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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2020

Genial und absolut lesenswert!

KRYONIUM
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Ein namenloser, geschlechtloser, ja schon fast anonymer Protagonist erzählt von seinen Fluchtplänen aus dem verschneiten Schloss einer winterlichen Welt. Er beschreibt diesen Ort als ihm völlig unbekannt, ...

Ein namenloser, geschlechtloser, ja schon fast anonymer Protagonist erzählt von seinen Fluchtplänen aus dem verschneiten Schloss einer winterlichen Welt. Er beschreibt diesen Ort als ihm völlig unbekannt, noch dazu fehlen ihm sämtliche Erinnerungen, er weiß nicht wer er ist, wie er hierher gekommen ist und warum. Das Schloss, der Wald und ihre Bewohner werden nicht nur von einem Ungeheuer bedroht, sondern zusätzlich auch noch von einer Hexe. Es handelt sich also zunächst um eine mittelalterliche Fantasy-Welt, in der allerlei Fabelwesen leben, ein König herrscht und Ritter über die Ordnung wachen. Das Buch ist gliedert sich allerdings in drei Teile. Daher kommen später sowohl Science-Fiction Elemente sowie Gesellschaftskritik an unserer modernen Gegenwart hinzu.

Der Schreibstil ist ein ganz besonderer. So etwas in der Art habe ich noch nie zuvor gelesen. Zahlen, Codes, Wortspiele, Metaphern und Palindrome (ein Wort, das von vorne oder hinten gelesen das gleiche Wort ergibt) haben hier eine immense Bedeutung. Das Ganze ist dermaßen verwoben, verschachtelt und ineinander greifend: alles baut aufeinander auf, scheinbar unwichtige Details haben eine klare Daseinsberechtigung und ihren speziellen Einfluss auf die Geschichte. Dabei wurde nichts dem Zufall überlassen, alles wurde gut durchdacht und perfekt abgestimmt. Rätsel und Fragen klären sich spätestens am Ende.

„Kryonium“ ist ein komplexes Werk, welches sich mit Virtualität sowie der Bedeutung und Echtheit von Erinnerungen befasst. Dabei wirkt es oft unglaublich surreal und schon fast beängstigend. Nichts ist wie es scheint, so dass nicht nur der Protagonist mit der Zeit eine Art Paranoia entwickelt, sondern auch der Leser selber total verunsichert wird. Letztendlich überrascht der Autor ständig aufs Neue, es gibt zahlreiche Wendungen und Plot-Twists, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Generell ist das Buch ganz anders als erwartet, aber eben einfach genial und absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 19.02.2020

Süße und magische Geschichte, die zum Träumen einlädt

Waena – Der Ruf der Brandung
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Nach ihrem 14. Geburtstag findet Moana sich immer wieder in unglaublich realistischen Träumen wieder. Dort schwimmt sie durch faszinierende Unterwasserwelten und fühlt sich wie magisch von einem blauen ...

Nach ihrem 14. Geburtstag findet Moana sich immer wieder in unglaublich realistischen Träumen wieder. Dort schwimmt sie durch faszinierende Unterwasserwelten und fühlt sich wie magisch von einem blauen Leuchten angezogen. Sie hatte schon immer eine besondere Affinität zum Ozean und seinen Bewohnern. Leider lebt sie in Deutschland viel zu weit weg vom Meer und muss sich mit den Besuchen in einem Aquarium begnügen. Doch ihre Sehnsucht wird nicht nur immer stärker, es geschehen auch noch andere merkwürdige Dinge. Als dann Keanu auftaucht, mit dem sie einiges zu verbinden scheint, überschlagen sich die Ereignisse.

Es handelt sich bei „Waena - Ruf der Brandung“ um ein Jugendbuch, was man auch deutlich bemerkt. Es ist in einem einfachen und flüssigen Schreibstil verfasst. Man liest aus der Sicht der Protagonistin Moana, auch „Mo“ genannt. Dementsprechend spielen neben den phantastischen Elementen auch Themen wie Freundschaft, die erste Liebe, Eifersucht sowie schulische und familiäre Probleme eine große Rolle. Es geht also um die Pubertät, wenn man so will um „das Dazwischen“.

