einen in die Tiefe ziehen wollen, ein Stein, der erobert werden muss? Da hatte ich doch ein deutliches Deja-vu. Kann man jetzt von halten, was man will.


FAZIT:

Ich kann ganz gut mit diesem Finale leben. Ich hätte mir etwas mehr Finesse am Ende gewünscht, aber ich bin zufriedener mit diesem Abschluss als mit jenem in der Engelreihe. Erstaunlich, dass es meist ihre Endings sind, die ihre eigentlich mitreißenden Buchreihen, die ich bis dahin mit Spannung verfolge, für mich etwas weniger lobenswert machen. Dennoch bleibt die Reihe lesenwert, wenn man junge, kreative Fantasy mag.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2018

Eine steile Fahrt bergab...

King of New York
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Was vielversprechend begann verlor leider mit jedem weiteren Abschnitt des Buches an Reiz und Überzeugungskraft. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.


Inhalt (spoilerfrei)

Harper ist eine junge, aufstrebende ...

Was vielversprechend begann verlor leider mit jedem weiteren Abschnitt des Buches an Reiz und Überzeugungskraft. Hier wurde viel Potenzial verschenkt.


Inhalt (spoilerfrei)

Harper ist eine junge, aufstrebende Frau, die weiß, was sie vom Leben will - beruflichen Erfolg. Männer spielen dabei eher eine Nebenrolle in ihrem Leben. Doch ihr neuer Chef Max King bringt sie zur Verzweiflung, denn er verhält sich ihr gegenüber unnötig grob und herablassend.
Erst mit der Zeit merkt Harper, dass Max möglicherweise Gründe hat, ihr aus dem Weg zu gehen und das sich in anderen Bereichen seines Lebens überraschend viel Liebe verbirgt..


mein Eindruck (Spoiler)

Zu Beginn fand ich die Charaktere spannend und den Stil der Autorin überzeugend. Die Dialoge sind flott und witzig und generell lässt das Buch sich wunderbar so dahin lesen und ist nicht wirklich anspruchsvoll.

Doch mit dem Verlauf der Geschichte wurden die Ereignisse immer weniger nachvollziehbar - die Personen fast schon anstrengend.

Besonders die beiden Hauptcharaktere Max und Harper büßten bei mir zunehmend an Sympathie ein. Harper ist die überreagierende Zicke, welche vor Problemen davon läuft und deren Vaterkomplex dringend mit einem Psychiater aufgearbeitet werden sollte. Max hingegen ist am Ende zwar weniger unnahbar, als zu Beginn dafür aber blind gegenüber Harpers Fehlern und wirft eine tolle berufliche Chance für sie einfach weg. Ist das die Basis einer guten Beziehung?

Auch das Ende ließ mich unbefriedigt zurück. Alles wurde übertrieben auf Happy End gekitscht und dabei einfach nur albern auf die Spitze getrieben. Auch bleibt der Eindruck, dass es für eine Frau in einer glücklichen Beziehung nichts erstrebenswerteres geben kann, als permanent schwanger zu werden und möglichst viele Kinder zu bekommen. Ein Kontrast, der sich mit der starken, unabhängigen Harper zu Beginn der Geschichte absolut beißt. Die Autorin hielt es nicht einmal für nötig die Leser aufzuklären, was Harper nun, nach ihrer Kündigung denn beruflich macht, wo sie doch so hohe Ziele hatte. Für mich ein Schritt in die falsche Richtung.


Fazit

Wenn man sich auf einen Titel sehr freut, ist die Gefahr einer potenziellen Enttäuschung natürlich größer. "King of New York" begann jedoch erst einmal sehr vielversprechend. Tempo und Schreibstil gefielen mir wirklich gut. Doch die Charakterentwicklung verlief in meinen Augen genau falsch herum. Beide Protagonisten konnte ich zum Schluss nicht mehr wirklich ernst nehmen, da sie entweder unglaublich irrational agierten oder katzbuckelten .

Auch die Botschaft, die die Autorin im sexuellen Bereich sendet, missfiel mir. Während Verhütung mit Kondomen anfangs immer außer Frage stand, ist diese Sache am Ende, nachdem das Paar sich ausgesprochen hat, plötzlich vom Tisch und untergräbt damit nicht nur die Wichtigkeit dieser Verhütungsart bei sexuell sehr aktiven Menschen, sondern impliziert gleichzeitig auch, dass nur Geschlechtsverkehr ohne Gummi ja die einzig wahre Art ist, sich beim Sex so nahe wie möglich zu sein. Das sind keine guten Signale, die hier verbreitet werden.

