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Veröffentlicht am 09.09.2020

Immer noch sehr gut, aber kommt nicht an den Vorgänger heran

Die Chroniken von Alice - Die Schwarze Königin
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Dieser zweite Teil schließt nahtlos an die Ereignisse seines Vorgängers an. Alice und Hatcher haben die Stadt hinter sich gelassen und begeben sich auf die Suche nach dessen Tochter Jenny. Dabei dringen ...

Dieser zweite Teil schließt nahtlos an die Ereignisse seines Vorgängers an. Alice und Hatcher haben die Stadt hinter sich gelassen und begeben sich auf die Suche nach dessen Tochter Jenny. Dabei dringen sie in das Reich der verrückten Weißen Königin ein und treffen auf einige merkwürdige und gefährliche Kreaturen.

Neben der phantastischen und magischen Welt und den beiden bereits bekannten Protagonisten, hat mich auch wieder besonders der Schreibstil fasziniert. Dieser ist metaphorisch und dementsprechend bildgewaltig. Er erschafft eine dunkle und teilweise beängstigende Atmosphäre, die einem unter die Haut geht. Dennoch muss ich sagen, dass dieser Band nicht so düster und brutal ist wie erwartet. Wo „Finsternis im Wunderland“ einem teilweise eine Gänsehaut beschert hat, ist das hier nicht unbedingt der Fall. Auch ist die Handlung deutlich weniger spektakulär. Der Beginn plätschert eher so dahin, es kommt zwar zu unterschwelligen Bedrohungen, aber zu weniger Spannungsmomenten. Schade, denn grade das hatte mich im Vorgänger so begeistert.

Generell entfernt Christina Henry sich mehr von der Vorlage. Es gibt weniger Bezüge zu „Alice im Wunderland“ und auch nicht so viele unterschiedliche und interessante Persönlichkeiten wie im ersten Teil. Es geht eher um Alices Charakterentwicklung und die Beherrschung ihrer Kräfte. Daher spielen Magie und Zauberei eine größere Rolle. Außerdem wird sie sich auch über ihre Gefühle für Hatcher zunehmend bewusst.

Auch wenn mich "Die schwarze Königin" nicht so sehr begeistern konnte wie der erste Band, so ist dies immer noch die beste Adaption von Alice im Wunderland, die ich bisher gelesen habe. Ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher der Autorin!

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Veröffentlicht am 09.09.2020

Spannender und mitreißender Auftakt

The Princess and the Beast - Dunkles Spiel
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Kat ist im Hause ihres wohlhabenden und einflussreichen Onkels aufgewachsen. Doch nach einem Streit dreht er ihr den Geldhahn zu und sie ist gezwungen, sich einen Job zu suchen. Dieser treibt sie direkt ...

Kat ist im Hause ihres wohlhabenden und einflussreichen Onkels aufgewachsen. Doch nach einem Streit dreht er ihr den Geldhahn zu und sie ist gezwungen, sich einen Job zu suchen. Dieser treibt sie direkt in die Arme von Enzo. Der sogenannte Hunter von New York ist ein hohes Tier in der Unterwelt der Stadt. Um ihn und seine Leute ranken sich die haarsträubendsten Geschichten. Obwohl sie schon davon gehört hat, fühlt Kat sich von seiner dominanten und gefährlichen Aura angezogen. Doch da ist auch noch seine rechte Hand Aleks, zu dem sie ebenfalls sofort eine Verbindung spürt.

