Profilbild von SueWid

SueWid

Lesejury Profi
offline

SueWid ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SueWid über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2026

Ich dachte ich bekomme Romcom – ich bekam Chaos.

Ein unheimlich guter Mensch
0

Als ich „Ein unheimlich guter Mensch“ von Kirsten King gesehen habe, dachte ich direkt, was für ein originelles, fast schon absurd lustiges Cover. Die surreale Pop-Ästhetik ist für mich ein absoluter Blickfang ...

Als ich „Ein unheimlich guter Mensch“ von Kirsten King gesehen habe, dachte ich direkt, was für ein originelles, fast schon absurd lustiges Cover. Die surreale Pop-Ästhetik ist für mich ein absoluter Blickfang im Bücherregal. Ein scheinbar klassisches Gemälde wird hier mit kleinen Gimmicks in die Neuzeit gezogen.
Nach der Leseprobe war ich sofort positiv gestimmt. Die Protagonistin Lillian wirkt liebenswert, herrlich chaotisch und authentisch. Ich dachte, vielleicht wird das sogar ein bisschen philosophisch.
Ich lag so falsch.

Was ist ein guter Mensch und wie wird man zu einem? Diese Fragen hatte ich beim Lesen zwar im Kopf, aber das Buch schlägt schnell eine andere Richtung ein.
Statt lange dabei zu bleiben, landen wir direkt in Lillians verrückt-normaler Welt.
Sie ist neunundzwanzig und wünscht sich nichts sehnlicher als eine stabile Beziehung. Dafür passt sie sich konsequent an, übernimmt Interessen, optimiert ihren Instagram-Account und versucht, möglichst anziehend zu wirken.
In Henry glaubt sie, den vermeintlich besten Partner gefunden zu haben, und würde alles tun, um ihn zu halten. Als er sie plötzlich verlässt, kommt Lillian auf die alkoholgeschwängerte Idee, einen Schadenszauber auf YouTube auszuprobieren. Doch statt zu ihr zurückzukehren, stirbt Henry. Ab da kippt alles.

Was folgt, ist ein zunehmend außer Kontrolle geratenes Chaos, in dem Lillians Leben Stück für Stück auseinanderfällt. Man fragt sich, wie weit das noch gehen kann.
Ich hatte mit einem leichten, spritzigen Roman über das Liebeschaos einer Frau Ende zwanzig gerechnet. Mit Wiedererkennungswert und vielleicht etwas Selbstironie.
Bekommen habe ich etwas anderes.

Lillian ist nicht liebenswert, nicht harmlos-chaotisch. Sie bewegt sich klar im Kosmos der Weird Girl Fiction. Egozentrisch, widersprüchlich und oft unangenehm. Eine Figur, bei der man nicht weiß, ob man hofft, dass sie heil da herauskommt oder ob man will, dass alles endgültig eskaliert.
Gerade darin liegt der Reiz. In diesem unangenehmen Wiedererkennen. In Momenten, in denen man sich fragt, ob man nicht selbst schon einmal Dinge gemocht hat, nur um jemand anderem zu gefallen.
Das Buch spielt genau mit diesem Unbehagen. Mit Fremdscham, mit Überforderung, mit einem inneren „Jetzt reicht es doch“ und gleichzeitig dem Drang, weiterzulesen.

Das Tempo ist angenehm und das Ende durchdacht. Sprachlich wird es stellenweise derb und manchmal fast hart, was gut zum Ton passt, aber nicht immer leicht auszuhalten ist.

Ein großer Kritikpunkt ist für mich das Fehlen einer Triggerwarnung. Sowohl physische als auch psychische Gewalt, Missbrauch, psychische Probleme und unkontrollierter Alkoholkonsum sind wiederkehrende, teils sehr harte Themen. Sie tauchen oft unvermittelt und ohne Einordnung auf. An manchen Stellen musste ich wirklich schlucken.


Meine Bewertung:
(4 von 5 Sternen)
Ich bin ehrlich, dieses Buch hat mich ziemlich hin- und hergerissen. Einerseits habe ich seine derbe, schonungslose Art sehr gefeiert, andererseits wollte ich es zwischendurch am liebsten weglegen, weil ich keine Lust mehr hatte, Lillian weiter zu begleiten.
Am Ende muss jede Person für sich entscheiden, ob sie sich auf diesen rauen Ritt einlassen und bewusst etwas abseits des Mainstreams lesen möchte.
Ein Debütroman für Vielleserinnen und Vielleser, die es ungewöhnlich, kantig und nicht allzu empfindlich mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2026

Zwischen Schuld und Isolation – ein düsterer Gesellschaftsthriller aus Japan.

Tokyo
0

Tokuro Nukui ist in seiner Heimat Japan ein gefeierter und vielfach ausgezeichneter Autor. Und endlich können wir, dreiunddreißig Jahre nach seinem Debüt, „Tokyo Schwarzer Sommer“ auch auf Deutsch lesen. ...

Tokuro Nukui ist in seiner Heimat Japan ein gefeierter und vielfach ausgezeichneter Autor. Und endlich können wir, dreiunddreißig Jahre nach seinem Debüt, „Tokyo Schwarzer Sommer“ auch auf Deutsch lesen.
Mich hat bereits das Cover angezogen: der prägnante Titel in klarer, markanter Typografie, die reduzierte Skyline und die düstere Farbwahl passen sehr gut zu einem Thriller.

Man sollte im Hinterkopf behalten, dass japanische Krimis und Thriller etwas anders aufgebaut sind als westliche. Daher kann es sein, dass sich der Anfang zunächst etwas schwieriger oder sperriger anfühlt und man etwas Zeit benötigt, um in die Geschichte hineinzufinden.
Auch Autor Nukui legt den Fokus auf gesellschaftskritische Themen, wie soziale Isolation, Leistungsdruck und innere Abgründe. Im Vordergrund stehen weniger Action, schnelle Winkelzüge und Verfolgungsjagden, sondern vielmehr eine unterschwellig beklemmende Atmosphäre und Themen moralischer Ambivalenz.

Das zeigt sich auch in der Handlung:
Im Jahr 1990 erschüttert eine Serie rätselhafter Kindesentführungen die Bewohner Tokios. Als die Leiche eines kleinen Mädchens aufgefunden wird, eskaliert die Lage zunehmend, und die Polizei gerät unter Druck – zwischen medialer Aufregung, den Forderungen der Eltern und den eigenen politischen Interessen.
In zwei Handlungssträngen entfaltet sich die Geschichte.
Im ersten begleiten wir einen zunächst namenlosen Mann, der durch die bedrückende Hitze Tokios wandert. Er ist von Schwermut, tiefer, unbestimmter Trauer und Hoffnungslosigkeit gezeichnet und des Lebens überdrüssig. Bei einer zufälligen Begegnung trifft er auf eine rätselhafte junge Frau, die für sein Glück betet. Zum ersten Mal glaubt er, einen Ausweg gefunden zu haben. So findet er Halt in einer neuartigen Religionsgemeinschaft. Aber ist diese Gemeinschaft das, was sie vorgibt zu sein?
Im zweiten Strang folgen wir dem Leiter des Dezernats für Tötungsdelikte, Saeki, und dem Kommissaranwärter Okamoto auf der Suche nach dem Täter. Dabei wird deutlich, wie sehr auch der Polizeiapparat von internen Machtgefällen, politischen Ränkespielen und persönlichen Abneigungen geprägt ist.

Meine Bewertung:
(4 von 5 Sternen)
Der Schreibstil ist nüchtern und schnörkellos, ohne dabei an Stimmung einzubüßen. Das Erzähltempo ist ruhig, die Spannung entfaltet sich zunehmend, je tiefer man in die Geschichte eintaucht.
Die Figuren wirken zunächst zurückhaltend und klassisch gezeichnet. Sie sind stark von gesellschaftlichen Normen und Konventionen geprägt. Dennoch entwickeln sie sich glaubwürdig weiter und tragen entscheidend zur beklemmenden Atmosphäre des Romans bei.
Ein Kritikpunkt meinerseits ist, dass sehr viele Figuren auftauchen und man schnell die Übersicht verlieren kann. Es hat mir sehr geholfen, Notizen zu machen, was allerdings meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen hat. Ein kurzes Glossar mit den wichtigsten handelnden Figuren und ihrer Funktion wäre hilfreich gewesen.

