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Veröffentlicht am 26.06.2020

Wer ist nun Freund und Feind?

Throne of Glass 2: Kriegerin im Schatten
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Celaena Sardothien hat sich als Champion und Assassinin des tyrannischen Königs von Ardalan mit der präzisen und zuverlässigen Ermordung seiner Feinde dessen widerwilligen Respekt und ein paar Freiräume ...

Celaena Sardothien hat sich als Champion und Assassinin des tyrannischen Königs von Ardalan mit der präzisen und zuverlässigen Ermordung seiner Feinde dessen widerwilligen Respekt und ein paar Freiräume erarbeitet. Dass sie diesen Feinden stattdessen zur Flucht verhilft und deren Mord ebenso fälscht wie die Beweise dafür, muss sie zur endlosen Zahl ihrer Geheimnisse hinzufügen.
Die Frage, wem sie vertrauen kann, ist sowieso eine Frage auf Leben und Tod: Nehemia, die im Exil am feindlichen Hof gefangene Prinzessin, die scheinbar versucht, den Widerstand gegen den verhassten König zu organisieren? Chaol, Freund und Captain der königlichen Leibgarde, der zwischen Liebe und Loyalität eine Balance zu halten versucht? Dorian, Kronprinz am verhassten Hof von Ardalan und dennoch ihr Freund? Oder gar Archer, ein Schatten aus ihrer Vergangenheit, der ebenfalls auf des Königs Todesliste steht?

Neben ihren Reisen für den König versucht Celaena noch immer, die Quelle der scheinbar unerschöpflichen Macht des Königs zu finden und stößt dabei auf einen so nützlichen wie nervtötenden Helfer in der geheimen Gruft des ersten Königspaares von Ardalan. Und obwohl die Magie seit beinahe zehn Jahren vernichtet ist, häufen sich die Anzeichen ihrer Präsenz - im Guten wie im unermesslich Bösen. Doch wer ist nun Freund, wer Feind?

Schon der erste Teil der THRONE OF GLASS-Reihe (Throne of Glass - Die Erwählte: Roman) hat mir so gut gefallen, dass ich den zweiten Teil direkt nachlegen musste. Und das hat sich mehr als gelohnt: Genial gesteigert in Plot und Spannungsbogen, fesselnde Verwicklungen, Geheimnisse en masse, unerwartete Wendungen - 5 mehr als verdiente Sterne für fesselnde Unterhaltung! Das einzige, was wirklich schade ist, ist die jetzt wieder in Kauf zu nehmende Wartezeit auf den nächsten Band.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

Was sich liebt das neckt sich

Player
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Die Paartherapeutin Emerie Rose fällt aus allen Wolken, als sie feststellt, dass sie über den Tisch gezogen wurde. Ihr traumhaftes neues Büro entpuppt sich als das Büro des renomierten Scheidungsanwaltes ...

Die Paartherapeutin Emerie Rose fällt aus allen Wolken, als sie feststellt, dass sie über den Tisch gezogen wurde. Ihr traumhaftes neues Büro entpuppt sich als das Büro des renomierten Scheidungsanwaltes Drew Jagger. Emerie wurde von einem Betrüger reingelegt, der ihr Drews Büro als ihres vermietet hat. Doch anstatt Emerie sofort vor die Tür zu setzen, ist Drew extrem angetan von der attraktiven Rothaarigen und macht ihr ein Angebot, das sie nur schwer ausschlagen kann: Emerie darf - bis sie ein neues Büro gefunden hat - bei ihm bleiben ...

Mit Emerie Rose bekommt man zwar eine etwas tollpatschige, aber umso liebenswertere Protagonistin vorgesetzt! Obwohl sie teilweise eine waschechte Chaotin ist, besitzt sie eine starke Persönlichkeit und lässt sich von Drew Jagger, der gelegentlich gerne mal einen Streit vom Zaun bricht, nicht unterkriegen. Der smarte Scheidungsanwalt ist nicht nur verdammt attraktiv, sondern auch noch äußerst charmant. Doch unter all seinem Sarkasmus versteckt er einen weichen Kern und eine Vergangenheit, die mich von Anfang an in ihren Bann ziehen konnte! Ich habe gerade die Seiten, die den Leser über Drews Verganenheit aufklären, geradezu verschlungen!
Die Dynamik zwischen den beiden Protagonisten ist einfach nur genial! Die schlagfertigen und pointierten Dialoge zwischen Emerie und Drew sind nicht nur unterhaltsam und lustig, sondern versprühen auch einen gewissen Charme und verleihen der Geschichte damit das gewisse Etwas!

