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Veröffentlicht am 22.07.2025

Gefühlvoller Norderney-Roman

Für immer Inselwind
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Worum geht es in dem Buch?
Svea ist in Norderney aufgewachsen und kommt nach Jahren wieder dorthin zurück. Ihre Ehe mit Martin ist am Ende, sie braucht eine Auszeit. Da trifft es sich gut, dass sie zu ...

Worum geht es in dem Buch?
Svea ist in Norderney aufgewachsen und kommt nach Jahren wieder dorthin zurück. Ihre Ehe mit Martin ist am Ende, sie braucht eine Auszeit. Da trifft es sich gut, dass sie zu einer Hochzeit eingeladen ist. Außerdem will ihre Oma Leni wiedersehen, die auf der Insel wohnt. Weiterhin wird sie ihre Cousine und Mann vertreten, die eine Ferienwohnung auf Norderney vermieten – aber selbst mal Urlaub machen wollen.
Plötzlich verliebt sie sich in Raik Radtke. Er arbeitet im Fahrradladen „Radlager“, den er nach dem Tod seiner Eltern übernommen hat.
Svea und Raik treffen sich immer wieder. Sie könnten eine Beziehung aufbauen, zumal Raik auch wieder Single ist. Mit seiner Freundin Lena hat er sich auseinandergelebt. Die beiden haben eine Tochter, namens Yara, die bei Lena in Köln lebt.
Doch Svea und Raik sind vorsichtig. Sie beide haben starke Gefühle füreinander, wollen aber nichts überstürzen.

Meine Meinung zu dem Buch:
In diesem Roman geht es sehr viel um Familie. Seitdem die Eltern der Radke-Geschwister bei einem Unfall ums Leben kamen, halten Raik, seine Zwillingsschwester Beeke und der Bruder Klaas sowie die Schwestern Nele und Tessa meistens zusammen, auch wenn nicht alle auf Norderney wohnen.
Klaas hat sich mit seinem Mann Daniel ein Leben auf dem Festland aufgebaut, kommt aber – anlässlich der Hochzeit von Sveas Cousine Annika – wieder nach Norderney und steht Svea immer wieder als Ratgeber und guter Zuhörer zur Seite. Auch die weiteren Familienmitglieder haben ihre Sorgen, können aber immer aufeinander bauen.
Besonders sympathisch fand ich in diesem Roman Svea und Raik – und ihre Gefühlsschwankungen sind sehr gut dargestellt. Man kann sich gut in die beiden hineindenken und versteht Zweifel und Zuneigung, die immer wieder aufkeimen.
Die ostfriesische Insel Norderney ist eine gute Kulisse für den Roman, obwohl für mich mehr Norderney-Feeling hätte dabei sein können. Manchmal ist der Roman etwas ausufernd, aber das passt gut zu einem Liebesroman.
Gestört haben mich falsche Worttrennungen, wie zum Beispiel „Kl-aas“ für einen Namen, den man nicht trennen kann – oder auch „aufm-unternd“, statt „auf-mun-ternd“.
Ich habe diesen Roman während eines Aufenthalts in Ostfriesland und sogar einiger Stunden auf Norderney gelesen, und er hat mir gut gefallen. Ich vergebe 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Sommerroman mit ernsten Themen

Zypressensommer
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Worum geht es in dem Buch?
Julia Matthiesen reist im Juni 1998 nach Italien, genauer gesagt in die Toskana. Sie will mehr über die Vergangenheit ihres italienischen Großvaters Gianni, ihres „Nonno“, herausfinden. ...

Worum geht es in dem Buch?
Julia Matthiesen reist im Juni 1998 nach Italien, genauer gesagt in die Toskana. Sie will mehr über die Vergangenheit ihres italienischen Großvaters Gianni, ihres „Nonno“, herausfinden. In Hamburg, wo sie aufwuchs, erzählte er nicht viel darüber.
Julia hat nur ein dünnes Blatt mit einigen Notizen des Großvaters. Damit macht sie sich auf die Suche nach mehr Informationen. Sie trifft auf eine Familie Conti – Conti, so lautete der Nachname ihres Großvaters. Ist sie vielleicht mit dieser Familie verwandt? Hilfsbereit ist diese Familie, sie bietet Julia eine Bleibe für die Dauer ihres Aufenthalts in Italien an. Sehr sympathisch ist Matteo, der im Laufe der Handlung mehr als ein Freund wird.
Parallel dazu liest man die Geschichte des Großvaters Gianni, der als Kriegsgefangener 1943 von Italien nach Hamburg kam. Er wird in einer Fisch-Räucherei in Hamburg zur Zwangsarbeit verdonnert. Nur die Aussicht, seine Geliebte Gufetta in Italien wiederzusehen, gibt ihm Kraft, alle Strapazen durchzuhalten.

