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Veröffentlicht am 11.08.2021

Ein schöner Roman mit viel Natur

Wie Träume im Sommerwind
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Emilias Schwester Clara hatte einen schweren Autounfall, weshalb Emilia von Paris in ihre Heimat auf Usedom zurückkehrt. Aber es geht nicht ausschließlich um die Genesung ihre Schwester, sondern auch um ...

Emilias Schwester Clara hatte einen schweren Autounfall, weshalb Emilia von Paris in ihre Heimat auf Usedom zurückkehrt. Aber es geht nicht ausschließlich um die Genesung ihre Schwester, sondern auch um deren beiden Kinder Felix und Lizzy, Emilias Eltern, bei denen es zu kriseln scheint, die Rosengärtnerei, die schon bessere Tage gesehen hat, und nicht zuletzt um Josh, in den Emilia schon lange verliebt ist. Als Emilia in Claras Sachen ein Foto von einer besonders schönen Rose, die auch deren Namen trägt, findet, macht sie sich mit Lizzy auf nach Kent, um diese besondere Blume zu finden. Doch dort stoßen sie auch auf Claras Geheimnis, von dem ebenfalls ab und zu Kapitel rückblickend erzählen.

Das Highlight des Buches sind definitiv die vielen Beschreibungen der Natur. Alleine schon der Rosenhof von Emilias und Claras Eltern muss wunderschön sein. Eine ganze Gärtnerei und Garten mit Rosen bestückt, lässt mein Herz definitiv höher schlagen. Die Blüten und deren Duft wurden von Katharina Herzog sehr bildlich beschrieben. Da Emilia eine besonders feine Nase hat, werden auch sehr oft Düfte von Personen oder Orten beschrieben, was der Geschichte etwas besonders verleiht. Viele Rosensorten wurden sogar beim Namen genannt und ich werde mir alle nochmal genauer anschauen. Mindestens eine davon wird bestimmt irgendwann in meinem Rosengarten, von dem ich träume, einen Platz finden. Auch die Landschaft in Kent, als Emilia, Josh und Lizzy dort unterwegs sind und an den Klippen entlang spazieren, ist wunderschön. Besonders die Beschreibungen des weißen Bereichs in den Sissinghurst Garden haben es mir angetan. Dass die Autorin für das Buch eine Recherchereise gemacht hat und auf den Spuren der Protagonisten war, kann man in der Liebe zu den detailreichen Beschreibungen sehr gut erkennen.

„Damals, in ihrer Kindheit und Jugend, […] als es noch so viel Zukunft zu geben schien, und so wenig Vergangenheit. Unbesiegbar hatte sie sich in dieser Zeit gefühlt, und sie war felsenfest davon überzeugt gewesen, alles erreichen zu können, was sie sich wünschte.“, 23 %

Zum Ende hin entwickelt sich in der Liebesgeschichte so ein typisches Missverständnis, bei dem der/die Leser/in nur den Kopf schütteln kann. Ich frag mich, warum in Büchern nicht mal eine gesunde Eifersucht oder ein echtes Problem behandelt wird? Nachdem das dann aber glücklicherweise aufgrund des Drängens von Josh bald aus der Welt geschafft wurde, schließt das Buch zu einem schönen Ende ab. Als ich auf die Seite des Epilogs blätterte, war ich überrascht und etwas enttäuscht, dass nur noch wenige Seiten vor mir liegen. Bezüglich eines Themas hätte ich aber noch mehr erfahren wollen. Es war mir zu schnell abgehandelt und in mir bleibt die Frage zurück, wie es diesbezüglich weitergeht.


Fazit:
„Wie Träume im Sommerwind“ besticht durch die Vielzahl an Rosen, deren detaillierten Beschreibungen und Schilderungen von Düften. Auch ein Familiengeheimnis und der Glaube spielen eine nicht unwesentliche Rolle. Am Ende hat mir etwas gefehlt, aber insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Wer Rosen oder schöne Gärten liebt, dem wird das Buch definitiv gefallen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.08.2021

Emotionale, mitreißende Geschichte mit kleinen Schönheitsfehlern

Das Leuchten unserer Träume
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In Sophies Wohnung bricht Feuer aus und sie steht verzweifelt am Schlafzimmerfenster, während der Rauch immer weiter zunimmt. Ein Passant auf der Straße kommt ihr zu Hilfe und sie entkommt knapp den Flammen. ...

