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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.12.2017

Wendungen, die schwindlig machen

Manchmal lüge ich
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Amber Reynolds liegt im Koma, doch sie hört und spürt die Menschen, die sich in ihrem Zimmer befinden. Sie hatte einen Unfall, aber sie erinnert sich an nichts davon, in Gedanken geht sie die letzten Tage ...

Amber Reynolds liegt im Koma, doch sie hört und spürt die Menschen, die sich in ihrem Zimmer befinden. Sie hatte einen Unfall, aber sie erinnert sich an nichts davon, in Gedanken geht sie die letzten Tage vor diesem Unfall durch und an etwas kann sie sich auf jeden Fall erinnern: an Ärger auf der Arbeit und an Streit mit ihrem Mann. Aber was ist die Wahrheit?
Meine Meinung
Wie man schon an meiner kurzen Inhaltsangabe merkt, möchte ich hier einfach gar nicht so viel zu dem Geschehen im Buch verraten. Ich grübel auch schon eine Weile, was ich hier überhaupt alles in dieser Rezension erzählen möchte, ohne zu viel von mir zu geben. Gar nicht so leicht!
Mit Manchmal lüge ich, ist Alice Feeney ein wirklich absolut fesselndes und mitreißendes Debüt gelungen. Sie schreibt sehr flüssig, mit einer klaren und schnörkellosen Sprache, die genau so dazu einlädt, das Buch nicht mehr wegzulegen, wie auch der Inhalt.
Dieser Inhalt hat es auch ganz schön in sich, denn wir erleben hier schnelle Zeitwechsel, die immer und immer wieder neue Wendungen aufzeigen. Ständig gibt es Überraschungen und die Geschichte dreht und wendet sich fast schon kapitelweise, so dass man teilweise gar nicht mehr weiß, wer gut oder wer böse ist, was wirklich passiert ist oder wem man noch glauben oder vertrauen soll. Es gibt einen kleineren Abschnitt, bei dem es etwas länger wird vom Inhalt her, aber ab einem Punkt konnte ich wirklich nicht mehr aufhören zu lesen, weil ich einfach wissen musste, was wirklich hier los ist.
Wir erleben die Geschichte von Amber in drei verschiedenen Zeiten, dabei erzählt sie aus der Ich-Perspektive von den Ereignissen. Allerdings habe ich auch immer wieder den Text auf dem Klappentext im Kopf, nämlich:
1. Ich liege im Koma.
2. Mein Mann liebt mich nicht mehr.
3. Manchmal lüge ich.
Das spukte während des Lesens also noch zusätzlich durch meine Gedanken und ließ mich noch einmal mehr in die Irre laufen. Die drei Zeiten sind einmal die Erinnerungen an die letzten Tage vor dem Unfall, die Alice, die im Koma liegt, durch den Kopf gehen. Die Gegenwart, aus der Alice schildert, was gerade aktuell in ihrem Krankenhauszimmer geschieht und die Kindheit, die aus Tagebuchauszügen besteht. Diese drei Zeiten sorgen hier für vollständige Verwirrung, denn bei jedem Wechsel, gingen auch meine Gedanken in eine andere Richtung und doch kommt es immer wieder ganz anders, als man denkt. Letzten Endes sag ich hier nur: lasst euch überraschen.
Die Protagonistin dieser Geschichte ist Amber, die Frau im Koma und man lernt hier ihre Geschichte kennen. Neben Amber gibt es hier eine recht überschaubare Anzahl an Nebencharakteren, die weiterhin für Verwirrungen sorgen. Ich möchte aber gerade bei den Charakteren nicht zu viel verraten, denn auch diese sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen. Oder vielleicht doch?
Mein Fazit:
Eine Geschichte, die absolut durchdacht wirkt und die immer und immer wieder für Überraschungen sorgte. Sehr spannend und fesselnd erzählt und mit einem Plot bei dem es dem Leser schwindelig wird vor lauter Grübeleien über die Wahrheit. Ein Psychothriller, der das Wort Psycho wirklich verdient hat und über den ich einfach nicht mehr verraten möchte, da es sonst zu sehr spoilert. Glasklare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 17.12.2017

Stiller, aber eindringlicher Roman

The Child
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Als bei Abrissarbeiten das Skelett eines Babys gefunden wird, wird diesem zunächst keine große Aufmerksamkeit geschenkt, denn das Skelett wurde schon vor langer Zeit dort vergraben. Lediglich eine kleine, ...

Als bei Abrissarbeiten das Skelett eines Babys gefunden wird, wird diesem zunächst keine große Aufmerksamkeit geschenkt, denn das Skelett wurde schon vor langer Zeit dort vergraben. Lediglich eine kleine, unscheinbare Nachricht in der Zeitung erzählt davon und doch löst diese Meldung bei drei Frauen etwas aus. Die Reporterin Kate hat sich fest vorgenommen, die Geschichte des Babys zu erzählen und begibt sich auf Spurensuche. Angela wurde vor vierzig Jahren ihr Baby Alice einen Tag nach der Geburt aus dem Krankenhauszimmer entführt. Hat sie Alice wiedergefunden? Und dann ist da noch Emma, die in dieser Gegend aufwuchs und seit Jahren ein furchtbares Geheimnis mit sich herumträgt.
Meine Meinung:
Das Cover des Buches macht hier sehr neugierig und auch der wenig preisgebende Klappentext tut hier das Übrige dazu. Tatsächlich ist die Story aber ganz anders erzählt, als ich gedacht habe, auch wenn der Einstieg dank eines klaren und flüssigen Schreibstils recht leicht fällt. Doch auch gerade dadurch konnte ich auch ein wenig Abstand zu dem doch erschreckenden Inhalt der Geschichte wahren, denn Fiona Barton hält hier durch die unterschiedlichen Perspektiven die Emotionen eher zurück, als dass diese den Leser überschwemmen, auch wenn die einzelnen Charaktere durchaus die zu ihnen passenden Gefühle in mir hervorrufen konnten.
Die Autorin hält die Geschichte in einem konstanten Erzähltempo, legt aber hier ganz deutlich den Fokus auf ihre Charaktere und lässt jeden Einzelnen dadurch klar und deutlich vor dem Leser erscheinen. Insgesamt erhalten wir hier vier unterschiedliche Perspektiven von vier Frauen.
Da wäre zum einen Kate, die Reporterin, die durch einen Artikel in der konkurrierenden Zeitung auf den Fund der Babyleiche aufmerksam wird. Doch da das Skelett schon seit ewigen Zeiten dort zu liegen scheint, scheint es auch niemanden so tief zu berühren. Niemanden bis auf Kate, die mit ihren Nachforschungen beginnt und tatsächlich auf eine Story aus längst vergangenen Tagen stösst. Dann hätten wir Angela, deren Baby vor vielen Jahren aus dem Krankenhauszimmer entführt wurde und von dem bis heute jede Spur fehlt. In ihr erwachen neue Hoffnungen auf Klarheit. Emma wuchs in der Gegend auf, in der das Skelett gefunden wurde. Heute arbeitet sie als Lektorin und ist mit ihrem Uniprofessor verheiratet, doch damals war alles anders und sie leidet nach wie vor unter Angststörungen. Die letzte der vier Frauen ist Jude, Emmas Mutter und eine Person, die nur an sich denkt. Aus diesen vier Perspektiven kann der Leser das Geschehen verfolgen. Während Emmas Part in der Ich-Form erzählt wird, berichtet ein Erzähler in der dritten Person von den anderen Dreien.
Die Geschichte an für sich ist eher ruhig, dafür aber sehr eindringlich erzählt. Sehr detailliert bekommt man hier die einzelnen Charaktere und deren Erlebnisse geschildert. Direkt langatmig fand ich es nicht, weil durchaus immer etwas geschieht, doch wer viel Action mag, ist hier nicht unbedingt richtig. Dabei legt Fiona Barton durchaus immer wieder "falsche Fährten", gibt Raum zum Miträtseln und bringt immer wieder Überraschungen mit ins Geschehen und auch durch die kurzen Kapitel mit wechselnden Perspektiven sorgt sie für ein gewisses Tempo, zu dass man hier durchaus in den Sog der Story gerät. Aber dieser Sog geht eindeutig durch die Charaktere hervor und das, was da wirklich Geschehen ist.
Die Charaktere sind wirklich intensiv beschrieben und doch hatte ich einen gewissen Abstand. Wobei ich durchaus für die einzelnen Personen auch die passenden Emotionen spüren konnte. So hatte ich Mitgefühl mit Angela, Mitleid mit Emma, war neugierig mit Kate und Jude rief starke Abneigung hervor. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und glaubwürdig und lassen den Leser über das Erzählte intensiv nachdenken.
Mein Fazit:
Eine Geschichte, deren Inhalt mich berühren und mit dem mich die Autorin sehr gut fesseln konnte. Die unterschiedlichen Charaktere und deren Entwicklungen waren sehr gut dargestellt und wirkten glaubwürdig. Mit dem Plot konnte die Autorin mich stellenweise überraschen, auch wenn ich bei einer Sache recht früh das richtige Gespür hatte. Alles in allem aber ein sehr intensiver Roman, eher schon ein Drama, mit vielen Wendungen und Überraschungen für den Leser, einzig die teilweise sehr detailliert beschriebenen Ereignisse ließen es hier und da etwas langatmig, aber nicht langweilig wirken. Lesenswert!

Veröffentlicht am 13.12.2017

Wunderbar geschrieben und doch bin ich nicht ganz überzeugt

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
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Aza Holmes ist sechzehn Jahre alt und könnte eigentlich ein ganz normaler Teenager sein, auch wenn ihre Mutter Mathelehrerin an ihrer Highschool ist. Doch in Aza toben eine Menge Sorgen und Probleme, sei ...

Aza Holmes ist sechzehn Jahre alt und könnte eigentlich ein ganz normaler Teenager sein, auch wenn ihre Mutter Mathelehrerin an ihrer Highschool ist. Doch in Aza toben eine Menge Sorgen und Probleme, sei es die Angst vor c-difficile oder sonstige Bakterien und überhaupt davor, ob sie eigentlich wirklich existiert. Doch dann geschieht etwas in ihrem Leben, denn ihr Nachbar, ein steinreicher Milliardär namens Pickett, verschwindet bei Nacht und Nebel und eine Belohnung wird für Hinweise über seinen Aufenthalt versprochen. So lässt sich Aza von ihrer besten Freundin Daisy überreden, auf die Suche zu gehen. och diese Suche verlangt Aza einiges ab, denn sie muss mehr als einmal über den eigenen Schatten springen.
Meine Meinung:
Spätestens seit das Schicksal ist ein mieser Verräter zählt John Green zu den bekanntesten Autoren im Jugendbuchbereich, was wohl auch mit daran liegt, dass es kaum einem anderen gelingt, mit so viel Ernsthaftigkeit über komplizierte Jugendthemen zu schreiben. Und ja, schreiben kann John Green, auch wenn ich hier durchaus gestehen muss, dass ich mich zu Beginn eher schwer tat, in diese Geschichte zu finden. Das liegt allerdings nicht unbeding am Schreibstil, auch wenn John Green durchaus eher anspruchsvoller schreibt, so ist es doch sehr einnehmend. Er brachte mich auch immer wieder zum innehalten und nachdenken, gerade mit bestimmten Zeilen und Bildern, mit denen er zu seinen Lesern spricht und doch hatte ich so meine Probleme mit seiner Protagonistin. Eventuell habe ich dieses Buch auch zu einem für mich sehr persönlich schlechten Zeitpunkt gelesen.
Das Buch versprach eine Suche nach dem Milliardär Pickett und ja natürlich auch die Reise der jungen Aza auf dem Weg, sich selbst zu finden. Doch zu Beginn dauert es ein wenig, bis ich mich an Azas "fiese Gedanken" gewöhnt hatte. Auch hatte ich hier lange Zeit immer wieder das Gefühl, dass die Handlung stagnierte. Das passt durchaus zu Azas Gefühls- und Gedankenwelt und auch zu ihrem gesamten Auftreten, doch ich fand es hier sehr anstrengend, am Ball zu bleiben. Green schafft es ohne Frage, dass man sich vorstellen kann, was in ihr vorgeht und regt auch immer wieder zum Nachdenken an, aber ich konnte hier nicht den tiefen Bezug zu Aza herstellen, wie z. B. damals zu Hazel. Auch sonst behielt ich hier eher Abstand zur Geschichte, als das ich tief versank.
Erzählt wird die Geschichte von der Protagonistin Aza in der Ich-Perspektive. Gerade diese Perspektive bringt eigentlich ein Gefühl von Nähe zum Charakter, doch mir blieb sie eher fern.
Die sechzehnjährige Aza ist also hier die Protagonistin und diese ist auf den ersten Blick zwar ein normaler Teenager, doch schon gleich zu Beginn lässt der Autor dem Leser die ersten Einblicke in Azas Gedankenwelt. Diese ist alles andere als normal, beginnend mit Phobien vor Bakterien bis hin zu Zwangshandlungen, die sie immer und immer wieder ausführt, dabei führt sie ein recht normales Leben, zwar ohne ihren Vater, der schon sehr früh in Azas Kindheit verstarb, doch im Großen und Ganzen ohne viel Entbehrungen. Genau das ist allerdings auch mein Problem, dass ich mit Aza habe, denn mir eröffnete sich nicht so ganz, warum sie so handelt wie sie es macht. Auch wenn ich ihre Gedanke kennenlernen durfte, drehten diese sich doch immer wieder im Kreis, wobei ich mir schon vorstellen kann, dass genau das auch der Punkt bei Azas psychischer Erkrankung ist. Sehr schwieriges Thema in einer Handlung verpackt, die das gesamte hätte auflockern können, doch irgendwie zu sehr stagnierte.
Neben Aza gibt es ein paar Nebencharaktere, die aber hier durchaus hinter Aza bleiben. Daisy, Azas beste Freundin, ist da durchaus der typische Teenager, die eher alltägliche Sorgen hat. Sie ist durchaus wichtig für Azas Entwicklung in der Geschichte, ebenso wie z. B. Davis, der Sohn des Milliardärs, zu dem Aza sich hingezogen fühlt oder auch Azas Mutter. Doch alle blieben hier deutlich hinter Aza zurück.
Mein Fazit:
Ohne Frage, ein sehr intensives Buch über ein wichtiges Thema, das immer wieder zum Nachdenken anregt und innehalten lässt. Doch mir fehlte es hier an Handlung, die das Geschehen spannender gemacht hätte. Allzu oft versank ich gemeinsam mit Aza in die teilweise verworrene Gedankenwelt, ohne das ich es richtig hätte mitspüren oder mitempfinden können. John Green kann Geschichten erzählen, vor allem diese mit sehr schweren Themen, doch bei dieser hier fehlte mir etwas, so dass ich zuviel auf Abstand ging. Doch schaut einfach selbst in das Buch, denn es wird mit absoluter Sicherheit einige Liebhaber finden.

Veröffentlicht am 11.12.2017

Düster, spannend und doch auch romantisch

Die Legende der vier Königreiche - Ungekrönt
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Einst war das Königreich Ruina das mächtigste der vier Königreiche, denn die Ruined besitzen unterschiedliche Gaben, wie z. B. das Beherrschen der Elemente. Doch dann wurde das Königreich von ihren Nachbarn, ...

Einst war das Königreich Ruina das mächtigste der vier Königreiche, denn die Ruined besitzen unterschiedliche Gaben, wie z. B. das Beherrschen der Elemente. Doch dann wurde das Königreich von ihren Nachbarn, den Lera überfallen, viele aus ihrem Volk starben und auch die Königin Wenda Flores überlebte den Angriff nicht. Olivia, eine der beiden Töchter Wendas, wurde vom König Leras entführt, Emelina, Em, die Tochter ohne Gabe, entkam. Nun sollte der Prinz von Lera heiraten und die Prinzessin, die es schafft, den König der Ruined zu töten, bekommt die Hand des Prinzen. Prinzessin Mary aus Vallos gelang es und so befindet sie sich nun auf den Weg nach Lera, doch mit einem hat sie nicht gerechnet, den Plane Emelinas, ihre Schwester zu befreien und sich zu rächen. Em und eine kleine Anzahl Ruined überfallen Mary auf den Weg nach Lera und Em nimmt ihre Stelle ein.
Meine Meinung:
Ich liebe Geschichten rund um Königreiche und Intrigen etc. und der Klappentext von Die Legende der vier Königreiche sprach mich gleich an. Aber natürlich ist auch hier das Cover wieder ein richtiger Magnet und gefällt mir richtig gut.
Amy Tintera beginnt ihre Geschichte mitten im Geschehen und das auch gleich sehr actionreich. Der Kampf zwischen Emelina und Mary bietet den Einstieg in die insgesamt immer wieder temporeiche und actiongeladene Geschichte und damit wurde ich auch gleich mitten in diese gezogen. Mit einem sehr flüssigen und leichten Schreibstil wird man an die Seiten gefesselt. Sprachlich ist es durchaus für jüngere geeignet, wobei ich mir hier beim Inhalt nicht ganz so sicher bin, denn es geht hier immer mal wieder zur Sache, wenn es auch nicht detailliert beschrieben wird, so fällt doch schon hier und da mal ein Finger und stirbt jemand in einer Blutlache.
Die Geschichte selber ist immer wieder voller Action, Tempo und unvorhersehbaren Wendungen und doch gelingt es der Autorin, hier auch die romantische Seite nicht zu kurz kommen zu lassen. Für mich war die Legende der vier Königreiche einfach eine richtig gelungene Mischung aus Fantasy, Action und Romantik und ließ sich in einem Rutsch lesen, ohne langweilig zu werden.
Das Worldbuilding hat mir sehr gut gefallen, wobei mir die Unterschiede zwischen den Ländern bzw. zwischen den Königreichen noch nicht so ganz klar sind. Die Ruined sind als einzige ein Volk mit übernatürlichen Begabungen, wobei die Olso ein Volk von Kriegern sind. Vallos und Lera scheinen da eher benachteiligt und haben früher unter den Ruined zu leiden gehabt und Wenda, die verstorbene Königin der Ruined war bekannt für grausame Folterungen. Doch auch Cas' Vater, der König von Lera, macht seine Sache nicht viel besser. Hier stellt sich ganz klar heraus: gib einem Menschen macht und er zeigt dir seinen wahren Charakter. Diese ganzen Intrigen und Machtspielchen unter einander finden statt, noch bleibt es allerdings recht vage, womit dies alles begann.
Ein Erzähler in der dritten Person führt den Leser durch die Geschichte, doch man kann hier immer wieder aus wechselnden Perspektiven das Geschehen verfolgen. Em und Cas sind hier die Protagonisten, die man auch sehr gut kennenlernt in diesem ersten Band.
Diese beiden Charaktere haben mir dann auch richtig gut gefallen. Sie waren vielschichtig, handelten manches Mal ganz anders als erwartet und wirkten glaubwürdig in ihrem Tun. Emelina, Em, ist mir hier richtig ans Herz gewachsen. Sie hat mich mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Einsatz, das richtige Tun zu wollen, überzeugt. Prinz Casimir, Cas, hat mich sogar noch ein wenig mehr überraschen können, denn wenn man sieht, wie er erzogen wurde und wie er aufwuchs, so ist er doch eine sehr ehrliche Persönlichkeit. Die Beiden zusammen haben mir richtig gut gefallen, vor allem die Entwicklung die sie nehmen, nicht zuletzt auch, weil sie jeweils vom anderen lernen können.
Aber es gibt hier auch den ein oder anderen Nebencharakter, der mir gefallen hat, z. B. Iria, ein Kriegerin Olsos, die mit ihrer Art mich immer mal wieder zum Schmunzeln brachte. Auch Galo, einer von Cas' Wächtern ist eine sehr interessante Figur, bei der ich auf ein Wiedersehen in Band 2 hoffe. Aber auch die gegnerischen Charaktere der Geschichte waren interessant und lassen auf ein intigen- und actionreiche Fortsetzung hoffen.
Mein Fazit:
Ein tolles Fantasybuch, das mich von der ersten Seite an abgeholt hat und erst beim Schließen wieder aus seinen Fängen ließ. Wobei der Cliffhanger wieder ganz schön fies ist und ich es kaum abwarten kann, wie die Geschichte weitergehen wird. Schreibstil, Weltenaufbau, Romantik, Spannung, Action und Atmosphäre haben mir richtig gut gefallen und sorgten für unterhaltsame und abwechslungsreiche Lesestunden. Auch die Charaktere wussten zu überzeugen, vor allem die Protagonisten sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ein weiteres Highlight für mich aus dem Bereich Fantasy und Königreiche.

Veröffentlicht am 09.12.2017

Wohlfühlroman

Rette mich, wer kann
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Jette ist achtunddreißig, Radiomoderatorin in einer Late Night Show, in der sie an einer Hotline Menschen berät. Als sie von einer Frau angerufen wird, die ihr berichtet, dass sie eine Beziehung zu einem ...

Jette ist achtunddreißig, Radiomoderatorin in einer Late Night Show, in der sie an einer Hotline Menschen berät. Als sie von einer Frau angerufen wird, die ihr berichtet, dass sie eine Beziehung zu einem Mann hegt, der bereits eine Familie hat und sogar schwanger ist, rät sie ihr, ihm die Pistole auf die Brust zu setzen. Doch dann verrät die Frau ihr etwas, das Jette aus allen Wolken fallen lässt: dieser Mann ist nämlich ihrer und der Vater ihrer beiden Töchter. Vor den Trümmern ihres Lebens erfährt sie von einem neuartigen Wohnprojekt: es gibt ein Hotel, in dem frisch getrennte für maximal 12 Wochen Unterschlupf finden. Jette zieht in das Hotel und lernt dort einige Leidensgenossen kennen. Um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, hat Jette einen Plan: Selbstoptimierung. Während die anderen Hotelbewohner ihr helfen wollen, ist Nick, der ihr den Tipp mit dem Hotel erst gab, eher skeptisch. Ist der Weg zum Glück wirklich die Selbstoptimierung?
Meine Meinung:
Allein dieses Cover, der Igel auf dem Luftballon, ließ mich schmunzeln, als ich den ersten Blick darauf warf und anch dem Beenden des Romans muss ich sagen: es passt so herrlich zur Situation, in der sich Protagonistin Jette zu Beginn des Buches befindet. Auch der Einstieg in den Roman fiel mir sehr leicht, denn Jule Maiwalds Schreibstil ist sehr leicht und locker, man fliegt nur so durch die Seiten und fühlt sich gleich wohl in der Geschichte. Was wohl auch zum Teil daran liegt, dass diese Geschichte, wenn auch ein wenig überzogen, einfach so mitten aus dem Leben gegriffen scheint. Als Frau kann man sich hier durchaus mit Jette identifizieren und an manch einer Stelle kann man sich auch mal wiedererkennen. Die Geschicht ist auf jeden Fall ein rundum Wohlfühlbuch, das zu heiteren Lesestunden bei diesem Schmuddelwetter zum einkuscheln auf dem Sofa verführt.
Gleich zu Beginn erleben wir mit, wie Jette mit einem Knall auf den kalten Boden der Tatsachen geworfen wird. Dieser Telefonanruf ihrer Nebenbuhlerin war einfach nur herrlich und man ahnt schon, wohin dieses Gespräch führen wird und würde Jette gerne warnen und dann - ist es zu spät. Ich hatte hier schnell Mitleid, als Jette in aller Öffentlichkeit vom Fremdgehen ihres Mannes erfährt und ab da fühlte ich so richtig mit ihr mit. Man begleitet nun Jette dabei, wie sie am Boden ankommt, aber auch wie sie sich durch Selbstoptimierung wieder versucht hinauszumanövrieren. Ob dies allerdings wirklich der richtige Weg ist? Mit vielen heiteren Momenten, die mich auflachen oder in mich hineinschmunzeln ließen, beschreibt Jule Maiwald die Veränderung Jettes und letzten Endes muss ich wohl zugeben: sind wir nicht alle ein bisschen wie Jette?
In der Ich-Form erzählt die Protagonistin Jette von ihrem Leben, dabei kann man mit ihr lachen, sich ärgern, mit ihr hoffen, träumen und einfach leben. Jule Maiwald bringt Jette dem Leser nah und macht sie lebendig.
Jette ist mir gleich von der ersten Seite an sehr sympathisch, sie steht mitten im Leben, Mann, Haus, zwei Kinder, Job und dann ist plötzlich alles anders. Sie ist eine tolle Persönlichkeit, die mir gleich von Anfang an sehr sympathisch erschien und auch wenn ich sie manchmal gerne geschüttelt hätte, so kann ich sie mir doch auch irgendwie als Freundin vorstellen.
Aber auch die Nebencharaktere sind hier gut dargestellt und man hat schnell ein lebendiges Bild vor Augen, wie es in diesem Hotel ist und wie die Menschen, die hier für eine Weile leben, so sind.
Mein Fazit:
Wunderbar unterhaltsam, aber auch sehr einfühlsam beschreibt die Autorin hier das Leben von Jette und wie sie in Angriff nimmt, sich selbst zu optimieren. Ob wirklich alles nach Plan läuft? Hm, Leben kann man wohl nur selten planen. Mir hat der Roman sehr gut gefallen und war für mich eine schöne, leichte Lektüre für zwischendurch, die trotz des Humors auch ernst sein konnte und dadurch auch nicht oberflächlich wirkte. Toller Frauenroman zum Wohlfühlen!