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Veröffentlicht am 25.09.2021

Santa needs reindeer

Morgen, Klufti, wird's was geben
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In diesem Jahr verlaufen die letzten Tage vor Weihnachten für Kluftinger anders als sonst. Alles beginnt damit, dass Erika zwei Tage vor dem Fest beim Christbaumschmücken von der Leiter fällt und mit ...

In diesem Jahr verlaufen die letzten Tage vor Weihnachten für Kluftinger anders als sonst. Alles beginnt damit, dass Erika zwei Tage vor dem Fest beim Christbaumschmücken von der Leiter fällt und mit ihrer Beinverletzung erst einmal im Krankenhaus bleiben muss. Kluftinger ist also auf sich alleine gestellt, und bereits abends nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Zudem reist am nächsten Tag „Joschi“ an, der japanische Schwiegervater seines Sohnes Markus, um den er sich nun auch alleine kümmern muss…

Das Buch war so, wie ich es nach der Leseprobe erwartet hatte. Es ließ sich leicht, flüssig und sehr schnell lesen und hat mich immer wieder zum Schmunzeln und Lachen gebracht. Kluftinger war genauso chaotisch, wie man ihn aus den Krimis kennt, und schlitterte von einer Katastrophe in die nächste. Manches war natürlich ein bisschen übertrieben, was mich aber nicht gestört hat. Amüsant fand ich auch das Gemisch aus Deutsch und Englisch, mit dem er sich mit Markus‘ Schwiegervater unterhalten hat.

Ich habe das (zugegeben nicht sehr dicke) Buch fast an einem Stück gelesen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht und ob es am Ende doch noch zu einem friedvollen Weihnachtsfest kommt. Am besten liest man eine solche Geschichte natürlich in der Vorweihnachtszeit, aber auch jetzt konnte man sich Kluftiger gut bei den Weihnachtsvorbereitungen und auf dem Weihnachtsmarkt vorstellen. Bei Vorablesen war bei Genre „Krimi“ angegeben, was aber definitiv nicht stimmt. Wer sich also auf einen Krimi freut, wird vielleicht enttäuscht werden.

Das Cover des Buches macht auf den ersten Blick klar, dass es sich um eine weihnachtliche Geschichte handelt. Auch der Titel ist sehr treffend gewählt. Der Klappentext verrät nicht zu viel. Ich denke, vor allem Fans der Kluftiger-Reihe werden dieses Buch lesen, aber auch ohne Vorkenntnisse hat man keine Probleme, dem Geschehen zu folgen.

Es handelt sich um ein unterhaltsames Buch, das ich weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 27.07.2021

Das Pferd war Erinnerung an eine andre Zeit

Arno und sein Pferd
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Arno hat sein kleines Holzpferd verloren. Es ist sein „großes Glück“. Sie suchen überall nach ihm – zunächst ohne Erfolg. Dem Vater wird es zu viel, und er meint, Arno könne ja mit einem seiner vielen ...

Arno hat sein kleines Holzpferd verloren. Es ist sein „großes Glück“. Sie suchen überall nach ihm – zunächst ohne Erfolg. Dem Vater wird es zu viel, und er meint, Arno könne ja mit einem seiner vielen anderen Spielsachen spielen. Doch das Pferd hat eine besondere Bedeutung für Arno: sein Opa hat es geschnitzt. Von ihm und der Zeit mit ihm träumt Arno nun jede Nacht…

Es ist ein schönes Bilderbuch. Ich musste es bereits mehrfach vorlesen. Der Text ist zwar relativ kurz – aber man hat auch nicht immer viel Zeit zum (Vor)lesen. Außerdem gibt es auf den Bildern einiges zu entdecken. Sie sind bunt, aber nicht zu schrill, und ein bisschen exotisch, da die Geschichte ja in einem anderen Land spielt. Die Texte in Reimform sind vielleicht nicht für jeden etwas, aber unser Kind mag sie. Ich bezweifle allerdings, dass dreijährige Kinder den tieferen Sinn des Buches verstehen. Ich finde, es ist nicht so deutlich, dass Arnos Opa gestorben ist. Da wären vielleicht andere Worte nötig gewesen.

