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Veröffentlicht am 14.08.2019

Der Mörder läßt das Morden nicht

Blutsbande
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Der Mörder lässt das Morden nicht.

Im Mittelpunkt dieser mörderischen Geschichte stehen 4 Kinder. Durch kuriose Umstände kommen in deren Umfeld nacheinander erst Katzen und dann Menschen unter merkwürdigen ...

Der Mörder lässt das Morden nicht.

Im Mittelpunkt dieser mörderischen Geschichte stehen 4 Kinder. Durch kuriose Umstände kommen in deren Umfeld nacheinander erst Katzen und dann Menschen unter merkwürdigen Umständen ums Leben. Unglücklicherweise spielt das Element Wasser dabei eine entscheidende Rolle. Durch die Umstände gehen die Kinder davon aus das jeweils der andere Mitschuld am Tod der verschiedenen Menschen trägt. Durch eine nur zu nachvollziehbare Logik versuchen die Kinder sich gegenseitig zu decken. Viele Jahre später beginnt das Morden erneut gerade als ein Cold Case neuaufgerollt wird. Das Ermittlungsteam um Sjöberg beginnt mit den Ermittlungen, nicht ahnend das eines der nun mittlerweile erwachsenen Kinder in indirekten Kontakt mit ihnen steht. Erst tauchen nach und nach viele ertränkte Katzen auf und dann wird auch noch eine Frau umgebracht. Im Verlaufe der Ermittlungen werden die Verdächtigen und damit die Zahl der möglichen Täter immer mehr. Erst als es fast zu spät ist kommen die Ermittler den wahren Täter gefährlich nahe und gefährden ihr eigenen Leben.
Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil und schafft es den Leser zu fesseln. Einzig die vielen Namen verwirrt den Leser ein ums andere Mal vor allem wenn die Autorin ein ums andere mal zwischen den Vor- und Nachnamen hin und her springt. Erst gegen Ende kann man dann die Namen dann irgendwie zuordnen. Die Autorin schafft es immer wieder den Leser auf eine neue Fährte zu locken und so für Verwirrung zu sorgen. Auch das die Ermittler nur Menschen sind schafft sie gut darzustellen. Jedoch übertreibt sie es an der einen oder anderen Stelle doch sehr. Der Täter agiert für den Leser immer nur am Rande des Schirms so das man ihn gar nicht so recht in Betracht sieht, obwohl dieser ja immer anwesend ist. Interessante Stellen wie das letzte Gespräch zwischen Lillemor und Tor wird nur kurz erwähnt obwohl dessen Inhalt doch wesentlich aufschlussreicher gewesen währe als die Befindlichkeiten eines einzelnen Ermittlers.
Die handelnden Personen wurden gut beschrieben, obwohl es eindeutig viel zu viele waren und der Leser am Ende einfach nur heillos überfordert ist, die Namen eindeutig zuzuordnen. Alle Personen machen eine Entwicklung durch, wobei die eine oder andere Person viel zu sehr in den Fokus gerückt wird, wo diese dann eigentlich nur ablenkt von der eigentlichen Handlung. Am Ende hat man mit den anfangs erwähnten Kinder einfach nur noch Mitleid das sie das alles ertragen mussten.
Fazit: Spannender Krimi mit vielen unerwarteten Wendungen, die Verwirrungen sorgen. Lesenswerter Krimi.

Veröffentlicht am 09.08.2019

Extrem langweiliger Pilgerroman

Liebe in Lourdes
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Unglaublich langweiliger Pilgerroman.

Kassandra macht sich mit gleichgesinnten adligen Ordensmitglieder und einen ganzen Schwung körperlich und geistig beeinträchtigter Kinder und Jungendlichen mit einem ...

Unglaublich langweiliger Pilgerroman.

