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Veröffentlicht am 18.01.2020

Die Geschichte einer Stadt

Wir gegen euch
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Björnstadt ist nach dieser schrecklichen Tat tiefer denn je gespalten. Der Hass vereinnahmt die Stadt und ihre Bewohner in einem bisher ungeahnten Ausmaß. Da ist Maya und ihre Familie, alle noch immer ...

Björnstadt ist nach dieser schrecklichen Tat tiefer denn je gespalten. Der Hass vereinnahmt die Stadt und ihre Bewohner in einem bisher ungeahnten Ausmaß. Da ist Maya und ihre Familie, alle noch immer traumatisiert und kämpfen sich durch jeden Tag. Da ist das Eishockeyteam vielmehr das was davon übrig geblieben ist und eine neue Trainerin, die dieses Team wieder zu einem Team machen will. Da ist der Bärenpelz mit Ramona, in dem alle irgendwann aufschlagen sei es um ein Bier zu trinken. In dem Ramona die schwärzesten Zeiten erlebt und auch die glücklichsten. Da haben wir Ana, die ihrer Freundin zur Seite steht und einen ihrer schlimmsten Fehler begeht und gleichzeitig ihre erste große Liebe findet und sie ebenso schnell auf tragische Weise verliert. Da haben wir Benny, der unfreiwillig geoutet wird und sich von da an einen ebensogroßen Shitstorm stellen muss wie einst Maya. Da haben wir Bobo, der es nie gelernt hat richtig gelernt hat Schlittschuh zu fahren, aber ein ganz besondere Familie hat. Da haben vier die 5 Onkel in schwarzen Jacken mit ihren Frauen, die mehr sind als die Truppe. Sie alle leben in Björnstadt und leben für Eishockey und ihre Mannschaft die Bären. Doch dieses Jahr schaukelt sich alles hoch, sie müssen alle stark sein, stärker wie sonst. Denn ein Politiker treibt ein ganz übles Spiel mit ihnen allen.

Der Autor hat einen durchaus fließenden Schreibstil. Jedoch erzählt er wie im Vorgängerband nicht nur eine Geschichte sondern viele. Als jemand, der seine Vorgänger Romane alle gelesen und lieben gelernt hat, wird man nicht unbedingt mit diesen Fortsetzungsroman glücklich. Man hat sogar teilweise das Gefühl der Autor würde sich in den vielen einzelnen Geschichten verlieren.

Es gibt viele kleinere Handlungsstränge, die immer wieder unterbrochen werden und dann später immer wieder aufgegriffen und weiter erzählt werden. Als Leser verliert man schon mal den Überblick von dem was geschieht und von dem was vielleicht in vielen Jahren passiert. Grade wo man als Leser für einen Handlungsstrang mit einer Figur Feuer und Flame ist bricht der Autor diesen ab, um eine andere Figur für eine kurze Zeit in den Mittelpunkt zu stellen.

Es gibt so unglaublich viele Figuren, das man gar nicht so genau weiß welche man besonders hervorheben soll. Jedoch sind die Figuren gerade oder leider deshalb nicht besonders tiefgründig. Man streift sie und nimmt hier und da ein paar Infos von ihnen auf. Und drei Seiten weiter hat man diese auch schon wieder vergessen. Das ist auch das große Manko dieses Buches, da der Autor zu viele Figuren im Fokus hat kann er zwangsläufig diese nicht tiefer und schärfer ausgestalten.

Das Buch beginnt mit einer unglaublichen Wut, die man als Leser förmlich durch die Seiten, Zeilen und Wörter fühlen kann. Die ganze Geschichte um Maya wird noch mal hervorgeholt und aufgewärmt. Danach verliert das Buch an Intensität. Der allwissende Erzähler berichtet neutral ja teilweise auch gleichgültig. Häufig ist er auch unzuverlässig. Springt in die Zukunft und malt eine Zukunft aus, von der man nicht sicher ist ob es diese geben wird oder aber auch nicht. Als Leser hat man oft eine solche Wut im Bauch und wird dann vom Erzähler ausgebremst, indem dieser manches einfach runterspielt oder anders in den Fokus stellt. Der Autor versucht mit diesem Erzählverhalten alle Figuren gerecht zu werden. Leider wird er dem Leser dadurch nicht mehr gerecht.

