Profilbild von Tine13

Tine13

Lesejury Star
offline

Tine13 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tine13 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2022

Mysteriöser Entführungsfall aus der Adenauer-Ära, spannend aufbereitet

Ein Präsident verschwindet
0

Nachdem am 20. Juli 1954 der Verfassungsschutzpräsident Otto John in Ost-Berlin verschwunden ist, fragt dich die junge Bundesregierung nun: „Wurde er entführt oder ist John übergelaufen?" Konrad Adenauer ...

Nachdem am 20. Juli 1954 der Verfassungsschutzpräsident Otto John in Ost-Berlin verschwunden ist, fragt dich die junge Bundesregierung nun: „Wurde er entführt oder ist John übergelaufen?" Konrad Adenauer beauftragt Kriminalhauptkommissar Philipp Gerber höchstpersönlich, sich des Falles anzunehmen! Zeitgleich ist auch Philipps Geliebte, die Journalistin Eva Herden verschwunden und es gibt ein Bild, das sie in Begleitung von Otto John zeigt!

Der Thriller „Ein Präsident verschwindet“ aus der Feder von Autor Ralf Lageroth, beschäftigt sich mit interessanten politischen Skandalen und Personen der Nachkriegszeit. Sein Ermittler vom BKA, Kriminalhauptkommissar Philipp Gerber ist schon in zweiter Mission unterwegs und ein zweifelsfrei unglaublich interessanter Charakter. Man könnte das Buch auch als Tanz der Agenten bezeichnen, alles ist streng geheim, man weiß nie, mit wem man es zu tun hat;), ob Freund oder Feind. Die Tücken der geteilten Stadt, werden anschaulich und spannend dargestellt. Die Darstellung der Grenze zwischen Ost- und Westberlin im Innencover ist eine hilfreiche Orientierung, um die Handlung zu verfolgen. Ein Stück Politgeschichte wurde spannend und interessant inszeniert. Auch die lebendige Darstellung des Geschehens, die flüssige Schreibweise voller dramatischer Momente machen die Lektüre aufregend und bietet einen Blick in die Adenauer-Ära.
Mein Fazit:
Großartiger Polit-Thriller, der mir eine Episode, Institutionen und Persönlichkeiten der vergangenen deutsch-deutschen Geschichte näher vorstellte. Wirklich spannend und unterhaltsam aufbereitet, empfehlenswert besonders für Geschichtsinteressierte :)!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.02.2022

Unterhaltsame Lektüre übers Älterwerden

Heimvorteil
0

„ ….Sex im Heim, das kam ihr doch recht verwegen vor. Unpassend, hier wird gestorben und nicht gevögelt.“ (Zitat)

Nachdem Jutta mit 58 sehr früh verwitwet ist, geht sie nun mit 68 in Rente. Schnell merkt ...

„ ….Sex im Heim, das kam ihr doch recht verwegen vor. Unpassend, hier wird gestorben und nicht gevögelt.“ (Zitat)

Nachdem Jutta mit 58 sehr früh verwitwet ist, geht sie nun mit 68 in Rente. Schnell merkt sie jetzt, dass in ihrem Leben die Struktur fehlt und sie sich langweilt. Ihre Kinder sind ihr da auch keine große Hilfe, die würden sie nämlich am liebsten gleich in ein Altersheim abschieben. Verunsichert beschließt sie, dass es ja nicht schaden kann sich schon mal vor Ort zu informieren und begibt sich mit einer neuen Bekannten auf eine ganz spezielle Reise, auf eine Heim-Tour!

„Heimvorteil” von Kult-Autorin Susanne Fröhlich, ist ein bitterernster und gleichzeitig mit Ironie gespickter Roman über das Älterwerden. Zu Beginn brauchte ich ein paar Kapitel, um mit der Hauptfigur Jutta warmzuwerden, die ich als gehorsame, funktionierende Frau beschreiben würde. Doch ist der erste Abschnitt überwunden, kann man sich mit ihr doch köstlich amüsieren. Jutta taut auf und macht sich locker, da staunt selbst ihr engstirniger Nachwuchs Bauklötze;). Jutta macht auf ihrer Tour allerlei neue Erfahrungen und stellt fest, man ist für nichts zu alt, alles ist möglich, solange man kann und will:). Hauptsache ist aber, dass man weiß, was man NICHT will! Dabei haben Juttas Gedankengänge auch viel Schwermütiges und Trauriges an sich. Das lässt neben den witzigen Szenen zum Schmunzeln, auch recht viel Raum zum Nachdenken. Das Cover mit dem Schlüssel passt perfekt, ein Hinweis auf Vergesslichkeit, aber wer hat seinen Schlüssel nicht schon mal verlegt;)?

Mein Fazit:
Unterhaltsame Lektüre übers Älterwerden. Es beginnt deprimierend und die Protagonistin ist anfangs voller Selbstzweifel, doch ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mir gut gefallen. Es gab zum Glück auch einige richtig lustige Szenen zum Amüsieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2022

Faszinierend gestrickte Gruselstory

HOME – Haus der bösen Schatten
0

Maggie erbt von ihrem Vater überraschend das mysteriöse „Haus des Schreckens“, in dem sie als 5-Jährige nur 20 Tage mit ihren Eltern gelebt hat. Über dieses Haus Namens „Baneberry Hall“, hat ihr Vater ...

Maggie erbt von ihrem Vater überraschend das mysteriöse „Haus des Schreckens“, in dem sie als 5-Jährige nur 20 Tage mit ihren Eltern gelebt hat. Über dieses Haus Namens „Baneberry Hall“, hat ihr Vater sogar einen berühmten Gruselroman verfasst, der zwar viel Geld gebracht, aber dennoch das Glück der Eltern zerstört hat. Was damals wirklich passiert ist, hat Maggie nie erfahren, es wurde immer ein großes Geheimnis um die Vergangenheit gemacht! Gerade deshalb beschließt sie trotz Mahnung ihrer Mutter, nun 25 Jahre nach ihrer überstürzten Flucht das Haus zu besuchen, um es zu renovieren und im Anschluss zu verkaufen.

Der Thriller „Home - Haus der bösen Schatten vom Autor mit dem Pseudonym Riley Sager hat es wirklich in sich! Habe mich schon lange nicht mehr so umfassend gegruselt;).
Dabei ist die Story gar nicht so spektakulär, denn es geht eigentlich nur um eine alte Villa, in der Unerklärliches geschieht, aber der Autor versteht es dabei hervorragend, Spannung aufzubauen. Abwechselnd begleiten wir Maggie aus ihrer Gegenwart gepaart mit Einblicken in die Vergangenheit, als sie ein kleines Mädchen war, Tag für Tag. Der Schreibstil ist sehr eindrucksvoll und bildhaft, daher ist für entsprechendes Kopfkino gesorgt!
Auch das Cover ist hinreißend und passend, genau so kann man sich das gruselige Haus vorstellen.
Mein Fazit:
Aufregender Grusel-Thriller mit überraschenden Wendungen, die für spannungsvolle Momente sorgen. Habe mich wirklich gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2022

Unterhaltsamer Jugendroman, lyrisch und voller Rätsel

Ancora
0

Die verträumte Romy fährt mit zwei Freunden in das abgelegene Dorf Ancona, um dort die Sommerferien zu verbringen. Romy möchte sich ihrer Leidenschaft für Gedichte widmen und an ihrer Beziehung zu Boyfriend ...

Die verträumte Romy fährt mit zwei Freunden in das abgelegene Dorf Ancona, um dort die Sommerferien zu verbringen. Romy möchte sich ihrer Leidenschaft für Gedichte widmen und an ihrer Beziehung zu Boyfriend Aurel arbeiten, während ihr bester Freund Jannis die Organisation der Reise übernommen hat. In dem Dorf Ancora scheint eine andere Zeit zu herrschen und die Zeit stehengeblieben zu sein. Die abgelegene Kommune lebt autark und verlangt den Jugendlichen einiges an Arbeit und Umstellung ab. Für Romy hält es aber auch viele Überraschungen bereit und der Ort verstärkt ihre Fähigkeit, die Zeit still stehen zu lassen…

"Ancora - die Zeit ist gegen Dich", ist ein Jugendroman aus der Feder eines jungen Österreichers, Namens Colin Hadler. Der Roman stellt eine interessante Mischung zwischen Lyrik, Gefühl und Fantasy dar. Seine Sprache voller Zweideutigkeit und Bildhaftigkeit klingt dabei überraschend erwachsen. Spannung wird zwar langsam, aber auch kontinuierlich aufgebaut, die Handlung bleibt unterhaltsam und abenteuerlich, wird dabei aber nicht allzu fantastisch und unreal. Es geht um eine Suche nach Liebe, seinen Wurzeln, Zukunft und Vergangenheit. Doch Täuschung und Manipulation verstecken sich hinter der Fassade einer scheinbaren Idylle. Es lauert Böses in der Dunkelheit, das der Autor geschickt zu verbergen weiß und Schritt für Schritt zieht er seine Leser in den Bann dieses Ortes. Schon das Cover ist wirklich reizvoll, mit seinem Guckloch passt es perfekt zum Inhalt und lädt ein ins Buch vorzudringen.


Mein Fazit:
Durchaus fesselnde Geschichte, die in eine andere Welt führt, in der die Zeit keine Grenzen kennt. Die Lektüre bleibt spannend bis zur letzten Seite und auch, wenn ich nicht zur Zielgruppe eines Jugendromans gehöre, hat mich der Roman glänzend unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.02.2022

Ein Thriller der verhängnisvollen Zufälle und Überraschungen

Im Auge des Zebras
0

Olivia Holzmann, Ermittlerin beim Berliner LKA, hat einen brisanten sowie merkwürdigen Fall zu lösen. Sieben Kinder sind alle gleichzeitig entführt und deren Eltern bestialisch ermordet worden, quer über ...

Olivia Holzmann, Ermittlerin beim Berliner LKA, hat einen brisanten sowie merkwürdigen Fall zu lösen. Sieben Kinder sind alle gleichzeitig entführt und deren Eltern bestialisch ermordet worden, quer über Deutschland verteilt, alle zur gleichen Zeit, als wäre ein verrückter Zauberer am Werk gewesen. Die Zeit drängt! Wo sind die Jungs versteckt?



Der Thriller „Im Auge des Zebras“, von Vincent Kliesch hat mich sehr interessiert, nachdem mich "Die Frequenz des Todes" der Auris-Serie schon begeistern konnte, waren meine Erwartungen zu diesem neuen Buch natürlich hoch. Die Hauptprotagonistin, Olivia Holzmann vom Berliner LKA fand ich auch gleich sympathisch und auch der abstruse Fall präsentiert sich absolut außergewöhnlich. Allerdings hat mich die Person ihres Beraters Boesherz so gar nicht angesprochen, denn die Szenen mit seiner Person bremsten meiner Meinung das Geschehen. Ein wirklich merkwürdiger Typ. Den Fall fand ich aber fesselnd und abwechslungsreich, die schnellen Szenenwechsel voller Action gaben der Handlung zuletzt auch den nötigen Schwung.



Mein Fazit:

Unterhaltsamer Thriller, der ein paar Überraschungen bereithält, aber auch ein paar Längen besitzt. Olivia Holzmann hat großes Potenzial als führende Ermittlerin einer neuen Staffel, die sicherlich auch ohne Einmischung von Boesherz auskommt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere