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Veröffentlicht am 14.05.2021

Abgefahrener schwarzer Humor

Tot bist du noch lange nicht, sag mir erst wie alt du bist.
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"Tot bist du noch lange nicht, sag mir erst wie alt du bist" von Klaus Märkert und Myk Jung ist eine herrliche Sammlung von Kurzgeschichten. Was wie ein Abzählreim aus meiner Kindheit betitelt ist, hat ...

"Tot bist du noch lange nicht, sag mir erst wie alt du bist" von Klaus Märkert und Myk Jung ist eine herrliche Sammlung von Kurzgeschichten. Was wie ein Abzählreim aus meiner Kindheit betitelt ist, hat mir hier so einige Stunden diebischen Spaß beschert.
Die Geschichten ziehen sich querbeet durchs Leben und bieten ein buntes Sammelsurium an Humorigem, Sarkastischem und teilweise Skurrilem. Die Qualität schwankt dabei stark zwischen den einzelnen Erzählungen, wobei sie mich wirklich (fast) alle zum schmunzeln gebracht oder zum nachdenken angeregt haben.
Es ist kein Buch so zum hinunterschlingen und weglesen, aber in einzelne delikate Häppchen eingeteilt, kann es echt den Lesealltag bereichern und bunte Abwechslung bieten. Mir hat der schwarze Humor der Autoren sehr gut gefallen und ich werde so einige der Geschichte erneut lesen und über manchen Unsinn im Leben nachdenken.

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Veröffentlicht am 13.05.2021

Gefühle in Versform

Lichtverschmutzungen
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"Lichtverschmutzungen" von Felix Dittrich ist ein kleiner, feiner Gedichtband. Untergliedert ist das Büchlein in drei Abschnitte. Es beginnt mit dem Thema Liebe, geht über aktuelle Themen, auch politische ...

"Lichtverschmutzungen" von Felix Dittrich ist ein kleiner, feiner Gedichtband. Untergliedert ist das Büchlein in drei Abschnitte. Es beginnt mit dem Thema Liebe, geht über aktuelle Themen, auch politische in die Traumwelt über.
Die Gedichte spiegeln jeweils sehr gut Emotionen, wie Sehnsucht, Trauer, Gekränktsein oder Hoffnung wider.
Der Sprachstil ist hier sehr gekonnt und es macht sehr viel Freude, diese Gedichte immer wieder zu lesen. Bei jedem lesen entdecke ich wieder neues oder interpretiere anders. Über viele Sachen lohnt sich das intensivere Nachdenken. Der Autor versteht es mit seinen Versen Bilder in meinem Kopf zu zeichnen. Ein Büchlein, dass ich ganz sicher immer mal wieder zur Hand nehmen werde.

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Veröffentlicht am 10.05.2021

Für das Miteinander

Drei Kameradinnen
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"Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar ist ein Buch, über das ich ganz sicher noch eine Weile nachdenken werde.
Erzählt wird hier die Geschichte von drei jungen Frauen, Kasih, Saya und Hani, die seit Kindertagen ...

"Drei Kameradinnen" von Shida Bazyar ist ein Buch, über das ich ganz sicher noch eine Weile nachdenken werde.
Erzählt wird hier die Geschichte von drei jungen Frauen, Kasih, Saya und Hani, die seit Kindertagen befreundet sind, die das Leben jetzt aber räumlich etwas verteilt hat. Jetzt treffen sich die drei für einige Tage und wir dürfen daran teilhaben. Gleichzeitig besteht die Geschichte aus Rückblicken, subjektiv erzählt von Kasih. Ganz langsam nähern sich dann die verschiedenen Erzählstränge aneinander an und man hat fast Angst vor der Auflösung, dem Hochkochen von Emotionen und Aggressionen.
Das Buch hat einen angenehmen Wortwitz und durchaus spannenden Erzählstil, liest sich trotzdem sehr anstrengend, weil hier viele wichtige und aktuelle Themen verpackt sind. Auch ist die Erzählung aus Kasihs Sicht teilweise sehr einseitig und echt gewöhnungsbedürftig. Als Leser wird man hier voll mit einbezogen, sich Gedanken zu machen, wo Alltagsrassismus anfängt und wo er aufhört, wo man sich selber beobachten und reflektieren muss. Das geschieht hier auch durchaus mal auf die harte Tour. Jede der drei Frauen geht anders um mit den Voreingenommenheiten, der Hetze, dem Rassismus in ihrem Alltag und auch die drei sind dabei nicht ohne Vorurteile.
In meinen Augen ein sehr wichtiges Buch, anstrengend zu lesen, aber lohnenswert auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 10.05.2021

Heiraten im Périgord

Die Rosen von Fleury
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"Die Rosen von Fleury " von Jean Rémy ist ein sehr romantisches Buch. Die Engländerin Emily Bennett erbt in dem Städtchen Fleury-sur-Azurain, dass inmitten von Weinbergen in der Dordogne in Frankreich ...

