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Sonja2609

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Weihnachtliche Geschichte die anders war, als erwartet

Das Mädchen vom Striezelmarkt
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Beim Cover und Titel des Buches "Das Mädchen vom Striezelmarkt" erwartete ich eine romantische Geschichte, ein bisschen dem Märchen vom Mädchen mit den Schwefelhölzern nachempfunden und landete komplett ...

Beim Cover und Titel des Buches "Das Mädchen vom Striezelmarkt" erwartete ich eine romantische Geschichte, ein bisschen dem Märchen vom Mädchen mit den Schwefelhölzern nachempfunden und landete komplett unerwartet in einer krimiartigen Erzählung, die ganz anders war, als in meiner Vorstellung.
Statt ein gefügiges jüdisches Mädchen zu sein, was sich auf eine Hochzeit freut, ist Protagonistin Lea eine begabte Holzschnitzerin, deren Traum es ist, ihre Werke auf dem Striezelmarkt zu verkaufen. Da dies nur alt eingesessenen Händlern vorbehalten ist, gibt sie auch als Neffe ihres Lehrmeisters aus und täuscht damit Gäste und ihre Familie.
Doch das passieren ein paar ungewöhnliche Dinge, sogar ein Mord passiert. Und auf einmal gerät nicht nur Lea in große Gefahr.
Ich fand das Buch gut, spannend erzählt, mit einer großen Menge an Nebensträngen und Verdächtigungen, die alle prima miteinander verwoben wurden.
Die Charaktere sind super, weil sie so ungewöhnlich sind - keine braven angepassten Protagonisten, sondern welche die Spaß machen. Das Buch ist ein versteckter Krimi, auch wenn es nicht den Anschein hat. Ich habe es gerne gelesen und empfehle es als schönes Buch für die Weihnachtszeit.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Atmosphärische Geschichte aus 1001 Nacht

Der Duft der fernen Insel
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Sarah Lark schreibt als Christina Rey - und entführt uns in die exotische Welt Sansibars, in die wir gemeinsam mit der Lehrerin Eve reisen, die die blinde Tochter des Sultans unterrichten soll. Nunu hadert ...

Sarah Lark schreibt als Christina Rey - und entführt uns in die exotische Welt Sansibars, in die wir gemeinsam mit der Lehrerin Eve reisen, die die blinde Tochter des Sultans unterrichten soll. Nunu hadert mit ihrem Schicksal blind zu sein - und macht dabei nicht nur ihren Freunden das Leben schwer. Doch Eve beginnt eine gute Beziehung zu ihr aufzubauen und sie führen ein gutes Leben vor Ort.
Bis der Sultan von Sansibar stirbt und Machtkämpfe ausbrechen. Die Frauen ziehen sich auf eine Plantage zurück - und verlieben sich in den gleichen Mann. Ab da überschlagen sich die Ereignisse und es wird gefährlich für alle.
Wie in allen Büchern der Autorin erleben wir noch weitere Handlungsstränge über Menschen, die den Protagonisten nah stehen und die ebenfalls spannende Erlebnisse haben, die fesseln.
Wie immer verhelfen zahlreiche Zufälle den Charakteren zu ihrem Schicksal - das kennt und liebt man an den Büchern der Autorin. Mich hat das Buch wieder sehr gefesselt, da es authentische Beschreibungen von Land, Leuten und der Zeit liefert und viel Atmosphäre schafft. Die Charaktere sind toll beschrieben und man fiebert bis zuletzt mit ihnen mit.
Ein Roman über starke Frauen in einem Land und einer Zeit, wo sie genau das nicht sein konnten. Ein Roman, der sich durchaus auch augenzwinkernd mit Religionsfragen beschäftigt und das Thema Sklavenhandel kritisch beäugt.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Dorf trifft Spannung - Die Totenklägerin von Greta Jung

Die Totenklägerin
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Selten habe ich ein Buch so schnell ausgelesen: Morgens aus dem Briefkasten gefischt, abends beendet. „Die Totenklägerin“ liest sich unglaublich flüssig und zieht einen von Beginn an in die Geschichte ...