Meine Meinung zu dem Buch:
Dieser Roman fängt interessant an und bleibt es auch. Er ist aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit erzählt.
Julia, die Hauptfigur, ist sympathisch. Was sie über die Geschichte ihres Großvaters, seiner Verwandten und einiger Freunde herausfindet, ist interessant und immer wieder erschütternd. Ich habe durch dieses Buch einige geschichtliche Ereignisse erfahren, die ich noch nicht wusste. Beispielsweise, wie es vielen Widerstandskämpfern gegen die Nazis in Italien erging.
Die Recherchen und Erlebnisse von Julia wechseln sich ab mit den Ereignissen im Zweiten Weltkrieg in der Toskana und in Hamburg. Immer wieder gibt es unbeschwerte Szenen in der Toskana, die Urlaubsfeeling beim Lesen schaffen. Die Vorkommnisse im Zweiten Weltkrieg erschüttern oft, sind aber wichtig.
Es gibt einige Szenen, die mir zu seicht waren – aber vielleicht machen gerade diese Szenen das Buch zu einer guten Urlaubslektüre. Das Nachwort der Autorin zu ihren Recherchen sowie einige Rezepte am Schluss sind eine gute Zugabe.
Ich habe das Buch gerne gelesen, vergebe 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Menschen in einem irischen Küstenort

Der Junge aus dem Meer
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Worum geht es in dem Buch?
In einem Ort an der Westküste Irlands kennt jeder jeden. Einige Menschen leben vom Fischfang, auch Ambrose und seine Frau Christine.
Eines Tages im Jahr 1973 findet man ein ...

Worum geht es in dem Buch?
In einem Ort an der Westküste Irlands kennt jeder jeden. Einige Menschen leben vom Fischfang, auch Ambrose und seine Frau Christine.
Eines Tages im Jahr 1973 findet man ein Baby am Strand. Ausgesetzt wurde es, transportiert wurde es einer Tonne, die so gut ausgekleidet war, dass dem Baby nichts passierte. Ein kleiner Junge ist es, er wird von Christine und Ambrose adoptiert. Sie nennen ihn Brendan und lieben ihn so wie ihren eigenen Sohn Declan.
Doch Declan mag seinen Bruder nicht und zeigt ihm das bei verschiedenen Gelegenheiten. Auch weitere Konflikte gibt es. So fordert Christines Schwester Phyllis immer wieder Geld von Christine – und macht ihr Vorwürfe, dass sie sich lieber um einen adoptierten Sohn kümmert anstatt um den eigenen Vater. Dieser ist pflegebedürftig und wohnt bei Phyllis.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Ruhig und schön ist der Schreibstil dieses Romans. Er ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben, jedoch gibt es immer wieder die Bewohner des Küstenortes, die die Geschehnisse aus ihrer Perspektive kommentieren. Das ist interessant.
Die Handlung ist mitreißend und man will wissen, wie es mit Brendan und Declan weitergeht und ob sich die Konflikte irgendwann lösen lassen.
Ich kann mir das einfache Leben in den 1970er-Jahren in einem irischen Küstenort gut vorstellen – so anschaulich wird die Handlung durch Szenen und Gedanken beschrieben.
Ich vergebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Es plätschert dahin

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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Worum geht es in dem Buch?
Die Geschichte um das Bücherschiff von Monsieur Perdu in Paris geht weiter. Er empfiehlt in seiner „Literarischen Apotheke“ nicht die Bücher, die die Leute haben wollen, sondern ...

Worum geht es in dem Buch?
Die Geschichte um das Bücherschiff von Monsieur Perdu in Paris geht weiter. Er empfiehlt in seiner „Literarischen Apotheke“ nicht die Bücher, die die Leute haben wollen, sondern die Bücher, die die Leute brauchen.

Wenn die Leute nicht auf sein Schiff kommen können oder wollen, beliefert seine 17-jährige Auszubildende und Assistentin Pauline Bücherliebende. Sie fährt mit ihrer Vespa herum und händigt Bücher aus – gegen Barzahlung. In eine Gegend fährt sie nicht besonders gerne – fühlt sie sich doch an eine Liebe erinnert, die zu Ende ist, aber immer noch schmerzt. Und zwischen dieser Liebe und der Liebe zu Emile ist sie hin- und hergerissen.