Kassandra macht sich mit gleichgesinnten adligen Ordensmitglieder und einen ganzen Schwung körperlich und geistig beeinträchtigter Kinder und Jungendlichen mit einem Pilgerzug auf nach Lourdes. Während dieser Pilgerreise müssen dieser adligen Pilger, die fachlich nicht qualifiziert sind, sich um Kinder und Jugendliche kümmern, die teils schwer körperlich und geistig beeinträchtigt sind. Auf dieser Reise hat Kassandra einen Flirt. Sie erliegt auch dem Charme von Lourdes. Kurz am Ende ist sie in einer religiösen Welt gefangen.
Die Autorin hat zwar einen flüssigen Schreibstil schafft es jedoch nicht den Leser dauerhaft zu fesseln. Man muss wohl wirklich katholisch sein um den einen oder anderen Zeitenhieb zu verstehen. Und diese teilt sie gekonnt aus. Sie verbeißt sich regelrecht in das Thema Religion genauer gesagt dem katholischen Glauben. Die Handlung soll es nun eine Liebesgeschichte oder eher eine Abrechnung mit der katholischen Kirche sein? Für mich ist es nichts halbes und nichts ganzes. Am meisten nerven wirklich noch die Fußnoten. Als nicht Katholik steht man die Hälfte des Romans auf dem Schlauch. Einige Spitzen wie den Pilgertourismus, Gaffer, Behinderte, Ehe, Scheidung und Homosexualität werden geschmiesen und ja kurz diskutiert aber alles extrem oberflächlich. Am Ende quält man sich da regelrecht nur noch durch. Der Titel hält auf keinen Fall was man sich als Leser darunter vorstellt. Die Autorin schreibt, was ihr gerade in den Sinn kommt und verliert dadurch irgendwie den roten Faden. Obwohl ja offensichtlich die Pilgerreise im Vordergrund steht und sich die Handlung daran orientiert. Bleibt die Handlung im großen und ganzen oberflächlich. Die Autorin hat es schlicht verpasst an den geeigneten Stellen tiefer einzutauchen und aus einen Episodenroman einen spannenden und anregenden Roman zu gestalten.
Die Figuren sind schlicht und oberflächlich. Vollziehen die Figuren eine Wandlung? Nein nicht wirklich. Sie wirken am Ende einfach nur ein wenig weichgespült. Am Ende schlägt das Herz des Lesers für nicht eine Figur, weil man im Laufe des Romans einfach nicht die Möglichkeit hatte die Figuren tiefer kennenzulernen.
Fazit: Macht einen großen Bogen um dieses Buch. Ihr verpasst nichts. Es ist nichts halbes und nichts ganzes und noch dazu extrem langweilig.

Veröffentlicht am 27.07.2019

Zwischen Leben und Tod steht nur die Gier und ein Organ

Der Preis des Lebens
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Wenn die Organmafia über Leben und Tod von Menschen bestimmt.

Sie operieren im Geheimen, sie spionieren ihre Opfer nach allen Regeln der Kunst aus. Droht das Organ eines reichen Unternehmers, Politikers, ...

Wenn die Organmafia über Leben und Tod von Menschen bestimmt.

Sie operieren im Geheimen, sie spionieren ihre Opfer nach allen Regeln der Kunst aus. Droht das Organ eines reichen Unternehmers, Politikers, Künstlers etc zu versagen genügt eine Bestellung und ein unschuldiger Mensch verschwindet, wird eines Organs beraubt und dann entsorgt. Die Vorgehensweise ist denkbar einfach. Man nutze verschiedene Datenbanken und die sozialen Netzwerke, kurz es wird sich in das Leben eines „entbehrlichen“ gehackt. Ist die Auswahl getroffen wird dieser aus dem Leben extrahiert und das betroffene Organ zum Empfänger gebracht. Dieses Netzwerk kennt keine Skrupel und ist vollkommen gewissenlos.
Auf der anderen Seite, der des Gesetzes stehen ein zum Hauptmann degradierter Polizist und seine ebenfalls degradierte Kollegin. Eigentlich sollen sie nur einige Vermisstenfälle aufarbeiten, doch da kommt ihnen eine Auferstehung auf dem Zentralfriedhof entgegen. In einem Sarg, der den Friedhofspersonal aus den Händen rutscht, purzeln plötzlich 2 Leichen, einer davon fehlt die Leber. Es dauert gar nicht lange und es stellt sich heraus, dass es sich um einen Fall von Organdiebstahl handelt und von da an fangen sich die Ereignisse an zu überschlagen. Die beiden Ermittler suchen fieberhaft nach den Verbrechern ohne zu ahnen, das sie in ein Wespennest stechen und geraten selbst auf das Radar der Organmafia.
Der Autor legt einen schockieren Einstieg in den Roman hin. Er besticht durch einen flüssigen Schreibstil und schafft es den Leser von der ersten Seite an zu fesseln, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will. Er widmet sich in diesen Krimi, der durchaus das Zeug zu einem Thriller hätte dem Thema des illegalen Organhandels genauer gesagt der Organmafia.
Die Figuren heben sich deutlich von den üblichen Ermittlern ab und bringen einen frischen Wind in diesen Krimi. Ein philosophierender Hauptmann der einen Minister eine Backpfeife verpasst ist schon eine Kategorie für sich. Und seine Partnerin mit militärischer Vorgeschichte runden das Team ab. Die beiden Protagonisten sind richtig gut ausgearbeitet.
Die Handlung ist von Anfang bis zum Schluss fesselnd und lässt sich nicht so leicht vorhersehen. Als Leser kann man sich bis zum Schluss verschiedene Enden vorstellen. Am besten ist hier aber wirklich die Auflösung, so dass keine Fragen offen bleiben und alle zur Verantwortung gezogen werden. Ein wenig weniger Philosophie hier und da währen noch besser gewesen.
Fazit: Ein absolut fesselnder und spannender Krimi zum Thema Organhandel. Diesen Krimi legen Sie garantiert nicht so schnell aus der Hand. Unbedingt lesen.