Für mich leider ein schwaches Werk innerhalb seines Genres.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Handlung
  • Gefühl
Veröffentlicht am 11.06.2018

frische Ansätze in einem altbekannten Schema

Bird and Sword
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Bird & Sword von Amy Harmon wurde mir beim bekannten Onlineversandhandelriesen empfohlen und landete daher noch vor Erscheinungsdatum auf meiner Wunschliste. Da ich von der Optik und der Beschreibung fasziniert ...

Bird & Sword von Amy Harmon wurde mir beim bekannten Onlineversandhandelriesen empfohlen und landete daher noch vor Erscheinungsdatum auf meiner Wunschliste. Da ich von der Optik und der Beschreibung fasziniert war, freute ich mir sehr auf's Lesen:


Inhalt (spoilerfrei)

Die kleine Lark verliert nach dem dramatischen Tod ihrer Muttter ihre Stimme und somit ihre magischen Fähigkeiten, mit welchen sie geboren wurde. Als junge Frau ist sie nun der Kontrolle ihres Vaters ausgeliefert, welcher sie versteckt hält. Doch das Schicksal hält anderes bereit, als der junge König ihre Provinz besucht und Lark als Pfand für die treue ihres Vaters einfordert. In einer neuen Umgebung mit neuen Verbündeten und neuen Feinden muss Lark herausfinden, was sie selbst will und entdecken, dass ihre Fähigkeiten womöglich nicht verschwunden, sondern nur vergraben sind und wieder erweckt werden können.


mein Eindruck (Spoiler)

Cover und Klappentext sprachen mich von vorherein an und gelesen war das Werk schließlich in kurzer Zeit, denn auch der Schreibstil ist angenehm und wenig fordernd.

Larks Fähigkeiten erscheinen ein bisschen 'overpowered' - denn während andere magisch-geprägte Menschen innerhalb der Geschichte zumeist eine herausstechende Fähigkeit, wie Wandlung oder Heilung haben, kann sie verschiedenste Gegenstände mit ihrer 'Stimme' manipulieren, gleichzeitig aber auch Tiere verstehen und beeinflussen und sogar auf den menschlichen Körper und Geist Einfluss nehmen. Vielleicht ist das aber für einen Hauptcharakter auch in Ordnung. Generell glaube ich aber, dass Lark ohne ihr Handikap der Stummheit ein recht wenig einprägsamer Charakter wäre. Durchaus sympathisch aber nicht sehr besonders.

Manchmal hätte ich mir für sie mehr Stärke und Kampfgeist gewünscht.
Sie wird in eine der typischen Rollen für Frauen geworfen - entführt von einem männlichen Protagonisten, gefangen gehalten und aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgenutzt. Zwar wirkt sie keineswegs unterwürfig und hilflos und hat ihre Prinzipien aber in Zeiten von starken weiblichen Charakteren muss die zierliche Hauptprotagonistin meinem Geschmack nach dann doch zu häufig gerettet und behütet werden und nutzt ihre Fähigkeiten zu selten, um aus ihr auferlegten Situationen auszubrechen und aufzubegehren.


Fazit

Ich lese in den Bewertungen häufig, dass die Leute etwas anderes erwartet haben und kann dies bestätigen. Vielleicht ist der Klappentext irreführend - dennoch macht das für mich die Geschichte nicht weniger gelungen. Eine Erzählung kann auch sehr gut sein, auch wenn ich andere Erwartungen an sie hatte.

Das Setting ist altertümlicher, als man vielleicht zuerst annimmt - die Welt eine Mischung aus spätmittelalterlicher Menschheitsgeschichte und fantastischen Elementen, durch Kreaturen und Magie. Die Geschichte muss sich erst entfalten, die Protagonisten erst an die richtigen Stellen auf dem Schachbrett gerückt werden, bis alles ins Rollen kommt, doch der Weg dahin ist keineswegs langweilig. Harmon hat sogar einen Schreibstil, der sehr prägnant daher kommt und sich nicht in ausschweifenden, langatmigen Umschreibungen verliert. Im hinteren Drittel finden wir den Höhepunkt der Geschichte, der außerdem viele unerwarteten Wendungen und Überraschungen mit sich brachte und alles noch einmal auflockerte.