Ich mochte die Charaktere gerne, allen voran Herrn Meier, Moanas besten Freund. Sie selber ist eigentlich ein typischer Teenie, ein bisschen egoistisch, ein wenig naiv und ziemlich emotional. Ihre Geschichte und der Weg zur Wahrheit sind dennoch magisch und sehr phantasievoll. Leider kam für mich „der Ruf der Brandung“ tatsächlich ein bisschen zu kurz und nicht so enorm rüber wie wahrscheinlich gewollt. Auf mich wirkte es so, als kämen immer mehr Irrungen und Wirrungen sowie Rätsel dazu, so dass sie das Sehnen darüber schon fast vergisst. Müsste man nicht versuchen diese Sehnsucht ansonsten irgendwie zu stillen? Durch einen Gang ins Schwimmbad zum Beispiel? Anstatt dessen ist sie ständig mit irgendwelchen anderen Dingen beschäftigt. So fragt sie sich, was plötzlich zwischen ihr und Herrn Meier steht, schließlich hatten sie noch nie Geheimnisse voreinander.

Für mich kam die Auflösung nicht unbedingt unerwartet. Mit der Zeit habe ich mir sowas schon gedacht. In einigen Punkten konnte mich die Autorin aber überraschen. Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und habe mit Mo, Keanu und Herrn Meier mitgefiebert.

Es ist eine süße und magische Geschichte, die zum Träumen einlädt. Grade jüngere Leser/innen werden sich mit Mo bestens identifizieren können und Spaß dabei haben, die Mysterien von Waena aufzudecken.

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Veröffentlicht am 14.02.2020

Zauberhafte Märchenadaption

Das Schicksal des Winters
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In den Bergen Skandinaviens lebt Maila. Ein Fluch zwingt sie zur Einsamkeit, denn ihre Berührung ist tödlich. Allein die beiden Feen Röckchen und Flöckchen stehen ihr seit jeher zur Seite. Sie hat sich ...

In den Bergen Skandinaviens lebt Maila. Ein Fluch zwingt sie zur Einsamkeit, denn ihre Berührung ist tödlich. Allein die beiden Feen Röckchen und Flöckchen stehen ihr seit jeher zur Seite. Sie hat sich damit abgefunden, niemals körperliche Nähe oder gar die große Liebe zu finden. Doch dann steht plötzlich ein Fremder vor ihrer Tür und bringt ihre Schutzmauern ins wanken. Ein Schneesturm zwingt ihn dazu, Zuflucht bei Maila zu suchen. Dieser ist klar: Er muss gehen. So schnell wie möglich. Aber ist das auch das, was ihr Herz will?

Mit „Das Schicksal des Winters“ hat Lily London eine zauberhafte und magische Märchenadaption zu „Die Schneekönigin“ geschaffen. Mir hat diese Geschichte unheimlich gut gefallen, die Charaktere habe ich direkt in mein Herz geschlossen. Mir tat vor allem Maila unheimlich Leid. Neben ihrem Fluch, trägt sie nämlich noch andere Geheimnisse mit sich herum. Um ihre Person ranken sich seit vielen, vielen Jahren die wildesten und düstersten Legenden. Doch was steckt wirklich dahinter? Die beiden Feen sind unterschiedlicher wie sich nicht sein können. Zwischen ihnen besteht eine schwesterliche Hass-Liebe, die wirklich amüsant zu beobachten war. Auch Ko ist herrlich frech, schlagfertig und liebenswürdig.

Es wird hauptsächlich aus der Sicht von Maila geschrieben, dennoch gibt es aber das ein oder andere Kapitel, in dem Röckchen, Flöckchen oder Ko zu Wort kommen. Außerdem haben wir hier zwei verschiedene Zeitebenen: die Gegenwart sowie die Vergangenheit. Wir erfahren also detailliert, wie es zu dem Fluch kam, was dieser für Auswirkungen hatte, was Maila über die Jahre alles erlebt hat und wie sie zu der wurde, die sie heute ist. Freundschaft, Liebe, Vertrauen und Verrat spielen große Rollen in ihrem Leben.