Fazit: Es gibt kein nur schwarz oder weis. Es gibt noch jede Menge grau dazwischen. Ganz ehrlich ich bin von dem Autor enttäuscht. Er zieht mit diesem Fortsetzungsroman die Geschichte unnötig in die Länge. Ich hätte es ja noch verstanden wenn er den Fokus auf nur ein oder drei Figuren gerichtet hätte, aber er versucht eine nein zwei Städte mit allen ihren unterschiedlichen Prägungen und Erwartungen und Träumen darzustellen. Und scheitert. Es kommt einen so vor als würde man immer zu ein und die gleiche Geschichte nur aus verschiedenen Blickwinkeln lesen und das wird mit der Zeit langweilig. Zumal man sich nicht wirklich auf den Erzähler verlassen kann und man sich auf so viele Figuren konsentrieren muss und nicht wirklich eine Figur findet, mit der man Hand in Hand durch dieses Buch schreiten will bzw. kann. Wenn man die anderen Backmann Romane kennt und diese lieben gelernt hat wird man nicht unbedingt ein Freund von diesem hier werden. Ich hätte mir so gewünscht das dieser Folgeroman so wie die andern Romane gewesen wären sozialkritisch aber doch so das sie einen ans Herz wachsen. Sozialkritisch ist dieser hier zwar auch aber er schafft es einfach nicht einen ans Herz zu wachsen. Gut der der Autor hat ja auch ne Menge Themen, die alles andere als einfach sind Vergewaltigung, Politik, Fankult, Erwachsenwerden, Alkoholkonsum, Drogenkonsum, Freundschaft und Eishockey. Alles zusammen ergibt das einen ziemlich großen Haufen an Dingen und Menschen und Interaktionen, die irgendwann aufeinandertreffen und das eben nicht frei von Emotionen und Folgen.

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Veröffentlicht am 11.01.2020

Der Franz hat es wirklich nicht leicht

Leberkäsjunkie
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Da sind wir wieder in der bajuwarischen Provinz. Eberhofer also der Franz hat es wirklich nicht leicht. Ehrlich gesagt geht’s ihm gesundheitlich grad gar nicht so doll. Hinzu kommt dann auch noch ein Mord ...

Da sind wir wieder in der bajuwarischen Provinz. Eberhofer also der Franz hat es wirklich nicht leicht. Ehrlich gesagt geht’s ihm gesundheitlich grad gar nicht so doll. Hinzu kommt dann auch noch ein Mord und ein Brand. Und dadurch zieht jetzt die Exwirtin auch noch bei der Familie Eberhofer ein. Doch irgendwas scheint dem Franz vor dem Magen zu stehen. Der Doktor will ihn auch unbedingt sehen. Doch Franz geht wie man ihn kennt seinen Lieblingsgelüsten weiter nach. Tja und dann muss er ja auch noch den Mord aufklären. Und dann will doch tatsächlich eine Berliner Firma ein Luxushotel hier bei ihnen hinsetzten. Und schon drehen die Dörfler frei. Die eine Hälfte ist dafür die andere dagegen. Und aus heiterem Himmel reist es den Franz aus den Latschen und ist für volle 2 Tage außer Gefecht gesetzt. Wieder auf den Beinen setzt er seine Ermittlungen fort. Mit der Susi hat er auch noch so ein kleineres Verständigungsproblem und seine Oma ja von der bekommt er grad nur noch gesundes Zeug vorgesetzt. Und dann schaffens doch tatsächlich seine werten Mitbürger sein geliebtes Dienstfahrzeug vollkommen zu demolieren. Also das übliche Chaos mit dem Franz sich rumschlagen muss kaum zu schweigen davon, dass sein Papa den zweiten Frühling erlebt. Aber so nach und nach kommen sie dem Täter näher…

Die Autorin hat einen spritzigen und humorvollen flüssigen Schreibstil, der einen ein ums andere Mal zum grinsen und kichern ja sogar zum lauten Losprusten bringt.