Vi Keelans Schreibstil ist wieder sehr leicht und sehr locker, sodass man mühelos durch die Seiten fliegt! Die Autorin konnte mich mit ihrer Geschichte von Anfang an in ihren Bann ziehen!
Neben den unterhaltsamen, leichten Passagen schafft es Vi Keeland, ihrem Roman auch eine gewisse Ernsthaftigkeit und Tiefgründigkeit zu verleihen! Gerade Drews Vergangenheit lässt einen nicht kalt, weshalb man eine Bindung zu ihm aufbaut und sich sehnlichst ein Happy End für ihn wünscht!
Die abwechselnden Erzählperspektiven zwischen Emerie und Drew runden das Gesamtpaket ab und machen den Plot gleich noch interessanter!

Tolle Charaktere und eine Handlung, die einen nicht mehr loslässt: "Player" von Vi Keeland sollte man sich als Liebhaber von Liebesromanen auf gar keinen Fall entgehen lassen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

Ein Buch für wunderschöne Lesestunden

Frida Kahlo und die Farben des Lebens
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Die Mexikanerin Frida Kahlo erkrankte als 6-Jährige an Kinderlähmung und überlebte auch nur ganz knapp einem Busunglück, der sie fürs Leben zeichnete. Frida wusste schon immer ganz genau, was sie wollte, ...

Die Mexikanerin Frida Kahlo erkrankte als 6-Jährige an Kinderlähmung und überlebte auch nur ganz knapp einem Busunglück, der sie fürs Leben zeichnete. Frida wusste schon immer ganz genau, was sie wollte, und das war vor allem die Ehe mit dem 20 Jahre älteren Maler Diego Rivera. Sie war schon immer hoffnungslos verliebt in ihn. Obwohl Diego ihr sehr zugetan war, wollte er sich allerdings nicht auf eine Frau festlegen und nahm es mit der Treue nicht so genau, was Frida ihm großzügig verzieh. Die Malerei war nicht nur Diegos Leben, auch Frida erlag schon in jungen Jahren den Farben und der Kunst, wobei sie ein großes Talent und genug Eigensinnigkeit bewies und dadurch bereits bekannte Malergrößen auf sich aufmerksam machte, da Frida nicht nur die Gabe besaß, sich durch exzentrische bunte Kleidung in Szene zu setzen, sondern auch durch ihre Bilder zu kommunizieren.
Caroline Bernard hat mit „Frida Kahlo und die Farben des Lebens“ eine packende Romanbiografie vorgelegt, die den Leser nicht nur gedanklich ins Mexiko des letzten Jahrhundert transportiert, sondern auch eine Ausnahmekünstlerin kennenlernen lässt, die die Kunstszene bis heute geprägt hat. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und fesselnd und bringt dem Leser den Menschen Frida Kahlo sehr nahe. Schon als junge Frau musste Frida einige körperliche Einschränkungen hinnehmen, die Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben hatten. Um die Schmerzen zu kompensieren, malte sie ihre Welt in den buntesten Farben und transportierte mit ihnen ihre Gefühle an die Außenwelt. Die Ehe mit dem wesentlich älteren Diego Rivera war mit Blick auf die Kunst sicherlich eine befruchtende Beziehung für Frida, die sich zuerst an seinem Ruhm maß, um dann aus Riveras Schatten herauszutreten. Die Autorin hat das Leben der Ausnahmekünstlerin sehr gut recherchiert und sie mit ihrer gefühlvollen Erzählweise wieder zum Leben erweckt. Der historische Hintergrund der Zeit von 1907 bis 1954 ist ebenfalls sehr schön mit der Handlung verwebt, wobei sich die Autorin auch auf alte Briefe und Tagebuchauszügen bedient, um nah an der Realität zu bleiben.

Die Charaktere sind sehr lebendig und glaubhaft dargestellt, lassen ihre Handlungen und Entscheidungen realitätsgetreu und authentisch wirken. Der Leser darf die Frau und Künstlerin Frida bei ihrem Schaffen beobachten, ihre Zweifel und Ängste miterleben, aber auch ihre Eigensinnigkeit, ihre Emotionalität sowie ihre Stärke, allen Widrigkeiten zu trotzen. Frida kämpft mit ihren eigenen Dämonen, die durch die körperlichen Schmerzen hervorgerufen werden, aber sie kämpft auch für ihren Mann Diego, der es mit der Treue nicht so genau nimmt, wenngleich er seine Frau vergöttert. Frida ist laut, offen, brutal ehrlich mit einem exzessiven Hang zu bunten Farben, die sie nicht nur auf die Leinwand bannt, sondern in die sie auch ihren geschundenen Körper hüllt. Sie ist nicht nur durch ihre Kleidung eine auffällige Erscheinung, sondern ihre markanten Augenbrauen sowie ihre schwarzen Augen sind ihr Markenzeichen.