Selten habe ich ein Buch so schnell ausgelesen: Morgens aus dem Briefkasten gefischt, abends beendet. „Die Totenklägerin“ liest sich unglaublich flüssig und zieht einen von Beginn an in die Geschichte hinein - das Buch konnte ich nicht aus der Hand legen, bis ich es beendet hatte.

Der Prolog wirkt zunächst losgelöst vom eigentlichen Geschehen, macht aber sofort neugierig – man spürt, dass hier noch etwas Größeres im Hintergrund wartet, auch wenn ich dies zunächst etwas verwirrend fand.

Der Einstieg gelingt Greta Jung mühelos: Die Sprache ist klar, angenehm und leicht zu lesen, ohne oberflächlich zu sein.

Matilda Rizzo, Trauerrednerin und Ermittlerin im Namen der Toten, ist eine spannende Protagonistin. Sympathisch, aber nicht durchschaubar. Sie trägt selbst ein Geheimnis mit sich herum, während sie die Geheimnisse anderer aufdeckt – für mich macht es das besonders interessant. Ihr Neuanfang in einem kleinen Dorf bei Passau wirkt alles andere als idyllisch. Hinter der dörflichen Fassade brodelt es anscheinend gewaltig und nicht von allen Dorfbewohnern wird sie herzlich empfangen.

Zweite Protagonistin ist Jackie, die kluge und neugierige Zwölfjährige, hat mich beeindruckt. Sie wirkt reifer, als sie eigentlich sein dürfte, und wächst einem schnell ans Herz. Die Dynamik zwischen ihr und Matilda entwickelt sich im Laufe der Geschichte, aber nicht immer gleich und das fesselt – gerade weil es nicht sofort harmonisch ist.

Doch Jackie ist der eigentliche Auslöser dafür, dass Matilda "ermittelt". Denn sie wird auf den Tod von Oma Resi aufmerksam, bei dem es einige Ungereimtheiten zu geben scheint.

Im Weiteren nimmt die Geschichte spürbar Fahrt auf. Matilda gerät zunehmend unter Druck, Bedrohungen nehmen zu und die Verdächtigenlage bleibt lange undurchsichtig. Die Familie Grafenegger ist dabei besonders präsent – unsympathisch, dominant und mit spürbarem Einfluss auf das ganze Dorf. Firmian ist ein Charakter, der einen wirklich wütend machen kann: Machtmissbrauch, Druck, Manipulation – all das schwebt wie eine dunkle Wolke über Reuth.

Ein paar wenige Passagen mit längeren Gedankengängen wirkten auf mich etwas langatmig, aber insgesamt blieb die Geschichte durchgehend spannend. Zwar hatte ich zwischendurch das Gefühl von „Kommissar Zufall“, doch am Ende fügte sich alles stimmig zusammen, ohne konstruiert zu wirken.

Besonders berührend fand ich das Schicksal von Oma Resi. Der Druck, unter dem sie stand, und die Hintergründe der Geschehnisse zeigen, wie tief Schuld, Schweigen und alte Verletzungen wirken können – selbst in einer Zeit, in der man meint, solche Strukturen längst überwunden zu haben. Aber mehr darf ich hier wirklich nicht verraten, es soll ja für weitere Leser*innen spannend bleiben.

Erleichtert war ich darüber, dass Matilda selbst zwischendurch nicht den Weg der Rache geht. Ihre Entscheidung passt zu ihrem Charakter und macht Hoffnung, dass sie ihren eigenen Frieden finden kann. Gleichzeitig bleiben genug offene Fäden – gerade was ihre Vergangenheit betrifft –, um sich weitere Bände mit ihr gut vorstellen zu können. Ich würde mich jedenfalls sehr über eine Fortsetzung freuen.

