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Veröffentlicht am 29.06.2025

Leider nicht so spannend wie erhofft

The Beasts We Bury (Band 1)
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Auf dieses Buch hatte ich mich so gefreut, allein schon das Cover sieht vielversprechend aus, so voller Energie. Todbringende Magie reizt mich deswegen, weil diese Gabe stets zwei Seiten der Medaille aufweist ...

Auf dieses Buch hatte ich mich so gefreut, allein schon das Cover sieht vielversprechend aus, so voller Energie. Todbringende Magie reizt mich deswegen, weil diese Gabe stets zwei Seiten der Medaille aufweist und herrlich viel Potential bietet. Trotzdem, oder deswegen (?), wurden meine Erwartungen leider nicht erfüllt.
Erzählt wird die Handlung aus zwei Perspektiven, jeweils aus der Ich-Perspektive. Auf diesen Personen liegt auch primär der Fokus der Handlung, ein richtiges Worldbuilding gibt es nicht. Es gibt Mancella, eine Herrschertochter, die eine Art Nekromanten-Gabe abbekommen hat und nun von ihrem Vater gezwungen wird, Tiere zu töten, damit sie diese anschließend beschwören kann. Erinnert in der Grundidee stark an Solo Leveling. Und dann gibt es Silver, so eine Art Waisen-Straßenkid, der unter der unfairen Regierung von Mancellas Vater leidet und nun einen Auftrag angenommen hat, für den er in die Burg von Mancellas Familie einbrechen muss.
Grad bei Mancella wunderte ich mich schnell, warum sie sich von ihrem Vater dazu zwingen lässt, große Raubtiere barhändig umzubringen, wobei sie selber fast draufgeht. Zwar werden die Hintergründe nach und nach erzählt, doch da fehlte mir umso mehr ein Teenager-rebelliert-gegen-die-Eltern. Stattdessen nichts, weder Rebellion noch eine Flucht ins Nachbarland, die sich angeboten hätte. Dafür bekam ich eine entsprechende Kampfszene präsentiert, auf die ich gern verzichtet hätte. Machte es nicht besser. Wobei sie auch an anderer Stelle erschreckend naiv handelt. Und warum der Vater das Ganze verlangt? Nunja, es wirkte schnell, als hätte dieser (oder die Autorin) sich von Solo Leveling inspirieren lassen. Aber nicht mal das hinterfragt die brave Tochter. WARUM?!
Silver als mutmaßlicher Love Interest war mir zu sehr von sich selbst überzeugt, wie ein Fantasy-Sunnyboy, und das Slow Burn hat bei mir so gar nicht ge-burn-t.
Auch stilistisch war ich schnell enttäuscht. Nicht nur übertriebene oder völlig unnötige Kampfszenen, die mich einmal sogar an eine alberne Schulhofrangelei unter Pubertieren erinnerte. Die Autorin ist zudem völlig auf übertrieben poetische Darstellungen von Augenfarben fixiert, lässt ein Boot zwischendurch zu einem Schiff werden, verleiht Sonnenschein einen Duft, lässt die Kids bei einem Einbruch erstmal eine gefühlte Ewigkeit am Tatort rumdiskutieren statt schnell zu verschwinden und so einiges mehr. Nicht selten hab ich gedanklich die Augen verdreht beim Lesen. Zum Ende hin gibt es zwar noch eine (vorhersehbare) Überraschung, mit einer Anspielung für eine Fortsetzung, doch an der habe ich gar kein weiteres Interesse mehr. In sich würde ich das Buch bis auf ein kleines Details als in sich abgeschlossen bezeichnen, kein fieser Cliffhanger.
Mir ist das Buch zu oberflächlich, zu unlogisch, zu vorhersehbar und den Romance-Anteil konnte ich auch nicht nachvollziehen. Loben möchte ich hingegen die Aufmachung mit dem schönen Cover, der Illustration in der Buchklappe und dem schönen, dreiseitigen Farbschnitt.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Vor- und Nachteile eines Chip-Implantats

Mind Games
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In naher Zukunft bekommen die Menschen in jungen Jahren einen Chip der Firma PareCo implantiert, um sich problemlos in eine virtuelle Welt einzuloggen. Dort findet ein Großteil des Lebens statt, Lernen, ...

In naher Zukunft bekommen die Menschen in jungen Jahren einen Chip der Firma PareCo implantiert, um sich problemlos in eine virtuelle Welt einzuloggen. Dort findet ein Großteil des Lebens statt, Lernen, soziale Kontakte, vieles ist dort möglich. Natürlich kann man sich dort optisch pimpen, viele fühlen sich in der virtuellen Welt mittlerweile sicherer als im realen Leben.
Luna ist eine der wenigen, die ohne Chip leben. Als Verweigerin wird sie ziemlich benachteiligt. Ihre Mutter, eine begabte Programmiererin, starb allerdings vor Jahren, während sie in einem Onlinespiel unterwegs war. Angeblich hätte sie die Sicherheitseinstellungen deaktiviert. Vor diesem Hintergrund ist Luna mehr als erstaunt, als sie einen Job als Programmiererin bei PareCo erhält. Sie wird sogar regelrecht gedrängt, diesen Job anzunehmen. Ebenso Hacker Gecko, den sie kurz zuvor kennengelernt hat und der plötzlich aus der realen Welt verschwunden ist.
Ich mag Romane, in denen sich abzeichnet, dass Near-Future-Technologie missbraucht werden könnte. Das ist hier tatsächlich auch der Fall und Luna kommt dem Ganzen nach und nach auf die Spur. Was nicht einfach ist, da ihr Gegner ziemlich viel Macht besitzt. Spannend ist auf jeden Fall zu erleben, wie sich Realität und Virtuelle Welt mal mehr, mal weniger überschneiden (was einige sogar nicht immer mitbekommen) und wie Luna später ihre Abenteuer in der Virtuellen Welt überlebt. Das Ende wartet dann nochmal mit einer ziemlichen Überraschung auf.
Für einen Jugendthriller sehr gelungen, auch wenn die Story bereits einige Jahre alt ist. Der Schwerpunkt liegt hier auf Lunas Erlebnissen, weniger auf einem Worldbuilding, in dem alles detailliert erklärt wird.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Vor- und Nachteile eines Chip-Implantats

Mind Games
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In naher Zukunft bekommen die Menschen in jungen Jahren einen Chip der Firma PareCo implantiert, um sich problemlos in eine virtuelle Welt einzuloggen. Dort findet ein Großteil des Lebens statt, Lernen, ...

In naher Zukunft bekommen die Menschen in jungen Jahren einen Chip der Firma PareCo implantiert, um sich problemlos in eine virtuelle Welt einzuloggen. Dort findet ein Großteil des Lebens statt, Lernen, soziale Kontakte, vieles ist dort möglich. Natürlich kann man sich dort optisch pimpen, viele fühlen sich in der virtuellen Welt mittlerweile sicherer als im realen Leben.
Luna ist eine der wenigen, die ohne Chip leben. Als Verweigerin wird sie ziemlich benachteiligt. Ihre Mutter, eine begabte Programmiererin, starb allerdings vor Jahren, während sie in einem Onlinespiel unterwegs war. Angeblich hätte sie die Sicherheitseinstellungen deaktiviert. Vor diesem Hintergrund ist Luna mehr als erstaunt, als sie einen Job als Programmiererin bei PareCo erhält. Sie wird sogar regelrecht gedrängt, diesen Job anzunehmen. Ebenso Hacker Gecko, den sie kurz zuvor kennengelernt hat und der plötzlich aus der realen Welt verschwunden ist.
Ich mag Romane, in denen sich abzeichnet, dass Near-Future-Technologie missbraucht werden könnte. Das ist hier tatsächlich auch der Fall und Luna kommt dem Ganzen nach und nach auf die Spur. Was nicht einfach ist, da ihr Gegner ziemlich viel Macht besitzt. Spannend ist auf jeden Fall zu erleben, wie sich Realität und Virtuelle Welt mal mehr, mal weniger überschneiden (was einige sogar nicht immer mitbekommen) und wie Luna später ihre Abenteuer in der Virtuellen Welt überlebt. Das Ende wartet dann nochmal mit einer ziemlichen Überraschung auf.
Für einen Jugendthriller sehr gelungen, auch wenn die Story bereits einige Jahre alt ist. Der Schwerpunkt liegt hier auf Lunas Erlebnissen, weniger auf einem Worldbuilding, in dem alles detailliert erklärt wird.
Das Hörbuch ist gelesen von Annina Braunmiller-Jest. Ihre Intonation und Interpretation der Charaktere ist durchaus gelungen und ihr zuzuhören hat mir Spaß gemacht. Schade nur, dass die CD-Version inhaltlich gekürzt ist.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Langatmige Familiengeschichten

Great Big Beautiful Life
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Der Aufhänger der Story ist schnell zusammengefasst: Eine Autorin und ein Autor im einmonatigen Wettbewerb, wer von ihnen die Biographie der Nachfahrin einer einflussreichen Mediendynastie schreiben darf. ...

Der Aufhänger der Story ist schnell zusammengefasst: Eine Autorin und ein Autor im einmonatigen Wettbewerb, wer von ihnen die Biographie der Nachfahrin einer einflussreichen Mediendynastie schreiben darf. Neben dem Interesse am Job haben die beiden auch irgendwann Interesse aneinander.
So kurz wie die Beschreibung ist auch das anfängliche Knistern zwischen den beiden. Meine Hoffnung, dass sie als Rivalen zunächst voneinander lassen und es dadurch spannender wird, zerschlug sich, als die beiden wirklich nach kurzer Zeit schon spitz wie Lumpi am liebsten übereinander her gefallen wären. Spannung weg. Stattdessen erzählen sie sich gegenseitig ihre Familienprobleme, welche sie noch aufarbeiten sollten, gähn. Das, was die Auftraggeberin erzählt, zieht sich auch stark in die Länge, da sie bei ihrem x-ten Vorfahr beginnt, bis sie zu ihrem Ehemann kommt, der als berühmter Sänger bei einem Unfall viel zu früh starb. Diverse Male wirkte es so, dass andere sie rein über diesen Typen definieren, weil es wie ein anfixiertes Ziel dargestellt wird. Das war jetzt auch nicht so spannend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte, eher im Gegenteil. Zum Schluss wartet die Dame mit einer Überraschung auf, die doch sehr an den Haaren herbeigezogen ist. Und was ich auch nicht mag ist, wenn die Handlung zum Ende über Monate ausfaded mit dem Ziel, da noch ein Happy Ever After dranzuhängen. Von der überzogenen Dauer-lockerflockig-fröhlichkeit der Autorin ganz zu schweigen. Generell blieben die Charaktere hier größtenteils zweidimensional
Wer auf ein langatmiges Sammelsurium an Familienproblemen steht mit ein wenig Bettgeschichten könnte das Buch mögen, ich fand des langweilig.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Ein Kronanwalt ermittelt in den eigenen Reihen

Der Tote in der Crown Row
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Das Leben des Kronanwalts und Barristers Sir Gabriel Ward läuft in unauffälligen Bahnen im Londoner Temple Bezirk. Die Aussenwelt erlebt er nur über seine vielen Bücher, gern bei einem Glas Sherry. Dies ...

Das Leben des Kronanwalts und Barristers Sir Gabriel Ward läuft in unauffälligen Bahnen im Londoner Temple Bezirk. Die Aussenwelt erlebt er nur über seine vielen Bücher, gern bei einem Glas Sherry. Dies hätte auch weiterhin so bleiben können, nur leider liegt die Leiche des Lordoberrichters Lord Dunning vor seiner Kanzlei und Sir Gabriel Ward wird dazu verdonnert, im Temple Bezirk die Leute zu befragen, bevor die Polizei offiziell ermitteln darf. Unterstützung erhält er von einem jungen Polizisten, der begeistert ist von den neuen Untersuchungsmethoden der Spurensicherung.
Der Krimi ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Zum Einen spielt der Fall im Temple Bezirk, in dem eine eigene Gerichtsbarkeit herrscht. Dann ist Sir Gabriel zwar intelligent und fast schon ein wandelndes Lexikon, allerdings auch ein wenig soziophob und hat zunächst seine Schwierigkeiten, aus sich und dem Temple Bezirk herauszukommen. Neben dem Mord an dem Richter bearbeitet er zudem einen ganz besonderen Fall, in dem es um ein erfolgreiches Kinderbuch geht und die Frage, wer das Buch in Wahrheit geschrieben hat.
Die etwas eigene Welt im Temple Bezirk zur Zeit Londons 1901 empfand ich als sehr interessant, eine Karte im Buch hat es mir erleichtert, mir die Szenerie vorzustellen. Auch Sir Gabriel ist ein sympathischer Charakter, auf eine gewisse Art hat ihm der Fall gut getan ebenso wie der Umgang mit dem jungen Polizisten. Und sein aktueller Rechtsstreit war nicht minder spannend zu verfolgen.
Die Autorin hat einen angenehm fokussierten Schreibstil, der es mir ermöglichte, mir die Orte und Gegebenheiten ebenso gut vorzustellen wie die im Buch vorkommenden Personen. Die Handlung bietet ausreichend Spannung und die beiden Fälle ergänzen sich hervorragend. Bei Sir Gabriels nächstem Fall bin ich gern wieder dabei.

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