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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2022

Nicht ausgeschöpftes Potenzial

Ich will dir nah sein
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Lester Sharp arbeitet im Londoner Fundbüro des öffentlichen Verkehrs. Dort kümmert er sich um allerlei abgegebene Fundsachen, die hin und wieder so ein großes Interesse in ihm auslösen, dass er sie in ...

Lester Sharp arbeitet im Londoner Fundbüro des öffentlichen Verkehrs. Dort kümmert er sich um allerlei abgegebene Fundsachen, die hin und wieder so ein großes Interesse in ihm auslösen, dass er sie in seine private Sammlung übernimmt.
Als die junge Balletttänzerin Erin in die Wohnung neben ihm zieht, merkt man jedoch erst richtig, dass Lester noch so viel sonderbarer ist, als zunächst angenommen. Denn er will Erin nah sein. Unangenehm nah.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus zwei verschiedenen Blickwinkeln und auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, was oftmals durch Datums- und Uhrzeitanzeigen gekennzeichnet wird. Dabei erhält der:die Leser:in einen umfassenden Einblick sowohl in Erins Gefühls- und Privatleben als auch in das von Lester. Die Passagen aus der Vergangenheit verschwimmen anfangs zwar sehr mit der Gegenwart und es fiel mehr schwer, zu differenzieren, jedoch klarte sich das Bild von Seite zu Seite mehr auf.

Die Charaktere wirken genau so, wie es wahrscheinlich die Absicht der Autorin gewesen ist: Man entwickelt Mitleid und Mitgefühl mit Erin, die die Sympathieträgerin der Geschichte ist. Ebenso entwickelt man eine Abneigung und Antipathien zu Lester, der grenzüberschreitend und befremdlich wirkt.

Der Schreibstil an sich ist nicht schlecht, dennoch tat ich mich unerklärlich schwer damit. Die Wörter wollten nicht so ganz fließen, die Geschichte packte mich nicht allumfassend, weswegen ich das Buch öfters aus der Hand legte.
Eventuell lag es an den fehlenden Spannungsmomenten, die mir in dem Kontext einfach zu wenig waren. Das Potenzial wäre klar dagewesen und hin und wieder sog ich auch die Luft scharf ein und traute mich kaum, mich zu bewegen. Leider gab es genau zwei Momente, in einem Buch, das sich in das Psychothriller Genre einreiht. In meinen Augen leider zu wenig, um mich begeistert zurückzulassen.

Alles in allem ist es eine Geschichte, die unangenehme Beklemmung auslösen und am Ende mit einer für mich unvorhersehbaren Wendung überraschen kann. Dennoch konnte mich das Buch aufgrund der fehlenden Spannungselemente nicht wirklich fesseln.

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Veröffentlicht am 17.01.2022

Roman mit Spannungselementen

Sieben Lügen
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Eine Lüge führt oft zur nächsten und ehe man es sich versieht, befindet man sich in einem Strudel aus Lügen, aus dem man mit eigener Kraft nicht mehr entkommen kann.
Genau so ging es Jane, die ihrer besten ...

Eine Lüge führt oft zur nächsten und ehe man es sich versieht, befindet man sich in einem Strudel aus Lügen, aus dem man mit eigener Kraft nicht mehr entkommen kann.
Genau so ging es Jane, die ihrer besten Freundin Marnie eine kleine Notlüge unterbreiten musste, die in immer größer werdenden Lügen und letztendlich in einem Mord endete.

Die Geschichte ist in 7 Teile unterteilt, die für die einzelnen Lügen stehen. Anfangs wird der::die Leser:in vermeintlich persönlich angesprochen, was sich für mich anfangs befremdlich las. Da der restliche Teil aber in der normalen Ich-Perspektive geschrieben ist, taten die wenigen Absätze mit Du-Passagen der Geschichte keinen Abbruch.

