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Veröffentlicht am 09.11.2020

Was wäre, wenn…

Die Republik
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Nach der Gründung der DDR im Jahre 1949 ist der gesamte Deutsche Staat, mit Ausnahme Westberlins, zur DDR geworden. Als eines Tages im Osten Berlins eine Giftgaswolke austritt, wird schnell klar, dass ...

Nach der Gründung der DDR im Jahre 1949 ist der gesamte Deutsche Staat, mit Ausnahme Westberlins, zur DDR geworden. Als eines Tages im Osten Berlins eine Giftgaswolke austritt, wird schnell klar, dass es sich dabei um das Gift Sarin handelt. Doch niemand weiß, woher das Gift stammt und ob es sich um einen Anschlag handelt. Stasi-Oberst Gustav beginnt, auch aus persönlichen Gründen, nachzuforschen und auch die MI6-Agentin Harper wird für Nachforschungen in die DDR gesandt. Zur gleichen Zeit befindet sich auch der Dolmetscher Christopher zum ersten Mal bei seiner Familie in der DDR zu Besuch und wird, gemeinsam mit seiner Cousine Alicia, mit in das Geschehen verwickelt.
Meine Meinung
Auch wenn ich eigentlich eher selten zu Politthrillern greife, machten mich hier das Cover und auch der Klappentext sehr neugierig auf den Inhalt des Buches. Dabei kann ich gleich zu Beginn sagen, dass hier nicht nur die Politik, sondern auch ganz viel Agentenaction mit im Vordergrund steht.
Der Einstieg fiel mir zunächst nicht ganz so leicht, denn es ist gar nicht einfach, von seinem gewohnten Weltbild gedanklich Distanz zu nehmen. Bei DDR sehe ich einfach die bekannten Gebiete vor mir und das Auszublenden brauchte ein wenig Zeit.
Allerdings schreibt Maxim Voland sehr fesselnd und mitreißend und schaffte es dadurch, dass man doch gespannt blieb, wie es weitergehen wird.
Schon recht schnell ereignet sich der Giftgasaustritt und man landet mehr oder weniger in einem Agententhriller mit einigen actionreichen Szenen. Insgesamt hält der Autor das Tempo der Story eher im oberen Bereich und nimmt dieses nur in Momenten zurück, in denen seine Hauptcharaktere in den Vordergrund rücken und der Leser über diese mehr Informationen erhält.
Wie ich schon erwähnte, fand ich es etwas schwierig, mich gedanklich darauf einzustellen, dass in der heutigen Zeit die DDR noch existiert und sogar auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt wurde. Der Autor baut das allerdings ganz geschickt mit ein, so dass man sich nach und nach an den Gedanken gewöhnen kann. Gleichzeitig kommt man dann auch ins Grübeln darüber, inwieweit es heute wirklich vorstellbar wäre, solch einen Überwachungsstaat aufrecht zu erhalten und ja, so ganz unwahrscheinlich scheint der Gedanke ja nicht, hat man dafür gerade heute so seine Möglichkeiten.
Aus wechselnden Perspektiven zwischen den Charakteren begleiten wir diese auf ihrem Weg durch die DDR. Dabei stehen Stasi-Oberst Gustav, Dolmetscher Chris und seine in der DDR lebende Cousine Alicia und die MI6-Agentin Harper im Vordergrund.
Gerade Gustav, der zu Beginn im Gespräch mit seinem Neffen noch Recht desillusioniert erscheint, konnte mich dann mit seinem scharfen Verstand und seinen geschickten Handlungen immer wieder überraschen. Gerade auch weil sein dargestelltes Erscheinungsbild so gar nicht dazu zu passen scheint.
Harper ist durch und durch clever und ausgebufft und weiß durchaus, wie sie selbst für sich das beste aus den jeweiligen Situationen herausholen kann. Sie ist definitiv ein sehr interessanter Charakter, allerdings wurde ich mit ihr nicht so richtig warm.
Im Gegensatz dazu stehen Chris und seine Cousine Alicia, die auf den ersten Blick eher durchschnittlich wirken und doch so einiges zu bieten haben.
Insgesamt ist es dem Autor gelungen, vorstellbare Charaktere zu zeichnen, mit denen man immer mehr mitfiebern kann.
Mein Fazit
Die Grundidee von “Die Republik” hat mich absolut neugierig gemacht und insgesamt konnte das Buch auch sehr gut unterhalten und brachte einige spannende Lesestunden. Zwar konnte ich nicht mit allen Charakteren warm werden, doch auch diese sind doch authentisch dargestellt und in ihren Handlungen nachvollziehbar. Spannend, temporeich und mit einer neuen und interessanten Grundidee!

