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Veröffentlicht am 16.02.2026

Bleibt leider hinter den Erwartungen zurück

Fünf Fremde
2

Im August 1995 verschwinden eines Nachts zwei 13-jährige Kinder aus einem Schullandheim auf der kleinen Insel Neuwerk. Eines von beiden, Isa, taucht einige Tage später wieder auf, doch von Janosch fehlt ...

Im August 1995 verschwinden eines Nachts zwei 13-jährige Kinder aus einem Schullandheim auf der kleinen Insel Neuwerk. Eines von beiden, Isa, taucht einige Tage später wieder auf, doch von Janosch fehlt jede Spur. 30 Jahre später, im Oktober 2025, befinden sich auf der Fähre nach Neuwerk fünf Passagiere, die nichts voneinander wissen, deren Wege sich aber schon bald kreuzen werden. Vier von ihnen waren in der verhängnisvollen Nacht auf der Insel, und die Geschehnisse damals haben sie nie losgelassen. Als ein heftiger Orkan aufzieht, sitzen alle auf der Insel fest und müssen sich der Vergangenheit stellen.

Für mich war es das erste Buch von Romy Fölck. Da ihre Elbmarsch-Reihe so hoch gelobt wird, war ich sehr neugierig auf „Fünf Fremde“.

Das Buch beginnt spannend und der Schreibstil spricht mich an: Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, 1995 und 2025, und auch die Erzählperspektiven wechseln zwischen den Protagonist:innen hin und her. Als Leser:in erfährt man so Stück für Stück mehr über die Figuren und die Situation 1995. Dies, zusammen mit überraschenden Wendungen, sorgte dafür, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Ich wollte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt und was letztendlich damals wirklich geschehen ist.

So sehr mich die ersten zwei Drittel gefesselt haben, so ernüchtert war ich aber letztendlich vom Rest. Die Dialoge werden zunehmend hölzern und unnatürlich, und das Ende erscheint mir sehr unglaubwürdig und konstruiert. Rückblickend sind für mich wesentliche Teile der Handlung nicht schlüssig. Sie dienen zwar dem Spannungsaufbau, ergeben aber kein konsistentes Gesamtbild. Mir scheint es, als hätte man um der Dramaturgie Willen einige Aktionen eingebaut, die im Nachhinein ziemlich sinnfrei sind. Hinzu kommen haarsträubend viele inhaltliche und logische Fehler. Das sind teils ärgerliche, aber für die Geschichte unwesentliche Dinge wie die Aussage, dass die Sonne von Monden umkreist würde, aber auch grobe Schnitzer, die zentrale Punkte der Handlung betreffen. Diese kann ich hier nicht näher aufzählen ohne zu spoilern. Insgesamt habe ich mehr als 15 Logikfehler gezählt. Auch das Loocked-Room-Setting, das auf der kleinen Insel durch den Orkan erzeugt werden soll, wirkt wie eine bloße Behauptung, da trotz heftigsten Sturms alle Protagonist:innen ständig draußen unterwegs sind, einschließlich einer alten, dementen Person.

Aufgrund der Vielzahl an Fehlern und Ungereimtheiten, der durchschnittlichen Sprache und den Mängeln in der Plotkonstruktion hat mich dieses Buch leider total enttäuscht und ich kann lediglich 2 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

tolle Buchidee, aber für etwas jüngere Kinder

Wo ist denn da der Unterschied?
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„Mama, was ist eigentlich Unterschied zwischen….?“ – so beginnen viele Fragen von Kindern, und als Mama kenne ich die Antwort oft selbst nicht genau. Perfekt, wenn man dann ein schlaues Buch zu Hand hat! ...

„Mama, was ist eigentlich Unterschied zwischen….?“ – so beginnen viele Fragen von Kindern, und als Mama kenne ich die Antwort oft selbst nicht genau. Perfekt, wenn man dann ein schlaues Buch zu Hand hat! Der DUDEN-Verlag hat mit „Wo ist denn da der Unterschied?“ ein großformatiges Nachschlagewerk veröffentlicht, das 150 Begriffspaare aus 13 Themengebieten, darunter Weltall, Tiere, Wissenschaft, Pflanzen, Dein Körper, Essen, Technik, enthält.

Die ganz- oder doppelseitigen Illustrationen sind modern und farbenfroh, und es macht Freude, durch das Buch zu blättern. Die Bilder werden durch kleine Textabschnitte und Infoboxen ergänzt, die auch für geübte Erstleser:innen sehr gut verständlich sind.