Auch wenn Jane, die Protagonistin, nicht immer nachvollziehbar handelte, hab ich dennoch ganz schnell eine Bindung zu ihr aufbauen und ihre Emotionen verstehen können.
Ebenso war Marnie sehr authentisch und rund gezeichnet.
Auch wenn ich die Familienverhältnisse von den einzelnen Charakteren hin zu deren Familie nicht wirklich verstanden habe, sie aber immer wieder thematisiert wurden.

Der Schreibstil an sich hat mir wirklich gut gefallen. Er las sich flüssig und plätscherte nur so dahin, sodass man sich voll und ganz auf die Geschichte konzentrieren konnte.

Lediglich die Einordnung "Thriller" machte für mich keinen Sinn. Es gab immer mal wieder kleinere Spannungsmomente, die aber absolut unverhältnismäßig waren. Auch das Ende, erzielte keinen Peak. Zwischendrin gab es einen Moment, bei dem ich über die Seiten hinweg am liebsten die Luft angehalten hätte, aber danach flachte es ziemlich ab und es blieb Drama anstatt Spannung zurück.

Wer aber einen Roman mit Spannungselementen sucht, bei dem man nah an der Protagonistin der Storyline folgt, dramatische und tragische Familienverhältnisse mag, der:die kann sich "Sieben Lügen" annehmen.

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Veröffentlicht am 14.01.2022

Gesellschaftskritisch

Identitti
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Ein Roman, der sich mit Race, Gender, Feminismus und vielem weiteren befasst.

Der Roman wird in verschiedenen Textgattungen erzählt. Darunter fallen Blogeinträge, Tweets, Facebookeinträge, Erzählungen, ...

Ein Roman, der sich mit Race, Gender, Feminismus und vielem weiteren befasst.

Der Roman wird in verschiedenen Textgattungen erzählt. Darunter fallen Blogeinträge, Tweets, Facebookeinträge, Erzählungen, Interviews und vielen weiteren. Eine wirklich interessante Herangehensweise, um einen möglichst allumfassenden Blick zu bekommen bzw. die Geschichte nicht nur im Buch zu lassen, sondern auf reale Formate anwendbar macht.

Die reale Begebenheit, die in ein fiktives Setting verwoben wurde, konnte mich leider nur teilweise erreichen. Die gesellschaftlichen Fragen und Hintergründe, die unsere heutige Gesellschaft stark prägen und ebenso die verschiedenen Blickwinkel der Charaktere fand ich unfassbar spannend. Ich wurde zum Nachdenken angeregt und stellte Begebenheiten infrage, von denen ich teilweise nie davon ausgegangen bin, dass sie alles andere als selbstverständlich sind.

Jedoch hat mir die fiktive Geschichte, in die die Gesellschaftskritik verwoben wurde, leider gar nicht zugesagt. Personenkult, teilweise sehr langwierige und nicht unbedingt relevante Textpassagen machten es mir teilweise wirklich schwer, weiterzulesen.

Das Setting, in der die Geschichte spielt, war für mich einfach anstrengend. Die Verehrung einzelner Personen (in dem Fall die der Professorin) ist für mich schlichtweg nicht nachvollziehbar und unfassbar naiv.

Nichtsdestotrotz sind die behandelten Themen wichtig und sollten, auf welchem Weg auch immer, Gehör finden und zum Nachdenken anregen und das hat definitiv stattgefunden.

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Veröffentlicht am 14.01.2022

Wohlfühl-Geschichte

Nur noch ein einziges Mal
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Du triffst einen Fremden, ihr tauscht nackte Wahrheiten aus, ihr geht beide eurer Wege und trefft euch nie wieder. Du verwirklichst eine der nackten Wahrheiten, indem du über deinen Schatten springst und ...

Du triffst einen Fremden, ihr tauscht nackte Wahrheiten aus, ihr geht beide eurer Wege und trefft euch nie wieder. Du verwirklichst eine der nackten Wahrheiten, indem du über deinen Schatten springst und deinen Traum vom eigenen Blumenladen wahr werden lässt. Durch eine Aneinanderreihung von Ereignissen triffst du den Fremden wieder und ihr merkt, dass ihr beide seitdem oft aneinander gedacht habt. Es scheint perfekt, doch dann holen euch die Realität und die Vergangenheit ein.

Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass „Nur ein einziges Mal“ ein absoluter Feel-good-Roman ist. Der Schreibstil hat mich sofort in seinen Bann gezogen und in eine ganz andere Realität gezogen. Trotz, dass es sich hier um einen Liebesroman handelt, ist die Sprache nicht unangenehm blumig, sondern gefühlvoll auf den Punkt.

Die Charaktere waren allesamt bewegend und machten es mir leicht, eine Bindung zu jedem einzelnen aufzubauen, auch wenn er eine noch so kleine Nebenrolle einnahm. Ich wurde aufgrund der Authentizität zu Sympathie, Empathie, Wut und Trauer animiert, sodass ich auch nach Beenden des Buches die einzelnen Personen in meinem Kopf habe und über sie nachdenke.

Obwohl Romanzen absolut nicht mein Genre sind, hab ich mich von Anfang an wohl gefühlt und war traurig, als ich die letzte Seite aufschlug.

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Veröffentlicht am 13.01.2022

Nicht überzeugend

Pretty Baby - Das unbekannte Mädchen
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Klappentext: Schon immer hat Heidi Wood sich gern um andere gekümmert. Doch als sie eines Tages ein mysteriöses obdachloses Mädchen und deren Baby mit nach Hause bringt, geht sie zu weit! Heidis Mann Chris ...

Klappentext: Schon immer hat Heidi Wood sich gern um andere gekümmert. Doch als sie eines Tages ein mysteriöses obdachloses Mädchen und deren Baby mit nach Hause bringt, geht sie zu weit! Heidis Mann Chris hat Angst um seine Tochter - und um seine Frau. Denn sie beginnt sich zu verändern, scheint immer mehr in den Bann des unbekannten Mädchens zu geraten. Chris beginnt zu recherchieren und stößt auf ein schreckliches Geheimnis. Ist es nun schon zu spät, um seine Familie zu retten?

Der Klappentext hat mich wirklich neugierig gemacht und versprach eine spannende Geschichte mit schrecklichen Geheimnissen, die es aufzudecken galt.

Meine Hoffnungen wurden aber ziemlich schnell begraben, da sich bereits die ersten Seiten so sehr in die Länge zogen, dass ich mich wirklich durchbeißen musste, um das Buch nicht für immer zu schließen.
Die ersten Seiten befassen sich ellenlang mit dem Alltag der Familie, den Wetterbegebenheiten und komischerweise wird sehr viel über das Essverhalten der Familie geschrieben und wie sehr der Mann des Hauses damit nicht zurechtkommt.
So plätscherten die ersten 2/3 des Buches einfach nur dahin, ohne wirklich an Fahrt aufzunehmen.

Leider konnte mich die Geschichte so gar nicht überzeugen, weil meine Erwartungen aufgrund des Klappentextes so ganz anders waren, als sie letztendlich in der Geschichte verpackt wurden. Spannungselemente waren kaum bis gar nicht vorhanden, ebenso die Atmosphäre schien gar nicht vorhanden, obwohl das eigentlich kaum möglich ist.
Auch zu den Charakteren konnte ich keinerlei Beziehung aufbauen, da sie relativ unsympathisch und oft nicht nachvollziehbar handelten. Zudem wurde bei ihrer Beschreibung nur an der Oberfläche gekratzt und auch sonst hatte ich das Gefühl, dass sie austauschbar, gesichtslos und einfach nicht authentisch gewesen sind.

Ein ausschweifender Schreibstil tat sein Übriges, um die Geschichte möglichst langatmig zu gestalten und Nebensächlichkeiten viel mehr Bedeutung beizumessen als eigentlich nötig gewesen wäre. Schade.

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