Veröffentlicht am 08.11.2020

Rundum zufrieden stellender Abschluss

Beta Hearts
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Seitdem ich den ersten Band der Beta-Hearts-Trilogie gelesen habe, bin ich absolut begeistert von dieser Reihe. Dieser dritte Band gehört definitiv zu denen, bei denen es mir schwer fiel, weiterzulesen, ...

Seitdem ich den ersten Band der Beta-Hearts-Trilogie gelesen habe, bin ich absolut begeistert von dieser Reihe. Dieser dritte Band gehört definitiv zu denen, bei denen es mir schwer fiel, weiterzulesen, weil ich einfach nicht Abschied von den lieb gewonnen Protagonisten nehmen wollte.
Der Einstieg in den letzten Band der Reihe fällt wieder sehr leicht und inhaltlich knüpfen die Ereignisse gleich an das Ende des zweiten Bandes an.
Marie Grasshoff schreibt wieder einmal absolut fesselnd und man hat beim Lesen das Gefühl mitten in der Story zu sein und die Charaktere auf ihrem sehr schweren Weg zu begleiten.
Der dritte Band beginnt wieder einmal recht ruhig, denn nach dem letzten Kampf gegen KAMI sind unsere Protagonisten doch recht angeschlagen. Interessant sind aber die vielen Erkentnisse, die man hier erlangt und die die gesamte Geschichte wieder mehr vertiefen und erklären. Auch so nach und nach beginnen dann auch unsere Protagonisten ihre Pläne in die Tat umzusetzen und auszuführen und dabei wird es dann wieder unheimlich spannend und es kommt wieder zu Kämpfen, aber auch zu unerwarteten Konflikten.
Die Welt, die Marie Grasshoff hier erschaffen hat, ist so unglaublich realistisch dargestellt, dass man einfach nur hoffen kann, dass wir uns nicht gerade in vollem Tempo auf solch ein Szenario zubewegen. Gerade was die Handlungen der Machtinhaber, der goldenen Drei, betrifft, passt absolut ins Geschehen und dank diverser Rückblicke erfährt man nun auch mehr über den einzelnen und über deren Beweggründe. Aber auch über die Gegenbewegung, die DVM, die zunächst als Sekte beschrieben wurde, erfahren wir nun viel mehr und können auch hier deutlich verstehen, was da alles wirklich hintersteckt.
Ansonsten ist die Geschichte wieder in unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Aus den Sichten der bekannten Protagonisten verfolgen wir das weitere Geschehen und dürfen hier ordentlich mitfiebern, ob es ihnen doch noch gelingen wird, die Welt zu retten.
Marie Grasshoff hat hier ganz extrem mit meinen Emotionen gespielt, vor allem was die Charaktere angeht. So war bisher immer Okijen van Dire mein absoluter Liebling, doch in diesem Band gab es eine Reaktion seinerseits, die mich völlig überrascht hat und bei der ich ihn am liebsten gepackt und geohrfeigt hätte. Aber auch die anderen Protagonisten sorgten immer wieder für neue Wendungen, die ich so nicht erahnt habe. Ob Luke und Flover, Andra, Byth und Ellis, sie sind mir alle so nahe gekommen, dass ich wirklich das Gefühl hatte, sie zu kennen und zu verstehen. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar und glaubwürdig und ich habe mit jedem einzelnen wieder ordentlich mitgelitten.
Für mich ist aber auch KAMI unheimlich gut gezeichnet. Ihre Art des Erzählens, beinahe poetisch, hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt und ihre Handlungen scheinen immer menschlicher zu werden. Gerade ihre philosophischen Gedankengänge gaben der Geschichte etwas besonderes und man konnte diese ebenfalls nachempfinden.
Mein Fazit
Mit Beta Hearts hat Marie Grasshoff einen stimmigen Abschluss ihrer Trilogie erschaffen. Sie hat mich hier mit auf eine Reise in die Zukunft genommen, die auf ihre Art erschreckend glaubwürdig klang und auch ein Stück weit nachdenklich stimmte. Gerade mit den Einschüben der KI KAMI brachte sie mich immer wieder dazu innezuhalten und darüber nachzudenken, dass da so einiges Wahres an den Gedanken ist. Schätzen wir Menschen überhaupt noch was wir haben? Auf welch einem erstaunlichen Planeten wir leben? Die gesamte Neon-Birds-Trilogie ist für mich ein Highlight, das ich gerne ans Herz lege! Ganz große Liebe für diese Reihe!

