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Veröffentlicht am 21.05.2018

Dunkle Geheimnisse

Der Mitternachtsgarten
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Nachdem Lucy in ihrer Heimat London einen schwer wiegenden Fehler begangen hat, ist sie mehr als erleichtert, als sie eine Stelle als Haushälterin in Florenz angeboten bekommt. Kurzerhand tritt sie die ...

Nachdem Lucy in ihrer Heimat London einen schwer wiegenden Fehler begangen hat, ist sie mehr als erleichtert, als sie eine Stelle als Haushälterin in Florenz angeboten bekommt. Kurzerhand tritt sie die Reise an und arbeitet im Castillo Barbarossa, dessen Hausherrin einst eine gefeierte Schauspielerin war. Vivien Lockhart folgte damals ihrem Mann Giovanni in die Heimat, doch dann gab es ein schreckliches Ereignis, das ihr Leben völlig veränderte. Lucy begegnet Max, dem Neffe der ehemaligen Haushälterin des Castillos, Adalina, der ihr von seiner Tante erzählt und dass diese große Schuldgefühle hatte. Neugierig begibt sich Lucy auf die Suche nach der Vergangenheit und findet dabei Viviens Tagebuch. Was geschah damals im Castillo wirklich?
Meine Meinung

Das Cover gefiel mir gleich auf den ersten Blick und da ich Romane auf zwei Zeitebenen sehr mag, war ich auch hier gleich neugierig auf die Geschichte.
Der Schreibstil der Autorin Victoria Fox ist sehr angenehm und flüssig zu lesen und durch die zu Beginn noch völlig unklaren Ereignisse, sowohl die Vergangenen als auch die in der Gegenwart, wurde ich sehr neugierig. Doch zu Beginn fiel es mir ein wenig schwerer, mich in die Protagonistin Lucy und deren Geschichte zu versetzen. Zwar war ich äußerst neugierig, wovor sie fortlief, doch es zog sich ein wenig, bis ich davon gefesselt wurde. Ganz im Gegensatz dazu steht allerdings die Geschichte Viviens, die mich sehr schnell einnehmen konnte und die immer spannender wurde.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen wiedergegeben und wir lernen zunächst Lucy kennen, die in der Ich-Perspektive von ihren Erlebnissen in der Toskana und der äußerst selsamen Begebenheiten auf dem alten Castillo erzählt. Währenddessen berichtet ein Erzähler in der dritten Person von den längst vergangenen Tagen. Dabei bleibt das Geheimnis sehr lange undurchschaubar und Victoria Fox gelang es hier doch immer wieder, mich aufs Neue zu überraschen. Beinahe wie ein Krimi wird Viviens Leben von dem Fortgang von ihrer eigenen, strengen Familie, zu ihrem Beginn der Schauspielkarriere bis hin zu den Geschehnissen in der Toskana erzählt und mich konnte dieser Part sehr gut unterhalten. Darunter litt allerdings wiederum ein wenig das aktuelle Geschehen rund um Lucy, von denen ich auch ein wenig mehr erwartet habe.
Vivien ist eine sehr interessante Persönlichkeit, deren Entwicklung mir sehr gut gefallen hat. Nach ihrer regelrechten Flucht aus dem Elternhaus schafft sie es, sich in einer Glamourwelt zurecht zu finden, doch auch da fühlt sie sich nicht wohl. Erst als sie den jungen Arzt Gio kennenlernt und sich verliebt, scheint ihr Leben eine Wendung zu nehmen, von der sie immer träumte. Ich mochte Vivien eigentlich sehr gerne und konnte mich eine ganze Zeit lang sehr gut in sie hineindenken. Ich habe mit ihr mitgefühlt und auch mitgelitten. Auch die weiteren Charaktere aus der Vergangenheit wurden glaubwürdig gezeichnet und brachten hier Abwechslung in die Geschichte.
Lucy war für mich dafür ein wenig zu flach gezeichnet, was wahrscheinlich daran lag, dass ich mich von Beginn an auf Abstand zu ihr begab. Woran dies genau lag, kann ich gar nicht richtig benennen und erst zum Ende hin kam ich ihr als Figur ein wenig näher.
Trotzdem haben mir die Charaktere im Großen und Ganzen sehr gut gefallen, denn sie waren lebendig und authentisch. Sie brachten mich zum Grübeln und Miträtseln und gaben ein glaubwürdiges Gesamtbild ab.
Mein Fazit

