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Veröffentlicht am 13.07.2020

Unbeschreiblich magisch

Stolen 1: Verwoben in Liebe
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Abigail Wood ist ein Systemsprenger. Sie hat bei verschiedenen Pflegefamilien gelebt, ist Vollwaise und Diebin (allerdings nur zum Nutzen Anderer) und bekommt nun ihre letzte Chance vor dem drohenden Jugendknast: ...

Abigail Wood ist ein Systemsprenger. Sie hat bei verschiedenen Pflegefamilien gelebt, ist Vollwaise und Diebin (allerdings nur zum Nutzen Anderer) und bekommt nun ihre letzte Chance vor dem drohenden Jugendknast: das Londoner Internat Darkenhall, das schwierige Jugendliche zu besseren Menschen machen will. Dort begegnet sie den beiden faszinierenden Brüdern Tristan und Bastian. Abby stiehlt Bastians Ring und Chaos bricht aus. Um sich selbst und Bastian zu retten, müssen beide über sich selbst hinauswachsen.

Stolen ist ein faszinierendes Buch über die erste große Liebe und den inneren Kampf mit sich selbst. Emily Bolds einnehmender und bildreicher Schreibstil lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven (meist aus Abbys oder Bastians), wodurch der Leser meint, einen gewissen Rundumblick zu haben. Doch die Autorin schafft es meisterlich, manches nur anzudeuten oder ganz zu verschleiern, so dass es immer spannend bleibt.
Abby ist noch sehr jung und hat zum Selbstschutz dicke Mauern aus Schmerz um sich gebaut. Das lässt sie nicht immer sympathisch, aber wie ich finde authentisch wirken und lässt Raum für ihre innere Entwicklung im zweiten Band. Bastian ist ihr darin voraus und er beeindruckt mit einer Art von Selbstkontrolle, die außerirdisch ist. Als Ringhüter muss er sein Wüten kontrollieren und Schmerzen aushalten, besonders wenn er in der Nähe von Abbys Weben ist. Dass er sich trotzdem in sie verliebt, zeigt wie stark und selbstlos er wirklich ist. Mich hat er total fasziniert und ich glaube, dass sich Abby als würdige Partnerin entwickeln und ihn auch in der Fortsetzung noch oft überraschen wird. Mir gefällt, dass Abby unangepasst und wild bleibt und sich dennoch die Liebe ganz zart in ihr Leben schleicht. Diese Dramatik und die Idee der Seelenweben finde ich meisterlich!

Einzigartig ist der fantastische Farbschnitt des Buches, der perfekt zum wunderschönen Cover passt und bildlich das Geheimnis um Bastian und Tristan andeutet. So etwas habe ich (außer in alten Bibelausgaben) noch nie gesehen und ich habe mich wahnsinnig gefreut, dieses Buch in den Händen halten zu dürfen.

Dieses Buch ist unbeschreiblich magisch in seinen sanft nachdenklichen Tönen und in den fantastischen Entwicklungen, die die Spannung bis zum Schluss steigern. Es nimmt den Leser gefangen und handelt von Schicksalsschlägen, Seelenkräften, Hoffnung, Vertrauen und der ganz großen Liebe. Absolute Leseempfehlung für alle, die die Magie und Verunsicherung der ersten Liebe wieder erleben möchten!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2020

Zwei Königinnen im Kampf mit sich und einander

Die Königin der Schatten - Verflucht
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Die junge Königin Kelsea Glynn von Tearling sieht sich der mächtigen Armee von Mort unter Führung der Roten Königin gegenüber, die vor ihren Toren steht. Ein Krieg droht, den das arme Tearling nicht gewinnen ...

Die junge Königin Kelsea Glynn von Tearling sieht sich der mächtigen Armee von Mort unter Führung der Roten Königin gegenüber, die vor ihren Toren steht. Ein Krieg droht, den das arme Tearling nicht gewinnen kann, doch Kelsea zeigt in der Not, was wirklich in ihr steckt. Sie verändert sich und findet ihren ganz eigenen Weg. Wenn Gegenwart und Vergangenheit aufeinandertreffen, wird Großes erkannt und der Kampf um die Rettung Tearlings beginnt.