"Die Rosen von Fleury " von Jean Rémy ist ein sehr romantisches Buch. Die Engländerin Emily Bennett erbt in dem Städtchen Fleury-sur-Azurain, dass inmitten von Weinbergen in der Dordogne in Frankreich liegt, ein altes und fast baufälliges Manoir. Erst ist sie wenig von dieser Erbschaft begeistert, doch lässt sie sich von ihrer Freundin überzeugen, vor Ort zu bleiben. Da der Ort groß im "Hochzeitsgeschäft" eingebunden ist und das auch floriert, baut sie das Manoir zu einem kleinen Hotel um, sie restauriert es aufwändig und liebevoll. Als das Hotel dann läuft, melden sich die Vorbesitzer, die adeligen de Bricassarts, deren Château über der Stadt thront. Es kommt zu Rechtsstreitigkeiten und auch Liebesgeplänkel zwischen Emily und dem Sohn des Barons.
Die Geschichte klingt so locker und leicht und interessierte mich am Anfang auch sehr. Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich von den vielen französischen Begriffen aber regelrecht erschlagen. Die Charaktere blieben für mich fremd und klischeebehaftet, mir war hier niemand wirklich sympathisch.
Für mich hatte das Buch im Mittelteil auch einige Längen, die zu ausschweifend und langatmig waren. Immer wieder verlor sich dabei der Faden der Erzählung. Die Geschichte war es schon wert erzählt zu werden, aber mir persönlich fiel es hier sehr schwer bis zum Ende dabeizubleiben, auch weil der Sache etwas die Spannung gefehlt hatte.
Da ich die Geschichte gehört habe, muss ich sagen, dass die Sprecherin eine sehr angenehme Stimme hat, die gur zum Erzählten passt, mich aber mit den vielen französischen Begriffen dann nicht wirklich mitnehmen konnte.

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Veröffentlicht am 08.05.2021

Grafikpracht und Abenteuer

Isola 2
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"Isola Band 2" von Brenden Fletcher und Karl Kerschl ist ein mehr als würdiger Nachfolger beim begleiten von Königin Olwyn und Captain Rook auf ihrer abenteuerlichen Reise. Olwyn unterliegt weiterhin dem ...

"Isola Band 2" von Brenden Fletcher und Karl Kerschl ist ein mehr als würdiger Nachfolger beim begleiten von Königin Olwyn und Captain Rook auf ihrer abenteuerlichen Reise. Olwyn unterliegt weiterhin dem Fluch, der sie im Körper eines imposanten blauen Tigers gefangenhält. Die beiden versuchen den Fluch zu brechen und Isola, das Land der Toten, zu erreichen.
Bei dieser Buchreihe würde ich empfehlen vorher den ersten Band zu lesen, indem es auch ein Prequel gibt, um zu erklären, wer und warum hier unterwegs ist und auch wohin.
In diesem Band gibt es einige sehr spannende und auch mysteriöse Begegnungen und Abenteuer, bei denen man länger hinsehen muss, um die Zusammenhänge zu erfassen. Das genaue Hinsehen lohnt sich in diesem Buch aber sowieso, es ist ein einzigartiges Feuerwerk an wunderbaren Farben und Bildern. In jedes dieser Bilder kann man eintauchen, um die vielen Details zu genießen. Grafisch ist das Buch wirklich vom feinsten, aber auch die Story hat sich für mich runder angefühlt als noch im ersten Band, hier empfand ich eine deutliche Steigerung. Nach wie vor wird hier an Worten gespart und fast alles über die Bilder ausgedrückt.
Da am Ende vieles offen bleibt, kann ich es kaum erwarten, den Nachfolger in die Hände zu bekommen. Wer sich auf eine andersartige Welt einlassen kann und will, wird hier mit den wunderschönsten Bildern belohnt, die ein Comic bieten kann.

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