In Sophies Wohnung bricht Feuer aus und sie steht verzweifelt am Schlafzimmerfenster, während der Rauch immer weiter zunimmt. Ein Passant auf der Straße kommt ihr zu Hilfe und sie entkommt knapp den Flammen. Der Mann, Ben, ist sehr hilfsbereit und zuvorkommend, sodass sich die beiden wieder begegnen. Sophie findet ihn charmant, doch sie hält ihr Herz verschlossen, um sich vor weiteren Verlusten zu schützen. Denn vor vielen Jahren ist ihr Bruder bei einem Unfall ums Leben gekommen, weshalb sie sich abschottet. Es ist sehr gut geschildert, wie Sophie jeglicher menschlichen Beziehung aus dem Weg geht und nur ihre beste Freundin an sich heranlässt.

Überaus gefühlvoll vermittelt die Autorin die Erlebnisse ihrer Protagonisten. Obwohl sie schlimme Schicksalsschläge erleben, fühlt man sich während dem Lesen so wohl. Dani Atkins schafft es, eine besondere Atmosphäre zu erzeugen, in der der Leser die Gefühle von Sophie und Ben selbst verspüren, ohne sich jedoch unangenehm zu fühlen. Ich liebe ihren emotionalen und feinfühligen Schreibstil. Deshalb ist die Geschichte wunderschön, bricht dem Leser aber auch an ein paar Stellen das Herz, sodass ich am Ende einige Tränen in den Augen hatte.

》 Egal wie verzweifelt man sich etwas wünscht, es bedeutet nicht, dass sich der Wunsch auch erfüllt.《 - Ben, S. 348

Obwohl die Geschichte so schön, und manchmal traurig ist, haben mich die gelegentlichen Logikfehler (zB BH) gestört. Sie verwirren mich kurzzeitig in der Situation, sind glücklicherweise aber nicht bedeutend für den Verlauf der Geschichte.

Das Ende ist, wie von der Autorin gewohnt, sehr emotional. Ein Detail habe ich schon lange geahnt, trotzdem hat mich das Ende sehr beeindruckt und getroffen, denn Dani Atkins setzt mit einem kleinen Trick nochmals Emotionen drauf. Ich habe einige Tränen verdrückt und das Buch mit einem Lächeln geschlossen.

Fazit:
"Das Leuchten unserer Träume" erzählt, wie von Dani Atkins gewohnt, eine sehr emotionale Geschichte über Sophie und Ben. Ihre Schicksale haben mich tief berührt, nicht zuletzt wegen dem absolut feinfühligen und gefühlsbetonten Schreibstil der Autorin. Der Schluss nimmt emotional nochmal an Fahrt auf, sodass auch auf Seiten der Leser Tränen fließen. Obwohl ich den Roman wieder sehr schön finde, haben mich ein paar kleine Fehler im Lesefluss gestört.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.08.2021

Ein Roman über das, was uns Menschen ausmacht

Ich und die Menschen
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Der brillante Mathematiker Andrew Martin hat einen Beweis gefunden, der die Menschheit enorm voranbringen würde. Doch eine außerirdische Lebensform ist der Überzeugung, die Menschen auf der Erde wären ...

Der brillante Mathematiker Andrew Martin hat einen Beweis gefunden, der die Menschheit enorm voranbringen würde. Doch eine außerirdische Lebensform ist der Überzeugung, die Menschen auf der Erde wären mental für diesen Fortschritt nicht bereit. Deshalb wurde einer von ihnen auf die Erde geschickt, in den Körper von Andrew Martin, um die Veröffentlichung des mathematischen Beweises zu verhindern.