Sicherlich ist „Tokyo Schwarzer Sommer" nichts für jeden Krimi- und Thriller-Fan. Aber wer sich Zeit nimmt und das Buch auf sich wirken lassen kann, der wird einen ganz besonderen Thriller lesen, der gerade mit dem Ende zu überzeugen weiß.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.06.2026

Weird, unbequem, faszinierend: Jessamyn brennt sich ein.

She’s a Star!
1

Als ich das Cover von „She’s a Star!“ der kanadischen Autorin Meredith Hambrock gesehen habe, verspürte ich sofort eine kribblige Vorfreude.
Die poppigen Farben versprühen fröhlichen Retrocharme, die schreiende ...

Als ich das Cover von „She’s a Star!“ der kanadischen Autorin Meredith Hambrock gesehen habe, verspürte ich sofort eine kribblige Vorfreude.
Die poppigen Farben versprühen fröhlichen Retrocharme, die schreiende blonde Frau dagegen eine nostalgisch-düstere Atmosphäre, die an alte Hollywoodfilme à la Alfred Hitchcock erinnert. Mein Interesse war geweckt, und ich habe mich freudig auf die Lektüre gestürzt.
Die Protagonistin Jessamyn passt perfekt zu der Frau auf dem Cover. Sie ist eine junge, blonde Theaterschauspielerin, die Großes erreichen will. Als sich ihre Chance auf den Traumjob als Musicaldarstellerin in ihrem Lieblingsstück „The Sound of Music“ bietet, ist sie sofort Feuer und Flamme und stürzt sich voller Elan, Eifer und positiver Affirmationen in die Arbeit. Doch als sie gegen ihre Erzrivalin den Kürzeren zieht und lediglich zur Betreuerin der Kinderdarsteller wird, ist ihr klar: Wenn sie nur hart genug arbeitet und präsent bleibt, wird ihre Chance kommen.
Komme, was wolle – Jessamyn ist bereit, alles zu geben!

Und damit willkommen in der bunten, obsessiven Welt von Jess.
Sie ist keine Protagonistin, der die Herzen der Leser zufliegen. Sie eckt an, ist intensiv, obsessiv und in sich gefangen, nie wirklich sympathisch und trotzdem konnte ich stellenweise immer wieder mit ihr mitfühlen.
Am Ende mündet alles in einem dystopisch anmutenden Chaos, doch der Weg dorthin ist kraftvoll, manchmal fast lustig-schaurig erzählt.
Das Erzähltempo ist flott, ohne zu hetzen und nie langatmig. Da aus Jess’ Ich-Perspektive erzählt wird, sind wir immer mitten im Geschehen. Wir genießen diese irre Fahrt, wollen wegschauen und können es doch nicht.

Gerade weil Hambrock eine Figur erschafft, die so viele negative Eigenschaften trägt und dadurch so real und plastisch wirkt, fand ich das großartig.
Jessamyn ist im besten Sinne eine tragische Antiheldin, die ihrer eigenen Klimax zum Opfer fällt. Im Subtext verwebt die Autorin Themen wie Machtgefälle, MeToo, Diskriminierung und den Wahn nach „immer besser, höher, weiter“. Und gerade, weil uns all das so vertraut ist, weil wir es täglich sehen, lesen oder vielleicht selbst erleben, wirkt der Text stellenweise wie der Bericht einer verrückten Freundin, der das alles gerade wirklich passiert, und man möchte helfen, findet aber keinen Weg.
Ich mochte Hambrocks Stil sehr; er ist erfrischend anders. Sprachlich ist der Text frisch, ironisch und manchmal leicht überdreht, was perfekt zu dem lockeren, direkten Erzählstil passt.
Und ich finde, dieses Buch schreit geradezu nach einer Verfilmung.