Für mich war es ein gutes Buch mit durchaus kreativen, fantasievollen Elementen. Die Charaktere sind mir vielleicht im Nachhinein nicht die liebsten aller Zeiten, dennoch auch nicht unsympathisch. Ich kann mir durchaus vorstellen, die baldige Fortsetzung auch zu lesen, fiebere ihr aber nicht inbrünstig entgegen, wie ich es bei anderen Buchreihen tue. Im Allgemeinen aber eine schöne Geschichte.

Veröffentlicht am 02.05.2018

eine Perle innerhalb ihres Genres

Vicious Love
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Nachdem es mit der Leserunde nicht klappte, ich aber von der Leseprobe so gehypt war, bestellte ich mir dieses neue Werk von L. J. Shen sofort vor und hielt es am Erscheinungstag in den Händen. Gelesen ...

Nachdem es mit der Leserunde nicht klappte, ich aber von der Leseprobe so gehypt war, bestellte ich mir dieses neue Werk von L. J. Shen sofort vor und hielt es am Erscheinungstag in den Händen. Gelesen war es dann auch in kürzester Zeit.


Inhalt (spoilerfrei)

Emilia und 'Vicious' verbindet eine gemeinsame Vergangenheit. Vor 10 Jahren besuchten sie die gleiche Highschool für ihr Abschlussjahr. Er, der beliebte Bad Boy aus stinkreichem Haus und sie die exzentrische und künstlerisch begabte Tochter seiner Bediensteten. Die beiden trennen Welten und dennoch ist da diese permanente Anziehungskraft. Aber warum behandelt er sie dann immer wie eine Aussätzige und mobbt und beleidigt sie, wo er kann?! Vicious verbirgt einige düstere Geheimnisse und als die beiden sich nach 10 Jahren in New York wieder begegnen, kommt alles wieder hoch...


Mein Eindruck

Ich bin ziemlich begeistert von dieser Story. Es ist so viel mehr als ein schlichter Liebesroman, aber auch weit davon entfernt ein reines Erotikwerk zu sein. Tatsächlich ist das Thema Sex zwar allgegenwärtig, spielt für die Protagonisten allerdings erst nach über der Hälfte des Buches eine zentrale Rolle.
Der Plot wird durch die Erotik bereichert und nicht verwässert.

Sehr gut gefiel mir der Stil der Autorin, er erschien mir sehr frisch und lebendig. Die Geschichte liest sich einfach so dahin, es gibt keine unnötigen Längen und ich habe das Buch auch über Nacht kaum aus den Händen legen können, da ich wissen wollte, wie es weiter geht. Dass man die Geschichte dabei aus verschiedenen Perspektiven erlebt, ist außerdem zusätzlich sehr schön abwechlungsreich.

Auch fand ich ein gewisses Maß an Realismus im Roman erfreulich. Es läuft eben nicht immer alles glatt im Leben. Es gibt Ereignisse, die man so nicht geplant oder sich gewünscht hat. In 'Vicious Love' gibt es für die Hauptakteure einige davon und sie werden genötigt, sich immer wieder mit neuen Lebenssituationen auseinanderzusetzen. Auch Vergebung ist keine Sache, die nach einem intensiven, kitschigen Gespräch mal eben herbeigeführt wird, sondern sie braucht eben Zeit...

Der einzige Punkt, welcher mich von einer vollen Bewertung abhält sind die Rollenbilder und Charakterzüge einiger Personen.
Viele Männer in diesem Buch sind zumindest auf den ersten Blick unglaublich unsympathische Machos, denen die Gefühle von Frauen nicht viel bedeuten. Man könnte sie schon fast als 'Pick up Artists' bezeichnen. Natürlich tauen sie im Verlauf der Story auf und offenbaren andere Seiten. Trotzdem missfällt mir der Gedanke, dass viele von uns Frauen solche Typ Männer spannend und anziehend finden oder finden sollen. Der unnahbare Aufreißer und Chauvinist, der glaubt immer und überall alles haben zu können, was er will.
Umso beruhigender, dass es Charaktere, wie Emilia gibt, die ihnen ein gesundes Maß an Paroli bietet.


Fazit

Ein schöner Schreibstil, vielschichtige Charaktere und eine großartige, sich langsam zusammenfügende Hintergrundgeschichte, bei welcher man immer mal wieder Aha-Momente erlebt. Diese Reihe hat so viel Potenzial, dass ich mich schon sehr auf den kommenden zweiten Band freue. Wer sich in diesem Genre zu Hause fühlt, der sollte sie diese Geschichte unbedingt mal zu Gemüte führen. Damen hoch!