Das Buch ist ein Bericht, eine Erzählung des Außerirdischen darüber, wie er seine Zeit auf der Erde erlebte. Deshalb gibt es zu Beginn zwei Vorworte, einmal für uns Menschen und nochmals für die Vonnadorianer, seine eigene Lebensform. Schon hier erhält man einen Eindruck, was diese Außerirdische charakterisiert. Zum einen sind sie viel intelligenter als die Menschen und nehmen z. B. Bücher durch einen Chip auf, den sie schlucken und so in Sekundenschnelle das Buch „gelesen“ haben.

》Die Liebe ist beängstigend, weil sie eine extrem starke Sogkraft hat, wie ein ultramassives Schwarzes Loch, das von außen ganz harmlos wirkt, aber von innen jede noch so vernünftige Tatsache in Frage stellt, die man kennt. Man verliert sich, wie ich mich verlor, in der wärmsten aller Annihilationen. 《 S. 235

Da der Vonnedorianer das Leben von Andrew übernimmt, geht es auch um Mathematik, was die Geschichte mit faszinierenden Details für Mathematikliebhaber aufwertet. Für solche Leser, die Zahlen nichts abgewinnen können, macht es das Buch jedoch nicht weniger schön. Die teilweise schon philosophische Betrachtung über das Leben von uns Menschen und essentiellen Themen, die oft angesprochen werden, ließ mich das Buch langsamer lesen. Es gibt so viele Dinge, die man einfach aufnehmen und darüber nachdenken möchte.

„In diesem Buch geht es darum, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.“, schreibt der Vonnadorianer zu Beginn des Buches und das fasst es perfekt zusammen. Der Außerirdische irrt am Anfang nackt auf einer Straße umher, da er nicht weiß, welche Regeln auf der Erde herrschen. Er sieht zunächst das komische Aussehen der Menschen, da uns die Nase aus dem Gesicht ragt, die lästige Nahrungsaufnahme um den Körper funktionsfähig zu halten und dass wir uns an Dinge und Menschen binden, die uns wichtig sind. Dies hat Matt Haig sehr gut dargestellt, da die Personen des Buches anfangs tatsächlich sachlich und auf das nötigste reduziert betrachtet wurden. Nach und nach lernt der Vonnadorianer aber unsere Lebensform kennen. Er erfährt, was den Menschen ausmacht. Er versteht, warum es uns ausmacht.

》Das also passiert, dachte ich bei mir [...], wenn man auf der Erde lebt. Man zerbricht. Man hält die Wirklichkeit in Händen, bis man sich verbrennt, und dann lässt man den Teller fallen. [...] Ja, jetzt war mir alles klar. Ein Mensch zu sein treib einen in den Wahnsinn. 《 S. 61

Fazit:
In "Ich und die Menschen" übernimmt ein Außerirdischer den Körper und das Leben des Mathematikers Andrew. Das macht es aber nicht unbedingt zu einem SciFi-Roman, sondern eher zu einer Geschichte über die Menschheit – über die Dinge, die uns ausmachen, die uns zu etwas besonderen machen; über viele Facetten unseres Lebens, die fragwürdig oder auch einfach nur wunderbar sind.

Veröffentlicht am 09.08.2021

Faszinierender und humorvoller historischer Krimi

Das Buch des Totengräbers
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Leo von Herzfeldt wechselt von Graz zur Wiener Polizei. Mit den neuen Ermittlungsmethoden, die zu der Zeit ihren Anfang nehmen, stößt er seine neuen Kollegen vor den Kopf. Im Prater wird eine Frauenleiche ...

Leo von Herzfeldt wechselt von Graz zur Wiener Polizei. Mit den neuen Ermittlungsmethoden, die zu der Zeit ihren Anfang nehmen, stößt er seine neuen Kollegen vor den Kopf. Im Prater wird eine Frauenleiche gefunden und bald darauf noch mehr. Leo und seine Kollegen ermitteln in dem Fall, wobei er zunehmend immer mehr Alleingänge macht und den ohnehin schon negativ gestimmten Kollegen noch mehr vor den Kopf stößt. Leo beherrscht zwar die neuen Methoden der Forensik, Fotografie und was ebenfalls noch nötig für die Aufklärung ist, jedoch hat er sich zum Schluss eher unprofessionell verhalten und dabei einige Sympathiepunkte bei mir eingebüßt. Mein liebster Charakter dagegen war der Totengräber Augustin, der für die Ermittlungen schon bald eine wichtige Rolle spielt. Trotz seiner Tätigkeit, ist er sehr schlau und hat einen unschlagbaren Humor, manchmal etwas trocken, aber ich musste so oft grinsen. Der Totengräber hat durch die Aufbahrung der Toten und den Schichtgräbern, die regelmäßig wieder geöffnet und neue Leichen darin begraben werden, ein umfassendes Wissen über die Verwesung erworben. Dieses hält er in einem Buch fest, dessen Auszüge regelmäßig zu Beginn der Kapitel stehen.

