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Veröffentlicht am 17.02.2021

Die Geschichte einer großen Liebe

Wenn die Dunkelheit endet
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Hallo allerseits!



Zeitreise-Roman sind im Laufe des letzten Jahres zu einem Faible von mir geworden. Geschichten, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen, üben eine unglaubliche Faszination auf mich ...

Hallo allerseits!



Zeitreise-Roman sind im Laufe des letzten Jahres zu einem Faible von mir geworden. Geschichten, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen, üben eine unglaubliche Faszination auf mich auf und ich konnte so definitiv nicht widerstehen, als ich den Klappentext dieses Buches gelesen hatte. Schnell angefragt, ob ich es als Rezensionsexemplar haben könnte und dann ungeduldig gewartet, bis ich endlich die Bestätigung hatte. Und meine Güte, was für ein Buch.



Die Geschichte zieht sich nicht nur über zwei Zeiten, sondern wir verfolgen direkt das Leben von drei Personen. Dem jungen Bauernmädchen Juliet LaCompte, dem Hollywood-Star Nora Wheeler in den 1930ern, der Musikerin Sandra Keane in den wilden 70ern und schließlich Helen Lambert in der Neuzeit. Man sollte denken, dass diese Frauen nicht viel gemeinsam haben und doch sind sie sich ähnlicher als es im ersten Moment den Anschein hat. Alle verbindet diese eine große Liebe, die immer absolut traumatisch endet und die Gewissheit, an ihrem 34. Geburtstag zu sterben. Jede dieser Frauen ist ein Abbild der jungen Juliet und doch ist jede auf ihre Art vollkommen unterschiedlich.



Die Idee, vier Geschichten in eine zu packen, mag auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen gewagt erscheinen. Kann man denn so vielen Protagonisten gerecht werden? Die Antwort hier ist ganz einfach: Constance Sayers kann es. Sie schafft es, jedem der Charaktere einen eigenen Charakter zu verleihen und sie alle ganz klar voneinander zu differenzieren. Man fiebert mit jeder eigenen mit und gerade, wenn man glaubt, die Geschichte verstanden zu haben, taucht ein weiterer Kniff, eine weitere Überraschung auf. Der mysteriöse Luke, der von Anfang an bei jeder Geschichte dabei ist, gewinnt nach und nach an Tiefgang, man versteht seine Handlungsweisen und Motivationen. Ich muss auch gestehen, das er im Laufe der Handlung auch definitiv mein Herz für sich gewonnen hat und ich mir immer mehr von ihm gewünscht habe, jede Szene mit ihm verschlungen habe.



Die 544 Seiten flogen nur so dahin. Es dauerte etwas, bis die Handlung an Fahrt aufnahm, doch als es so weit war, wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. War mir ausgerechnet Helen am Anfang noch ein Dorn im Auge, so hat sie sich mit jedem Kapitel entwickelt und ich wünschte mir so sehr ein Happy End für sie.

Das Ende ist so bittersüß, dass es einfach perfekt zum Buch passt. Es ist nicht langweilig und lässt Raum für Spekulationen. Ich schloss das Buch mit einem Lächeln auf dem Gesicht und war absolut zufrieden, auch wenn mir Luke jetzt schon fehlt.

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Veröffentlicht am 17.02.2021

Was, wenn Wörter mehr Macht hätten?

Wortwächter
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Hallo allerseits!



Was wäre, wenn Wörter mehr Macht haben, als wir es uns vorstellen können? Was, wenn die Seiten eines Buches mit einem sprechen könnten? Was, wenn wir mit geschriebenen Wörtern die ...

Hallo allerseits!



Was wäre, wenn Wörter mehr Macht haben, als wir es uns vorstellen können? Was, wenn die Seiten eines Buches mit einem sprechen könnten? Was, wenn wir mit geschriebenen Wörtern die Welt um uns herum verändern könnten? Genau diesem Gedankenspiel geht Akram El-Bahay in seiner Geschichte um Tom und Josephine nach.



Der absolute Lese-Muffel Tom muss sich mit der Macht der Wörter auseinander setzen um seinen Onkel retten zu können. Zum Glück wird er von der zum Leben erwachten Statue von William Shakespeare und Josephine, der Ur-Ur-Urahnin von Jules Verne, unterstützt. Zusammen lösen sie quer durch die ganze Welt verstreut Rätsel, immer auf der Flucht vor denen, die die Macht der Wörter für sich benutzen wollen.



Eine spannende Geschichte, die einem mehr als einmal ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Zum Beispiel, wenn man auf die ganzen lebendigen Statuen berühmter Autoren trifft. Gerade Toni, die Statue von Antoine de Saint-Exupéry oder auch die "grimmigen Brüder", die niemand anderes als Jacob und Wilhelm Grimm sind, haben mich zum Schmunzeln gebracht. Wenn dann auch noch Zitate aus den jeweiligen Werken benutzt werden, verliert jeder passionierte Bücherwurm endgültig sein Herz an diese Geschichte. Doch es werden einem nicht nur Phrasen um die Ohren gehauen, nein, auch philosophische Fragen werden angeschnitten. Ist das Leben einzelner weniger Wert als das Leben aller? Was ist eigentlich der Wert von Freiheit und wie definiert man diese überhaupt?



Ab und zu merkte man, dass das Buch für Jugendliche ausgelegt ist, doch auch als Erwachsener rührt einen die Geschichte noch sehr und man fiebert mit den Protagonisten mit. Einige Male wollte ich sie auch schütteln und ihnen auf die Füße treten, weil die Lösung einiger Rätsel doch sehr offensichtlich war, doch ich denke bei jüngeren Lesern zündet das sicher noch mehr.

Ich mag Geschichten, in denen Bücher einen großen Einfluss auf unsere Welt haben und da war dieses Hier definitiv eines der Besten. Der Schreibstil ist gut zu lesen, man kann schnell tief in die Welt abtauchen und komplett darin versinken.



Das Ende wirkt leider ein wenig hektisch, so als wäre die Zeit ausgegangen und es bleiben ein paar Fragen offen, doch das lässt sich gut verschmerzen, regt es doch die Fantasie des Lesers an, sich selbst seinen Teil zu denken und die Geschichte weiter zu spinnen.

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Veröffentlicht am 09.01.2021

Poesie, die ans Herz geht

Keine Ahnung, was für immer ist
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Hallo allerseits!



"Eines Tages, Baby, werden wir alt sein..." Damit fing meine Begeisterung für Julia Engelmann, wie vermutlich bei einigen. Poetry Slam war schon länger eines meiner Steckenpferde, ...

Hallo allerseits!



"Eines Tages, Baby, werden wir alt sein..." Damit fing meine Begeisterung für Julia Engelmann, wie vermutlich bei einigen. Poetry Slam war schon länger eines meiner Steckenpferde, doch die Texte von Julia Engelmann trafen mich direkt ins Herz. Buch nach Buch landete in meinem Regal oder auf meinem Ebook-Reader, eine ideale Begleitung durch den stressigen Alltag, Texte die zum Nachdenken anregen und gleichzeitig entschleunigten.



Dieses Buch ist nun wieder ein neues Thema. Es geht um Heimat, was ist Glück, um Loslassen und Festhalten. In vielen dieser Gedichte erkannte ich mich wieder, sie berührten mich und trafen einen Nerv bei mir. Wieder einmal schafft Julia Engelmann es so gekonnt mit Worten umzugehen, dass ich mich in vielen Zeilen angesprochen gefühlt habe, sie Gedanken in mir angestoßen hat und mich auch einfach nur zum Schmunzeln gebracht hat.



Man sagt, dass Poesie immer sehr individuell ist, viele haben Angst vor Gedichten, wurde man doch in der Schule so sehr damit gequält. Doch Julia Engelmann gibt dem eingestaubten Genre einen neuen Anstrich, macht es wieder salonfähig und lässt es auf die Herzen der jüngeren Generation los. Auch hier kann ich nur sagen, dass dieses Buch definitiv nicht das letzte sein wird, was ich von ihr lese.

Dies ist ihr fünftes Werk, hoffentlich werden noch viele weitere folgen.

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Veröffentlicht am 09.01.2021

Es hätte gut werden können

Das Buch, das dich findet
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Hallo allerseits!



Welcher Leser träumt nicht davon, in den Welten zwischen den Zeilen zu verschwinden, vollkommen in den Büchern abzutauchen und die Geschichten hautnah zu erleben (na gut, die Leser ...

Hallo allerseits!



Welcher Leser träumt nicht davon, in den Welten zwischen den Zeilen zu verschwinden, vollkommen in den Büchern abzutauchen und die Geschichten hautnah zu erleben (na gut, die Leser von G.R.R. Martin sehen das vielleicht anders). Merelie und ihrer Freundin Alina passiert anscheinend genau das, sie erleben ihre ganz eigene Geschichte in "Dem Buch, das dich findet". Klingt spannend oder?



Ist es nur leider nicht sonderlich. Den Charakteren fehlt von Seite eins an jegliche Tiefe und jeder Ausdruck. Alles bleibt sehr oberflächlich gehalten, die Geschichte bleibt weit hinter ihren Möglichkeiten. Das Grundgerüst ist spannend und die Idee hätte durchaus Potential, allerdings hapert es hier an der Umsetzung. Man kommt als Leser schnell dahinter, was gerade passiert ist, auch wenn es interessant ist, dass es aus teilweise drei Sichtweisen geschrieben ist. Da werden aber dennoch lediglich Klischees verpackt, eines reiht sich an das andere. Das Gothic-Mädchen, das sich mit dem Tod beschäftigt, der Jugendfreund, der sich anpasst um ihr zu gefallen, das oberflächliche, beliebte Mädchen, dass durch einen Schicksalsschlag plötzlich nichts mehr mit ihrem alten Leben anfangen kann, die Mutter, die nach dem Tod des Sohnes in einer Alkoholsucht versinkt. Nichts davon ist neu, einzeln betrachtet wären diese Klischees auch nicht sonderlich schlimm, doch alle auf einmal sind sie zu viel.



Der Schreibstil ist offensichtlich an jüngeres Publikum gerichtet, er ist nicht groß verschnörkelt und somit wäre das Buch für junge Leser geeignet. Dennoch vermag es Siegfried Langer nicht, mich zu fesseln oder zu begeistern. Die Charaktere haben außer den Klischees keine Eigenarten, sind nicht besonders und ehrlich gesagt, wollte ich sie die meiste Zeit nur schütteln. Selbst für Teenager war das Verhalten albern und kindisch.

Das Ende lässt mehr Fragen zurück, als es beantwortet hat und fühlt sich eher danach an, als ob dem Autor keine passende Lösung eingefallen und die Zeit ausgegangen wäre.

Alles in allem eher ein Buch, das einen wirklich nicht finden sollte.

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Veröffentlicht am 09.01.2021

Wie man sein Herz an ein Buch verliert

Fluch der Aphrodite
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Hallo allerseits!



Ich bin immer offen für neue Dinge. Zum Beispiel die Idee eines Buddyreads. Zwei Menschen, die das gleiche Buch lesen und sich darüber austauschen. Etwas übersichtlicher als eine Leserunde ...

Hallo allerseits!



Ich bin immer offen für neue Dinge. Zum Beispiel die Idee eines Buddyreads. Zwei Menschen, die das gleiche Buch lesen und sich darüber austauschen. Etwas übersichtlicher als eine Leserunde und mit mehr Freiheiten. Wenn man erstmal die passenden Partner gefunden hat, geht es los. 100 Seiten pro Woche schien ein gutes Ziel. Tja, das eskalierte bei diesem Buch ziemlich schnell. Aus 100 wurden 150 und schließlich 200. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht erinnern, wann ich ein Buch so schnell inhaliert habe. Aber erstmal der Reihenfolge nach.



Ich habe eine Schwäche für Antike, schon immer gehabt. Vor allem bei Mythologie bin ich die erste, die "Hier!" schreit. Die Geschichte um Apoll, den griechischen Gott der Künste und des Lichts klang vom ersten Moment an spannend und ich fand es witzig, mehr darüber zu lesen. Im Laufe der Geschichte durfte ich dann auch fest stellen, dass Apoll sich auch definitiv in mein Herz geschmuggelt hatte und das innerhalb weniger Seiten. Er ist so unglaublich charmant, witzig und lebensnah beschrieben, dass ich auf jeder Seite mit ihm mitfühlen konnte, wohin gegen sich meine Zuneigung für Aphrodite erst nach und nach entwickelte. Auch wenn man die "GötterFunke"-Trilogie von Marah noch nicht gelesen hat, war es möglich den Geschehnissen zu folgen und die Charaktere zu verstehen - auch wenn es definitiv andersrum sinnvoller ist.



Der erste Teil des Buches spielt mehr oder weniger zur Zeit des trojanischen Krieges und erzählt, wie die Stadt erobert wurde und was die Götter an Einmischungen unternommen hatten. Viel Geschichte, viel Mythologie. Nicht störend, eher im Gegenteil. Man braucht diesen Schnipsel der Geschichte um zu verstehen, wie es überhaupt dazu gekommen ist. Auch wenn ich wusste, wie Troja erobert wurde, war es doch interessant, es aus dieser Perspektive zu sehen, ich der Achille eben nicht der strahlende Held ist, sondern ein verwöhntes Muttersöhnchen. Gerade diesen Teil fand ich unglaublich gut gemacht und er hat mein kleines Griechenland-Fan-Herz höher schlagen lassen.

Doch in der Neuzeit ist es nicht minder spannend, auch wenn es da einen vollkommen anderen Kontext hat. Marah schafft den Spagat zwischen Unterhaltung und Spannung wirklich meisterlich. Auf einigen Seiten musste ich laut lachen, auf anderen habe ich an den Nägeln gekaut, weil ich wissen wollte, wie es weiter ging. Im Endeffekt kann ich sagen, dass ich das Buch durchgehend nicht aus der Hand legen konnte.



Natürlich folgte die einzig logische Schlussfolgerung, als ich mit dem "Fluch der Aphrodite" fertig war: Ich würde GötterFunke lesen müssen. Doch darüber berichte ich das nächste Mal mehr.

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