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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2019

Guter Thriller mit vielen Wendungen und Überraschungen am Ende

Die junge Frau und die Nacht
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Dies war mein erstes Buch von Guillaume Musso, von dem ich schon viel gutes gehört habe. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Das ist vermutlich immer ein schlechter Anfang, aber ich muss zugeben, ...

Dies war mein erstes Buch von Guillaume Musso, von dem ich schon viel gutes gehört habe. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Das ist vermutlich immer ein schlechter Anfang, aber ich muss zugeben, dass mich dieses Buch sehr gut unterhalten hat. Der Schreibstil ist toll und wer Anspielungen auf große Literatur mag, wird dieses Buch lieben.

Es geht um Thomas, der als erfolgreicher Autor in den USA lebt aber in Frankreich aufgewachsen ist. Dort hat er eine renomierte Uni besucht, die sogar von seinen Eltern geleitet wurde. Der Kontakt zu Eltern und Geschwistern ist abgebrochen und mit seiner Studentenzeit verbindet ihn nicht mehr viel. Dann gibt es ein Ehemaligentreffen und er beschließt dafür nach Frankreich zu fliegen. Seine Angst ist, dass ein Geheimnis ans Licht kommt. Ein Geheimnis, das er mit seinem alten Studienfreund Maxime teilt.

Mehr Puzzleteile verrät der Autor erst nach und nach. Langsam bekommt man eine vage Vorstellung von Thomas Vergangenheit. Und von den Geschehnissen in jeder verhängnissvollen Winternacht auf dem Campus.
Die Geschichte ist spannend aufgebaut und hat mich in ihren Bann gezogen. Das Lesen hat Spaß gemacht und ich wollte wissen, was genau passiert ist. Oder besser, warum es passiert ist. Nicht auf alles gibt es am Ende Antworten, einiges bleibt unklar. Dafür entstehen Wendungen, mit denen ich vorher nicht gerechnet hatte, weil sie schlicht nicht vorhersehbar waren. Trotzdem war die Spannung bis zum Ende vorhanden.

Veröffentlicht am 14.07.2019

Verrückte Ghostbusters-Geschichte mit Vorort-Flair.

Fressfeind
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Es beginnt frühmorgens: Eine junge Frau ist auf dem Weg zu dem Supermarkt, in dem das Bier besonders günstig ist. Da schlägt eine Art Kugelblitz ein, saugt ihren übergewichtigen Freund aus und hinterlässt ...

Es beginnt frühmorgens: Eine junge Frau ist auf dem Weg zu dem Supermarkt, in dem das Bier besonders günstig ist. Da schlägt eine Art Kugelblitz ein, saugt ihren übergewichtigen Freund aus und hinterlässt die aufgeschlitzte Leiche in der Wohnung. (Besagte Frau kommt übrigens erst später im Flußpferdgehe des Zoos wieder zu sich...)
Komissar Hausmann ermittelt in diesem Fall – und bekommt laufend weitere auf seinen Schreibtisch. Ob es getötete Nilpferde im Zoo sind oder der Überfall auf einen mit guter Butter beladenen LKW, Hausmann ist scheinbar für die etwas schwierigen Tötungsdelikte verantwortlich.
Durch diese (außerirdische?) neue Lebensform werden die Alienjäger Henry, Dr. Pfitzmann, Breeze und Salbe auf den Plan gerufen. Das hört sich sehr nach Ghostbusters an und diese Parallele ist mehr als gewollt. Die Geisterjäger wirken zunächst weltfremd und tollpatschig, werden aber im Laufe des Buches zu liebevollen Helden.
Die Geschichte ist gut inszeniert, leider wird im Klappentext viel vorweggenommen. Bei einem Buch von 200 Seiten hätte weniger Information die Spannung erhöht.

Obwohl das Buch gut lesbar ist, bin ich mit dem Schreibstil nicht wirklich warm geworden. Die Sprache der Hauptfiguren ist sehr flapsig, was mir gut gefallen hat. Leider ist der Text teilweise auch sehr umgangssprachlich und einfach gehalten. Das mag zur Story und den schrägen Charakteren passen, trotzdem wünsche ich mir manchmal ein besseres Lektorat. Die Ideen und Wirrungen des Autors hätten es jedenfalls verdient.

Veröffentlicht am 10.07.2019

Kuscheliger Krimi für Couchtage

Cherringham - Folge 34
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Dies ist bereits Folge 34 der Reihe und man muss sicher nicht alle Vorgänger gelesen oder gehört haben. Es schadet aber nicht, einige Hintergrundinfos zu haben, denn man wird direkt in den Ort Cherringham ...

Dies ist bereits Folge 34 der Reihe und man muss sicher nicht alle Vorgänger gelesen oder gehört haben. Es schadet aber nicht, einige Hintergrundinfos zu haben, denn man wird direkt in den Ort Cherringham hineinkatapultiert. Die Geschichte selbst ist zwar eigenständig, man erfährt aber wenig über die „Ermittler“: Hobbydetektive Sarah und Jack. So fragte ich mich die ganze Zeit über, was die beiden denn nun sind (Polizisten? Ein Paar? Leiten sie eine Detektei?) und wie ihre Lebensumstände aussehen.