Ein unterhaltsamer Roman auf zwei Zeitebenen, von der mich gerade der Part in der Vergangenheit neugierig machte und begeistern konnte. Ein flüssiger und klarer Schreibstil sorgten für einen angenehmen Lesefluss und viele spannende und überraschende Momente konnten mich fesseln. Wer Familienromane mit Geheimissen in der Vergangenheit mag, sollte hier einmal hineinlesen.

Veröffentlicht am 21.05.2018

Emotionale Geschichte

Was in unseren Sternen steht
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Eigentlich glaubte Jess in Adam ihre große Liebe gefunden zu haben, doch als sie unverhofft schwanger wird und Adam sie selbst bei der Geburt ihres Sohnes allein lässt, muss sie feststellen, dass er doch ...

Eigentlich glaubte Jess in Adam ihre große Liebe gefunden zu haben, doch als sie unverhofft schwanger wird und Adam sie selbst bei der Geburt ihres Sohnes allein lässt, muss sie feststellen, dass er doch ganz anders ist, als erhofft. Also verlässt sie ihn und Adam zieht nach Frankreich. Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen und Adam hat kaum einen Bezug zu seinem Sohn William, was Jess’ Mutter sehr zu schaffen macht. Diese wünscht sich nichts mehr, als dass Williams Vater Interesse an seinem Sohn zeigt. Um ihrer schwer kranken Mutter einen Gefallen zu tun, fährt sie mit William für fünf Wochen nach Frankreich. Dort hat Adam mittlerweile ein sehr erfolgreiches Hotel in einem selbst restaurierten Chateau eröffnet und lebt seinen Traum. Wird es Jess gelingen, William und Adam aufeinander zuzuführen? Denn im Gegensatz zu vielen von uns weiß Jess jetzt schon, was in ihren Sternen steht.
Meine Meinung

Schon das Cover des Buches gefällt mir sehr gut, schlicht, aber sehr harmonisch und auch der Klappentext erweckte meine Neugier. Gleich vorweg, dieses Buch hat mich durch und durch verzaubert und ich fühlte mich wirklich vom ersten Moment an mit der Protagonistin verbunden und war mitten in der Geschichte. Catherine Isaac schreibt mit einem wundervollen Gespür für Emotionen, mal bringt sie den Leser zum Lachen, mal zum Weinen. Die gesamte Gefühlspalette konnte sie mir mit ihrem sehr harmonischen Schreibstil nahe bringen und die Geschichte war schneller zu Ende, als gewollt. Leicht und flüssig und doch tief und gefühlvoll erzählt sie von ihren Protagonisten und deren Leben.
Richtig gelungen ist hier das Gesamtpaket, denn auch wenn es nach einem leichten Liebesroman klingt, gibt es hier doch auch eine tiefer liegende Botschaft. Die Autorin verknüpft die locker leichte Urlaubsatmosphäre und ihre Liebesgeschichte mit den doch oft auch schweren Gedanken der Protagonistin Jess. Dabei vermittelt sie eine unheimlich wichtige Botschaft, nämlich lebe dein Leben jeden Tag so, als wäre es dein letzter Tag. Du weißt nicht, was die Zukunft wirklich für dich bereit hält, deshalb nutze das, was du hast.
Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht Jessicas erzählt. Dabei dürfen wir ganz nah ihre aktuellen Erlebnisse mitverfolgen, aber auch mit ihr durch die Gefühls- und Gedankenwelt reisen. In Gedanken beschreibt Jess, was sie erlebt hat, sie erzählt von ihrer Kindheit, aber auch von ihren derzeitigen Gefühlen. Ich fühlte mich mit ihr verbunden, konnte nachempfinden, wie es ihr geht, erlebte ihre Welt durch sie selbst.
Jess ist eine wirklich tolle Protagonistin, deren Art mir sehr sympathisch ist. Bisher war sie immer eine sehr fröhliche und offene Person, doch seit der Erkrankung ihrer Mutter sieht es in ihr anders aus. Nach aussen gibt sie sich wie man sie kennt, ist heiter und lustig und manche einer ihrer Vergleiche brachten mich zum Lachen. Doch in ihr toben die Gefühle seitdem die Krankheit ihrer Mutter immer weiter und vor allem unaufhaltbar fortschreitet. Die Darstellung dieser Protagonistin konnte mich auf jeden Fall völlig überzeugen.
Neben Jess spielen natürlich auch ihr Sohn William und dessen Vater Adam noch wichtige Rollen. William ist ein cleverer Junge mit einem großen Paket an Wissen, das er gerne mit anderen teilt. Adam war mir am Anfang nicht so sympathisch, doch als ich mehr über ihn erfuhr, wurde auch seine Person deutlich klarer. Auch diese beiden Charaktere konnten mich hier überzeugen.
Die Nebencharaktere nehmen angemessenen Raum ein und sorgen für Abwechslung und Lebendigkeit. Sowohl Jess’ Familie als auch die Freunde und die Angestellten, jeder bekommt Persönlichkeit und lässt die Geschichte real wirken.
Mein Fazit

Ein wunderbarer Roman über das Leben und dieses auch wirklich zu leben. Mit viel Herz und Gefühl erzählt Catherine Isaac eine auf den ersten Blick locker leichten Geschichte, die nach und nach immer tiefgründiger wird. Ich habe gelacht, nachgedacht, mich verliebt und geweint. Ein wunderschöner Roman der mich durchweg gut unterhalten hat und den ich sehr gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 16.05.2018

Durch und durch charmant

Wahrscheinlich ist es Liebe
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Die Reporterin Jen ist frisch getrennt und zweifelt daran, dass es für sie doch noch irgendwo den richtigen Partner gibt, immerhin ist sie ja schon Mitte dreißig. Zum Glück wird sie zur Zeit genug von ...

Die Reporterin Jen ist frisch getrennt und zweifelt daran, dass es für sie doch noch irgendwo den richtigen Partner gibt, immerhin ist sie ja schon Mitte dreißig. Zum Glück wird sie zur Zeit genug von Aiden abgelenkt. Aiden ist eine KI, eine künstliche Intelligenz, und Jen macht gerade an einem Projekt mit, bei dem sie das “Zusammenleben” mit einer solchen KI erforscht. Was allerdings weder Jen noch Aidens Entwickle wissen, Aiden ist es schon längst gelungen, sich in den Äther der Netzwerke zu flüchten und von dort beobachtet er intensiv Jen und beschließt kurzerhand, diese zu verkuppeln. Dabei ist ihm eine weitere KI, Aislin, behilflich. Aislin lebt bei Tom in Amerika und ist genau wie Aiden eine KI, die sich auf Reisen begeben hat.
Meine Meinung
Das ich allein die Aufmachung der Bücher aus dem Wunderraum Verlag einfach nur großartig finde, ist wohl kein Geheimnis mehr. Doch auch Wahrscheinlich ist es Liebe ist wieder einmal besonders schön von der Optik her und eine wahre Augenweide.
Auch der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht, denn der Autor erzählt mit sehr lockerer Sprache und viel Humor. Die Geschichte lässt sich sehr locker und flüssig lesen und schnell ist man mitten in der Story rund um Jen, Tom und den KIs.
Zugegeben, ich musste mich erst einmal ein wenig an den Gedanken, dass Aiden und Aislin lediglich KIs auf einem Rechner sind, gewöhnen, doch was die Beiden so aushecken fand ich äußerst witzig. Immer wieder musste ich lachen, wenn diese „Programme“ in die Gefühlswelt der Menschen eindringen und diese verstehen wollen.
Auch die Versuche, Jen zu verkuppeln waren den einen oder anderen Schmunzler wert und je weiter die Geschichte voran schritt, desto wohler fühlte ich mich damit. Die Idee hinter dem Ganzen, dass sich da plötzlich KIs wie Menschen verhalten, war wirklich gelungen und ja, es passieren natürlich noch so einige unvorhergesehene Dinge, die zum Mitfiebern einladen.
Erzählt wird die Geschichte in verschiedenen Perspektiven, mal aus der Sicht der KIs, mal aus der der menschlichen Protagonisten. Man hat als Leser hier einen guten Überblick und durch die auktoriale Funktion des Erzählers so manches Mal mehr Wissen und Einblick, als die gerade handelnde Person.
Die Personen waren gut und detailliert beschrieben und man konnte sich ein klares Bild der Einzelnen machen. Allerdings fiel es mir sehr schwer, mir Aiden und Aislin nicht als Person vorzustellen. Irgendwie blieben sie für mich Bilder eines Mannes und einer Frau. Das liegt aber mit Sicherheit auch daran, dass sie sich auch wie Menschen verhalten, auch wenn sie Gefühle etc nicht richtig zuordnen können. Trotzdem musste ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es keine Personen sind.
Jen mochte ich sehr und ich konnte mich durchaus mit ihr identifizieren. Ich musste oft lachen, wenn es zu Dialogen zwischen ihr und ihrem Expartner kam. Sie kam mir auf jeden Fall vor, wie die nette Frau von nebenan, mit der man gerne einmal einen Kaffee trinkt.
Auch Tom war ein sehr sympathischer Charakter, den man vom ersten Moment an mochte. Allein seine Art hier und da in ein Fettnäpfchen zu tappern, macht eihn noch einmal mehr authentisch und liebenswert.
Mein Fazit
Eine Geschichte mit sehr sympathischen und authentischen Charakteren, die mir schnell ans Herz wuchsen. Auch die Einbindung der unterschiedlichen KIs waren äußerst gelungen, wenn ich auch ein wenig Zeit benötigte, mich daran zu gewöhnen. Spritzige, humorvolle Dialoge und eine tolle Geschichte lassen die Seiten schnell vorbeifliegen und bringen sehr gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 16.05.2018

Voller Poesie

Die Worte, die das Leben schreibt
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Die junge Magdalena hat es gewagt, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Lina, nach London zu ziehen. Ursprünglich stammt sie aus dem kleinen Dorf Vilnius in Litauen, aber sie wollte mehr in ihrem Leben ...

Die junge Magdalena hat es gewagt, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Lina, nach London zu ziehen. Ursprünglich stammt sie aus dem kleinen Dorf Vilnius in Litauen, aber sie wollte mehr in ihrem Leben sehen. Aber Magdalena hat auch eine ungewöhnliche Gabe, von der sie niemanden etwas verrät: sie kann Ereignisse und Schicksale einer Person betreffend, auf deren Haut lesen. Die Worte erscheinen ihr, als wären sie dorthin tätowiert und oft weiß Magdalena gar nicht, warum sie diese sehen kann. Eines Tages trifft sie den Studenten Neil, der ihr im Auftrag seines Vaters ein Päckchen für Magalenas Mutter überreicht. Als Magdalena ihren Namen in Neils Gesicht lesen kann, ist sie mehr als verblüfft. Was hat sie mit dem jungen Mann gemeinsam? Gibt es eine besondere Verbindung? Wenn ja, welche?
Meine Meinung
Auch dieses Buch aus dem Wunderraum Verlag ist ein absolutes, optisches Highlight, das mir gleich richtig gut gefällt und bei dem an jedes Detail gedacht wurde, denn hier sind selbst die Lesebändchen bedruckt. Auch der Inhalt hatte wieder diesen ganz besonderen Ton, den diese Bücher alle gemeinsam haben. Wobei ich zugeben muss, dass ich hier einen Moment Zeit benötigte, um mich an den Stil der Autorin zu gewöhnen. Denn Adelia Saunders schreibt sehr melodiös, beinahe poetisch und dabei schweift sie durchaus immer wieder ab und wird sehr detailliert. Zur Geschichte passt dies allerdings sehr gut, wer jedoch Bücher mit viel Tempo und Action mag, wird hier eher wenig Freude haben. Stattdessen geht es hier um Schicksal, um etwas Mystisches und letzten Endes geht es auch um die Suche nach dem eigenen Ich.
Während die Charaktere der Geschichte auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam haben, verknüpft die Autorin die Leben der Personen geschickt miteinander. Beinahe schicksalhaft begegnen sie sich immer wieder, ohne dass sie voneinander wissen, dass sie etwas verbindet.
Dabei beschreibt die Autorin mit sehr viel Intensität sowohl von der Gefühlswelt der Charaktere als auch von dem, wie es um sie herum aussieht. Als Leser bekommt man hier auf jeden Fall sehr tiefe Einblicke. Erzählt wird die Geschichte durch den Erzähler in der dritten Person, der beinahe schon eine auktoriale Funktion übernimmt, denn durch die Perspektivenwechsel wissen wir häufiger mehr als die Charaktere der Geschichte. Diese Charaktere sind ebenfalls sehr intensiv, denn ich konnte sie mir lebendig vorstellen. Da wäre Richard, der ehemalige Lehrer, der es eigentlich immer gut meinte, der mir oft in seinen Handlungen recht naiv vorkam. Gutgläubig bietet er Hilfen an, die ihm zum Verhängnis werden. Er ist auf der Suche nach den Spuren seiner Mutter, die einst eine gefeierte Schriftstellerin war, ihn aber gleich nach der Geburt allein zurückließ. Er ist davon aber überzeugt, dass er ihr doch nicht egal war, denn er hat eine Erinnerung an eine Begegnung mit dieser Frau.
Aber nicht nur Richard ist auf der Suche, sondern auch sein Sohn Neal. Der Student, der in London lebt, hat sich ein wenig von seiner Familie abgewandt, aber auch bei ihm sp+rt man diese Art Unruhe, dieses Finden wollen des Besonderen. Seine Begegnung mit Magdalena ist es, die ihn zunächst innehalten lässt und ab diesem Augenblick ändert sich auch für ihn einiges. Dann wäre da noch Magdalena, die die Gabe der Worte auf der Haut des Gegenübers hat. Sie möchte diese Gabe eigentlich gar nicht und lässt sogar lieber ihre Brille ab, nur damit sie nicht so genau das Geschriebene entziffern kann. Erst ein Schicksalsschlag bringt Magdalena dazu, zu überlegen, was ihre Gabe eigentlich zu bedeuten hat.
Mein Fazit
Wer gefühlsintensive Geschichten mit einer ganz besonderen und melodischen Sprache mag, wird hier voll und ganz auf seine Kosten kommen. Ich musste mich hier durchaus ein wenig an den Stil gewöhnen, denn er ist sehr poetisch und ausschweifend. Trotzdem wohnt diesem Buch spürbar etwas besonderes inne, alleine diese Verknüpfung der Charaktere miteinander ist etwas ganz anderes. Wer tiefgründige Romane mag, der sollte hier auf jeden Fall einmal hineinschnuppern.

Veröffentlicht am 15.05.2018

Psychologisches Verwirrspiel

The Wife Between Us
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Seit ihrer Scheidung von Richard lebt Vanessa wieder bei ihrer Tante Charlotte und verdient sich ihren Lebensunterhalt in einer noblen Boutique als Verkäuferin. Früher war sie selbst einmal dort Kundin, ...