Die Auswahl der Begriffspaare hat mich teilweise etwas überrascht. Es sind viele interessante Paare dabei wie Krokodil und Alligator, Meteor und Meteorit, Biene und Wespe, aber auch einige, die ich nicht erwartet hätte. Bei Zwillingen und Drillingen frage ich mich ernsthaft, welches Kind den Unterschied nicht kennt. Auch Schlürfen und Rülpsen hätte ich nicht gebraucht. Nase und Nasenloch dürfte ebenfalls kaum jemand verwechseln, und hier schien mir, als hätte man das Begriffspaar etwas krampfhaft gewählt, um die Funktionen der Nase zu erläutern.

Die Informationen sind recht knapp gehalten; hier hätte ich mir im Hinblick auf die Altersklasse ab 8 Jahren mit mehr Details gerechnet. So wird beim Paar Eisberg/Grawler im Wesentlichen erläutert, dass ein Eisberg auf dem Meer schwimmt, und für kleinere Eisberge eigene Bezeichnungen existieren. Als Beispiele werden Bergy Bit und Grawler genannt. Es wäre schön gewesen, hier etwas über das Kalben von Eisbergen, die prozentualen Anteile, die sich über bzw. unter Wasser befinden, die Gefahren für die Schifffahrt und ggf. auch über Black Ice zu erfahren.

Fazit: Die Idee hinter dem Buch ist hervorragend, und die Umsetzung finde ich gelungen, sofern man die Altersangabe etwas niedriger ansetzt. Ich würde dieses Buch Kindern ab 6 Jahren oder wissbegierigen Vorschulkindern empfehlen. Diese haben mit dem Lexikon sicher sehr viel Spaß!

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Eine Bestandsaufnahme

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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In „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ reflektiert Christien Brinkgreve, emeritierte Professorin für Soziologie, nach dem Tod ihres Mannes über ihr Leben und ihre Ehe. Hierbei nennt sie ihren Ehemann ...

In „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ reflektiert Christien Brinkgreve, emeritierte Professorin für Soziologie, nach dem Tod ihres Mannes über ihr Leben und ihre Ehe. Hierbei nennt sie ihren Ehemann stets nur A., was verwundert, da er als Journalist und Schauspieler in der Öffentlichkeit stand und Name, Bild und Vita binnen Sekunden von Google gefunden werden. Warum also diese vermeintliche Anonymität, die beim Lesen eher störend ist?

Christien Brinkgreve schildert reflektiert und mit schonungsloser Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, wie sehr sie in ihrer Ehe mit dem Spagat zwischen Berufstätigkeit und Familie, dem Leben einer selbstbestimmten Frau und den Ansprüchen ihres Mannes an eine Ehefrau und Mutter zu kämpfen hatte. Ich fand es ernüchternd, dass sich eine hochgebildete Frau, die sich in intellektuellen Kreisen bewegt und sich beruflich mit den Beziehungen zwischen Männern und Frauen und der Überwindung tradierter Rollenbilder auseinandersetzt, immer wieder ihrem offenbar äußerst dominanten Ehemann unterordnet. Vielleicht liegt es daran, dass ich deutlich jünger bin, aber mir kam das Buch wie aus einer völlig anderen Welt vor. Möglicherweise gelingt es Leser:innen, die selbst in den 1940 oder 1950er Jahren geboren wurden, eher, einen Zugang zu finden.

Obwohl das Buch mit 192 Seiten recht kurz ist, empfand ich die Lektüre als zäh. Die Autorin schildert viele Details aus ihrem Leben und ihrer Ehe, die für mich weder von Interesse waren noch mir irgendeinen Erkenntnisgewinn brachten. Gegen den Ehemann empfand ich bereits von Beginn an eine tiefe Abneigung. Der Schreibstil wirkt, nicht zuletzt durch das Fehlen von Namen, emotionslos und spröde, und ich muss leider sagen, dass mich dieses Buch überhaupt nicht erreichen konnte.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

unterhaltsam und spannend, aber kein klassischer Psychothriller

Tödliches Angebot
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Der Immobilienmarkt in gehobenen Wohngegenden ist hart umkämpft, und Margo und ihr Mann Ian hatten schon in mehreren Bieterverfahren das Nachsehen. Sie wohnen derzeit auf 60qm, für ein Baby reicht der ...

Der Immobilienmarkt in gehobenen Wohngegenden ist hart umkämpft, und Margo und ihr Mann Ian hatten schon in mehreren Bieterverfahren das Nachsehen. Sie wohnen derzeit auf 60qm, für ein Baby reicht der Platz nicht, die biologische Uhr tickt, und wenn nicht bald ein angemessenes Eigenheim auftaucht, kann Margo ihren Traum von der Familie begraben. Als Margos absolutes Traumhaus zum Verkauf steht, ist klar: Das wird ihr Haus werden. Koste es, was es wolle.

