Die Geschichte hat mit dem Klappentext wenig gemeinsam - für mich eher enttäuschend und ohne Emotionen
Das kleine Café der zweiten ChancenHimari Misaki, einst Wunderkind am Klavier, kommt nach einem Unfall in England, wo sie auf ein Internat geschickt wurde, zurück zu ihrer Mutter nach Sapporo in Japan. Die Mutter hatte auf eine große Karriere ...
Himari Misaki, einst Wunderkind am Klavier, kommt nach einem Unfall in England, wo sie auf ein Internat geschickt wurde, zurück zu ihrer Mutter nach Sapporo in Japan. Die Mutter hatte auf eine große Karriere ihrer Tochter gehofft, doch nun wird Himari auf eine normale Schule geschickt. Himari plagen große Ängste vor Mobbing an der neuen Schule, doch an ihrem ersten Schultag trifft sie auf ihrem Schulweg auf eine ältere Frau, die ihr mit Ratschlägen die Angst nehmen kann. Sie erwähnt auch ein Café, in dem sie sich mal treffen können, doch als Himari nach der Schule erneut bei der Frau vorbei schauen möchte, ist das Haus nicht mehr da. Kurzerhand fährt sie zu besagtem Café und erfährt dort, dass die beiden Besitzer den Kunden für 4 Minuten und 33 Sekunden in die Vergangenheit schicken können um zu einem Ereignis zurückzukehren, dass sie in der Gegenwart bereuen. Himari wünscht sich diese Möglichkeit auch für sich, doch das ist gar nicht so einfach.
Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, weil ich die Idee und den Klappentext sehr interessant fand. Leider hat das Buch für mich nur wenig von dem spannenden Klappentext gehalten. Für mich war klar, dass das Café hier im Vordergrund der Handlung steht mit den Kunden und den Besitzern. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass Himari selbst den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte darstellt. Vielleicht etwas irreführend ist für Europäer auch die Bezeichnung "Student" im Klappentext, Himari ist Schülerin und geht noch in die Mittelstufe. Die Geschichte wird aus ihrer Ich-Perspektive erzählt, was dem Leser gut ihre eigene Geschichte näher bringt, aber von der eigentlichen Idee des Cafés abweicht.
Auch die "Regeln" des Zurückreisens im Café waren für mich nicht immer nachvollziehbar oder verständlich. Die Besitzer sind eigentümlich, aber waren mir noch am greifbarsten, Himari erscheint oft naiv und emotionslos, auch der Erzählstil konnte mich so leider nicht abholen. Andere Autoren wie Satoshi Yagisawa haben das meiner Meinung nach sehr viel besser geschafft und bringen trotz nüchternen Schreibstils die Emotionen gekonnt rüber.
Für mich war das Buch leider eher eine Enttäuschung, weil es mit dem Klappentext wenig gemein hat und eher ein Jugendbuch denn ein Wohlfühlbuch ist.