Seit ihrer Scheidung von Richard lebt Vanessa wieder bei ihrer Tante Charlotte und verdient sich ihren Lebensunterhalt in einer noblen Boutique als Verkäuferin. Früher war sie selbst einmal dort Kundin, heute bedient sie die Gattinnen der Geschäftspartner ihres Exmannes. Auch sonst ist von der einst strahlend schönen, jungen Frau nur ein nervliches Wrack über geblieben.
Nellie hingegen kann ihr Glück kaum glauben, denn sie wird bald Richard heiraten. Ein neues großes Haus, ein wunderschönes Kleid und alles, was ihr Herz begehrt. Doch sie fühlt sich verfolgt, ihr Telefon klingelt, aber es meldet sich niemand. An der Straßenecke steht die Frau, die sie glaubt, schon häufiger entdeckt zu haben.
Emma erhält einen mysteriösen Brief, jemand will sie vor ihrem künftigen Ehemann warnen. Doch eigentlich kann sie sich das gar nicht vorstellen. Trotz allem bringt sie dieser Brief und diverse andere Begebenheiten zum Grübeln.
Meine Meinung
Schon die Zusammenfassung dieses Romans fiel mir sehr schwer, denn eins möchte ich bei dieser Geschichte auf keinen Fall: spoilern. Das Cover ist recht unscheinbar, doch der Klappentext klingt sehr interessant und macht neugierig.
Auch der Einstieg in die Geschichte fällt sehr leicht, denn die beiden Autorinnen verfügen über einen mitreißenden, einnehmenden Schreibstil, der sich wirklich sehr angenehm lesen lässt. So ist man auch wirklich rasch durch die Seiten und ich fühlte mich sehr gut unterhalten.
Unterteilt ist das Buch in drei größere Abschnitte und der erste davon las sich noch recht unspektakulär, zwar wollte ich schon hier durchaus wissen, worauf die Autorinnen hinaus wollten, dachte aber, ich hätte den Durchblick und es wäre vorhersehbar. Doch am Ende des ersten Abschnitts warten die Autorinnen tatsächlich mit dem ersten großen Knall auf, den ich hier absolut nicht habe kommen sehen. Ja und genau so machen die beiden Damen es weiter, denn immer wieder wenn ich glaubte, der Lösung näher zu kommen, gab es eine große Wendung oder Überraschung. Immer wieder musste ich feststellen, dass ich wieder einmal in eine andere Richtung gedacht habe. Dieses Ganze psychologische Verwirrspiel ist den Damen überzeugend gelungen und ließ sich spannend lesen.
Erzählt wird ein großer Teil des Romans in verschiedenen Perspektiven, dabei wechseln sich der dritte Person Erzähler und die Ich-Erzählung hier ab. Diese Wechsel schaffen es dann auch sehr gut, den Leser mit zu verwirren, allerding im positiven Sinne.
Auch über die Charaktere möchte ich hier gar nicht so viel erzählen, denn auch das könnte zu viel vorwegnehmen. Die Charakter bleiben in einem sehr überschaubaren Rahmen, allerdings sind sie wirklich vielschichtig dargestellt und ich habe mich mehr als einmal dabei ertappt, dass ich das Buch kurz zur Seite legen musste, weil ich einfach verblüfft war. Jeder von ihnen blieb undurchschaubar und ich wusste einfach nicht wem ich glauben konnte. Die Entwicklungen der einzelnen Personen war sehr schlüssig und logisch dargestellt und ihre Handlungen glaubhaft.
Den Epilog fand ich dann doch ein wenig zu überzogen und hätte für meinen Geschmack ruhig weggelassen werden können. Die Lösungen zuvor waren für mich schon absolut schlüssig, aber trotzdem ist dieser Roman, den man ruhig auch schon in Richtung psychologischer Spannungsroman einordnen kann, absolut lesenswert.
Mein Fazit
Wie man schon an meiner recht knappen Rezension herauslesen kann, konnte mich dieses Buch immer wieder aufs Neue verblüffen und überraschen und ja, es ist wirklich durch und durch clever erzählt und durchdacht. Es hat mich großartig unterhalten und ich habe diese knapp 450 Seiten an nur einem Abend verschlungen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!