Meine Bewertung:
(5 von 5 Sternen)
„She’s a Star!“ ist im besten Sinne Weird Girl Fiction. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, in einer wilden Achterbahnfahrt zu sitzen, die mich gleichzeitig begeistert und leicht überfordert, und genau das hat für mich den Reiz ausgemacht.
Ich glaube, wer Lust hat, mal etwas anderes zu lesen, etwas Schräges, Unbequemes und stellenweise fast ein bisschen Wahnsinniges, wird hier viel Freude haben.
Für mich ist es kein Buch, das gefallen will, sondern eines, das hängen bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 27.04.2026

Zwischen Ästhetik, Stille und einem Hauch von Ikigai

JAPAN – Kultur, Landschaft, Menschen & ein Leben mit Ikigai
0

In das Buch „Japan – Kultur, Landschaft, Menschen und ein Leben mit Ikigai“ aus dem EMF Verlag habe ich mich schock verliebt.
Schon der wunderschöne Einband hat mich direkt nach Japan versetzt.
Er wirkt ...

In das Buch „Japan – Kultur, Landschaft, Menschen und ein Leben mit Ikigai“ aus dem EMF Verlag habe ich mich schock verliebt.
Schon der wunderschöne Einband hat mich direkt nach Japan versetzt.
Er wirkt verspielt durch die Vertiefungen oder Erhebung der Kraniche und den durchgehenden Farbschnitt, zugleich aber auch stilsicher und ruhig, durch die klare Farbgestaltung, die das stilisierte Bild von Wellen und aufgehender Sonne trägt.
So gehört es eindeutig zu dem derzeit so beliebten Stil der Coffee Table Books.

Ich würde mich selbst als ausgesprochen japanophil bezeichnen.
Schon lange vor meiner Reise dorthin haben mich die Kultur, das Essen und die Vielfalt dieses Landes beeindruckt.
Besonders fasziniert mich die Balance zwischen Gegensätzen – Altes neben Modernem, Shintoismus neben Buddhismus, disziplinierte Struktur neben stiller Ästhetik.
Diese und weitere Themen werden in kurzen, aber wunderbar zugänglichen Abschnitten aufgegriffen und beschrieben.
Das Buch unterteilt sich dabei in vier Hauptthemen: das Land zu jeder Jahreszeit, beginnend mit dem Frühling.
Es wird auf besondere Feiertage, spannende Städte und beeindruckende Landschaften eingegangen.
Auch spezielle Besonderheiten finden ihren Platz, etwa die Do's und Dont's, auf die man bei einer Reise unbedingt achten sollte.
Die kurzen Texte werden von sehr ästhetischen Aufnahmen begleitet, die Lust auf Land und Kultur machen.
Mich hat besonders positiv überrascht, dass es neben all den spannenden Themen auch immer wieder kleine, zur Jahreszeit passende Abschnitte gibt, mit denen man sich den japanischen Stil mit einfachen Mitteln nach Hause holen kann.
Das wirkt nahbar und erfrischend.
Auch die immer wieder eingestreuten Originalrezepte haben mir sehr gefallen – einige davon möchte ich in der kommenden Zeit unbedingt ausprobieren.


Meine Bewertung:
(5 von 5 Sternen)

„Japan – Kultur, Landschaft, Menschen und ein Leben mit Ikigai“ ist kein Buch für einen entspannten Schmökerabend. Dieses Buch möchte bewusst genossen werden, immer wieder in kleinen Abschnitten. Man sollte es lesen und vielleicht das ein oder andere in den eigenen Alltag einfließen lassen.
Für mich hat es meine Liebe zu diesem facettenreichen Land nur noch weiter vertieft.
Ich kann dieses Buch allen wärmstens ans Herz legen, die bereits ein Faible für Japan haben oder sich ganz neu darauf einlassen möchten – es wird sie nicht enttäuschen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein Ratgeber, der stärkt, ohne zu überfordern.