Das Cover gefällt mir und regt an, das Buch in die Hand zu nehmen. Ich kann das Bilderbuch grundsätzlich weiterempfehlen, allerdings sollte man nicht zu viel zum Thema Verlust und Trauer erwarten. Ich weiß nicht, ob ich das Buch gekauft hätte, zumal es (wie alle Bilderbücher) nicht billig ist.

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Veröffentlicht am 04.07.2021

Erschieß ihn

Die Verlorenen
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Jonah Colley, Mitglied einer bewaffneten Spezialeinheit bei der Polizei, wird eines Abends von seinem ehemaligen Freund Gavin angerufen. Zu ihm ist der Kontakt vor zehn Jahren abgebrochen, kurz nachdem ...

Jonah Colley, Mitglied einer bewaffneten Spezialeinheit bei der Polizei, wird eines Abends von seinem ehemaligen Freund Gavin angerufen. Zu ihm ist der Kontakt vor zehn Jahren abgebrochen, kurz nachdem Jonahs Sohn Theo von einem Spielplatz verschwand, als er einen Moment unaufmerksam gewesen war. Bei einem Unfall soll er ums Leben gekommen sein. Trotzdem will Jonah Gavin helfen und begibt sich um Mitternacht zu einem Lagerhaus am Slaughter Quay. Dort findet er dessen Leiche und drei weitere Opfer. Eine Frau lebt noch. Doch bevor Jonah Hilfe holen kann, wird er überwältigt. Nach einem Kampf wacht er im Krankenhaus aus – und muss feststellen, dass das Geschehen angezweifelt wird…

Da mir die „Hunter“-Reihe des Autors sehr gut gefallen hat, hatte ich mich auch auf diesen Thriller gefreut. Ob er so gut ist wie die anderen Bücher, lässt sich schwer sagen, weil man sie nicht direkt miteinander vergleichen kann. Aber ich wurde auf alle Fälle nicht enttäuscht. Selten habe ich in letzter Zeit ein Buch in so wenigen Tagen verschlungen. Von Anfang an wird Spannung aufgebaut, die bis zum Ende nicht nachlässt. Der Thriller wird aus Jonahs Sicht erzählt. Der Leser erfährt auch immer mehr über seine Vergangenheit. Immer wieder gibt es Wendungen, und man fiebert mit Jonah mit, der immer wieder Rückschläge erleben muss auf der Suche nach der Wahrheit sowohl was das Verschwinden seines Sohnes als auch das Geschehen in jener Nacht am Slaughter Quay angeht. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen.

Der Schluss war glaubwürdig und kam überraschend. Anfangs hatte ich mich gefragt, ob überhaupt alles aufgeklärt werden würde, da es sich ja um den Auftakt einer Reihe handeln soll. Tatsächlich wurde nicht alles bis ins Detail beantwortet, was Raum für weitere Bände lässt. Es wurde jedoch so weit aufgeklärt, dass kein großer Cliffhanger blieb und ich nicht unbefriedigt auf den nächsten Band warten muss (und bis dahin das meiste wieder vergessen hätte).

Das Cover gefällt mir. Es stellt die düstere Atmosphäre des verlassenen Lagerhauses dar. Wie die übrigen Bücher des Autors ist es in schwarz-weiß gehalten. Der Titel, der dem englischen Original entspricht, passt zum Inhalt. Der Beschreibung des Buches macht neugierig und verrät nicht zu viel. Mir gefällt es nicht, wenn dort Ereignisse verraten werden, die erst spät geschehen.

Ich kann den Thriller weiterempfehlen und werde definitiv auch weitere Bände mit Jonah Colley lesen.

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Veröffentlicht am 27.06.2021

Ich rette Leben

Tiefer Fjord
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Clara arbeitet für das Justizministerium und muss gerade damit fertig werden, dass ihr Gesetzesvorschlag, der stärker vor Kindesmisshandlungen schützen soll, auf Eis gelegt wird. Ihre Ehe mit Haavard, ...

