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Veröffentlicht am 02.07.2025

Warmherzige Geschichte zum Schmunzeln und Verlieben

Maybe this is how it starts
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Millie, einst ein gefeierter TV Star in ihrer Teenager Zeit, hat eine unheimlich romantische Seite. Als ihre Nachbarin, eine ältere Dame, die ihr sehr am Herzen lag, verstirbt, beschließt Millie, einen ...

Millie, einst ein gefeierter TV Star in ihrer Teenager Zeit, hat eine unheimlich romantische Seite. Als ihre Nachbarin, eine ältere Dame, die ihr sehr am Herzen lag, verstirbt, beschließt Millie, einen Teil der Asche der Dame, ihrer einst großen Liebe zu bringen. Kurzerhand bucht sie einen Flug, doch kaum am Flughafen angekommen, fallen aufgrund einer Computerpanne alle Flüge aus. Wie es der Zufall will, trifft sie aber auch einen Bekannten ihres Exfreundes, Hollis Hollenbeck. Dieser beschließt, seine Reise mit dem Auto zu tätigen und irgendwie schafft es Millie, dass er sie mitnimmt, denn eigentlich ist der grummelige Schrifsteller alles andere als romantisch veranlagt und Millies Grund, warum sie unbedingt verreisen soll, entlockt ihm höchstens ein müdes Lächeln. Doch auf ihrer gemeinsamen Reise erzählt Millie nicht nur von sich, sondern auch von Rose und Elsie und irgendwie versucht Hollis alles, Millies Wunsch, Elsie zu treffen, zu erfüllen.
Mit Maybe this ist how it starts hat Autorin Sarah Adler eine unheimlich warmherzige, teils witzige, teils romantische Geschichte erzählt, die zum Träumen und lächeln, aber auch ein wenig zum Nachdenken anregt.
Geschrieben ist die Geschichte locker leicht und vor allem lebt sie durch die vielen Dialoge zwischen Millie und Hollis, die bei ihrem mehr oder weniger freiwilligen, gemeinsamen Roadtrip entstehen.
Auf der einen Seite erleben wir die Geschichte in der Gegenwart, erzählt in der Ich-Perspektive aus Millies Sicht. Doch es gibt einen zweiten Part aus der Vergangenheit, der dadurch entsteht, dass Millie Hollis von der Liebe zwischen Rose und Elsie erzählt.
Es geht hier um große Gefühle, auch um den Glauben, dass die eine große, wahre Liebe existiert, an die der doch recht zynische Hollis in keinster Weise glaubt.
Der gemeinsame Roadtrip der beiden Protagonisten ist einfach lustig, denn irgendwie passiert einfach immer was unvorhergesehenes. Doch gerade die lebenslustige Millie lässt sich davon nicht beeindrucken. Ich habe beim Lesen dieses Buches so manches Mal laut lachen müssen, denn die Dialoge zwischen Millie und Hollis sind einfach nur klasse. Grumpy meets Sunshine at it's best.
Millie ist eine Romantikerin, die lebenslustig ist und aus jeder noch so schlimmen Situation versucht, das Beste herauszuholen. Mit viel Charme und Witz schafft sie es, selbst Zyniker Hollis zu entwaffnen. Dieser gibt sich zunächst als arroganter Mistkerl, der in keinster Weise an Liebe glaubt. Stattdessen hört man ihn auf den Seiten regelrecht mit den Augen rollen, wenn Millie ihre so weiche Ader zum Vorschein kommen lässt. Doch im Grunde ist Hollis genauso weichherzig wie Millie und versucht alles, damit diese ihr Ziel erreicht.
Die Geschichte von Rose und Elsie erfahren wir durch einen Erzähler in der dritten Person. Die Geschichte der beiden Frauen berührt noch einmal auf eine ganz andere Art und macht das Buch noch schöner.
Mein Fazit: Eine RomCom mit ganz viel Tiefgang, die mich laut zum Lachen gebracht hat, aber auch ein Tränchen verdrücken ließ. Wer Grumpy meets Sunshine mag, der finde das hier so intensiv erzählt, dass man einfach aus dem Schmunzeln selten herauskommt. Ich empfehle diese warmherzige Geschichte allen denen, die noch an die große wahre Liebe glauben und an alle die, die das noch lernen müssen. Definitiv ein Herzensbuch.

Veröffentlicht am 02.07.2025

Spannend und atmosphärisch

Nachtflut
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Der kleine Ort Bad Seeberg liegt direkt hinter dem Deich, doch als vor einer Sturmflut gewarnt wird, werden die Bewohner gebeten, ihre Häuser zu verlassen, da der Damm brechen könnte. Auch Elisa, die seit ...

Der kleine Ort Bad Seeberg liegt direkt hinter dem Deich, doch als vor einer Sturmflut gewarnt wird, werden die Bewohner gebeten, ihre Häuser zu verlassen, da der Damm brechen könnte. Auch Elisa, die seit dem Tod ihrer Schwester unter Angststörungen leidet, lebt hier. Als sie den Ort verlassen will, muss sie feststellen, dass ein umgestürzter Baum sie an der Flucht hindert. Gemeinsam mit ihren Nachbarn, die den Ort auch nicht verlassen haben, verweilt sie in deren Haus. Doch dabei muss Elisa feststellen, dass ihre Nachbarn wohl etwas zu verbergen haben. Als dann noch ein Stromausfall dazu führt, dass die Insassen einer nahen JVA fliehen können, spitzt sich die Situation zu, denn ihr Ziel ist Elisa.
Das Cover springt einen förmlich an und macht neugierig auf den Klappentext und auch der verlockte zum Lesen des Buches.
Dank eines leichten und flüssigen Schreibstils gelingt der Einstieg mühelos. Stine Westerkamp erzählt so bildlich, dass man die Bedrohung der nahenden Sturmflut regelrecht am eigenen Leib spüren kann.
Die Perspektiven innerhalb der Geschichte wechseln sich ab und immer wieder tauchen geheimnisvolle Tagebucheinträge auf, die man als Leser zunächst nicht zuordnen kann und über die man auch tatsächlich erst am Ende mehr erfährt.
Die Storyline ist insgesamt sehr spannend gehalten, allein durch die wechselnden Perspektiven kommt Tempo auf und man möchte wissen, wie es weitergeht. Es gibt ein paar leicht vorhersehbare Plottwists, aber auch Überraschungen. Insgesamt ist die Handlung spannend und absolut atmosphärisch.
Schwierig war für mich Protagonistin Elisa, mit der ich einfach nicht richtig warm wurde. Elisa ist seit dem Tod ihrer Schwester abhängig von Tabletten. Eigentlich hat sie Todessehnsucht, doch als die Lage bedrohlich wird, wächst ihr Überlebenswille. Klingt eigentlich gut, aber sie war irgendwie so auf sich bezogen, dass ich sie einfach nicht mochte.
Aber auch die Nebencharaktere sind sehr spannend gezeichnet und bieten eine Menge Abwechslung. Sei es Elisas Exmann Max, ihr Schwager Paul, der wegen Totschlags an Elisas Schwester eigentlich im Gefängnis saß oder die geheimnisvollen Nachbarn. Sie alle tragen dazu bei, dass die Spannung konstant bleibt.
Mein Fazit: Mit Nachtflut ist Autorin Stine Westerkamp ein unheimlich spannender und abwechslungsreicher Psychothriller gelungen, der gerade auch durch seine Protagonistin für einige Überraschungen sorgt. Neben der Bedrohung durch die Sturmflut ist auch sonst die Atmosphäre sehr düster. Wer spannende Unterhaltung sucht, ist hier gut aufgehoben.

Veröffentlicht am 27.06.2025

Verwirrend und langweilig

The Deer and the Dragon
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Schon in ihrer Kindheit hatte Marlow massive psychische Probleme, denn sie kann für andere unsichtbare Dämonen sehen. Die strenggläubige Mutter versucht all das auch Marlow austreiben zu lassen, was ihr ...