Wie diese Autorin und diese fantastische Reihe bislang unbemerkt an mir vorbeigegangen sind, mag ich nicht mehr ergründen, umso wertvoller nun mein Entdecken. Nur selten hat mich ein Buch so gepackt und nicht mehr losgelassen, obwohl es das zweite aus der Tearling-Saga ist und ich das erste nicht gelesen hatte. Es spielt überhaupt keine Rolle, denn Erika Johansen schreibt so begnadet, dass der Leser sich dem Königreich Tearling nicht entziehen kann und will. Königin Kelsea, die Rote Königin, Mace oder der Kerkermeister Ewen – sie alle sind dermaßen tiefgründig, liebevoll und authentisch gezeichnet, dass man meint, sie gut zu kennen. Die Beziehungen sind lebendig und die Geschichte so grausam spannend und unvorhersehbar, dass sich das Buch von allein liest.
Geniale Charaktere, ein begnadet bildreicher Schreibstil und eine fantastische Saga – was will ein Leser mehr?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2020

Leider nicht so meins

Herzklopfen auf Gansett Island
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Eigentlich mag ich die Bücher der Autorin Marie Force (besonders die Lost in Love Reihe) recht gerne, aber bei diesem Buch habe ich mich nicht so recht hineinfinden können. Das mag zum einen daran liegen, ...

Eigentlich mag ich die Bücher der Autorin Marie Force (besonders die Lost in Love Reihe) recht gerne, aber bei diesem Buch habe ich mich nicht so recht hineinfinden können. Das mag zum einen daran liegen, dass es das 7. Buch der Reihe ist und ich keines davon vorher gelesen habe, so dass alle Charaktere für mich neu waren. Zum anderen werden verschiedene Liebesgeschichten parallel und in schnellem und mehrmaligem Perspektivenwechsel erzählt, wodurch der Leserhythmus gestört wird. Doch das ist mein individuelles Leseempfinden.

Mein größtes Problem jedoch war, dass ich nicht mit den Hauptfiguren Blaine und Tiffany warm geworden bin. Besonders die Sexszenen waren für mich zu forciert und trugen nicht dazu bei, mir die beiden sympathischer werden zu lassen. Im Gegenteil, im Vergleich zu den anderen Liebespaaren in diesem Buch, wie Kara und Dan oder Carolina und Seamus, die mich von der ersten Seite an begeistern konnten, verlor ich immer mehr das Interesse an den Hauptfiguren. Das ist mir als Leser noch nie passiert und ich habe zum Schluss oft Seiten überblättert. Hinzu kamen grobe Grammatikfehler, die wahrscheinlich der Übersetzung aus dem Englischen geschuldet sind (S. 369). Sehr schade, deshalb nur 2 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2020

Gelungener Auftakt der «Wächter-Serie» um Phelía

Die Wächter von Nimrhon
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Die junge Kämpferin Phelía Revelle wächst behütet in einer Welt auf, in der die Menschen von den Antarern beherrscht werden. Doch nachdem diese ihr Dorf überfallen, führt Phelía eine Gruppe aus Dörflern ...

Die junge Kämpferin Phelía Revelle wächst behütet in einer Welt auf, in der die Menschen von den Antarern beherrscht werden. Doch nachdem diese ihr Dorf überfallen, führt Phelía eine Gruppe aus Dörflern und Gefolgsmännern ihres Vaters an, um ihre entführten Eltern und Nachbarn zu befreien. Was zunächst als Befreiungsaktion begann, weitet sich zu einer Rebellion gegen die Herrschaft der brutalen Antarer aus – mit Phelía an ihrer Spitze. Unerwartete Hilfe bekommt sie von einem Scion, der von ihren Feinden abstammt und verliebt sich in ihn. Doch darf sie ihn lieben und kann sie ihm trauen? Phelía begibt sich auf eine Reise zu sich selbst, entdeckt verborgene Welten und die ganz große Liebe.