Fazit:

Ein atmosphärischer Spannungsroman mit einer starken Protagonistin, viel Dorfdynamik, moralischen Grauzonen und einem flüssigen Schreibstil. Packend, berührend und bis zum Schluss lesenswert.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Kunst trifft Mythologie

Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)
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Musenrausch von Malou Bichon ist ein urbaner Fantasy-Roman mit einer poetischen, leicht mystischen Atmosphäre, in dem Kunst, Inspiration und griechische Mythologie zu einer ungewöhnlichen Liebes- und Abenteuergeschichte ...

Musenrausch von Malou Bichon ist ein urbaner Fantasy-Roman mit einer poetischen, leicht mystischen Atmosphäre, in dem Kunst, Inspiration und griechische Mythologie zu einer ungewöhnlichen Liebes- und Abenteuergeschichte verknüpft werden.

Der Roman spielt sowohl in unserer Welt, in Hamburg, sowie in einer Art Parallelwelt, in die die Protagonisten Wanda, eine Künstlerin, und Neo, ihre Muse, mit Hilfe von Gemälden reisen können.

Das Cover ist wunderschön gestaltet: Wer genau hinsieht, erkennt die Speicherstadt in Hamburg, was einen ersten Hinweis auf den Handlungsort liefert. Diese Verbindung zwischen realem Setting und magischer Ebene zieht sich durch das gesamte Buch. Die Beschreibungen der verschiedenen Welten sind sehr detailliert, man kann sich die Orte, die Atmosphäre und die Übergänge gut vorstellen. Auch wenn genau dieser Aspekt oftmals etwas verwirrend erscheint.

Die griechische Mythologie ist subtil präsent: Der Name Ambrosia taucht immer wieder auf, und mystische Wesen, die an klassische Sagengestalten erinnern, treten auf. Es entsteht eine eigenständige Welt, in der bekannte Elemente neu interpretiert und miteinander verwoben werden. Die Figuren sind sehr menschlich angelegt, auch wenn sie in einer magischen Welt leben.

Wanda, die Protagonistin, trägt einen Verlust mit sich, dessen Gewicht erst allmählich offenbart wird. Ihre Verbindung zu Neo, der als Muse agiert, birgt ebenfalls ein Geheimnis: Neo war bereits dreimal mit Kreativen verbunden, und jedes Mal ging die Verbindung auf Kosten seiner Stärke. Die Angst, dass sich dieser Kreislauf wiederholen könnte, hält die Spannung hoch und bringt überraschende Wendungen mit sich.

Der Schreibstil ist flüssig, eher dem Jugendbuch-Genre zugeordnet, aber elegant genug, dass auch erwachsene Leser*innen Freude daran haben. Dennoch kommt es gelegentlich zu Gedankensprüngen oder verwirrenden Passagen.

Romantische Spannung und „Spice“ sind vorhanden, aber sie bleiben meist subtil – ich hatte mir an manchen Stellen etwas mehr Intensität erhofft. So empfand ich den Start der Geschichte etwas langatmig, was wohl eher dem geschuldet ist, dass der erste Band der Reihe viele Erklärungen und Beschreibungen enthält, damit die Handlung nachzuvollziehen ist.

Dafür gewinnt die Handlung zum Ende hin deutlich an Tempo. Im letzten Drittel entfalten sich Wendungen, Allianzen, Konflikte und die Übergänge zwischen den Welten werden intensiver beschrieben – insbesondere die Unterwelt-Szenarien haben mir sehr gut gefallen.

Insgesamt ist Musenrausch ein starker Auftakt einer Reihe, der eine Welt erschafft, in der Kunst, Mythologie und Magie elegant zusammenfinden. Manchmal war ich unsicher, ob ich weiterlesen wollte – am Ende bin ich jedoch neugierig auf den nächsten Band geworden und freue mich darauf, mehr über Ambrosia, Wanda und Neo zu erfahren.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Tierisch guter Schulspaß mit Juli - und ihrer Bande natürlich!

Schule mit Juli
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Das Buch „Schule mit Juli“ von Petra Eimer ist der mittlerweile 6. Band der Reihe. Wir sind Juli-Fans der ersten Stunde und haben alle Bände zu Hause, darum war die Freude groß, auch bei diesem neuen Abenteuer ...

