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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

80s forever

Tainted Love
2

Ein Krimi, der in den 80ern im Zonenrandgebiet spielt. Eine hessische Kleinstadt brütet in der Sommerhitze. Da wird ein versunkener Luxuswagen aus dem See gefischt. Die Lokalreporterin Christine und ihr ...

Ein Krimi, der in den 80ern im Zonenrandgebiet spielt. Eine hessische Kleinstadt brütet in der Sommerhitze. Da wird ein versunkener Luxuswagen aus dem See gefischt. Die Lokalreporterin Christine und ihr Freund Martin fragen sich, ob dahinter wohl ein Geheimnis oder gar ein Verbrechen steckt.

Die große Stärke dieses Krimis ist seine atmosphärische Darstellung der 80er. Der Leser fühlt sich wie in diese aus heutiger Sicht so friedlich und geordnet scheinende Welt zurückgebeamt. Viele alltägliche Gegenstände, fast vergessen geglaubte Gerüche und Gefühle zaubern ein wohliges Lächeln auf die Lippen. Wer kann sich noch an den Mikrokosmos gelbe Telefonzelle an einem heißen Sommertag erinnern?

Die Hauptfiguren sind unaufgeregt und wie aus dem wirklichen Leben gesprungen. Ich kann mir gut vorstellen, mit ihnen befreundet zu sein. Natürlich sind sie neugierig und wollen das Geheimnis lüften. Die Lösung fühlte sich für mich stimmig an und ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe, um wieder in die 80er abtauchen zu können.

Das Buch bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein großer Wurf - und dann nix

Doppelspiel
5

Tom Borg, ein Erfolgsautor, steckt mitten in einer Schaffenskrise. Auf einer Buchlesung trifft er auf eine schöne junge Stripperin, die direkt aus seinem letzten Roman entsprungen sein könnte. Er folgt ...

Tom Borg, ein Erfolgsautor, steckt mitten in einer Schaffenskrise. Auf einer Buchlesung trifft er auf eine schöne junge Stripperin, die direkt aus seinem letzten Roman entsprungen sein könnte. Er folgt ihr in ihren Stripclub. Als die beiden es sich im Whilpool gemütlich gemacht haben, wird die junge Frau plötzlich ermordet. Der Verdacht fällt auf Tom und er flieht vor der Polizei; eine wilde Jagd durch Stockholm beginnt.

Im Verlauf der Flucht werden die Erlebnisse immer abstruser, wunderlicher, wie aus einem Fiebertraum entsprungen. Bald weiß Tom nicht mehr, was Realität ist und was seiner überreizten Phantasie entspungen ist. Als Leser ist das ungeheuer spannend mitzuerleben - Realität, Wahnsinn oder befindet sich der Autor in seinem eigenen Buch?
Ständig habe ich mich gefragt, was wohl die Auflösung sein wird.

Und die Auflösung, die hier nicht verraten wird, erwies sich als großes Manko des Romans - unglaubwürdig, konstruiert, glattgebügelt. Alles löst sich irgendwie, ein neuer Bestseller wurde geschrieben und einige lose Enden wurden als Cliffhanger für die nächsten zwei Bände gelegt.

Das Ende, das wohl als großer alle Probleme lösender Wurf geplant war, scheint überhaupt nicht zu der vorher so spannend konstruierten Doppeldeutigkeit des Buches zu passen und lässt mich ratlos zurück. Auch wenn der größte Teil spannend war, kann ich das Buch aufgrund des Endes nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Nicht so wirklich spannend

Einsames Watt
4

Der Krimi "Einsames Watt" ist der 12. Teil der Nordsee-Reihe um John Benthien. Dieses Mal beschäftigt ein Fall aus Johns Anfangsjahren bei der Polizei das Ermittlerteam. John und sein Chef Cornelis Litmanen ...

Der Krimi "Einsames Watt" ist der 12. Teil der Nordsee-Reihe um John Benthien. Dieses Mal beschäftigt ein Fall aus Johns Anfangsjahren bei der Polizei das Ermittlerteam. John und sein Chef Cornelis Litmanen ermittelten in einem Mädchenmordfall. Der erfahrene Polizist verschwand im Laufe eigener Recherchen spurlos. Jahre später wird wieder eine Mädchenleiche gefunden. Eine umfangreiche Ermittlung beginnt.

Am besten haben mir die Rückblenden auf Litmanens und Johns Interaktionen gefallen. Schade, dass die gute Zusammenarbeit auf so tragische Weise enden musste.

Der Krimi lässt sich gut lesen, auch wenn man die Vorgängerbände nicht kennt. Lediglich das komplizierte Privatleben der Kommissare hat mich anfangs irritiert. Außerdem genehmigt sich der Autor einen großen Rahmen an literarischer Freiheit, indem beispielsweise Familienmitglieder in Ermittlungen eingebunden werden oder Kriminellen fragwürdige Deals im Austausch für ein Geständnis angeboten werden. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein. Die Lösung der Mordfälle kommt wie ein notwendiges Abarbeiten der losen Enden daher.

Für mich war dieser Krimi durch viele Nebenhandlungen und komplexe Zusammenhänge aus dem Privatleben der Ermittler ein eher mittelmäßiges Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Orkan und Spannung auf Sylt

Stürmische Klippe
8

Dieses ist der 10. Sylt-Krimi rund um Kommissarin Liv Lammers.