Veröffentlicht am 08.11.2020

Grausam, spannend, verwirrend

Der Heimweg
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Als Jules Tannenberg für seinen Freund Caesar die Schicht am Begleittelefon übernimmt, ahnt er noch nicht, welch ein Gespräch auf ihn wartet. Das Begleittelefon ist eine Einrichtung, bei der junge Frau ...

Als Jules Tannenberg für seinen Freund Caesar die Schicht am Begleittelefon übernimmt, ahnt er noch nicht, welch ein Gespräch auf ihn wartet. Das Begleittelefon ist eine Einrichtung, bei der junge Frau nachts auf ihrem Heinweg eine Nummer wählen können, wenn sie Angst bekommen und der Begleiter am Telefon sorgt dafür, dass die Frauen Ruhe bewahren können. Doch an diesem Samstag ist alles anders, denn dieses Mal ruft Klara bei Jules an und schnell wird klar, dass die junge Mutter auf einem ganz besonderen Weg und ihr Verfolger ein Psychopath ist, der ihr Todesdatum angekündigt hat und dieses Datum ist heute.
Meine Meinung
Kaum ein Autor vermag seine Leser so zu polarisieren wie Sebastian Fitzek, doch ich gehöre schon seit langem zu denen, die jedes Jahr dem Oktober und somit einem neuen Buch des Autors entgegen fiebern.
Mit der Heimweg konnte mich Sebastian Fitzek wieder einmal bestens unterhalten und sorgte für ein Verwirrspiel par excellence.
Sein Schreibstil ist einfach und flüssig und auch wenn es hier zunächst noch recht ruhig beginnt, schafft er es doch wieder ein für ihn ganz eigenes Tempo aufzubauen, das den Leser durch die Seiten treibt.
Schon im Prolog wird klar, dass es hier grausam zugehen wird. Doch die wirkliche Grausamkeit wird hier erst so nach und nach deutlich. Definitiv ist der Thriller inhaltlich nicht für zartbesaitete LeserInnen geeignet, denn Fitzek schreckt hier nicht vor Gewalt gegenüber Frauen zurück, aber gerade das macht dieses Buch auch wieder besonders spannend und erschreckend. Ich fand zwar, dass es dieses Mal ein wenig dauerte, bis das Fitzek typische Verwirrspiel begann, doch mit plötzlichen Wendungen schaffte er es wieder, mich schwindelig zu schreiben und ich wusste nicht mehr, was wahr und was gelogen ist, was real und was nicht. Genau das gelingt keinem Autor so gut, wie Sebastian Fitzek.
Aus wechselnden Sichten zwischen den Protagonisten Jules und Klara und verschiedenen Rückblicken auf die Vergangenheit der beiden, verfolgt der Leser das Geschehen. Mit kurzen Kapiteln und raschen Wechseln der Perspektiven fällt es schwer, das Buch vor dem Ende aus der Hand zu legen.
Die Charaktere sind wieder einmal vielschichtig und alles andere als durchschaubar. Jules scheint eine gebrochene Persönlichkeit zu sein, der nicht nur eine furchtbare Kindheit hatte, sondern auch in jüngster Vergangenheit furchtbares erlebt hat. Umso mehr setzt er sich für die ein, die am Begleittelefon auf Hilfe hoffen. Auch Klara ist auf den ersten Blick psychisch am Boden und auch sie ist bisher in ihrem Leben durch die Hölle gegangen. Viel mehr möchte ich gar nicht über die Protagonisten verraten, denn hier warten immer wieder neue Überraschungsmomente auf den Leser.
Diese beiden Charaktere sind auch der Mittelpunkt des Psychothrillers. Trotzdem gibt es eine handvoll weiterer Personen, die durchaus wichtig für die Handlung sind und ebenfalls für neue Wendungen sorgen.
Mein Fazit
Für mich haben die Fitzek Bücher immer einen großen Nachteil: sie sind viel zu schnell gelesen und es dauert immer so lange, bis man einen neuen Fitzek in der Hand halten darf. Wieder einmal konnte mich der Autor, nach einem kurzen Moment zu Beginn, völlig in seinen Bann ziehen und schon nach kurzer Zeit wurde es zu einem rasanten Verwirrspiel, bei dem es schwer fiel, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Für mich wieder einmal spannende und großartige Unterhaltung!