Das Buch „Schule mit Juli“ von Petra Eimer ist der mittlerweile 6. Band der Reihe. Wir sind Juli-Fans der ersten Stunde und haben alle Bände zu Hause, darum war die Freude groß, auch bei diesem neuen Abenteuer dabei zu sein. Besonders schön finde ich, dass es zu Beginn eine kleine Zusammenfassung der vergangenen Ereignisse gibt. So können auch neue Leserinnen und Leser leicht einsteigen und alle, die die Reihe kennen, werden schnell wieder in die Geschichte hineingezogen. Das Buch kann unabhängig gelesen werden, da aber immer wieder Bezug auf vorherige Geschichten genommen wird, ist es einfacher, wenn man die Vorbände kennt.

Schon beim ersten Lesen mussten wir ständig kichern – es ist einfach herrlich, wie chaotisch und lustig es bei Juli und ihren Freunden zugeht. Unser Lieblingscharakter ist diesmal ganz klar Anna, die starke und liebe Nachbarin, die immer ein offenes Ohr hat und eine tolle Freundin ist. Ganz besonders bildlich konnten wir uns die Szene vorstellen, wie Juno und Watson durch den Garten rollen – die Illustrationen dazu sind wie immer witzig und voller Details. Durch die vielen Zeichnungen ist das Lesen für jüngere Kinder einfacher, es gibt bunte Unterbrechungen, Sprechblasen und es ist einfach viel los auf den Seiten. So werden auch Lesemuffel zu begeisterten Lesern.

Sehr spannend fanden wir das Thema Assistenzhund. Dass Kinder durch diese Geschichte etwas darüber lernen können, ist ein echter Mehrwert. Bei uns zu Hause ist Diabetes ein Thema, und so konnten wir uns gleich noch einmal mehr in die Situation hineinversetzen – und bei unserer Tochter ist der Wunsch nach einem Hund damit noch größer geworden. Aber auch ohne persönlichen Bezug finden wir es klasse, dass solche wichtigen Themen kindgerecht aufgegriffen werden.
Die Idee, alle Tiere in die Schule zu bringen, verspricht Chaos pur – und genau so kam es auch. Diese Szenen sind turbulent, lustig und für Kinder sehr nachvollziehbar. Auch die Projekttage sind ein gelungenes Thema, denn viele Kinder kennen solche Wochen aus der Schule. Ebenso wichtig sind die ernsteren Töne, etwa das Thema Sitzenbleiben oder schlechte Noten. Schön zu sehen, wie die Freundschaft zwischen den Kindern trägt und wie sie sich gegenseitig unterstützen.

Die Aufführung im Buch ist ein echtes Highlight – voller Humor, bunt und lebendig. Besonders die Szene, in der Juno durch den Reifen springen will, gehört zu unseren Favoriten. Auch die Bilder selbst laden immer wieder zum Blättern und Schauen ein, sodass selbst jüngere Kinder, die noch nicht lesen können, ihren Spaß haben.
Sehr gelungen finden wir zudem die Idee des Therapiezentrums, auch wenn das vielleicht ein wenig „drüber“ erscheint.
Dass Kinder mit Hilfe von Tieren gut lernen, ist sicherlich nicht zu hinterfragen. Wir kennen aus der Realität Lesehunde in der Schule, die Kinder ermutigen, laut vorzulesen, weil sie nicht kritisieren oder lachen. Geschichten, die solche Konzepte aufgreifen, sind wertvoll und zeigen, wie wichtig Tiere für Kinder sein können – in der Schule genauso wie im Alltag.

Alles in allem ist Schule mit Juli“ ein rundum gelungenes, lustiges und herzliches Buch, das nicht nur unterhält, sondern auch Themen aufgreift, die Kinder wirklich bewegen. Eine Geschichte voller Freundschaft, Chaos und guter Laune – und definitiv ein weiterer Lieblingsband bei uns im Regal. Und vielleicht schaffen wir es ja eines schönen Tages auch einmal zu einer Lesung „mit Juli“ von Petra Eimer…

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