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Susann272

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2019

Solider Thriller

Die Beobachterin
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„Elena mietet ein Häuschen in einer schwedischen Kleinstadt, um nach der Trennung von ihrem Mann von vorn anzufangen. Ihre Tage sind leer, die Wohnung verlässt sie kaum. Ablenkung findet sie einzig darin, ...

„Elena mietet ein Häuschen in einer schwedischen Kleinstadt, um nach der Trennung von ihrem Mann von vorn anzufangen. Ihre Tage sind leer, die Wohnung verlässt sie kaum. Ablenkung findet sie einzig darin, vom Küchenfenster aus die Menschen im Haus gegenüber zu beobachten: eine ganz normale, glückliche Familie. Doch als im Nachbargebäude plötzlich seltsame Dinge geschehen, ist Elena überzeugt davon, dass hinter den verschlossenen Türen ein Geheimnis lauert. Je besessener sie ihre Nachbarn beobachtet, desto mehr fürchtet sie, dass bald etwas Schreckliches passieren wird – und trifft eine Entscheidung, die sie selbst in tödliche Gefahr bringt …“

Achtung Spoiler
Das Cover gefällt mir ganz gut. Der Schreibstil liest sich angenehm und flüssig.
Das Buch setzt sich aus einzelnen relativ kurzen Kapiteln zusammen, die aus je unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden - Elena, die Beobachterin und Autorin, die sich gerade in einer Lebenskrise befindet, einem Ehemann, der seine Frau betrogen hat und eine Frau, die Rache an ihrem Ehemann nehmen möchte.
Die Handlung ist spannend aufgebaut und die Autorin schickt den Leser durch die verschiedenen Erzählperspektiven gekonnt auf eine falsche Fährte. Leider hätte ich mir allerdings einen größeren Spannungsbogen gewünscht. Ich hatte leider nicht das Gefühl, das Buch vor Spannung nicht aus der Hand legen zu können. Außerdem haben mir Gänsehaut-Momente beim Lesen gefehlt.
Dennoch konnte mich das Buch ins Rätseln bringen und ich war neugierig, wie sich alles am Ende auflösen wird. Denn das nichts so ist, wie es scheint, habe ich bereits vermutet.
Nach der ersten kleinen Auflösung im letzten Drittel des Buchs haben sich für mich dann auch die letzten Puzzleteile in ein Gesamtbild gesetzt und der Großteil der weiteren Handlung war für mich relativ vorhersehbar. Dennoch gab es Überraschungsmomente und mit dieser Auflösung der Geschichte hatte ich zunächst nicht gerechnet.

Insgesamt ein solider Thriller, von dem ich mir aber noch mehr Spannung erhofft hatte.

Veröffentlicht am 04.06.2019

Tolle Tradition, spannend auf den Bereich Resilienz übertragen

Kintsugi
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Anhand der japanischen Tradition des Kintsugi veranschaulicht die Autorin, wie man Verletzungen und Rückschläge in das Leben integrieren, hervorheben und dadurch Stärke in der Persönlichkeit gewinnen kann.
Man ...

Anhand der japanischen Tradition des Kintsugi veranschaulicht die Autorin, wie man Verletzungen und Rückschläge in das Leben integrieren, hervorheben und dadurch Stärke in der Persönlichkeit gewinnen kann.
Man wird dazu angeleitet und motiviert, eigene Bruchstellen zu reparieren und zu „verzieren“. Durch dieses Hervorheben zeigt man mit Stolz, welche Schwierigkeiten man im Leben gemeistert hat - anstatt sich zu verstecken und nach Perfektionismus zu streben. Denn auch unsere Schwächen und Erfahrungen machen uns zu dem liebenswerten Menschen, der wir sind.

Ich finde die Übertragung des Kintsugi einen besonders interessant Ansatz für Beziehungsarbeit und Paartherapie. Denn anstatt Dinge aufzugeben oder wegzuwerfen, die Risse bekommen haben oder gar kaputt gegangen sind, ist es doch viel schöner, eben diese Dinge zu reparieren, ihnen Schönheit und Stärke zu verleihen. So kann man als Paar stolz darauf sein, welche Hürden man bereits gemeinsam meistern konnte. Das stärkt nicht nur die Beziehung und macht sie wertvoller, sondern schafft mit Sicherheit auch eine intensivere Bindung.

Das Buch bietet wirklich viel Inspiration und Motivation zu mehr Selbstliebe, Selbstfürsorge und Achtsamkeit. Außerdem gibt es am Ende jedes Kapitels kleine Aufgaben und Platz für eigene Notizen zur Selbstreflexion.
Das Buch stellt eine Kombination aus Motivations-, Inspirations- und Arbeitsbuch dar. Durch den Beititel des Buchs „Wie uns Bruchstellen im Leben stark machen“ hätte ich mir allerdings etwas mehr Hintergrundinformationen aus der Psychologie in Bezug auf psychische Verletzungen, Umgang mit Traumata und deren Heilungsmöglichkeiten gewünscht.
Anmerkend möchte ich allerdings dazu sagen, dass sich das Buch nicht nur auf psychische Verletzungen bezieht, sondern eher allgemein das Augenmer auf mehr Selbstliebe und -akzeptanz gelegt hat, ganz gleich, ob e sich um eine Verletzung seelischen oder körperlichen Ursprungs handelt.

Die Buchgestaltung ist relativ schlicht, aber wirklich sehr schön. Die Buchseiten sind im Sinne des Kintsugi mit Goldlinien gestaltet. Außerdem findet sich in jedem Kapitel ein tolles Zitat und zum Abschluss gibt es jeweils noch einen zum Thema passenden Exkurs in andere Traditionen oder kurze Geschichten.

Die Methode des Kintsugi und deren Übertragung auf den Umgang mit Verletzungen gefällt mir prinzipiell sehr gut, allerdings wurde in diesem Buch jeder einzelne Arbeitsschritt des Kintsugi ausgewählt und auf die Persönlichkeitsarbeit übertragen. An der ein oder anderen Stelle klingt es für mich so, als wurden auf Krampf passende Übertragungen gesucht. Meiner Meinung sind einige Themen nicht ganz zutreffend, wenn gleich sie dennoch für die Persönlichkeitsarbeit eine Bedeutung haben - nur eben nicht unbedingt ganz zu dem entsprechenden Arbeitsschritt passend.

Alles in allem ein tolles Buch voller Inspirationen für einen Weg zu mehr Selbstliebe und persönlichen Weiterentwicklung anhand der japanischen Tradition des Kintsugi. Wer sich gern mehr mit psychischen Verletzungen und deren Heilungsmöglichkeiten aus psychologischer Sicht beschäftigen möchte, für den ist dieses Buch vermutlich nicht ganz das richtige.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Interessanter Einstieg ins Thema Heilsames Waldbaden

Shinrin Yoku - Heilsames Waldbaden
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Im Buch „Shinrin Yoko - Heilsames Waldbaden“ nimmt der Autor, Yoshifumi Miyazaki den Leser mit auf eine Reise rund um das Thema Waldbaden und bietet damit einen guten Einstieg in dieses Thema.
Das Buch ...

Im Buch „Shinrin Yoko - Heilsames Waldbaden“ nimmt der Autor, Yoshifumi Miyazaki den Leser mit auf eine Reise rund um das Thema Waldbaden und bietet damit einen guten Einstieg in dieses Thema.
Das Buch ist sehr schön gestaltet, zahlreiche tolle Waldfotografien werden durch zum Thema Natur und Wälder passende Zitate ergänzt und geben so ein in sich stimmiges und wirklich schönes Gesamtbild ab.

In der heutigen Gesellschaft ist Stress ein stetiger Begleiter. Spürbare Auswirkungen durch Stress auf unser Wohlergehen und stressbedingte Erkrankungen sind keine Ausnahmefälle mehr. Immer mehr Menschen sind betroffen.
Jedoch ist der Mensch sehr eng mit der Natur verbunden. Umso mehr trägt die Abwesenheit der Natur im Alltag dazu bei, dass die Stressregulation und unser Wohlbefinden auf der Strecke bleiben.
Welche positiven Effekte man daher durch Waldbaden erzielen kann, wird anschaulich dargelegt. Hierzu stellt der Autor das Konzept der Naturtherapie vor:
Warum kann Natur unseren Stress lindern und das Wohlbefinden steigen und welche Vorteile des Waldbadens gibt es.
Außerdem erfährt man, welche Vorgänge im Körper für Stressempfinden und Entspannung zuständig sind - hierbei geht der Autor auf das sympathische und parasympathische Nervensystem ein.
Des Weiteren erfährt man wissenschaftliche Hintergründe, wie z.B. Stress überhaupt gemessen werden kann.
Miyazaki stellt einige Experimente zu Themen wie Heilsames Waldbaden und die Wirkung von Pflanzen und ätherischen Ölen auf unser Wohlbefinden vor.
Ein Kapitel widmet sich der Praxis des Waldbadens. Hier werden einige Waldtherapietechniken vorgestellt, die unter anderem auch in japanischen Waldtherpaiezentren angeboten werden. Man kann sich also inspirieren lassen und entdecken, welche Waldaktivität das richtige für einen selbst ist. Außerdem stellt der Autor Achtsamkeitsübungen, Dehn- und Atemübungen sowie eine Meditation vor, die man selbst im heimischen Wald zum Entspannen ausprobieren kann.
Doch was macht man, wenn man in unmittelbarer Nähe keinen Wald zur Verfügung hat? Auch auf diese Frage liefert Miyazaki einige Lösungen, wie man durch einfache Mittel ein Stückchen „Waldbaden“ ins eigene Zuhause holen und gleichermaßen Entspannen kann.