Zur Handlung:
Im Schloss Brimley Manor gibt es allerhand Kuriositäten, die mehr oder weniger gruselig daherkommen. Ein Musikzimmer, ein Puppenzimmer und viele gesammelte Exponate aus aller Welt werden ausgestellt. Verwaltet wird das Haus vom Conservation Trust während der alte Paragrim Brimley den Familiensitz zurückerobern will. Als ein Feuer ausbricht werden Sarah und Jack hinzubestellt um die Brandstiftung zu klären.

Einen Mord gibt es nicht und auch sonst geht alles sehr unblutig zu. Das Verbrechen wird trotzdem aufgeklärt und es gibt einige spannende Wendungen (auch wenn die große Überraschung am Ende ausbleibt).

Gelesen wird das Hörbuch von Sabine Godec, die ihre Sache gut macht. Sie versucht die Atmosphäre des herrschaftlichen Anwesens einzufangen und geht gut mit der altbackenen Sprache um. Alles in allem ein schöner und gänzlich gewaltfreier Cosy-Krimi.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Stimmen
  • Spannung
Veröffentlicht am 10.07.2019

Ermittlungen aus dem Mahagoniesarg

Manche mögen's tot
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Die beiden ungleichen Zwillingsschwestern Konny und Kriemhild lösen in diesem Buch bereits ihren dritten Fall. Obwohl es zahlreiche Anspielungen auf die Vorgängerbände gibt, ist die Geschichte eigenständig ...

Die beiden ungleichen Zwillingsschwestern Konny und Kriemhild lösen in diesem Buch bereits ihren dritten Fall. Obwohl es zahlreiche Anspielungen auf die Vorgängerbände gibt, ist die Geschichte eigenständig und das Buch kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Es beginnt damit, dass Kriemhild frühmorgens im Wald Pilze sucht und dabei einen Mord beobachtet. Der Täter schießt auch auf sie, aber er ist nicht besonders treffsicher. Weil sie den Mörder – und der Mörder vermutlich auch sie – erkannt hat, beschließt sie sich tot zu stellen. Nach und nach findet sie sogar Freude daran, ihre eigene Beerdigung vorzubereiten.
Konny versucht in dieser Zeit die Pension so gut wie möglich ohne ihre Schwester zu führen, was ihr eher mäßig erfolgreich gelingt. Aber mit viel Herz und Humor meistern die beiden jede Krise.

Tatjana Kruse ist quasi eine Garantie für guten Humor und wirklich lustige Szenen, mitten aus dem Leben. Auch im dritten Band lässt sie nicht nach und hat einen guten Blick für Situationskomik. Der Fall selbst ist weniger spannend und es ist sehr schnell klar, wer und was dahintersteckt. Schade, denn hier hatten die anderen Bücher mehr zu bieten. Trotzdem unbedingt lesenswert!

Veröffentlicht am 05.07.2019

Ein verlorenes Dorf

Das Dorf der toten Herzen
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Jacob und Irene führen ein relativ normales Leben. Sie wohnen mit ihrer 13-jährigen Tochter Miriam in einer kleinen spanischen Stadt, bis Jacob seinen Job verliert. Das Paar beschließt, in Irenes Elternhaus ...

Jacob und Irene führen ein relativ normales Leben. Sie wohnen mit ihrer 13-jährigen Tochter Miriam in einer kleinen spanischen Stadt, bis Jacob seinen Job verliert. Das Paar beschließt, in Irenes Elternhaus zu ziehen, das in der spanischen Wüste liegt. Dort gibt es nicht viel außer Hitze, Staub und verschlossenen Dorfbewohnern.
Miriam fällt es schwer sich dort einzuleben und auch Jacob fühlt sich dort nicht wohl. Das Haus ist baufällig und die Hintertür lässt sich nicht schließen – eines Nachts wird eingebrochen. Die Täter töten Irene und verletzten Jacob schwer. Miriam hat bei einer Freundin übernachtet, was zunächst wie ein glücklicher Zufall aussieht. Als Jacob aus dem Koma erwacht, wird ihm jedoch mitgeteilt, dass die Polizei davon ausgeht, Miriam hätte den Mord in Auftrag gegeben. Jacob kann das nicht glauben und auch Miriams Anwältin Nora ist von ihrer Unschuld überzeugt.

Der Autor beschreibt die triste Einöde der staubigen Gegend so plastisch, dass man die Hitze fast spüren kann. Dieses Südspanien ist weit von allen Urlaubsregionen entfernt und wirkt fast lebensfeindlich. Und dabei ist die Landschaft nicht einmal das schlimmste, denn die Dorfbewohner sind anfangs vielleicht nur abweisend oder verschroben, entwickeln sich bei genauerer Betrachtung zu hinterhältigen und durchweg unsympathischen Nachbarn. Die Frage wer den Mord in Auftrag gegeben hat zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, wobei es immer wieder Rückblicke gibt. Wie Puzzlestücke werden die Ereignisse beleuchtet und am Ende entsteht ein trauriges Gesamtbild.

Das Buch hat mich oft auf die falsche Fährte geführt und spielt mit den üblichen Klischees des Krimi-Genres. Es gibt keine Figur, die wirklich sympathisch ist, dadurch sind für mich einige Längen entstanden. Insgesamt hat es der Autor aber geschafft mich zu überraschen und mir eine Region näher zu bringen, die ich so noch nicht kannte.