Anfangs hat auch mich Enzo in seinen Bann gezogen. Er ist arrogant, düster, geheimnisvoll und bedrohlich. Er ist es gewöhnt, dass er bekommt, was er will, besonders die Frauenwelt liegt ihm zu Füßen. Kat fällt eigentlich komplett aus seinem Beuteschema: sie ist vorlaut, frech und weiß, was sie will oder eben nicht. Normalerweise. Doch das ändert sich schnell als sie zwischen die beiden Männer gerät. Plötzlich ist sie sich nicht mehr sicher, zu wem sie sich mehr hingezogen fühlt. Sie kommt mir manchmal schon fast vor wie das Kaninchen vor der Schlange, denn sie wird zu Wachs in den Händen der beiden Männer. Auch wenn grade Enzo sie immer wieder auf die Palme bringt, sie schlecht behandelt und ihr das alles auch bewusst ist, wird sie doch immer wieder schwach. Auch die Freundschaft zwischen Enzo und Aleks wird dabei auf eine harte Probe gestellt.

Spannend an der Stelle ist, dass das Buch aus allen drei Perspektiven geschrieben ist, so dass man immer weiß, was in jedem vorgeht. Ich bin allerdings definitiv Team Aleks. Enzo hingegen hat im Verlauf einiges an Sympathie eingebüßt, er ist mir dann doch irgendwie zu herrisch und unberechenbar, auch wenn er natürlich viele gute Momente hat. Kats Handlungen konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen und manchmal musste ich über ihre Unentschlossenheit doch ein wenig die Augen verdrehen. Auf der einen Seite ist sie so mutig, tough und klug, doch was Enzo und seine Welt angeht, verhält sie sich leider ein bisschen naiv und unüberlegt. Auf jeden Fall sind alle drei Charaktere interessant und ich bin SEHR (!) gespannt, wie es weiter geht, denn das Ende geht ja mal gar nicht, Cliffhanger hoch 10!

Ich mochte die teilweise düstere und bedrohliche Atmosphäre, die durch das Milieu, in dem Enzo und Alkes verkehren, entsteht. Dementsprechend kam es auch zu ein paar actiongeladenen, blutigen und brutalen Situationen. Allerdings gibt es auch sehr viele heiße Szenen, denn es prickelt ganz gewaltig zwischen den Protagonisten. Für mich ist „The Princess and the Beast“ ein spannender und mitreißender Auftakt, dessen zweiten Teil ich einfach lesen MUSS!

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Veröffentlicht am 09.09.2020

Interessantes und berührendes Mutter-Tochter-Abenteuer

Let's go Himalaya!
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Katja will für ein paar Wochen raus aus ihrem Alltag als Ärztin. Gemeinsam mit ihrer elfjährigen Tochter Julia startet sie zu einer Tibetreise in den Himalaya. Beginnend mit der Idee an sich, über Reisevorbereitungen, ...

Katja will für ein paar Wochen raus aus ihrem Alltag als Ärztin. Gemeinsam mit ihrer elfjährigen Tochter Julia startet sie zu einer Tibetreise in den Himalaya. Beginnend mit der Idee an sich, über Reisevorbereitungen, die Reaktionen von außen bis hin zur tatsächlichen Reise und einem Resümee nach der Rückkehr nimmt uns die Autorin mit ins höchste Gebirge der Welt.

Dabei berichtet sie von den Erlebnissen dort, über Land und Leute, deren Leben, Mentalität, Kultur und Glaube. Das Buch versteht sich als erzählendes Sachbuch, in dem sie auch viel Wissen über die Geschichte Tibets, den Buddhismus, den Dalai Lama, Meditation und Achtsamkeit teilt. Julias Fragen an ihren Reiseführer oder ihre Mitreisenden sowie ihre Sicht auf die Dinge haben mir gut gefallen und waren sehr erfrischend.

Besonders interessant fand ich die Ausführungen über das "Gesundheitssystem", das mit dem westlichen definitiv nicht zu vergleichen ist. Es ist einerseits sehr rückständig, dementsprechend tragisch, traurig und haarsträubend. Doch wie die Menschen damit umgehen, ist irgendwie bewundernswert. Der Besuch eines Krankenhauses brachte erschreckende Eindrücke, während die Informationen über Ayurveda, Heilkräuter und die Traditionelle Tibetische Medizin sehr faszinierend waren.