Schon in ihrer Kindheit hatte Marlow massive psychische Probleme, denn sie kann für andere unsichtbare Dämonen sehen. Die strenggläubige Mutter versucht all das auch Marlow austreiben zu lassen, was ihr noch mehr zusetze. Heute ist sie eine erfolgreiche Schriftstellerin, doch ihre Dämonen sieht sie noch immer, doch trotz aller Widersprüche muss sie einsehen, dass sie wirklich Engel und Dämonen sehen kann, als eine Fae ihr dies erklärt. Dabei war es dann auch nicht irgendein Dämon, sondern der Fürst der Hölle und plötzlich ist Marlow mitten in einem Krieg, der ausgerechnet von ihr abhängen soll.
Ich habe mich auf den ersten Blick in diesen Klappentext verliebt, die Geschichte klang so spannend und vor allem der Fantasypart machte mich neugierig.
Doch schnell kam beim Lesen die große Ernüchterung, denn der Schreibstil war furchtbar anstrengend und verworren, Schachtelsätze lassen grüßen. Wir springen zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, doch richtig ließ sich das nicht unterscheiden.
Die Geschichte ist eine Urban Fantasy Story, die in unserer Zeit und Welt spielt, so dass man Setting und Worldbuilding hier ruhigen hintenanstellen kann.
Was mir allerdings neben dem extrem anstrengenden Schreibstil noch schwer fiel, war hier überhaupt am Ball zu bleiben. Die Gedankengänge der Protagonistin waren schwierig und auf gut 200 Seiten passiert nichts, null, nada. Ich lese schnell und viel, aber hier habe ich 2 Wochen für 200 Seiten benötigt. Bis dahin hatte ich sogar Zweifel, dass es hier wirklich um Fantasy ging.
Schön wäre es gewesen, wenn mich wenigstens Marlow irgendwie berührt oder überzeugt hätte, doch auch das war einfach nichts. Marlow ist so anstrengend wie der Schreibstil. Das ihre Psyche angeknackst ist, aufgrund ihrer Vergangenheit, kein Thema, glaube ich. Doch ihre Entwicklung lief dann noch einmal mehr falsch, denn sie ist einfach nur unsympathisch und verhält sich auch anderen gegenüber unmöglich. Schade, auch damit konnte man also auch nicht bei mir punkten.
Mein Fazit: Das beste an dem Buch ist schlicht und ergreifend seine Aufmachung, denn die Gestaltung ist absolut gelungen und wunderschön. Inhaltlich ist es leider furchtbar langweilig und der Fantasypart setzt auch einfach viel zu spät ein. Neben einer verwirrenden Erzählweise gibt es auch noch ständige Wiederholungen, die es noch schwieriger machten. Sehr schade, aber absolut nicht mein Buch.

Veröffentlicht am 27.06.2025

Sehr spicy Sportsromance

Body Check
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Hayden hat sich ihren Traum erfüllt und arbeitet als Dozentin für Kunstgeschichte an der Uni in Berkeley. Als Tochter eines Besitzers einer Eishockeymannschaft war sie es gewohnt, ständig umzuziehen, aber ...

Hayden hat sich ihren Traum erfüllt und arbeitet als Dozentin für Kunstgeschichte an der Uni in Berkeley. Als Tochter eines Besitzers einer Eishockeymannschaft war sie es gewohnt, ständig umzuziehen, aber auch immer an zweiter Stelle hinter der Mannschaft zu stehen. Da sie Sicherheit und Stabilität bevorzugt, hat sie nun einen Freund, der sie zwar langweilt, aber ihr genau das bietet. Doch Hayden möchte einmal aus ihrer Rolle ausbrechen und einfach mal mit einem One Night Stand über die Stränge schlagen. Genau das tut sie dann auch und zwar mit dem Stareishockeyspieler Brody, der ausgerechnet für die Mannschaft ihres Vaters spielt, um die sich auch gerade noch ein Skandal dreht. Brody, der eigentlich ein Frauenschwarm ist und bekannt dafür ist, gerne Ladys abzuschleppen, wünscht sich insgeheim ein wenig mehr Stabilität, doch ob Hayden dazu bereit ist, ihm das wirklich zu bieten.
Schon lange standen die Bücher der Autorin Elle Kennedy auf meiner Wunschliste und Body Check klang einfach nach toller Unterhaltung für zwischendurch, die man hier auch definitiv erhält. Im Nachhinein habe ich dann erfahren, dass dieses Buch sogar eins der älteren Werke der Autorin ist, was den Unterhaltungswert keinen Abbruch gibt.
Der Schreibstil liest sich leicht und ist sehr einfach gehalten, aus dem Duo POV zwischen Hayden und Brody erleben wir die Geschichte rund um dieses Paar.
Die Handlung ist im Großen und Ganzen vorhersehbar, aber auch sehr unterhaltsam. Gerade dieses brave Mädchen gone bad und Bad Boy gone lovely ist schon wirklich zum Schmunzeln. Ich muss allerdings zugeben, dass mir die Geschichte doch insgesamt viel zu spicy war, was man auch schon deutlich auf den ersten Seite mitbekommt. Wer das aber sehr gerne liest, kommt hier auf seine Kosten. Was mir dafür umso besser gefallen hat, war das Drama rund um den Familienskandal und die Darstellung der Eishockeymannschaft, allein die Vibes zwischen den Spielern fand ich gelungen. Natürlich auch das hin und her zwischen Brody und Hayden und ob sie es schaffen, mehr aus ihrer Beziehung zu machen.
Hayden mochte ich durchaus vom ersten Moment an und auch diesen Wunsch, mal aus der Rolle der braven Tochter auszubrechen fand ich gelungen. Aber auch Brody wirkt nicht nur heiß, sondern auch sehr sympathisch. Allein zu Beginn, als er regelrecht einen Korb von Hayden kassiert, bringt ihn zum Innehalten und nachdenken.
Mein Fazit: Body Check ist eine sehr spicy Sportsromance, die man locker zwischendurch lesen kann. Gut unterhalten wird man hier allemal, auch wenn es für meinen persönlichen Geschmack ein wenig zu oft um Spice dreht. Ich kann das Buch jeden, der Sportsromance mit ganz viel horizontaler Unterhaltung mag, empfehlen.

Veröffentlicht am 27.06.2025

Anders als erwartet

Blood of Hercules
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Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr, denn es nun sind es die Götter die herrschen. In dieser Welt leben Alexis und ihr Bruder, die bei brutalen Pflegeeltern aufwachsen. Als diese getötet bzw ...

Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr, denn es nun sind es die Götter die herrschen. In dieser Welt leben Alexis und ihr Bruder, die bei brutalen Pflegeeltern aufwachsen. Als diese getötet bzw verhaftet werden, sind die Geschwister obdachlos, lediglich ein paar Kartons dienen ihnen zum Schutz. Nun ist Alexis 19 Jahre alt, fasziniert von Mathematik und Gauß und beendet endlich die Schule. Doch bei der Prüfung kommt heraus, dass sie von einem der Götter abstammt. Sie muss am großen Massaker teilnehmen. Wenn sie dies überlebt, muss sie an der spartanischen Kriegsakademie ausgebildet werden. Zum Glück kommt ihr dabei ihre für andere unsichtbare Schlange Nyx zur Hilfe. Ihr gelingt die Aufnahme an der Akademie und ausgerechnet das grausame Crimson Duo Achilles und Patro werden ihre Tutoren.

Das Wort Hercules sprang mich förmlich an und das Cover, die gesamte Gestaltung und auch der Klappentext sprachen mich unheimlich an.

Der Einstieg war gleich grausam und brutal und an den Schreibstil, der all das eher nüchtern erzählt, musste ich mich erst gewöhnen. Gefallen hat mir aber der Sarkasmus, der hier durch Gedanken der Protagonistin zum Schmunzeln brachte.

Gleich vorweg, wer hier griechische Mythologie erwartet, ist so ziemlich auf dem Holzweg, denn es sind in erster Linie die Namen der Mythologie, die zum Tragen kommen. Altgriechisch wird gegen Latein getauscht und auch sonst ist hier nichts wie erwartet.

Das Worldbuilding ist nur angedeutet, die Welt ist brutal und grausam, die an der Akademie steht dieser in nichts nach. Also in der Menschenwelt eher dystopisch, an der Akademie einfach nur wenig vorhanden.

Die Handlung beginnt schon äußerst grausam, doch schnell kommt die Prüfung und das noch schrecklichsten Massaker zur Aufnahme an die Akademie beginnt. Hier fand ich es schon merkwürdig, wozu das gut sein sollte, denn angeblich haben Götter nur wenige Nachkommen und diese opfern sie, für mich ziemlich grundlos. Die Zeit an der Akademie ist geprägt vom Rennen bis zur Erschöpfung und weiteren Prüfungen, die auch nicht alle überlebten. Ansonsten zog sich das ganze ein wenig.

Protagonistin und Ich-Erzählerin Alexis hat mir richtig gut gefallen, wie bereits erwähnt, triefen ihre Gedanken nur so vor Sarkasmus und auch die Dialoge mit der Schlange Nyx waren großartig. Diese Momente haben mich bestens unterhalten und sorgten für Auflockerung.

Auch von den diversen Männern, die für mich alle einfach nur toxisch waren, gibt es kleinere Kapitel mit ihren Gedanken. Hier muss ich betonen, dass Why choose und Reverse Harem als Trope angegeben waren, was mir wohl entgangen ist, denn allein das hätte mich vom Lesen abgehalten. Ich konnte zu keinem der Männer irgendetwas empfinden und auch die Tension fehlte mir irgendwie.

Mein Fazit: Ich hatte durch die vielen positiven Stimmen sehr große Erwartungen an das Buch. Spannende Charaktere und unterhaltsame Prüfungen an der Akademie und ein paar spannende Nebencharaktere waren meine Hoffnung. Doch leider waren es lediglich Alexis und ihre Schlange Nyx, die ich mochte und die mich bei der Stange gehalten haben. Das Worldbuilding war mir zu wenig vorhanden und die Männer einfach eine Schar an muskelbepackter, toxischer Männlichkeit. Das Buch hatte ein paar gute Plottwists, aber insgesamt war es leider nicht meine Geschichte.