Mit „Frida Kahlo und die Farben des Lebens“ hat die Autorin eine wunderbare Homage in Form einer Romanbiografie abgeliefert, die nicht nur durch einen farbenprächtigen und einfühlsamen Erzählstil zu fesseln weiß, sondern diese besondere Malerin regelrecht wieder zum Leben erweckt. Ein Buch für wunderschöne Lesestunden, das eine absolute Leseempfehlung verdient!

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Veröffentlicht am 18.04.2020

Auftakt einer grandiosen Reihe

Throne of Glass 1: Die Erwählte
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Celaena Sardothien ist die berühmteste Assassinin in Adarlan und zum Tode verurteilt. Ihrem Schicksal entrinnt sie dank Chaol Westfall, dem Captain der Leibgarde, und Kronprinz Dorian, die sie aus dem ...

Celaena Sardothien ist die berühmteste Assassinin in Adarlan und zum Tode verurteilt. Ihrem Schicksal entrinnt sie dank Chaol Westfall, dem Captain der Leibgarde, und Kronprinz Dorian, die sie aus dem Gefangenenlager holen. Celaena bekommt ein unschlagbares Angebot: sie erlangt die Freiheit, wenn sie in einem Wettkampf gegen 23 kriminelle Gegner gewinnt und zum Champion des Königs aufsteigt. Doch im Palast wird der Wettkampf von mysteriösen Morden überschattet und Celaena schwebt selbst in größter Gefahr.

Selten ist mir eine Heldin begegnet, die mich sofort so begeistert hat. Aber schon auf den ersten Seiten, als Celaena versucht, mit Chaol zu flirten, gab ich ihr imaginär High-Five. Celaena hat Geschmack und Stil. Ihre Gedanken sind durchzogen mit Möglichkeiten, wie sie ihrem Gegenüber die Kehle durchtrennen kann und befassen sich dann wieder mit ihrem Aussehen, schönen Kleidern, Büchern, Männern – was einem achtzehnjährigen Mädchen eben auf der Seele brennt. Legitim. Ich mochte die Art und Weise, wie Celaena die Geschichte erzählt hat, sehr. Ihre erfrischende Art lässt die Seiten beim Lesen nur so dahinfliegen. Zudem bekommt man auch Einblicke in das Innenleben anderer Charaktere, was ich in Anbetracht der Liebschaften und Intrigen gut gelöst fand. Leider waren nicht alle Figuren so dreidimensional gestaltet wie Celaena, aber ich gehe davon aus, dass sich dies mit den nächsten Bänden ändert. Und kann Nox bitte ein Comeback machen?

Zum Glück stand die Liebe nicht vermehrt im Fokus des Buches, denn ich hatte die angekündigte Dreiecksbeziehung bereits gefürchtet. Dreiecksbeziehungen sind mittlerweile zu einem Klischee verkommen und ich verstehe nicht, was daran so anziehend sein soll, wenn die Hauptprotagonistin Entscheidungsschwierigkeiten hat und zwischen zwei Männern pendelt. Dann bleibt man ja wohl am besten allein! Mir wäre das jedenfalls viel zu kompliziert und auch davon zu lesen, finde ich ermüdend. Deswegen habe ich mich besonders gefreut, dass Celaena am Ende des Buches weiß, für wen ihr Herz schlägt – und ich hoffe inständig, sie bleibt bei dieser Wahl.

Ihr Schreibstil ist wunderschön und manchmal habe ich ganze Absätze erneut gelesen, um sie auf mich wirken zu lassen. Sie schafft es, einen sofort in die Welt von Adarlan zu entführen und Bilder im Kopf zu entfachen. Ich finde sie unglaublich inspirierend!

Der dtv Verlag plant leider nicht, den dritten und vierten Teil der Reihe als Hardcover zu veröffentlichen, was mich – als Buchcover-Liebhaber, dessen erste Maxime Einheitlichkeit ist – natürlich an den Rande des Wahnsinns getrieben hat. Wenigstens werden die Bände übersetzt, was bis vor kurzem nicht einmal feststand. Ich verstehe nicht, wieso ein Verlag nicht durchzieht, was er angefangen hat, vor allem da der Roman großen Anklang gefunden hat – schade!

„Die Erwählte“ ist ein spannender Auftakt und ich kann die Reihe nur jedem ans Herz legen, der über eine starke Heldin von einer starken Fantasyautorin lesen möchte.

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