Ich mag diesen Mix aus Information und Erfahrungsbericht sehr. Katrin und Julia nehmen uns mit auf eine Reise, die sie zwar viel gelehrt, aber auch gefordert und an ihre Grenzen gebracht hat. Man merkt, wie sehr Mutter und Tochter zusammen gewachsen sind, dass sie ein tolles Team sind und sich gegenseitig ergänzen. Nach so einer Reise weiß man umso mehr zu schätzen, was man hat: Familie, Nahrung, ein Dach über dem Kopf, den Komfort von fließendem, warmen Wasser, einer „vernünftigen“ Toilette, die Möglichkeit der Schulbildung, ein modernes Gesundheitssystem, die Freiheit zu sagen und zu tun, was man denkt und zu gehen wohin man möchte. Die Unterschiede zwischen der westlichen Welt und Tibet sind enorm, man kann es sich kaum vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

Eine ergänzende Karte mit der Reise-Route hätte die Sache für mich noch zusätzlich abgerundet. Ich hätte auch ein paar Bilder schön gefunden, allerdings ist das natürlich auch eine Kostenfrage. Besagte Photographien kann man sich auf dem Instagram-Account @katjalinke.autorin anschauen. Diese sind wirklich sehr eindrucksvoll.

„Let´s go Himalaya - Wo bitte geht´s nach Shangri-La“ ist ein interessantes und berührendes Mutter-Tochter-Abenteuer. Wer sich für Reisen im Allgemeinen und Tibet sowie den Himalaya im Besonderen interessiert, sollte mal einen Blick hinein werfen.

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Veröffentlicht am 30.08.2020

Schonungslos und ehrlich

Fuck.
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„Fuck.“ beschreibt die Geschichte der 18-jährigen Yessica, die auf der Suche nach Liebe und Anerkennung in die Prostitution abrutscht.

Das junge Mädchen verliebt sich in Hassan. Er ist der tollste Mann, ...

„Fuck.“ beschreibt die Geschichte der 18-jährigen Yessica, die auf der Suche nach Liebe und Anerkennung in die Prostitution abrutscht.

Das junge Mädchen verliebt sich in Hassan. Er ist der tollste Mann, den sie jemals kennengelernt hat und scheint sich wirklich für sie zu interessieren. Weil er Geldprobleme hat, bittet er sie für kurze Zeit auf den Straßenstrich zu gehen. Aus Liebe tut sie ihm den Gefallen und bemerkt dabei überhaupt nicht, dass er sie völlig ausnutzt. Sie redet sich die Sache permanent schön, so dass es fast nicht auszuhalten ist.

Yessica hat die Schule abgebrochen, ein sehr zerrüttetes Verhältnis zu ihren Eltern und treibt sich nachts mit ihrer besten Freundin in Clubs rum. Sie konkurrieren darum, wer mehr One-Night-Stands hatte. Sie ist extrem aufmerksamkeitsbedürftig, legt großen Wert auf ihr Äußeres und darauf, was Männer von ihr denken. Sie ist dermaßen naiv, dass es wirklich schon fast an Dummheit grenzt.

Sie beschreibt schonungslos, ehrlich, in einer relativ derben und schlichten Sprache von den Ereignissen. Dabei gibt es teilweise abrupte Zeitsprünge und meist sehr kurze Kapitel. Die Stimmung ist eher beklemmend, düster und teilweise auch beängstigend. Yessica beschreibt Kunden und deren Wünsche, es geht um Fetische und generell um das Prostitutionsmilieu, über das sie mit der Zeit immer mehr erfährt. Sie selber ist oft hin- und her gerissen zwischen der Genugtuung Hassan zu helfen, einer leichten Überheblichkeit manchen Kunden und Kolleginnen gegenüber sowie Unwille, Angst und Ekel. Dennoch ist sie bereit für ihren „Freund“ alles zu tun, um ihm zu gefallen und gerät dabei immer tiefer in die Szene.