An ihrem freien Tag wird Liv von ihrer Chefin Hilke Hasselbrecht zu einer "privaten" Ermittlung in die Villa der prominenten Ex-Ministerin ...

Dieses ist der 10. Sylt-Krimi rund um Kommissarin Liv Lammers.

An ihrem freien Tag wird Liv von ihrer Chefin Hilke Hasselbrecht zu einer "privaten" Ermittlung in die Villa der prominenten Ex-Ministerin Armgart Zabrowsky gebeten. Auf die von vielen gehasste, herrische und unsympathische Dame wurde ein Anschlag verübt. In der Villa findet Liv das Personal und illustre Teilnehmer einer Geheimkonferenz, in der es im weitesten Sinne um die Zukunft Sylts geht, vor. Jeder scheint verdächtig und könnte ein Motiv haben. Eine spannende und von Schwierigkeiten gezeichnete Ermittlung beginnt, während parallel Sebastian, Livs Verlobter, zu Unrecht wegen Mordes verhaftet wird.

Ich bin gut in die Handlung gestartet, obwohl ich die anderen Bände nicht kenne. Liv ist eine sehr sympathische und mutige Polizistin, die trotz verwirrender Ereignisse in der Villa und privater Kümmernisse den Überblick behält. Allein bei ihrem Polizeikollegen Robert, der ihren Verlobten fälschlicherweise verhaftet, hätte ich mehr Vorwissen zu vorangegangenen Animositäten gewünscht.

Der Fall um die Politikerin Armgart entwickelt sich durch einen Orkan, der alle am Verlassen der Villa hindert, zum Agatha Christie Fall, in dem jeder der Mörder sein könnte. Das ist sehr clever gemacht.

Bei der Ausgestaltung der spannendsten Szenen hätte ich mir gewünscht, die Autorin hätte sich mehr Mühe gegeben. Beispielsweise gibt es eine Szene in einem Keller, in der die Hände des Täters schon nach dem Opfer greifen. Ich wollte unbedingt miterleben, wie und ob Rettung möglich ist. Statt dessen lese ich im nächsten Kapitel von einem Telefongespräch, in dem ein Kollege Liv berichtet, dass alles gut ausgegangen ist. Dieser Spannungsabbruch kommt im Buch öfter vor und hat mich etwas enttäuscht.

Trotzdem werden beide Fälle um Armgart und Sebastian zufriedenstellend gelöst und die Grundlagen für einen 11. Band um Liv auf Sylt werden gelegt.

Insgesamt ist dies ein lesenswerter Krimi und er wird nicht mein letzter aus der Reihe sein.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Gelungener Auftakt

Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand
0

„Der Tote am Sandstrand“ ist der Auftakt der neuen Ostseekrimi-Reihe „Mörderische Brise“ des Autorenduos Nina Ohlandt / Jan F. Wielpütz.
Hannah Bülow kehrt in ihre Heimatstadt Ostersande an der Ostsee ...

„Der Tote am Sandstrand“ ist der Auftakt der neuen Ostseekrimi-Reihe „Mörderische Brise“ des Autorenduos Nina Ohlandt / Jan F. Wielpütz.
Hannah Bülow kehrt in ihre Heimatstadt Ostersande an der Ostsee zurück. Sie ist frisch verwitwet und möchte mit ihrem wackeren Hund Tobby einen neuen Lebensabschnitt starten. Frohen Mutes übernimmt sie eine Stelle als Streifenpolizistin in dem kleinen Ort, eine Stelle, die ihr von ihrer alten Freundin Constanze Grotewohl, der Leiterin der Wache verschafft wurde. Hannah zieht bei ihrem Vater wieder ein, dessen Leben sie nebenbei gleich ein bisschen auf Vordermann bringen kann. Zwischen ihnen steht ein traumatisches Ereignis aus dem Jahr 1993, bei dem Hannah und ihre Freunde unbeabsichtigt einen schlimmen Bootsunfall verursacht haben.
Kurz nach Dienstantritt wird einer dieser Freunde tot am Strand aufgefunden.
Die Autoren nehmen sich Zeit, die Figuren und die Gegebenheiten zu entwickeln, schließlich soll hier eine Krimireihe entstehen. Dennoch liest sich das Buch flott und ich wollte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt. Es war für mich spannend nach und nach zu entdecken, welche Rolle die Ereignisse aus der Jugendzeit in der Gegenwart spielen.
Ein wenig hat mich gestört, dass Hannah als einfache Streifenpolizistin so stark in die Ermittlungen der Kripo aus Wismar eingebunden wird bzw. auf eigene Faust ermittelt. Wahrscheinlich kann sie ihre Kenntnisse aus der Vergangenheit hier gut einbringen.
Aufgefallen ist mir, dass sich Personen nicht den Witterungsverhältnissen entsprechend verhalten. Da werden kränkliche Kinder bei einem Unwetter zum Spielen in den Garten geschickt. Es gab den ersten Nachtfrost und Figuren tragen abends nur eine leichte Jacke.
Insgesamt ist das Buch ein solider gemachter Krimi, ein gelungener Auftakt der Reihe.

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