Das Buch liest sich sehr angenehm, dazu tragen auch die vielen tollen Bilder bei. Die Erkenntnisse aus der Waldtherapieforschung sind wirklich interessant und unterstützen mein eigenes Empfinden, dass es mir in der Natur deutlich besser geht.
Als Einstieg, um sich mit dem Thema Waldbaden und Waldtherapie zu beschäftigen, ist dieses Buch klar zu empfehlen.

Veröffentlicht am 23.05.2019

Spannend von der ersten Seite an

Tote Asche
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Nach dem Tod von Kiras Mutter passieren merkwürdige Dinge in Kiras Leben. In ihrer Küche findet sie die Urne ihrer verstorbenen Mutter mit einer grausame Botschaft "Sie war nicht deine Mutter und du verdienst ...

Nach dem Tod von Kiras Mutter passieren merkwürdige Dinge in Kiras Leben. In ihrer Küche findet sie die Urne ihrer verstorbenen Mutter mit einer grausame Botschaft "Sie war nicht deine Mutter und du verdienst es nicht, zu leben". Kurz darauf entdeckt sie auf dem Friedhof vor einem ausgehobenem Grab ein Kreuz mit ihrem Namen und einem Todestag. Bildet sie sich alles nur ein oder wird sie tatsächlich von jemandem verfolgt und bedroht?
Patricia Walter ist es mit "Tote Asche" gelungen, einen absoluten Pageturner zu schaffen. Die teilweise relativ kurzen Kapitel enden meist so spannend, dass man sofort das nächste und nächste und nächste Kapitel lesen möchte. Daher hatte ich Schwierigkeiten, gute Stellen für Lesepausen zu finden.
Der Schreibstil ist wirklich toll und die Spannung flacht zu keinem Moment ab.
Immer wieder bieten sich dem Leser Situationen zum Spekulieren und Protagonisten, die verdächtig erscheinen.
Das Ende war für mich schließlich jedoch überraschend, vor allem aber auch sehr dramatisch und bedrückend.

Mir hat "Tote Asche" sehr gut gefallen und ich kann es jedem, der gerne Psychothriller liest, voll und ganz empfehlen!

Veröffentlicht am 01.05.2019

Hochinteressant

Auch alte Wunden können heilen
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Im Buch „Auch alte Wunden können heilen“ beschäftigt sich die Autorin, Dami Charf, mit dem Thema, wie Verletzungen aus unserer Kindheit unser Leben bestimmen und wie man sich davon lösen kann.

Der Inhalt ...

Im Buch „Auch alte Wunden können heilen“ beschäftigt sich die Autorin, Dami Charf, mit dem Thema, wie Verletzungen aus unserer Kindheit unser Leben bestimmen und wie man sich davon lösen kann.

Der Inhalt unterteilt sich grob in folgende Themen:
Was sind frühe Wunden überhaupt?
Was ist Selbstregulation und warum ist diese so wichtig?
Welche Bindungsformen gibt es in unserer Kindheit und welche Auswirkungen haben diese auf unser Leben im Erwachsenenalter?
Was sind die fünf Lernaufgaben und welche Rolle spielen diese in unserer Entwicklung?
Wie funktioniert unser Gehirn in Bezug auf Traumata und unser psychisches Empfinden? Welche Schutzmechanismen hat sich unser Körper eingerichtet?
Welche Wege können Betroffene gehen, um eine „Heilung“ zu erlangen? Welche Bedeutung hat hierfür eine Psychotherapie und was gibt es dabei zu beachten?

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und für jeden, der sich mit diesem Thema beschäftigen möchte, gut verständlich. 
Das Buch liefert insgesamt sehr viele Informationen und ist fachlich ein guter Einstieg in dieses Thema. Obwohl ich mich schon viel mit ähnlichen Themen (Inneres Kind, Prägungen durch die Kindheit, Bindungsmuster, Beziehungstypen) auseinander gesetzt habe, gab es für mich in diesem Buch noch einige „Aha-Momente“.
An der Stelle, als auf Gefühle und Emotionen eingegangen wurde, hätte ich mir noch einen kurzen Exkurs dazu gewünscht, wie Gefühle überhaupt entstehen. Für mich wäre das zwar nichts neues gewesen, allerdings könnte ich mir vorstellen, dass das an dieser Stelle für den ein oder anderen Leser sehr hilfreich gewesen sein könnte.

Der Untertitel des Buchs ist leider ein wenig irreführend. Durch „…und wie wir uns davon lösen können“ verspricht sich so mancher Leser vermutlich eine Art Ratgeber zur Selbsthilfe. Als das kann man das Buch aber nur sehr bedingt ansehen. Es bietet eine gute Grundlage für Hintergrundwissen, die Autorin betont aber auch immer wieder, wie schwer der Weg ist und wie wichtig es ist, dabei bei Bedarf auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Alles in allem ein hochinteressantes Buch, dass ich gern weiterempfehlen möchte.