Veröffentlicht am 08.11.2020

Sollte man nicht mit der Sebastian Bergman Reihe vergleichen

Wolfssommer
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In der schwedischen Stadt Haparanda wird ein Wolf tot gefunden. Um herauszufinden, was mit dem Tier geschehen ist, wird dieses näher untersucht, doch was die Experten finden, ist erschreckend, denn im ...

In der schwedischen Stadt Haparanda wird ein Wolf tot gefunden. Um herauszufinden, was mit dem Tier geschehen ist, wird dieses näher untersucht, doch was die Experten finden, ist erschreckend, denn im Magen des Wolfes befinden sich menschliche Überreste. Hanna Wester und ihr Team nehmen die Ermittlungen auf und finden eine Spur, die sie ins Dorgenmilieu leitet. Es scheint, als wäre ein Deal geplatzt und dabei sind nicht nur die Drogen, sondern auch eine Menge Geld verschwunden. Neben der Profikillerin Katja tauchen nun immer mehr Kriminelle in Haparanda auf und alle sind auf der Suche nach dem verschwundenen Geld und den Drogen.
Meine Meinung
Ich bin schon lange ein großer Fan der Sebastian Bergman Reihe, die Hans Rosenfeldt gemeinsam mit Michael Hjorth geschrieben hat. Dementsprechend gespannt war ich auf den neuen Thriller, den Hans Rosenfeldt dieses Mal alleine geschrieben hat.
Gleich zu Beginn möchte ich sagen, dass man hier die beiden Reihen auf keinen Fall miteinander vergleichen sollte. Dabei muss ich zugeben, dass ich aber auch immer wieder, zumindest beim Erzählstil, auf Parallelen zu der bekannten Reihe Ausschau gehalten habe.
Das allerdings war ein Fehler, denn so habe ich gerade zu Beginn ein wenig länger gebraucht, um Zugang zu Wolfssommer zu finden. Das liegt aber auch mit daran, dass vor allem zu Beginn häufig neue Personen auftauchen und man erst so nach und nach einen Überblick erhält, wer hier wer ist und welche Intentionen hinter den Handlungen stecken.
Nichtsdestotrotz schreibt Rosenfeldt flüssig und intensiv, so dass man die Szenen vor sich sieht. Allerdings ist es kein Thriller für zwischendurch, da man hier durchaus Konzentration benötigt, den Vorgängen zu folgen.
Der Thriller beginnt mit einem sehr interessanten Prolog und der zunächst ruhige Einstieg nimmt ebenfalls immer mehr Spannung auf. Hat man dann einmal den Überblick über alle beteiligten Charaktere erhalten, kann man auch dem Inhalt folgen. Doch nach wie vor bleibt es ein sehr komplexer Thriller, bei dem nicht nur der Fall, sondern auch das Privatleben der unterschiedlichen Charaktere mit eingebaut wird.
Wie bereits erwähnt, erhält der Leser hier eine Menge an unterschiedlichen Perspektiven geboten, die sich zwischen den Kapiteln abwechseln und nicht gleich auf die handelnde Person hinweisen. Neben den gegenwärtigen Handlungen erfährt man auch etwas über die Vergangenheit der Profikillerin Katja. Neben all diesem erzählt selbst die Stadt Haparanda, was noch einmal mehr zeigt, wie komplex das Gesamte aufgebaut ist.
Die Charaktere sind vielzählig und Rosenfeldt gibt den einzelnen Personen durchaus ein Gesicht, was diese lebendig und glaubhaft werden lässt. Jeder einzelne bekommt eine Geschichte, so dass man sich ein Bild der Person machen kann. Allerdings ist das nicht immer leicht, denn dadurch werden die verschiedenen Charaktere nicht unbedingt durchschaubarer. Ermittlerin Hanna wurde mir recht schnell sympathisch, gerade auch weil sie kein Charakter ist, den man in schwarz oder weiß einteilen kann, sondern durchaus über Ecken und Kanten und vor allem jeder Menge Probleme steckt. Genauso verfährt Rosenfeldt aber auch mit seinen weiteren Charakteren, was zwar glaubwürdig wirkt, aber nicht unbedingt leicht zu lesen ist.
Mein Fazit
Im großen und ganzen konnte mich Hans Rosenfeldt mit seinem Thriller Wolfssommer überzeugen. Es ist ein absolut komplexer Thriller, der sich nicht mal so leicht nebenbei lesen lässt. Doch Rosenfeldt schafft es, den Überblick über seine vielen losen Handlungsfäden zu halten und diese zum Schluss logisch aufzulösen. Letzten Endes bleibt genug Erzählstoff übrig, der darauf schließen lässt, dass hier weitere Teile rund um Ermittlerin Hanna erscheinen werden. Lesenswert!

Veröffentlicht am 08.11.2020

Ein Dühnfort eben

Ich bin dein Tod (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi 9)
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Gerade erst hat Kommissar Tino Dühnfort seine neue Stelle in der Abteilung Operativen Fallanalyse angetreten, als schon die ersten Fälle auf seinem Tisch landen. Zunächst wird ein Ehepaar in seinem Haus ...

Gerade erst hat Kommissar Tino Dühnfort seine neue Stelle in der Abteilung Operativen Fallanalyse angetreten, als schon die ersten Fälle auf seinem Tisch landen. Zunächst wird ein Ehepaar in seinem Haus durch eine Armbrust getötet, doch schnell häufen sich die Todesfälle. Während noch niemand einen Zusammenhang sieht, wird Dühnfort stutzig und nach seiner Recherche ahnt er schon, dass diese Fälle in Zusammenhang stehen.
Meine Meinung
Schon lange bin ich ein großer Fan der Kommissar Dühnfort Reihe und auch der neueste Band musste deshalb einziehen.
Wie immer gelingt der Einstieg mühelos und nach mittlerweile neun Bänden fühlt man sich doch schnell wieder wohl mit dem sympathischen Kommissar. Inge Löhnig erzählt sehr flüssig und spannend, so dass man schnell gefesselt wird. Allerdings muss ich hier sagen, dass ich zunächst die Ermittlungen gar nicht so interessant fand. Vielmehr war es die Geschichte, die nebenbei erzählt wird, mit der mich die Autorin wirklich packen konnte.
Damit weicht sie auch ein wenig ab von ihrer üblichen Herangehensweise. Zwar gab es auch in den vorigen Fällen immer wieder auch Einblicke auf Täter und Opfer, doch hier sind es Videobotschaften eines Teenagers, eines jungen Mädchens und dessen Schicksal mich sehr berührt hat. Neben den Ermittlungen, dem Videotagebuch und weitere kleinere Perspektivenwechsel mit Blick auf den Täter, erfährt man auch hier wieder etwas über das Privatleben des Ermittlers Dühnfort. Zwar ist es genau das, was die einzelnen Bände miteinander verbindet, doch im großen und ganzen könnte man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen. Wer allerdings auch wert auf die privaten Bereiche des Ermittlers legt, sollte die Reihe chronologisch lesen.
Der Fall ist ein wenig anders aufgebaut, was unter anderem auch daran liegt, dass Dühnfort die Abteilung gewechselt hat und nun nicht mehr so intensiv in den Ermittlungen involviert ist. Nichtsdestotrotz ist der Kommissar wieder derjenige, der schneller als die anderen Zusammenhänge sieht. Mit zunehmden Anstieg der Mordfälle wird es auch immer spannender und insgesamt ist es wieder ein gut durchdachter und logisch gelöster Fall.
Wie schon erwähnt, führen unterschiedliche Perspektiven durch den Kriminalroman, die dem Leser tiefere Einblicke gewähren. Tatsächlich hatte ich sogar schon fast Verständnis für die Handlungen des Täters und konnte seinen Hass regelrecht nachvollziehen. Worum es geht, werde ich natürlich hier nicht verraten, doch die Masche, die hier beschrieben wird, gibt es wohl leider auch, was die Geschichte umso erschreckender werden lässt.
Nach so vielen Bänden mit Kommissar Dühnfort hat man auch das Gefühl, einen alten Bekannten wiederzutreffen. Immer wieder beeindruckt er mich mit seinem klaren Verstand und auf den ersten Blick scheint es, als wäre die neue Abteilung genau richtig für ihn. Allerdings habe ich so ein wenig das Gefühl, dass er seinen alten Job vermisst. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es da weitergehen wird. Neben ihm stehen bereits bekannte Kollegen, aber auch die Kollegen der neuen Abteilung, die hier noch ein wenig im Hintergrund bleiben.
Mein Fazit
Wieder einmal ein gelungener Dühnfort Krimi, bei der mich vor allem die Geschichte in der Videobotschaft berühren konnte. Wie immer sorgen ein lockerer Schreibstil und der gut durchdachte Fall für gute Unterhaltung. Für Dühnfort Fans wieder ein Muss und für alle, die es noch werden wollen, empfehle ich einfach ab Band 1 zu beginnen und die gesamte Reihe zu verschlingen.