Weiterhin lernt die Leserin/der Leser noch Françoise kennen. Sie ist 12 Jahre alt und liest leidenschaftlich gerne Bücher. Ihre Mutter zeigt ein distanziertes Verhalten und erzählt ihr kaum etwas über ihre Familie. Françoise lernt ihren Vater erst spät kennen – einen schönen Mann, charmant. Ihre Bücherliebe macht Françoise anfällig für Attacken in der Schule. Dennoch lässt sie sich vom Lesen nicht abbringen und hat die Idee, dass ihre Mutter das Bücherschiff von Jean Perdu besuchen sollte, um dort von ihren Problemen und ihrer Distanziertheit geheilt zu werden.

Marie zählt zu den „Büchermädchen“, die Pauline auf dem Bücherschiff unterstützen. Sie lesen beide gerne Kindern aus Büchern vor.

Meine Meinung zu diesem Buch:

Die Autorin hat einen guten und literarisch gekonnten Schreibstil. Sie erschafft Weisheiten über Bücher, die man sich merken sollte. Auch die Buchempfehlungen, die immer wieder gegeben werden, gefallen mir.

Die Idee, dass Bücher „heilen“ können, ist gut – und nicht neu. Sie erinnert mich an den „Buchspazierer“, über den es ebenfalls ein Buch gibt. Der Buchspazierer gefällt mir besser als Monsieur Perdu, Pauline, Françoise – und all die anderen Figuren in „Die geheime Sehnsucht der Bücher“. Die Handlung plätschert, nach meinem Empfinden, oft dahin, es gibt wenig Spannung und wenig Interessantes.

Die Tatsache, dass in der Erzählweise zwischen den einzelnen Hauptpersonen hin- und hergesprungen wird, hat mich Einlesezeit gekostet. Irgendwann fand ich aber in das Buch und in die Handlung. Die Handlung ist oft langatmig – und manchmal auch überzogen. So halte ich es für zu übertrieben, wie es Françoise in der Schule ergeht, weil sie Bücher mag.

Gegen Schluss gibt es eine interessante Erkenntnis für einen der Charaktere, aber auch das macht für mich das Buch nicht besonders lesenswert. Für mich bleibt die Geschichte nett – mehr aber nicht.

Ich vergebe drei Sterne.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Berührender Familienroman

Wie Risse in der Erde
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Worum geht es in dem Buch?
Beth lebt mit ihrem Mann Frank auf einer Farm irgendwo in den USA. Vor einigen Jahren haben sie ihren einzigen Sohn Bobby durch einen tragischen Unfall verloren. Sie sind immer ...

Worum geht es in dem Buch?
Beth lebt mit ihrem Mann Frank auf einer Farm irgendwo in den USA. Vor einigen Jahren haben sie ihren einzigen Sohn Bobby durch einen tragischen Unfall verloren. Sie sind immer noch dabei, diesen Verlust zu verarbeiten. Da trifft Beth Gabriel wieder – den Mann, in den sie vor Jahren sehr verliebt war. Er ist geschieden, hat einen Sohn, namens Leo, mit dem sich Beth anfreundet.
Auch die Liebe zwischen Beth und Gabriel entflammt erneut – und Beth muss sich entscheiden zwischen Frank und Gabriel. Frank ist eifersüchtig – und sein Bruder Jimmy, der gerade geheiratet hat, ist wütend auf Beth.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Beth im Präsens (Gegenwart) geschrieben. Es gibt viele Zeitsprünge. Die Leser erfahren beispielsweise, wie es war, als sich Beth als Teenager in Gabriel verliebte – und langsam wird man an die Ereignisse herangeführt, als Bobby geboren wurde, wie er sich entwickelte und wie er starb. All das ist mitreißend und berührend.
Auch wenn ich die Handlungen und Beweggründe von Beth nicht immer verstehe, bleibt sie dennoch eine sympathische und starke Frau, deren Geschichte ich gerne gelesen habe. Ebenfalls ist Gabriel sympathisch und Bobby ist ein überaus liebenswerter Charakter. Frank und Leo sind eher Nebenfiguren.
Die Ereignisse berühren und driften auf einige dramatische Ereignisse zu. Den Schluss finde ich überraschend – in mancher Hinsicht aber auch unrealistisch. Dennoch vergebe ich fünf Sterne, weil mich das Buch gut unterhalten hat.

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