Veröffentlicht am 22.07.2019

Irrungen und Wirrungen einer jungen Liebe

Bleib doch, wo ich bin
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Irrungen und Wirrungen einer jungen Liebe.

Kaya ist eine junge Frau, die ihr Liebesleben durch kurze Abenteuer aufpeppt, jedoch keine feste Beziehung will. Lasse ein junger Lehrer, ist aus der Großstadt ...

Irrungen und Wirrungen einer jungen Liebe.

Kaya ist eine junge Frau, die ihr Liebesleben durch kurze Abenteuer aufpeppt, jedoch keine feste Beziehung will. Lasse ein junger Lehrer, ist aus der Großstadt aus enttäuschter Liebe aufs platte Land geflohen. Auf einen Dorffest treffen diese beiden nun rein zufällig aufeinander, da Kayas Freundin eine Wette abschließen. Aus diesem ersten kurzen Gespräch entwickelt sich eine stürmische Romanze. Doch die dunklen Wolken lassen nicht lange auf sich warten und so steht die heile und junge Liebe plötzlich auf dem Spiel.
Die Autorin hat einen flüssigen und mitreisenden Schreibstil. Ihre Figuren haben Ecken und Kanten was die nötige Würze in die Geschichte bringt. Jedoch finde ich Kayas Einstellung zu einigen Themen durchaus problematisch ja sogar leichtsinnig. Lasse indes ist mir um einiges sympathischer. Er hat sich ja nur einen Eispanzer zugelegt, weil er so betrogen worden ist. Auch die anderen mitwirkenden Figuren wie die Nichte, Freundin und der Tierarzt passen gut in die Geschichte.
Die Handlung ist alles in allen eher vorhersehbar. Auch wenn es zwischendurch ein wenig turbulent zugeht ist ein Happy End recht früh absehbar. Das einige Einstellung speziell die von Kaya in meinen Augen doch sehr problematisch sind habe ich ja schon erwähnt. Jedoch macht es eben diese Einstellung anfangs recht schwer Kaya zu mögen. Diese leichte und unbekümmerte Einstellung in Kombination mit der Handlung da konnte ich streckenweise einfach nur mit dem Kopf schütteln. Zumal das Dorfleben ganz gewiss nicht so etepetete ist, wie die Autorin es darstellt. Es mag ja hier und da solche Personen geben, die sich durchs Dorf „schlafen“, das ist aber gewiss nicht der Normfall. Ansonsten war die Handlung eher flach und leicht. Ein wenig mehr Tiefgang hätte dem Roman gut zu Gesicht gestanden.
Fazit: Ein leichter Liebesroman, mit dem man sich den Sommer versüßen kann, dem jedoch ein wenig mehr Tiefgang gut zu Gesicht gestanden hätte. Kann man Lesen, gibt aber auch wesentlich bessere Liebesromane, die einen richtig in den Bann siehen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Die Menscheit geht vor die Hunde

Der Gott am Ende der Straße
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Die Menschheit wird von einem plötzlichen Evolutionssprung überrumpelt.
Eine junge Frau, die als Säugling adoptiert wurde, ist nach einer Beziehung nun schwanger. Leider ist sie zu einem denkbar ungünstigen ...