Die Protagonisten allen vorweg der Franz ist schon eine Marke für sich. Er agiert recht pragmatisch und unorthodox. Das ihn seine Mitbürger samt Familie noch nicht ins Irrenhaus gebracht haben ist wirklich ein Wunder. Ja mai das die Handlung immer so einwenig haarscharf an der Realität vorbeischrammt und den Provinzler an sich nicht gerade in ein positives Licht rücken sei mal dahingestellt. Auch das der Rudi mal so eben eine Amtsanmaßung begeht zeigt einfach das die Uhren da unten in der bayrischen Provinz zum einen etwas nachgehen und auch nicht ganz so fest angezogen werden.

Die Handlung ist recht amüsant und großteils einfach nur zum brüllen. Gut der Mord natürlich nicht aber die Versuche diesen Aufzuklären schon und erst recht wie Franz auf eine recht radikale Ernährungsumstellung eingestellt werden soll. Habe verschiedene Szene richtig vor Augen gehabt. Muss an dieser Stelle aber auch sagen, das ich mir den Film nicht angesehen habe. Aber gegen Ende lichtet sich das Chaos.

Fazit: All jene die gerne eine humorvollen Krimi lesen wollen, bei dem man mal auch lachen und schmunzeln kann und dem bayrischen Dialekt nicht ganz abgeneigt sind, lege ich diesen kurzen Krimi wärmstens ans Herz. Übrigens auch für Nordlichter geeignet, eine kleine Dialektkunde ist ganz hinten im Anhang. Und auch das eine oder andere Rezept zum ausprobieren. Toller Krimi zum Brüllen komisch mit ganz besonderen Protagonisten.

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Veröffentlicht am 07.01.2020

langweiliger Thriller

Blutblume
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Sara aus der schwedischen Provinz wagt in der Großstadt Stockholms einen Neuanfang. Ihr Neuanfang beginnt in einem schäbigen und heruntergekommenen Zimmer am Rande Stockholms und in einem kleinen Imbiss. ...

Sara aus der schwedischen Provinz wagt in der Großstadt Stockholms einen Neuanfang. Ihr Neuanfang beginnt in einem schäbigen und heruntergekommenen Zimmer am Rande Stockholms und in einem kleinen Imbiss. Ihre Tage verlaufen routiniert wie ein Uhrwerk. Nach einer Weile hat sie sich sogar mit ihren Mitmietern abgefunden und mit den beiden Frauen die den Imbiss leiten. Doch so rund läuft es nur oberflächlich in ihrer Unterkunft passieren schon seltsame Dinge. Und eines Tages tritt Bella in ihr Leben. Zunächst nur als Gast in dem Imbiss. Doch es dauert gar nicht lange und Sara findet sich in einer sehr bekannten Agentur wieder. Plötzlich arbeitet sie mit Bella an Projekten und sie sind die besten Freunde. Sie verstehen sich so gut das Sara sogar bei ihr einzieht. Und ab da beginnen die Merkwürdigkeiten wirklich seltsam zu werden. Es fängt damit an das sie sich auf Schritt und tritt verfolgt fühlt, sie auf dem Dachboden überfallen wird und endet mit einem weiteren Überfall in einem Tunnel, wo sie doch den in ihrer Heimatstadt noch nicht mal verarbeitet hat. Hinzu kommt das plötzlich die alten Freunde von Ihrem verstorbenen Vater unbedingt Kontakt suchen. Als Sara anfängt sich nach und nach den Heftern ihres Vaters zu widmen werden die Merkwürdigkeiten mehr. So dass sie einen Therapeuten aufsuchen muss aber auch hier stimmt etwas nicht. Als sie dann auch noch ihre beste Freundin mit ihrem Freund im Bett erwischt überschlagen sich die Ereignisse und Bella gerät wortwörtlich unter die Reder.