„Das Schicksal des Winters“ ist nicht das erste Buch von der Autorin, das ich lese, wird aber definitiv auch nicht das letzte sein! Ich liebe ihre fantasievollen und besonderen Märchenadaptionen und bin gespannt auf jede weitere Geschichte, die ihrer Feder entspringen wird.

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Veröffentlicht am 14.02.2020

Noch besser als der erste Teil

Never say never
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Zu spät wird Leah sich über ihre Gefühle für Logan klar. Hat sie jetzt überhaupt noch eine Chance bei ihm? Schließlich hat er ihr unmissverständlich klar gemacht, dass er von ihr nichts mehr wissen will ...

Zu spät wird Leah sich über ihre Gefühle für Logan klar. Hat sie jetzt überhaupt noch eine Chance bei ihm? Schließlich hat er ihr unmissverständlich klar gemacht, dass er von ihr nichts mehr wissen will und orientiert sich auch bereits neu. „Never say never“ ist aus der Sicht dieser beiden Protagonisten geschrieben. Beide kennen wir bereits aus dem ersten Band, denn dort wurde ihre Geschichte schon ordentlich angeteasert.

Nach diesem ersten Band mochte ich Leah allerdings zunächst nicht besonders, schließlich hat sie als selbsternannte Queen der Schule alle anderen noch zusätzlich gegen die neuen Mitschüler und Stipendiaten aufgestachelt. Sie war wirklich keine nette Person. Zum Ende von „Too good to be true“ gab es aber bereits Hinweise, dass hinter ihrer harten Schale und ihrem unmöglichen Verhalten vielleicht doch etwas anderes steckt. Jetzt muss ich meine anfängliche Meinung über sie komplett revidieren, denn mit jeder Seite konnte ich sie mehr verstehen. Es wird vieles erklärt, aufgedeckt und man erfährt einiges über ihre Kindheit, die Familie und ihr größtes Geheimnis.

Doch nicht nur Leah ist mir mittlerweile überaus sympathisch, auch Logan habe ich direkt in mein Herz geschlossen. Im Gegensatz zu ihr musste er mich allerdings nicht erst von sich überzeugen, denn ich mochte ihn bereits im ersten Teil. Er ist loyal, hilfsbereit und freundlich. Er setzt sich für seine Familie und seinen besten Freund Ethan ein. Dabei bleiben leider oft seine eigenen Wünsche ein wenig auf der Strecke. So hat sich sein größter Traum, nämlich Football zu spielen, bisher nicht erfüllt.

Der Schreibstil ist locker, leicht, flüssig und sehr gut zu lesen. Ich mochte die Emotionen, welche die Autorin glaubhaft rüber gebracht hat und ebenso den Humor, der sich vor allem in Szenen mit Ethan und Logan gezeigt hat. Insgesamt wirkte dieses Buch positiver. Die Kluft zwischen arm und reich wirkte nicht mehr so unüberwindbar wie im ersten Teil. Mobbing, Ausgrenzung und Intoleranz sind hier kein dominierendes Thema. Es werden demnach Werte vermittelt, welche auch erstrebenswert sind, anders als es im ersten Teil der Fall war. Dort war vieles dermaßen ungerecht und die High Society meinte sich alles herausnehmen zu können. Am Beispiel von Leah wird deutlich, dass Einsicht tatsächlich der erste Schritt zur Besserung ist und dass mit Reichtum, Macht und Einfluss viel positives erreicht werden kann.

Mir hat die Fortsetzung der Woodland Academy noch ein bisschen besser gefallen als der Auftakt. Im dritten Teil der Trilogie wird es dann um Maya, Lana, Nate und Luke gehen. Auch hier hat man schon ein wenig über deren Probleme und komplizierte Beziehungsverhältnisse erfahren und ist dementsprechend neugierig, was es mit den Vieren auf sich hat.

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Veröffentlicht am 01.02.2020

Zwiegestalten: Infos „Yay“, mentale Trainings „Nay“

Wohlfühlgewicht
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Durch intuitives Essen zum Wohlfühlgewicht, das klingt erstmal phantastisch. Doch was bedeutet das überhaupt? Anhand von vier Grundsätzen soll es ganz einfach sein, ohne Verzicht zu essen und dabei nebenbei ...

Durch intuitives Essen zum Wohlfühlgewicht, das klingt erstmal phantastisch. Doch was bedeutet das überhaupt? Anhand von vier Grundsätzen soll es ganz einfach sein, ohne Verzicht zu essen und dabei nebenbei sein Wohlfühlgewicht zu erreichen. Diese sind nun aber wirklich nichts neues oder innovatives, sollen aber der Schlüssel sein, um dem Körper mit dem zu versorgen, was er braucht. Das Wohlbefinden kommt also direkt von innen, denn der Körper weiß schließlich, was er braucht. Dadurch, dass es keine Verbote gibt, fühlt man sich weniger unter Zwang und Druck, was dieses Konzept von anderen Programmen der Diätindustrie abheben soll.

Neben diesen einfachen Grundlagen, gibt Frau Dr. Awe einem noch eine Vielzahl von Informationen sowie mentale Trainings und Übungen mit auf den Weg. Man erfährt, was im Körper während einer Diät passiert, dass Druck und schlechtes Gewissen wegen Ess-Sünden nur weiter dazu führen, dass man zunimmt. Bestimmte Glaubenssätze lassen uns unterbewusst „falsch“ handeln. Es müssen also bisherige Trampelpfade im Gehirn aufgebrochen, neue erkundet und geebnet werden. Eine positive innere Einstellung bezüglich des eigenen Körpers oder dem Essen gegenüber kann schon einen unterstützenden Effekt haben. Themen sind außerdem verschiedene Arten von Hunger und ein verfälschtes Körperbild durch äußere Einflüsse. Diese Informationen fand ich alle sehr spannend und aufschlussreich. Sie waren auch durch Schaubilder, Illustrationen oder Tabellen zusätzlich untermauert und gut dargestellt.

Leider kann ich mit mentalen Trainings scheinbar nicht so viel anfangen. Ich konnte mich nicht richtig darauf einlassen und kam mir eher total doof dabei vor. Davon waren einige im Buch vorhanden. Man fühlt sich förmlich erschlagen vom Umfang. Würde man all das tatsächlich so oft machen, wie von Frau Dr. Awe empfohlen, hätte man wahrscheinlich schlichtweg keine Zeit mehr zu essen... Ich hätte es außerdem besser gefunden, wenn man dazu noch jeweils eine Audio-Datei bekommen hätte. Einige Inhalte sind auch online verfügbar. Allerdings führen diese dann letztendlich auch zum kostenpflichtigen Coaching-Programm der Autorin. Die Ergebnisse eines Selbsttests hat man zum Beispiel nur gegen Angabe der e-Mail-Adresse zugeschickt bekommen. Kann man machen, aber sowas nervt mich immer. Am Ende des Buches erhält man zusätzlich den Zugangscode für einen kostenlosen Schnupperkurs für selbiges Programm. Ist bestimmt interessant, habe ich aber bisher nicht eingelöst. Möglicherweise erhält man dort Audio-Material zu den mentalen Trainings (?).

Für mich hat das Buch einige gute Ansätze, die sich mit dem Überwinden negativer Glaubenssätze, der Besinnung auf den eigenen Körper und dessen Bedürfnissen beschäftigen. Leider war das Thema Intuitives Essen nicht unbedingt etwas neues und die mentalen Trainings waren nicht wirklich meins. Auch das „Verteufeln“ der Diätindustrie, dabei aber gleichzeitig Werbung für das eigene kostenpflichtige Programm zu machen, kam mir ebenfalls ein wenig komisch vor.

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