Dein Endometriose-Alltagshelfer
0

Endometriose – das Chamäleon unter den Erkrankungen.
Eine Krankheit, die sich auf so vielfältige Weise bemerkbar machen kann, dass sie oft lange unerkannt bleibt.
Jeder Mensch mit Uterus hat einen ganz ...

Endometriose – das Chamäleon unter den Erkrankungen.
Eine Krankheit, die sich auf so vielfältige Weise bemerkbar machen kann, dass sie oft lange unerkannt bleibt.
Jeder Mensch mit Uterus hat einen ganz eigenen Leidensweg und erlebt die Erkrankung anders. Und doch verbindet viele eine ähnliche Geschichte: jahrelange Ärzte-Odysseen, Besuche in der Notaufnahme und ein Alltag, der immer wieder von Schmerzen bestimmt wird.
Vielleicht liegt genau darin eines der größten Probleme: Obwohl Endometriose seit langem bekannt ist, waren lange Zeit nur wenige ÄrztInnen ausreichend darin geschult, sie überhaupt zu erkennen.
Inzwischen hat sich einiges getan – nicht zuletzt, weil die Erkrankung mehr Sichtbarkeit bekommen hat und der öffentliche Fokus spürbar gewachsen ist.

Eine der Betroffenen ist Lena Düsterhus. Sie setzt sich intensiv für Aufklärung rund um Endometriose ein, unter anderem auf ihrem Instagram-Kanal @endomood_ sowie in ihrem Podcast „Hereinspaziert: Kaffeeklatsch mit Endometriose“.
Mit „Dein Endometriose-Alltagshelfer“ hat sie in Zusammenarbeit mit der Ärztin Frau Dr. med. Kirsten Hübner nun ein eigenes Buch veröffentlicht.

Und dennoch stellt sich die Frage: Braucht es – trotz der bereits vorhandenen, guten Ratgeber – noch ein weiteres Buch zu diesem Thema?

Und richtet es sich auch an Betroffene, die sich bereits intensiv mit ihrer Erkrankung auseinandergesetzt haben?
Vor diesem Hintergrund war ich besonders gespannt darauf, welchen Ansatz dieses Buch verfolgt – und wie zugänglich es für Betroffene gestaltet ist.
Schon das Cover vermittelt mit seiner hellen Farbgebung und der stilisierten Frauenfigur eine klare Ansprache, die sich vor allem an eine weibliche Leserschaft richtet. Dieser visuelle Stil zieht sich stimmig durch das gesamte Buch und sorgt für ein rundes Gesamtbild.

Auf 231 Seiten werden in prägnanten Kapiteln die wichtigsten Aspekte rund um Endometriose aufgegriffen – von aktuellen Erkenntnissen über Therapiemöglichkeiten bis hin zu alltagstauglichen Tipps und Tricks, die zwar keine Heilung versprechen, aber spürbare Linderung bieten können. Der Schreibstil bleibt dabei durchgehend gut zugänglich und angenehm zu lesen.

Besonders positiv fällt auf, dass die Autorin immer wieder ExpertInnen zu Wort kommen lässt, zum Beispiel zu Themen wie Partnerschaft oder anti-entzündlicher Ernährung. Diese Perspektiven bereichern die einzelnen Abschnitte und geben dem Buch zusätzliche Tiefe.
Ich persönlich habe die Texte als sehr angenehm und nie überfordernd empfunden und konnte einige interessante Impulse für mich mitnehmen.

Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch, dass viele Themen eher angerissen als wirklich vertieft werden. Für einen ersten Einstieg oder um eigene Ansatzpunkte zu finden und darauf aufbauend weiter zu recherchieren, ist das Buch jedoch sehr gut geeignet.


Meine Bewertung:
(4,5 von 5 Sternen)

Insgesamt ist „Dein Endometriose-Alltagshelfer“ ein ermutigender Ratgeber, der sich gut immer wieder zur Hand nehmen lässt – sei es zum Nachschlagen, Schmökern oder um das eigene Wissen aufzufrischen.
Ich empfehle ihn besonders Betroffenen, die kompakte, lösungsorientierte Ratgeber schätzen und einen fundierten Einstieg in das Thema suchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung