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Veröffentlicht am 31.08.2025

Wer liebt mehr?

Haralds Mama
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Wer liebt mehr?

Wenn zwei Frauen den gleichen Mann lieben, dann kommt es eigentlich immer zu Komplikationen. Allerdings geht es in diesem Buch nicht um zwei Liebhaberinnen, sondern um Freundin und Mutter. ...

Wer liebt mehr?

Wenn zwei Frauen den gleichen Mann lieben, dann kommt es eigentlich immer zu Komplikationen. Allerdings geht es in diesem Buch nicht um zwei Liebhaberinnen, sondern um Freundin und Mutter. Jede der beiden Frauen denkt, es besser zu wissen und das Beste zu wollen. Doch was, wenn beide gegen Wände rennen? Wenn beide Angst haben, jemanden zu verlieren?

Wir befinden uns in einem kleinen Flughafen im Norden Schwedens. Mutter und Freundin warten auf Harald. Dieser war wegen eines Vorfalls und seiner Tablettensucht in einer Klinik und soll nun zurückkommen. Beide wollen ihn abholen und dann kommt es, wie es kommen muss. Sein Flieger hat Verspätung und beide müssen warten. Im beengten Raum und mit vielen Vorurteilen und Unverständnis der anderen gegenüber.

Beim Lesen dieses Buches musste ich sofort daran denken, dass ich hoffentlich nicht mal so werde. Ich möchte nicht die “böse” Schwiegermutter sein, sondern für meinen Sohn da sein. Aber auf eine gute Art. Denn die Angst, den eigenen Sohn zu verlieren, zieht sich wie ein roter Faden durch die Seiten. Auch wenn seine Mutter nach außen schnippisch und egozentrisch wirkt, hat sie Angst, die Bindung zu ihm zu verlieren. Doch muss sie es irgendwie schaffen, ihm den Freiraum zu geben und zu akzeptieren, dass nun eine andere Frau seine Nummer eins ist. Dass er sich ein Leben mit ihr aufbauen möchte. Zwischen der erdrückenden Liebe, die manchmal kaum Luft zum Atmen lässt, und der verzweifelten Suche nach dem richtigen Maß an Nähe und Freiheit entfaltet sich eine sehr intensive Stimmung zwischen der Mutter und der Freundin von Harald.

Zwischen Gegenwart und Rückblicke auf das bisherige Leben kann man viel von der Dynamik zwischen den einzelnen Protagonisten mitbekommen. Und die ist nicht gerade herzlich. Der Schreibstil ist dabei sehr deutlich und ungeschönt. Gedanken werden frei herausgelassen und lassen keinen Raum für Interpretation.

ISBN: 978-3847902188
Autorin: Johanna Frid
Verlag: Eichborn
Veröffentlicht. 25.07.25
Umfang: 320 Seiten

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Familie kann man sich nicht aussuchen

Die Ferien
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Familie kann man sich nicht aussuchen

Wie kann man sich den familiären Traditionen entziehen? Wie kann man seinen Eltern beibringen, dass man andere Vorstellungen vom Leben hat?

So geht es Keru und Nate. ...

Familie kann man sich nicht aussuchen

Wie kann man sich den familiären Traditionen entziehen? Wie kann man seinen Eltern beibringen, dass man andere Vorstellungen vom Leben hat?

So geht es Keru und Nate. Ein ungleiches Paar mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen verbringen zwei chaotische Sommerurlaube mit ihren Schwiegereltern. Und die wollen nur eines: Enkelkinder. Während Keru unter dem stetigen Druck und den Erwartungen ihrer Familie zunehmend verzweifelt, zieht sich Nate immer tiefer in seine Forschung zurück. Schließlich droht ihre Beziehung daran zu zerbrechen, dass beide keinen gemeinsamen Weg aus dieser Belastung finden.

Nicht jeder empfindet sein Glück darin, Kinder zu bekommen. Und leider kann da kaum ein Außenstehender nachvollziehen. Vor allem nicht die eigenen Eltern.

Da ich selbst auch schon immer Kinder wollte, kann ich vermutlich auch nicht jeden Gedanken nachvollziehen, aber voll und ganz verstehen, wenn sich Frauen und Paare dagegen entscheiden. Jeder kann und darf sein Leben so leben wir man es möchte. Sei es nun mit oder ohne Kinder. Denn ja, ohne Kinder hat man definitiv mehr Freiheiten im Leben. Und Wang hat es auf eine ganz tolle und kluge Art geschafft, sich diesem Thema zu nähern. Auch wie es kulturell zwischen den beiden Familien abläuft. Wie Vorurteile entstehen und wie es zwischenmenschlich eskalieren kann.

Trotz des ja eher ernsteren Themen, bleibt der Humor. Oft musste ich schmunzeln und habe so manche Diskussion nachvollziehen können. Die Autorin hat es jedenfalls geschafft, ein Buch zu schreiben, das trotz harter Auseinandersetzungen wie Rassismus und unterschiedliche Lebensentwürfe einen lockeren und humorvollen Ton behält. Das macht das Buch zugänglich für viele Menschen, da man oft nicht den erhobenen Zeigefinger lesen, sondern sich unterhalten lassen möchte.

ISBN: 978-3910372481
Autorin: Weike Wang
Verlag: Kjona
Veröffentlicht. 22.07.25
Umfang: 208 Seiten

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Welches Leben leben wir?

Frauen im Sanatorium
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Welches Leben leben wir?

Die Idee hinter dem Buch hat mich sehr angesprochen und daher wollte ich das Buch gern lesen.
Denn Anna befindet sich in einem Sanatorium. Dort trifft sie auf ungewöhnliche Menschen. ...

Welches Leben leben wir?

Die Idee hinter dem Buch hat mich sehr angesprochen und daher wollte ich das Buch gern lesen.
Denn Anna befindet sich in einem Sanatorium. Dort trifft sie auf ungewöhnliche Menschen. Zum Beispiel Elif mit ihren täglichen Märchen, Marija mit den Monologen über ihre Mutter und die Soldatin Katharina mit ihren nächtlichen Trinkritualen. Sie vertraut sich außerdem einem Flamingo an und spricht mit ihrem Vogel über die Liebe, die selbst an diesem merkwürdigen Ort spürbar bleibt. Es ist eine Geschichte über Suchende, Fremde und Verlorene sowie über die Kraft des Erzählens.

Ich kann es gar nicht genau beschreiben, aber ich konnte mich in dieses Buch fallen lassen. Auch wenn ich selbst bisher “nur” auf einer Kur war, konnte ich so manches nachvollziehen. Man versucht irgendwie dem Alltag zu entkommen und doch ist er immer präsent.
Man weiß selbst als Leser nicht so genau, was wahr ist und was nicht. Denn das Tagebuch, das Anna von ihrer Mitinsassen bekommt, enthält viele Geschichten - doch was davon ist Fiktion und was Wirklichkeit?

Wir sind im Kopf von Anna und genauso fühlt es sich auch an. Gedanken, die springen. Erinnerungen und dann sind wir wieder in der Gegenwart. Aber das macht es zum Teil auch schwer zu verstehen und der Geschichte an sich gut folgen zu können. Es war ein Leseerlebnis, aber ein bisschen mehr Struktur hätte es meiner Meinung nach dennoch vertragen können.

Und auch wenn ich Cover oft nicht beurteile, muss ich hier sagen, ich liebe es. Dadurch bin ich zuerst auf es aufmerksam geworden.

ISBN: 978-3498007324
Autorin: Anna Prizkau
Verlag: rowolth
Veröffentlicht. 15.07.25
Umfang: 304 Seiten

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Ein guter Krimi

Eisfeld – Dunkle Enthüllungen
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Ein guter Krimi

Das Buch ist der zweite Teil einer Reihe. Ich habe es jedoch als erstes gelesen und auch das geht, da der Fall selbst in sich abgeschlossen ist. Wer jedoch nicht zu dem vorherigen Fall ...

Ein guter Krimi

Das Buch ist der zweite Teil einer Reihe. Ich habe es jedoch als erstes gelesen und auch das geht, da der Fall selbst in sich abgeschlossen ist. Wer jedoch nicht zu dem vorherigen Fall ein paar kleine Hinweise lesen möchte, sollte mit dem ersten beginnen.

Der Investigativ-Journalist Peter Hester wird in der Innenstadt ermordet und die Ermittlerin Mara Eisfeld ermittelt. Neben privaten Problemen muss sie herausfinden, ob die Täter aus einem Racheakt der gefürchteten Tiznit-Bande heraus gehandelt haben.

Die Geschichte ist gut und lässt den Leser miträtseln und mitermitteln. Auch die Protagonisten fand ich wirklich gut und glaubwürdig. Niemand wirkt eindimensional, jeder hat seine Vergangenheit, Geheimnisse und eigene Beweggründe. Allerdings war es für mich am Ende zu viel Privates. Ich lese einen Krimi, weil ich den Fall verfolgen möchte und nicht das Privatleben der Ermittlerin. So ein bisschen ist immer gut - auch um Handlungen verstehen zu können, aber es muss dennoch im Rahmen bleiben.

Der Schreibstil war spannend und dennoch etwas locker, sodass man nicht nur in einer düsteren Ermittlerumgebung war. Und auch hier wieder - die kurzen Kapitel mag ich. Sie lassen einem Zeit zu kurz durchzuatmen und nachzudenken.

Dennoch war es alles in allem ein guter Krimi, der mich unterhalten hat und wenn es die Zeit zulässt, werde ich mir auch den ersten Band noch durchlesen.

ISBN: 978-3426448236
Autor: Steffen Weinert
Verlag: DroemerKnaur
Veröffentlicht. 01.07.25
Umfang: 288 Seiten

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Generationsübergreifende Geschichte

Frank & Red
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Generationsübergreifende Geschichte

Ich mag solche Generationsübergreifenden Bücher sehr und daher wollte ich das Buch gern lesen. Ich war sofort von der gefühlvollen Art der Geschichte berührt. Zwei ...

Generationsübergreifende Geschichte

Ich mag solche Generationsübergreifenden Bücher sehr und daher wollte ich das Buch gern lesen. Ich war sofort von der gefühlvollen Art der Geschichte berührt. Zwei wirklich sehr unterschiedliche Charaktere treffen aufeinander und genau darin liegt die Grundidee dieses Romans. Frank ist ein Mann, der nach dem Verlust seiner Frau kaum weiß, wie er sein Leben weiterführen soll. Er hängt noch sehr an seiner verstorbenen Partnerin, sieht sie überall und sucht nach einem neuen Sinn. Red dagegen ist ein offener Junge, neu in die Gegend gezogen und der ohne Scham spricht und sich ganz frei ausdrückt. Die Gespräche zwischen den beiden sind mal tiefgründig, mal kindlich direkt und gerade deshalb so ehrlich und bewegend.

Auch wenn die Grundidee nicht neu ist, überzeugt die Umsetzung auf eine ganz besondere Weise. Coyne schafft es, die sensible Frage danach, wie das Leben nach einem schweren Verlust weitergehen kann, in eine Geschichte zu verpacken, die trotz aller Schwere warm und tröstlich wirkt. Es ist ein Roman, der ans Herz geht, einen zum Nachdenken bringt und dennoch ein echtes Wohlfühlbuch bleibt. Besonders die kindliche Sichtweise, die ungeschönt und frei herauskommt, macht diese Begegnung zwischen Frank und Red so besonders und hat mich beim Lesen tief bewegt.

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