Das Erstlingswerk von M. Rose-Everly beginnt langsam leise und nimmt dann fulminant an Fahrt auf. Doch zu keinem Zeitpunkt verliert sich der Leser, denn er bleibt der Heldin Phelía eng verbunden. Sie ist der Anker der Geschichte, nicht nur zentral als Figur der Saga, sondern auch durch die Ich-Perspektive der Erzählung. Ihre Entwicklung zu einer starken Anführerin ist so glaubwürdig und plastisch beschrieben, dass der Leser meint, direkt dabei zu sein. Auch der innere Kampf mit ihren Gefühlen für Làron zeigt ihre emotionale Tiefe. Phelía und Làron sind ein so perfekt gezeichnetes Liebespaar, dass der Leser die Seiten ungeduldig verschlingt bis sie sich dessen endlich bewusst werden. Von Beginn an war ich ein Fan von Làron, der perfekte Mann und Held. Innerlich wie äußerlich!
Nach der großen Schlacht endet Band 1 mit einem offenen, aber zuversichtlichen Ende und der Leser wartet ungeduldig auf die Fortsetzung: Werden sie die Welt retten können? Haben Phelía und Làron eine gemeinsame Zukunft? Und was ist die Prophezeiung?

Der erste Band der Nimrhon-Saga ist eine wundervolle Geschichte über die große Liebe, den inneren Kampf mit sich selbst und über Eigenverantwortung beim Versuch, die Welt freier und fairer zu gestalten. Vollgepackt mit spannenden Charakteren, viel Action und Gefühl gibt es von mir die absolute Leseempfehlung für alle, die epische Fantasy-Bücher lieben!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2020

Ein Auftakt mit Luft nach oben

Unheilbare Leidenschaft
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Kian Forbes ist ein engagierter Arzt aus wohlhabenden Verhältnissen, der seine erste große Liebe nie vergessen konnte: Roxie Gilbert. Vor vier Jahren verließ sie fluchtartig die Stadt, ihre Freunde und ...

Kian Forbes ist ein engagierter Arzt aus wohlhabenden Verhältnissen, der seine erste große Liebe nie vergessen konnte: Roxie Gilbert. Vor vier Jahren verließ sie fluchtartig die Stadt, ihre Freunde und ihre erste Liebe, Kian. Obwohl sie ihm damit das Herz gebrochen hat, kann er Roxie nicht vergessen. Ein tragischer Schicksalsschlag bringt die beiden wieder zusammen und Kian erfährt, dass er vor Jahren ein Kind mit Roxies Schwester gezeugt hat. Kian setzt alles daran, um seine Tochter Lily und auch Roxie bei sich zu haben. Doch Roxie ist in einem inneren Kampf mit sich selbst gefangen und muss zuerst ihre alten Fesseln abstreifen, um ihre Liebe zu Kian leben zu können.

Ich liebe fast alle Bücher von Melody Anne und warte stets ungeduldig auf ihre Neuerscheinungen. Auch dieses Mal hat mich ihre emotionale Schreibweise und spannende Geschichte in den Bann gezogen. Besonders Kian ist so wunderbar tiefgehend beschrieben, dass man als Leser bereits auf der ersten Seite den Eindruck hat, ihn gut zu kennen. Auch Lily ist ein lebhaftes dreijähriges Kind, das mir sofort ans Herz gewachsen ist. Einzig mit der Figur Roxie hatte ich meine Probleme. Sie ist als sture Person charakterisiert, doch bis zum Schluss schafft sie es kaum, diese Sturheit, die fast an Dämlichkeit grenzt, abzulegen. Es bringt sie, Lily und Kian in Gefahr. Das war für mich unlogisch, denn ihre Sturheit war fast größer als ihre Liebe und ihre Sturheit hat verhindert, dass der Spannungsbogen sich bis zum Schluss halten kann. Während Kian eine emotionale Entwicklung durchlebt, bleibt Roxie in ihrer figürlichen Entwicklung stecken. Kurz vor Schluss bekommt sie die Wendung zwar hin, aber das war für mich als Leser zu spät, um das Ende genießen zu können. Schade, dass der Schluss nicht mit dem Beginn des Buches mithalten konnte. Deshalb leider nur 4 Sterne.

Dieses Buch macht neugierig auf die neue Reihe mit vielen liebenswürdigen Charakteren und altbekannten Figuren aus der Anderson-Reihen von Melody Anne.

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  • Erzählstil
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