„Fuck.“ zeigt eindrucksvoll, was Milieu, familiäre Verhältnisse und falsche Freunde ausrichten können. Ob über Yessicas Vorgeschichte, die Freundschaft zu Sandra, ihre Beziehung zu Hassan oder ihre Arbeit auf dem Strich, mir ist völlig unverständlich, dass sie nicht bemerkt (oder bemerken will) was Sache ist. Ich habe immer wieder den Kopf geschüttelt und die Haare gerauft.

Das Buch ist teilweise sehr detailliert, haarsträubend und brutal. Es gab mindestens zwei Szenen, in denen mir schlecht geworden ist vor Grausamkeit. An dieser Stelle also eine Triggerwarnung!

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Veröffentlicht am 26.08.2020

Spannender Auftakt

Wolfszeit
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Dies ist der Auftakt einer vierteiligen Fantasy-Reihe. Dementsprechend wird hier erstmal viel erklärt, in die Welt eingeführt und die Charaktere werden vorgestellt. Alle fünf haben eines gemeinsam: sie ...

Dies ist der Auftakt einer vierteiligen Fantasy-Reihe. Dementsprechend wird hier erstmal viel erklärt, in die Welt eingeführt und die Charaktere werden vorgestellt. Alle fünf haben eines gemeinsam: sie befinden sich spätestens im Verlauf des Buches fern der Heimat. Da wären Kaya und ihr bester Freund Haku, die sich auf die traditionelle Reise aufs Festland begeben, um zu beweisen, dass sie erwachsen geworden sind. Tkemen muss sein Zuhause verlassen, weil er des Verrats beschuldigt wird. Die Elfe Elais macht sich auf den Weg, um an einer Schule für Magier aufgenommen zu werden. Auf Thea möchte ich gar nicht näher eingehen, aber sie macht ebenfalls Bekanntschaft mit den Anderen. Über sie erfährt man am wenigsten, aber das wird sich in den Folgebänden bestimmt ändern.

Hauptaugenmerk liegt erstmal auf Kaya und Tkemen. Mit Letzterem bin ich leider nicht so wirklich warm geworden. Obwohl er durchaus gute Momente hat, so wirkt er auf mich doch teilweise ziemlich wankelmütig in seiner Meinung, intolerant und auch ein bisschen arrogant. Das komplette Gegenteil ist da Kaya: sie ist loyal, mutig, liebenswürdig und scheint in jedem Menschen das Gute zu sehen. Zugegeben: etwas naiv ist sie auch. Ich finde es jedoch toll wie sie Tkemen Paroli bietet und ihm des öfteren den Kopf wäscht. Außerdem finde ich das von ihr beschriebene Leben auf den Waldinseln ziemlich spannend. Es unterscheidet sich definitiv komplett von den Gebräuchen des Festlands.

Ein wenig schwierig für das Verständnis sind allerdings die Rückblenden. Diese wurden nicht gekennzeichnet, so dass sie nicht immer sofort zu erkennen sind und mich deshalb ein bisschen verwirrt haben. Ich habe sogar überlegt, ob Kaya sie nicht nur träumt.

Besonders gut gefallen haben mir die Illustrationen, die sehr gut zum Text und der jeweiligen Szenerie passen. Es gibt außerdem eine Karte, was die Orientierung vereinfacht.

Generell ist „Wolfszeit - Bund der Verstoßenen“ ein guter Einstieg, in dem der Leser die Welt und die Charaktere kennenlernt. Man erfährt, wie sie zueinander gefunden haben und zumindest grob ihre Hintergrundgeschichte und damit auch ihre Motivation für die Reise. Allerdings sind natürlich sehr viele Fragen aufgeworfen worden. Ich bin gespannt wie es weiter geht und werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen. Grade das Ende hat mich nochmal sehr neugierig gemacht!

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