Die Menschheit wird von einem plötzlichen Evolutionssprung überrumpelt.
Eine junge Frau, die als Säugling adoptiert wurde, ist nach einer Beziehung nun schwanger. Leider ist sie zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt schwanger geworden. Denn die Natur spielt gerade mit ihren Muskeln. Sprich die Menschheit, eigentlich die gesamte Umwelt befindet sich gerade an einem evolutionären Scheitelpunkt vor einen Evolutionssprung, von dem niemand so recht weiß wohin dieser führen wird. Genau in diesem Chaos wo das normale Leben mit all seinen Vorzügen kollabiert, setzt sie sich mit ihrer Ursprungsfamilie in Verbindung. Eigentlich wollte sie sie nur kennenlernen doch dieser Besuch ändert alles. Sie lernt ihre leibliche Mutter und den Rest ihrer Familie kennen, die in einem Reservat für Nativ American lebt. Nach ihren Besuch bei ihrer Ursprungsfamilie, tätigt sie einige Hamsterkäufe und versteckt diese in ihrem Haus. Doch nach und nach spitzen sich die Umstände weiter zu. Sämtliche schwangere Frauen werden erst freundlich dazu aufgefordert sich zu ihrer eigenen Sicherheit in Kliniken einzufinden, was viele natürlich nicht tun. Daher werden nach und nach alle Möglichkeiten genutzt Schwangere aufzuspüren und diese zwangsweise in diese Kliniken verbracht. Anfangs gelingt es ihr gut ihren Zustand zu verbergen. Auch ihr Freund unterstützt sie. Doch eines Tages steht eine freundliche Frau da und verhaftet sie und schafft sie in eine Klinik. Dort werden die Schwangeren zunächst mit Drogen ruhig gestellt. Auf den Rat einer anderen Frau lässt sie diese weg und beginnt die Realität zu erkennen. Mit ihrer „stummen“ Zimmernachbarin arbeiten sie an einem Fluchtplan und werden dann sowohl von ihrer Ursprungsfamilie als auch Adoptivfamilie unterstützt diese Klinik wieder zu verlasse. Mit der Angst im Nacken und einem ersten Todesfall gelingt die Flucht. Und bald muss sie sich eingestehen dass es sich wohl keinesfalls um eine normale Schwangerschaft handelt. Ihre Adoptivmutter versucht indes das Leben ihrer Tochter durch wehenförderliche Naturmittel, die Schwangerschaft vorzeitig zu beenden. Kaum denken sie sie sind in Sicherheit wird sie ein weiteres Mal entführt und landet erneut in einer Klinik.
Die Autorin hat einen flüssigen und nüchternden Schreibstil. Anstatt den Fokus stärker auf eine ausgereifte Handlung zu legen, dominiert bei ihr sehr stark der religiöse Aspekt. Hinzu kommt das wirklich alles aus der Sicht der Protagonistin geschildert wird. Informationen fließen äußerst spärlich oder kommen im Block und sind dann auch noch sehr wage. Dafür philosophiert die Protagonistin seitenlang über Gott, Engel und Schöpfung. Insgesamt bleibt die Handlung eher platt und oberflächlich und geht kaum in die Tiefe.
Die Figuren sind mit Ausnahme der Hauptfigur nicht sonderlich gut ausgearbeitet. Es bleiben bis zum Schluss viele Fragen offen, warum die Figuren eben genau so agieren wie sie es eben tun.
Als Leser muss man sich so einige Male durch langweilige und langatmige Passagen quälen in der Hoffnung das es besser wird. Leider wird es das nie. Die religiösen Themen werden immer und immer wieder durchgekaut. Und das was den Leser wirklich interessiert, wie die Leute handeln, was ändert sich genau, gibt es einen Ausweg, wo steuert die Menschheit hin usw. all das wird nur sehr kurz und äußerst spärlich behandelt. Besonders genervt hat mich in diesem Zusammenhang das der gesamte Roman aus einer Erzählperspektive geschildert wird. Es gibt zwar Dialoge, aber selbst diese schaffen es nicht den Roman zu retten. Die Autorin verliert sich regelrecht in ihren religiösen Themen worunter die Handlung massiv leidet. Obwohl die eigentliche Handlung sehr viele Spannungseffekte hat schafft es die Autorin einfach nicht daraus mehr zu machen als kleine Randnotizen und dann auch noch das offene Ende.
Fazit: Leider eine Dystopie mit erheblichen Mängeln. Der Fokus liegt klar auf religiöse Themen worunter die Handlung sehr leidet. Streckenweise ist der Roman einfach nur langweilig. Hatte mir so viel mehr erhofft. Daher kann ich diesen Roman nur bedingt weiterempfehlen.