Gerne würde ich sagen die Autorin hätte einen flüssigen Schreibstil, was ich leider an dieser Stelle nur temporär sagen kann. Immer wenn man sich als Leser auf die Geschichte eingelassen hat und meint in der Geschichte angekommen zu sein, macht die Autorin einen Kat und reist den Leser mit aller Macht und Gewalt aus dem Fluss raus. Und schmeißt einen quasi ins unbekannte kalte dunkle Wasser. Die Autorin greift Themen wie Missbrauch, Menschenhandel, Prostitution und allerlei schwedische Skandale auf.

Die Figuren wirken recht oberflächlich. Bestes Beispiel Sara. Erst wird sie als intelligente, taffe junge Frau beschrieben, die zwar schwer traumatisiert ist, aber unbeirrt ihren Weg gehen will. Rüber kommen tut sie allerdings wie ein naives kleines Dummchen, das sich manipulieren und korrumpieren lässt. Sie lässt sich von dem schönen Schein blenden. Betrachtet ihre Arbeitgeberin schon nach sehr kurzer Zeit als allerbeste Freundin. Zieht sogar bei ihr ein. Hält keinerlei Distanz zwischen Privat- und Berufsleben. Und taucht auch gleich mit ihrer neuen Freundin in die Partyszene ab. Zeitweise hätte ich am liebsten das Buch gegen die Wand geschmissen da mich das naive Geschwafel und Rumgesülze einfach nur genervt hat. Und dann passiert was und was macht sie? Nix. Ab und dann schnappt sie sich mal einen Hefter und ließt darin schaut dann auch noch ins Internet aber die richtigen Fragen stellt sie nicht und das bei dem Studium das sie angeblich hat. Sie ist schlicht nicht glaubwürdig in keinster Weise. Die wirklich tragische Figur, die nie eine Chance hatte war Bella.

Die Handlung ist nicht wirklich greifbar und auch teilweise unrealistisch. Angefangen damit, dass die Autorin mit einem Thema anfängt und dann abschweift um sich einen andern zu widmen. Die Idee Zeitungsausschnitte zu zitieren ist wirklich eine geniale Idee, aber sie übertreibt einfach. Außerdem reist sie damit den Leser aus seinen Fluss. Und dann die ewig langen Kapitel. Innerhalb der Kapitel gibt es dann immer wieder diese Sprünge. Das fand ich als Leser regelrecht frustrierend. Sie wollte möglichst viel in diesen Roman an Themen unterbringen und hat sich dabei leider verzettelt. Das viele Störfeuer von allen Zeiten lenkt von der eigentlichen Handlung ab und wirkt am Ende einfach nur konfus. Zeitweilig kam ich mir vor wie in einen Liebesschmöker und nicht wie in einen Thriller. Ein Buch ist und bleibt ein Buch und dann wirkt es auf dem Leser dann doch befremdlich wenn man hier und da quasi Regieanweisungen für eine Figur ließt. Entweder man schreibt ein Drehbuch bzw. ein Theaterstück oder man schreibt einen spannenden Thriller. Elemente wie den heftigen Streit zwischen Sara und einer „Freundin aus Schultagen“ sind zwar richtig großes Kino und machen sich auf der Theaterbühne bestimmt großartig, aber bei einem Thriller, wie diesem hier war es lediglich ein Pausenfüller, der mal wieder die Handlung sonst wohin führte. Und da wären wir auch schon wieder bei den vielen Abschweifungen ins nichts. Dadurch wurde der Thriller ein ums andere mal unnötig in die Länge gezogen.

Fazit: Ein gänzlich enttäuschender Thriller, mit richtig wenig Spannung und viel zu vielen Handlungssträngen die größtenteils in Leere laufen. Zudem sind die Figuren unglaubwürdig. So richtig kann ich den Thriller hier leider nicht empfehlen. Vielleicht steigert sich die Autorin ja noch in den Folgebänden der Trilogie…

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Veröffentlicht am 01.01.2020

Abschiednehmen bedeutet auch immer einen neuen Anfang wagen

Postscript - Was ich dir noch sagen möchte
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Holly Kennedy hat vor 7 Jahren ihren Mann an Krebs verloren. Nun 7 Jahre später hat sich ihr Leben geändert und ihre Schwester kommt auf die Idee einen Podcast zum Thema Tod zu machen. Durch diesen Podcast ...

Holly Kennedy hat vor 7 Jahren ihren Mann an Krebs verloren. Nun 7 Jahre später hat sich ihr Leben geändert und ihre Schwester kommt auf die Idee einen Podcast zum Thema Tod zu machen. Durch diesen Podcast werden 4 Sterbenskranke Personen auf sie aufmerksam. Denn eigentlich hat Holly damit abgeschlossen. Sie hat eine harte Mauer um sich aufgebaut. Durch diese Veranstaltung die Aufgezeichnet und auch im Internet zusehen ist muss sie sich dem allen erneut stellen. Der „PS Ich liebe dich Club“ braucht ihre Hilfe. Nach anfänglichem Zögern nimmt sie diese Herausforderung an und lernt 4 wundervolle Persönlichkeiten kennen und lieben. Sie hilft ihnen dabei den Abschied von ihren geliebten Menschen zu erleichtern. Jeder Abschied ist etwas ganz besonderes und einmaliges und berührt nicht Hollys Herz sondern auch die Menschen die zurückgeblieben sind. Für Holly ist es ein neuer Anfang, sie wird wieder zu der liebevollen und sensiblen Frau, die sie mal war. Auch ihr verstorbenen Mann Gerry hat doch noch was für auf den Weg für sie hinterlassen.

Die Autorin schafft es mit einem einfühlsamen und flüssigen Schreibstil den Leser zu fesseln. Sie schließt diesen Roman an PS ich liebe dich an jedoch aber 7 Jahre später. Was ich als sehr gelungen betrachte. Denn die Figuren haben sich weiter entwickelt. Denn das Leben bleibt nicht einfach so stehen es schiebt einen voran. Die Autorin schafft es das wirklich heikle Thema Sterbebegleitung und etwas zu hinterlassen so darzustellen ohne das es ins Kitschige abdriftet.

Als ich die ersten Seiten lass habe ich gedacht „Himmel was ist denn mit Holly passiert“ so hart. Doch im Laufe der Geschichte wird klar das Holly eine unsichtbare Mauer aufgebaut hat und diese wird im Laufe der Geschichte nach und nach abgetragen. Sie öffnet sich dem Leben und der Liebe und hilft anderen ihr vorher vollkommen unbekannte Menschen dabei etwas für ihre Verwandten zu hinterlassen, das ihnen hilft.

Die Figurenauswahl war einfach genial. Ich habe mit allen mitgelitten. Mir sind ein ums andere mal die Tränen gekullert und mit teilweise aus dem Schniefen nicht mehr rausgekommen. Das junge Mädel das sein Baby nie aufwachsen sehen wird und ihr einen einzigen Brief hinterlässt. Der Familienvater, der sich auf eine ganz besondere Weise uns sehr persönlich von seiner Familie verabschiedet. Oder der alter Mann, der seine Frau mit kleinen Gedichten in ihrer beider Vergangenheit zurück begleitet. Oder die alte Dame die alles Vorbereitet, damit ihr Mann sich auch ohne sie zurechtfindet. Holly macht alles diese Abschiede ganz individuell und einmalig. Man sieht welche Entwicklung sie hinlegt und auch all die anderen Figuren. Doch mit diesen 4 Personen endet die Geschichte nicht sie beginnt erst, denn Holly will weiter helfen, das sterbenskranke Menschen der Nachwelt ihren Liebsten und Freunden etwas hinterlassen, sie in Erinnerung bleiben lässt. Nein einfach sind die Figuren nun wirklich nicht gestrickt, alle haben ihr Päckchen zu tragen alle wollen ihre Liebsten den Abschied erleichtern. Auch wenn sie alle an der Schwelle zum Tod stehen bringen sie gemeinsam mit Holly die Kraft und Energie auf ihren persönlichen Plan zu verwirklichen.

Fazit: Die Autorin packt das Thema Sterbebegleitung auf eine ganz besondere Weise an. Sie spricht bei dem Leser Emotionen an ohne dass es ins Kitschige abgleitet. Die Geschichte packt einen. Ich will gar nicht verschweigen bei mir viele Tränen gekullert sind, ganz einfach aus dem Grund da ich die Gefühle der Zurückgebliebenen mehr als nur nachvollziehen kann. Ja es geht in diesem Buch um den Tod aber es geht auch um einen Neuanfang und auch darum wie es weitergeht. Für alle die sich dem schweren Thema Verlust und Neuanfang stellen wollen sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Haltet die Taschentücher bereit!

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Veröffentlicht am 01.01.2020

ein kurzweiliger und humorvoller Krimi

Hamish Macbeth und der tote Witzbold
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Ein alter Greis ruft seien ganze Verwandtschaft zusammen, da er der Meinung ist das er bald stirbt. Nun ja es war mal wieder nur ein übler Scherz, einer von vielen schrecklichen, die er seiner Familie ...

Ein alter Greis ruft seien ganze Verwandtschaft zusammen, da er der Meinung ist das er bald stirbt. Nun ja es war mal wieder nur ein übler Scherz, einer von vielen schrecklichen, die er seiner Familie schon seit langer Zeit spielt. Nur das er kurze Zeit später wirklich tot ist. Und nun geht es los jeder verdächtig jeden. Spuren werden vorsätzlich von der Verwandtschaft vernichtet und die Ermittler einschließlich Hamish stehen vor dem Problem, wie den Mörder überführen wenn keine Spuren vorhanden sind. Noch ehe sie dafür eine Lösung haben kommt es zu einen weiteren Mord. Eine Schauspielerin, die mit dem Adoptivsohn des alten Greises verlobt war kommt über Nacht auch ums Leben. Nun kommt Bewegung in die Sache und alles werden immer und immer wieder vernommen. Wobei die Ermittlung eher dilettantisch daherkommen und die Ermittler immer mehr in reinen Nebel herumstochern. Erst ein Ausflug bringt Hamish auf die richtige Fährte. Grade noch rechtzeitig, denn ein weiterer Mord ist schon in Planung.

Obwohl die Autorin einen flüssigen und auch humorvollen Schreibstil hat, schafft sie es leider nicht den Leser irgendwie zu fesseln. Dieser Krimi wirkt eher wie die Vorlage zu einem Theaterstück nicht zuletzt da die Schauplätze sehr überschaubar sind und wirklich alle fast ständig zusammenhocken.

Die Handlung nun ja ist überschaubar. Es gibt hier und da kleine Handlungsbögen und auch ein klein wenig Spannung aber im großen und ganzen quält man sich als Leser durch manche Passagen einfach nur durch.

Die Figuren herje ganz ehrlich so eine Familie wünscht sich garantiert niemand. Der reinste Kindergarten. Jeder ist nur auf sich bedacht. Der Herr des Hauses war wirklich ein Scheusal keine Frage aber die Kinder von ihm herje jeden einzelnen von ihnen, egal wie schwer ihre Kindheit war, sind einfach nur scheußlich.

Fazit: Ein kurzweiliger Krimi, der sich leicht ließt aber kaum Spannung bietet und wirklich nur für kurze Ablenkung geeignet. Kein Glanzstück der Krimikultur.

  • Humor
  • Cover
  • Geschichte
  • Spannung
  • Charaktere