Vielleicht liegt es daran, dass wir selbst 12 Jahre Immobiliensuche hinter uns haben, aber ich habe Margo trotz allem irgendwie gemocht und mich dabei ertappt, dass ich bis zum Schluss mit ihr mitgefiebert habe. Paradox, wenn man Revue passieren lässt, wie sehr sie sich in ihren Traum hineinsteigert und peu à peu immer mehr Grenzen überschreitet. Sehr gut gefallen haben mir auch die Rückblicke in Margos Kindheit, die ihr Verhalten zwar nicht entschuldigen, aber mögliche Erklärungsansätze liefern, warum sie sich in eine Art Wahn bezüglich ihres Eigenheims hineinsteigert und zunehmend skrupelloser wird.

„Tödliches Angebot“ war für mich eher ein spannender und kurzweiliger Unterhaltungsroman mit Thrillerelementen als ein echter Psychothriller. Dazu gab es einfach zu wenig Suspense, und der Thrilleranteil kam auch erst sehr spät zum Tragen. Mich hat das jedoch überhaupt nicht gestört, ganz im Gegenteil. Das Hörbuch hat mich sehr gut unterhalten, und es gab einige überraschende Wendungen, die ich so nicht vorhergesehen habe. Allerdings habe ich glücklicherweise zuvor nicht die Kurzbeschreibung zum Buch gelesen, da dort leider schon zu viel verraten wird.

Das Hörbuch wurde von Rebecca Veil eingesprochen, und ich habe ihrer angenehmen Stimme sehr gerne gelauscht. Auch das Sprechtempo war perfekt.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Warum wird ein Mensch zum Mörder?

Ausreden
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1996 sorgte in Österreich und auch international der Fall der Elfriede Blauensteiner für Aufsehen, die mehrere Menschen, die sie pflegte, ermordet und sich an ihrem Vermögen bereichert hat. Der Journalist ...

1996 sorgte in Österreich und auch international der Fall der Elfriede Blauensteiner für Aufsehen, die mehrere Menschen, die sie pflegte, ermordet und sich an ihrem Vermögen bereichert hat. Der Journalist Florian Klenk hat Aussagen Blauensteiners, die während eines Gesprächs mit der Gerichtspsychologin Sigrun Roßmanith in der Justizvollzugsanstalt protokolliert wurden, redigiert und gekürzt. Der dabei entstandene Monolog bildet den ersten Teil von „Ausreden“ und vermittelt einen interessanten Eindruck von Elfriede Blauensteiner und ihrem Selbstbild.

Der zweite Teil besteht aus der „Nachrede“, in welcher der Autor über die Fakten, die zu den Fällen bekannt sind, Blauensteiners Herkunft, ihre Familie und die damals sehr sensationslüsterne Berichtserstattung von Teilen der Presse schreibt.

Da das Buch mit dem Monolog beginnt und ich mit Blauensteiners Fall nicht vertraut war, sind manche Passagen schwer zu verstehen. Im Nachhinein hätte ich lieber den zweiten Teil zuerst gelesen. Zudem frage ich mich, wie stark das Protokoll redigiert und gekürzt wurde, weil der Text in seiner Form beinahe poetisch wirkt und nicht wie natürliche gesprochene Sprache.

„Ausreden“ ist kein klassisches „True Crime“-Buch, das den Fokus auf die Taten selbst legt. Vielmehr interessiert hier der soziologische Aspekt: Welchen Anteil hatte Elfriede Blauensteiners Kindheit daran, dass sie einerseits fixiert darauf war, zu füttern und zu pflegen, und sie anderseits hilfsbedürftige Menschen quälte und schließlich gezielt ermordete? Blauensteiners Aussagen im Monolog lassen auf eine lieblose, entbehrungsreiche Kindheit schließen. Wie wirkte sich das auf ihre Moral aus?

Beim Lesen wird schnell deutlich, dass Blauensteiners Angaben zu den Todesfällen „Ausreden“ sind und den gerichtsmedizinischen Gutachten widersprechen. Ich fragte mich deswegen allerdings, inwieweit ich dann ihren Angaben zu ihrer Kindheit Glauben schenken darf. Hat sie hier auch gelogen, die Tatsachen bewusst verdreht? Hier hätte ich gerne etwas darüber erfahren, ob Florian Klenk versucht hat, Blauensteiners Angaben zu ihrer Kindheit zu verifizieren, auch wenn dies nach so vielen Jahren schwierig sein dürfte. Da er seine kriminalsoziologische Argumentation jedoch auf eben diesen Angaben gründet, fände ich es wichtig zu erfahren, inwieweit diese überhaupt zutreffend sind. Daher ist der Erkenntnisgewinn des Buches für mich begrenzt und Klenks Schlüsse stehen auf wackligen Beinen. Das Buch regt jedoch in jedem Fall dazu an, sich über die Gründe Gedanken zu machen, aus denen manche Menschen zu Straftätern werden und andere, die einen ähnlichen Hintergrund haben, nicht.

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