Clara arbeitet für das Justizministerium und muss gerade damit fertig werden, dass ihr Gesetzesvorschlag, der stärker vor Kindesmisshandlungen schützen soll, auf Eis gelegt wird. Ihre Ehe mit Haavard, mit dem sie Zwillingssöhne hat, kriselt. Haavard arbeitet als Arzt im Krankenhaus. Eines Abends wird der kleine Faisal von seinen Eltern auf die Kinderstation gebracht. Angeblich ist er von einem Baum gefallen. Doch bei der Untersuchung stellen Haavard und seine Kollegen fest, dass er misshandelt wurde. Er stirbt an den Folgen einer traumatischen Hirnblutung. Sein Vater Mukhtar Ahmad will in den Gebetsraum gehen und wird kurz darauf erschossen aufgefunden…

Der Krimi war anders als gedacht, hat mir aber trotzdem gut gefallen. Ich hatte erwartet, dass die Suche nach Mukhtars Mörder im Fokus stehen würde, aber es geht darum, wie die Hauptpersonen Clara und Haavard mit der Situation umgehen. Aus ihrer Sicht ist das Buch überwiegend geschrieben, die Kapitel sind entsprechend überschrieben. Man erfährt viel über sie, ihr Denken und Handeln und auch ihre Vergangenheit und kann sich in sie hineinversetzen. Die Ermittlungen und die Arbeit der Polizei spielen eigentlich nur eine kleine Rolle.

Das Buch ließ sich schnell und flüssig lesen. Die kurzen Kapitel haben angeregt, immer noch ein bisschen weiter zu lesen. Von Anfang an wurde eine gewisse Spannung aufgebaut. Sie lässt auch nicht nach, obwohl der Leser schon nach etwa 2/3 des Buches erfährt, wer der Mörder ist. Ich war aber trotzdem gespannt, wie er weiter agieren und ob er am Ende überführt werden würde. Der Fall und die Lösung waren logisch und nachvollziehbar. Es gab Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.

Das Cover gefällt mir, auch wenn ich es nicht ganz verstehe. Auf den ersten Blick habe ich es für eine Winterlandschaft gehalten, dann aber gemerkt, dass das Haus im Hintergrund nicht verschneit ist. Was genau bedeuten die Spuren. Der Titel, der vom norwegischen Original abweicht, passt zum Inhalt. Der Rückentext macht neugierig, verrät aber fast ein bisschen zu viel. Ich ärgere mich immer, wenn dort bereits Ereignisse verraten werden, die im Buch erst spät geschehen oder bereits auf die Lösung hindeuten.

Mir hat das Buch gefallen, und ich kann mir gut vorstellen, weitere Bücher der Autorin zu lesen. Auch in der Originalsprache sind allerdings wohl noch keine weiteren Bände mit Clara erschienen.

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Veröffentlicht am 02.06.2020

Alte Schule

DUNKEL
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Die Polizistin Hulda soll vorzeitig in Ruhestand gehen, was sie jedoch nicht möchte. Stattdessen beschäftigt sie sich noch mit einem alten Fall, dem Tod der jungen Russin Elena, die in Island ...

Die Polizistin Hulda soll vorzeitig in Ruhestand gehen, was sie jedoch nicht möchte. Stattdessen beschäftigt sie sich noch mit einem alten Fall, dem Tod der jungen Russin Elena, die in Island einen Asylantrag gestellt hatte. Der Kollege kam nach oberflächlichen Ermittlungen zu dem Ergebnis, dass es sich um Selbstmord handelte, was Hulda anzweifelt...

Es ist ein gelungener Krimi, der sich schnell und leicht lesen lässt, auch bedingt durch die kurzen Kapitel und verschiedene Einschübe, die ich erst mit der Zeit richtig deuten konnte. Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen. Es wird schnell Spannung aufgebaut, die sich bis zum überraschenden Ende hält. Es war zwar nicht so, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, aber doch so, dass ich immer gerne weiterlesen und wissen wollte, was passiert war.

Im Lauf des Krimis erfährt man viel über die Hauptperson Hulda, die sich gar nicht auf ihre Pensionierung und die damit verbundene Einsamkeit und Langeweile freut. Auch Geschehnisse in ihrer Vergangenheit werden nach und nach aufgedeckt. Ich konnte mich jedoch nicht so gut in sie hineinversetzen, wie es mir bei anderen Hauptfiguren manchmal gelingt.

Das Cover ist düster, was sowohl zu einem Krimi als auch zu dem Titel des Buches passt. Der Titel, der dem isländischen Original entspricht, hat einen direkten Bezug zum Inhalt des Buches.

Abschließend kann ich sagen, dass es sich um einen kurzweiligen Krimi handelt, der mir als Island-Fan gut gefallen hat. Ich kann mir gut vorstellen, auch die beiden anderen Bände der Trilogie zu lesen.

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