Oliver Pötzsch beschreibt während der Geschichte das Wien von 1893. Der Protagonist ist oft in einer Kutsche unterwegs um z. B. zum Wiener Zentralfriedhof zu kommen. Dabei wird auch der Weg detailliert beschrieben, den man in der vorderen Buchklappe mitverfolgen kann. Nicht nur einmal habe ich bedauert, noch nie in Wien gewesen zu sein oder dort zu wohnen, da die Stadt so eindrücklich beschrieben wurde. Auch die damalige Zeit mit ihren neuen Errungenschaften der Fotografie und Telefonie werden oft in der Geschichte genutzt. Oliver Pötzsch verwendet auch einige Bezeichnungen der damaligen Zeit, z. B. bei der Bekleidung. Ich habe dadurch einige neue Wörter gelernt, die ich nachgeschlagen habe. Durch das Nachwort des Autors merkt man, wie intensiv er recherchiert und was ihn für diese Geschichte inspiriert hat.

Die Fälle, denn neben den toten Dienstmädchen gibt es noch geköpfte Leichen, zu verfolgen war sehr spannend. Die Wiener Polizei hatte viele falsche, aber auch richtige Fährten und ich habe gern mitermittelt. Kurz bevor Leo zum Schluss den Grund und den Täter kannte, habe ich dies ebenfalls geahnt. Aber bis dahin konnte ich stets mitraten, was ich bei Krimis sehr wichtig finde. Die Lösung des Falls um die toten Frauen hat mich sehr an meine Lieblingsserie Criminal Minds erinnert.


Fazit:
„Das Buch des Totengräbers“ ist ein sehr spannender historischer Krimi, der mit viel Detail zur damaligen Zeit und dem historischen Wien geschrieben ist. Die Fälle waren spannend mitzuverfolgen und besonders haben mir der Totengräber Augustin und sein Humor gefallen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2021

Tolle Freundschaft in langweilige Handlung verpackt

Wir für uns
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Josie ist Anfang Vierzig und nun von ihrem Freund schwanger. Doch der hat neben Josie noch eine Frau und Kinder, weshalb er kein weiteres mehr will. Josie steht vor der Frage, was sie selbst will: Kind ...

Josie ist Anfang Vierzig und nun von ihrem Freund schwanger. Doch der hat neben Josie noch eine Frau und Kinder, weshalb er kein weiteres mehr will. Josie steht vor der Frage, was sie selbst will: Kind behalten oder nicht? Könnte sie eine gute Mutter werden? Würde sie mit einer Entscheidung für das Kind ihre Beziehung aufs Spiel setzen? Durch einen verlorenen Gegenstand, den sie Kathi wiederbringt, lernt sie ebendiese ältere Dame kennen. Erst kürzlich hat Kathi ihren Mann beerdigen müssen, mit dem sie fast 50 Jahre lang verheiratet war. Die beiden freunden sich mit jedem weiteren Gespräch an und sind sich gegenseitig eine große Stütze, während beide gerade an einem Scheideweg im Leben stehen.

Das Geschehen im Buch baut immer weiter aufeinander auf, da die Protagonisten größere Entscheidungen fällen, z. B. Josie für oder gegen das ungeborene Kind. Beide Frauen leben aber auch oft in der Vergangenheit. Kathi denkt an ihre verlorene Beziehung und auch ihre Kindheit, die sie bei ihren Großeltern verbracht hat und nur teilweise von Zuneigung geprägt war. Genauso hängt Josie in den vergangenen neun Jahren mit ihren Freund fest und denkt aufgrund ihrer Schwangerschaft immer öfter an ihre ältere verstorbene Schwester, die seit jeher in der Familie totgeschwiegen wird. Mir hätten weniger Wiederholungen in den Gedanken der beiden Protagonisten und mehr aktives Geschehen gefallen. Zumal einige Begebenheiten in der Gegenwart (z. B. der Mutter-Tochter-Urlaub) recht schnell vorübergegangen sind. Auch wenn es keine überraschenden Geheimnisse gab, finde ich die Geschichte recht kurzweilig zu lesen. Es wird im Geschehen auch darauf eingegangen, welche Beziehung Eltern und Kinder zueinander haben. Kathi denkt zum Beispiel oft an ihre Kindheit bei den Großeltern und hat nun in der Gegenwart mit dem eher distanzierten Verhalten zu ihrem Sohn zu kämpfen.

„Schmerz ist eine subjektive Empfindung. Und er gehört immer nur dem, der ihn fühlt.“, Josie, 66 %

Daneben spielen auch viele wichtige Themen eine Rolle. Zum Beispiel wird das Down-Syndrom angesprochen. Aufgrund von Josies Alter ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Kind es haben könnte. Außerdem gibt es einen sehr liebenswerten Charakter in der Geschichte, der das Down-Syndrom hat. Daneben wird auch Homosexualität in die Geschichte eingeflochten. Damit verbunden die Ablehnung von anderen, aber auch die Erkenntnis, dass das eigentlich nichts ausmacht. Auch die Einsamkeit im Alter spielt eine Rolle, denn Kathi lebt nun plötzlich alleine und ihr fehlt die zweite Person im Haus, auch wenn sie mit ihrem Mann oft die selben Gespräche hatte. Und Josie hat währenddessen die Entscheidung zu fällen, ob sie ihr Baby aufziehen möchte oder nicht. Dabei fragt sie sich, ob sie es alleine schaffen kann bzw. muss dies anderen Personen bestätigen. Neben ihr befinden sich bereits ein paar Charaktere in der Geschichte, die ihre Kinder alleine großziehen.

Der Schreibstil der Autorin ist kurz und knapp gehalten. Es gibt kaum Satzgefüge, weshalb die Geschehnisse und Gefühle direkt auf den Punkt gebracht werden. Die Emotionen der Protagonisten wurden immer ausreichend beschrieben. Auch beinhaltet die Geschichte viele schöne Sätze, die ich mir markiert habe. Jedoch liegt mir diese Art des Schreibstils nicht, weshalb das Lesen für mich insbesondere zu Beginn eher holprig war. Ebenfalls hat mich die eher niederdrückende Stimmung manchmal gestört. Die Geschichte ist eintönig und durch vergangene oft nicht positive Erlebnisse deshalb auch trist. Wir verfolgen Josie und Kathi im Wechsel. Josies Kapitel sind aus der Ich-Perspektive geschildert, für Kathis nutzt die Autorin die personale Erzählperspektive.

„Das Leben ist schon seltsam. Es besteht aus lauter Augenblicken, die sich unaufhörlich aneinanderreihen. Ohne Pause und ohne erkennbare Logik. Jeder Augenblick für sich genommen ist einmalig, aber wir […] schenken ihnen keine Beachtung. Und irgendwann sind wir dann alt und stellen fest, dass wir unser ganzes Leben verpasst haben.“, Kathi, 87 %


Fazit:
„Wir für uns“ erzählt in ruhiger und angenehmer Weise von einer Freundschaft zwischen der 40-jährigen Josie und der 71-jährigen Kathi. Die eine scheint am Anfang von etwas neuem zu stehen, die andere muss etwas gehen lassen. Das Buch ist ruhig, hält keine Überraschungen parat und spielt sich oft in den Überlegungen der Protagonisten wieder. Die Geschichte ist kurzweilig zu lesen, aber ich habe sie trotzdem als öde empfunden. Daneben spielt die Eltern-Kind-Beziehung eine große Rolle, wie auch die Themen Down-Syndrom, Alleinerziehende, Homosexualität und Einsamkeit.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere