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Veröffentlicht am 28.04.2022

Udos Knochen

Affenhitze (Kluftinger-Krimis 12)
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Ja, 554 Seiten sind viel, ja, der neue Kluftinger ist ein dicker Brocken - aber es macht viel Spaß, „Affenhitze“ zu lesen.
Herrlich, wie die selbstverliebten Leute vorgeführt werden, Langhammer beispielsweise. ...

Ja, 554 Seiten sind viel, ja, der neue Kluftinger ist ein dicker Brocken - aber es macht viel Spaß, „Affenhitze“ zu lesen.
Herrlich, wie die selbstverliebten Leute vorgeführt werden, Langhammer beispielsweise. Oder Politiker. Klufti ist auch wieder von Planeten „Ich verstehe nicht, dass ich stören könnte.“, genial. Ich würde wahnsinnig werden mit ihm. Besonders gelungen sind seine Personenobservierungen, seine Internetversuche, seine Bibliotheksvisite, seine nächtlichen Kühlmethoden, seine Ablenkungsmanöver und und und … . Nebenbei gibt es natürlich wieder einen Mord aufzuklären, ( weniger interessant), man trifft auf mehr oder weniger sonderbare Mitmenschen, bemüht sich nur teilerfolgreich um political Correctness und verfolgt gespannt, wie Klufti versucht, alles zu managen. Unbequeme Arbeiten will ihm ja erstaunlicherweise Niemand abnehmen.
Eine vergnügliche Abfolge von aberwitzigen Situationen, wie gewohnt vom ebenso einfallsreichen wie klamaukigen Autorenduo Klüpfel und Kobr.
Ein neuer Pageturner aus dem Ullstein Verlag.

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Wer ist schuld?

Maid
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Ohne Ausbildung gejobbt, verliebt in den falschen Mann, Kind bekommen, auf staatliche Fürsorge angewiesen. Kaum Unterstützung durch Verwandte oder den Kindsvater, von dem sie sich getrennt hat. Das ist ...

Ohne Ausbildung gejobbt, verliebt in den falschen Mann, Kind bekommen, auf staatliche Fürsorge angewiesen. Kaum Unterstützung durch Verwandte oder den Kindsvater, von dem sie sich getrennt hat. Das ist Steph. Wer hilft mit anständig bezahlten Jobs, mit Kinderfürsorge? Ja, sie bekommt eine Wohnung, Lebensmittelgutscheine, weitere staatliche Unterstützung und stundenweise Kinderbetreuung, aber ein schönes Leben sieht für sie im krisengeschüttelten Amerika anders aus. Zum Beispiel mit Baby in Thai-Restaurants zu gehen, um unerwartetes Geld zu verbraten. Schwierig auch, nette Männer kennenzulernen, da der Kindsvater die Tochter meist nur kurz übernimmt. Jedes zweite Wochenende beispielsweise. Wenn man dann doch einen passablen Mann findet, könnte man wieder seine Freiheiten haben, tanzen gehen, reiten usw. Das ist der Plan. Schlecht: mit Mann ist frau von diesem abhängig. Dennoch: Ihre Tochter fühlt sich auf dem Pferdehof des neuen Partners wohl. Steph nicht, sie muss härter arbeiten als je zuvor. Ihre Schriftstellerträume und andere sind zunächst geplatzt.
Für eine ordentlich bezahlte Arbeit gibt sie alles. Ihre Putzjobs sind nicht nur wahnsinnig anstrengend, sondern auch teilweise sehr skurril.
Und zum Teil wirklich, wirklich schmutzig, so sehr, dass Schutzbrille und Gesichtsmaske getragen werden müssen.
Eine bittere Anklage des amerikanischen Sozialfürsorgesystems, dass es nahezu unmöglich macht, als Alleinerziehende ein Leben ohne Armut zu führen. Anschaulich beschrieben, ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen eines differenziert zu betrachtenden Landes.

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Itˋs (not) a Match!

Swipe. Meet. Repeat.
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Der Verschieber, der Selbstfinder, der Heiratswillige, der Oberflächliche, der Alkoholliebhaber, der Stalker und andere: sie alle begegnen ihr. Auf Tinder und im wahren Leben. Ivonne Ludwig kommt sehr ...

Der Verschieber, der Selbstfinder, der Heiratswillige, der Oberflächliche, der Alkoholliebhaber, der Stalker und andere: sie alle begegnen ihr. Auf Tinder und im wahren Leben. Ivonne Ludwig kommt sehr authentisch herüber, läßt die Leser an ihrer Suche nach einem Partner und ihren Gefühlen dabei teilhaben. Philosophische Einschübe inclusive. Manchmal ist sie bewunderungswürdig ehrlich, auch konsequent, leider nicht immer. Herzschmerz folgt. Neues Match, neues Glück? Aufgewärmtes Match, kann das gut gehen?
Herzerfrischend sind die Auszüge aus den Chatprotokollen. Was denken sich manche Männer nur?
Ivonnes Gedanken sind nachvollziehbar, ihre Entscheidungen nicht immer. Glaubhaft, echt und auf jeden Fall interessant beschreibt die Autorin ihr Stöbern nach Mr. Right auf verschiedenen Dating-Portalen. Ein unterhaltsamer Einblick mit Höhen und Tiefen, mit Ratschlägen, die sicher sehr nützlich sein können.
Lesenswertes aus dem Piper Verlag.

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Veröffentlicht am 21.04.2022

Das Geheimnis der Göttersteine

Die Götter von Blut und Pulver: Sünden des Imperiums
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Brian McClellan spinnt eine Geschichte von Macht, Gewalt, Kämpfen und Intrigen. Unterdrückte gegen Unterdrücker, tapfere Helden, gemeine Verbrecher, aber auch ehrenwerte Soldaten, helfende Mitmenschen, ...

Brian McClellan spinnt eine Geschichte von Macht, Gewalt, Kämpfen und Intrigen. Unterdrückte gegen Unterdrücker, tapfere Helden, gemeine Verbrecher, aber auch ehrenwerte Soldaten, helfende Mitmenschen, unterdrückte Ureinwohner, eine tückische und brutale Geheimpolizei - all das findet sich in dieser meist spannenden und fantasievollen Story. Sumpfdrachen, Magier, Volkshelden, kriegerische Ladys - auch damit darf der Leser Bekanntschaft schließen. Schlachtszenen werden in epischer Breite und unnötiger Länge angehängt. Leider. Aber insgesamt eine gut zu lesende Story mit unberechenbaren und hinterhältigen Herrschern, geschickt eingesetzten Zauberkräften und unbeugsamen Kriegern.
Ins Deutsche übersetzt von Johannes Neubert, verlegt von Cross Cult.

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Veröffentlicht am 19.04.2022

Die Jagd auf den Hidohebhi

Brüder des Windes
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Pamon Kes, der Erzähler, ist ein Tinukeda’ya, schätzt sich als geringere Kreatur als die goldhäutigen Zida’ya-Herren ein. Im Süden ihres Reiches taucht ein sehr bedrohliches Wesen, der sagenumwobenen Hidohebhi, ...

Pamon Kes, der Erzähler, ist ein Tinukeda’ya, schätzt sich als geringere Kreatur als die goldhäutigen Zida’ya-Herren ein. Im Süden ihres Reiches taucht ein sehr bedrohliches Wesen, der sagenumwobenen Hidohebhi, ein schwarzer Riesenwurm, auf. Also zieht Pamon mit seinem Herrn, dem Prinzen Hakatri und seinem leichtsinnigen Bruder Ineluki, den grundverschiedenen Brüdern des Windes, aus, um das Ungeheuer zu jagen.
Weitschweifig und poetisch berichtet Pamon von der Suche nach dem Ungeheuer und den Bemühungen, es zu töten. Verbündete zu gewinnen ist schwer, langatmige historische und clangeschichtliche Exkurse, die sehr an japanische Epen erinnern, sorgen für einen spannungsarmen Bericht. Komplizierte Namen und Bandwurmsätze erschweren den Lesefluss.
Tad Williams erzählt ausufernd von den Erlebnissen der Brüder, schildert ausführlich winzigste Begebenheiten. Die anmaßend auftretenden sturen Brüder sind mir unsympathisch, die ausgewalzte Geschichte kann mich nicht mitnehmen. Schade.

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