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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2019

Humorvoller, aber auch informativer Motivationsschub

Hummeltaille
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Nach dem ersten Teil „Frau Bodenschlampe - Abnehmen ist nichts für Mädchen“ folgt „Hummeltaille - Aufgeben ist nichts für Mädchen“. Nach über 30 Kilogramm Gewichtsabnahme geht es nun mindestens in die ...

Nach dem ersten Teil „Frau Bodenschlampe - Abnehmen ist nichts für Mädchen“ folgt „Hummeltaille - Aufgeben ist nichts für Mädchen“. Nach über 30 Kilogramm Gewichtsabnahme geht es nun mindestens in die Erhaltung, was nicht weniger schwierig ist. Doch gewusst wie! Durch Ernährung, ausreichend Bewegung und die Erkenntnis, dass man zu sich selber „Ja“ sagen muss und darf, kann man sein Wohlfühlgewicht erreichen und das sogar ohne lästigen Jo-Jo-Effekt. All dies zeigt uns dieser amüsante Mix aus Ratgeber und Erfahrungsbericht anhand von erprobten Alltagstipps und einer Extraportion Fachwissen.

Dabei besticht ein Schreibstil voller Humor, Wortwitz und Wortspielen. So kommt nicht nur die Autorin selber zu Wort, sondern auch Fettzelle Horst, Celine Ullite, die Messdienerin aka Bodenschlampe oder Hündin Rhea. Alle sind berechtigterweise alles andere als begeistert über ausgedehnte Spaziergänge, übermäßige sportliche Betätigung oder den Mangel an fetthaltigen Essen, so dass Fettzelle Horst sogar Klage einreicht!

Kurze und abwechslungsreiche Kapitel, verschiedene Perspektiven, Ehrlichkeit, Humor sowie eine Autorin, die sich selber nicht zu ernst nimmt und dadurch super sympathisch wirkt. Diese Aspekte machen das Buch zu einem kurzweiligen und dennoch sehr informativen Leseerlebnis. Es bringt zumindest mir den nötigen Motivationsschub selber sofort durchstarten zu wollen mit einer gesünderen und bewegteren Lebensweise.

Toll finde ich auch, dass Bianca Schmidl konkrete Tipps gibt, wodurch sie es geschafft hat ihrem Wohlfühlgewicht näher zu kommen. Sie erwähnt dabei beispielsweise bestimmte Übungen, Apps oder „Hausmittelchen“. Außerdem schwärmt sie auch ein wenig über Ernährungs- und Fitnessexperte Patric Heizmann. Sein Programm „Leichter als du denkst“ hat Bianca Schmidl geholfen ihr Leben umzugestalten und sich letztendlich wohl in ihrer Haut zu fühlen.

Veröffentlicht am 06.08.2019

Zart, übersprudelnd, ulkig und immer unterhaltsam

An Nachteule von Sternhai
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„Du kennst mich nicht, aber ich schreibe dir trotzdem.“ So beginnt die erste Mail, die Avery von Bett erhält. Es stellt sich heraus, dass ihre Väter ein Paar sind und ihnen nichts davon erzählt haben. ...

„Du kennst mich nicht, aber ich schreibe dir trotzdem.“ So beginnt die erste Mail, die Avery von Bett erhält. Es stellt sich heraus, dass ihre Väter ein Paar sind und ihnen nichts davon erzählt haben. Als wäre dies nicht genug, haben sie die beiden Mädchen auch im gleichen Sommer-Camp angemeldet, damit sie sich kennen lernen und anfreunden. Sie planen nämlich eine mögliche Patchwork-Familie. Die beiden sind sich einig: das geht gar nicht. Beiden reicht die Familie, die sie haben. Sie brauchen keinen zweiten Vater und bestimmt auch keine Stiefschwester. So beschließen sie im Camp nicht ein Wort miteinander zu reden und damit die Pläne der Väter zu durchkreuzen. Doch natürlich kommt alles ganz anders als gedacht.

Bett und Avery sind zwar so unterschiedlich, dennoch verstehen sie sich auf Anhieb gut (wobei sie das natürlich niemals zugeben würden). Auf der einen Seite Avery die Altkluge und kleine Besserwisserin, die ständig mit ihrem Wissen ein wenig prahlt, die mit einigen Ängsten zu kämpfen hat und sich noch nicht so richtig aus der Komfortzone heraus traut. Sie hat sich eigentlich auf das Camp gefreut bis Bett ihr von der Beziehung zwischen ihren Vätern erzählt hat. Auf der anderen Seite Bett, die kleine Rebellin mit der großen Klappe, der Regeln relativ egal sind, die Tiere, Wasser und das Extreme liebt. Beide wollen am Anfang nichts miteinander zu tun haben, unterhalten sich aber schon nach wenigen Mails über intime Themen wie die Periode oder die sexuelle Orientierung. Obwohl Avery sich zunächst ziert, gibt sie dann dennoch detailliert Auskunft. Die beiden unterhalten sich über Gott und die Welt und entwickeln eine schöne und liebenswürdige Dynamik.

Passend finde ich auch den gewählten Schreibstil. Ich mag diese Art der Erzählung in Form von e-Mails sehr gerne. Ernste Themen werden von "unwichtigeren" Themen abgelöst, das Ganze ziemlich sprunghaft und sehr authentisch in einer kindlichen und jugendlichen Sprache. Diese Korrespondenz ist teilweise zart, manchmal übersprudelnd, oft sehr ulkig und immer unterhaltsam. Man begleitet beim Pläne schmieden, spürt ihre Aufregung, Verzweiflung oder Freude. Das gefällt mir sehr gut. Schön fand ich auch, dass nicht nur die beiden Mädchen zu Wort kommen, sondern auch die Familie oder andere Charaktere der Geschichte.

Interessant und gut gewählt ist auch das beschriebene Familienmodell. Beide Väter sind allein erziehend und homosexuell. Über eine derartige Konstellation habe ich noch nie in einem Buch gelesen und finde es ganz großartig. Für Bett und Avery ist das ganz normal, sie kennen es nicht anders und gehen auch offen damit um. Toleranz wird hier definitiv auch thematisiert.

"An Nachteule von Sternhai" ist ein gelungenes Buch über Freundschaft, Liebe, Familie, Akzeptanz, Vorurteile, Ängste und den Mut diese zu überwinden. Sehr lesenswert!

Veröffentlicht am 06.08.2019

Hinterlässt das Gefühl etwas völlig neues gelesen zu haben

Tief im Wald
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Als Alys sieben Jahre alt ist, wird ihr Dorf von zwei Seelenesserinnen ausgelöscht. Alle sterben außer den Kindern unter 16 Jahren. Fortan leben diese im extrem religiösen und reglementierten Nachbardorf, ...

Als Alys sieben Jahre alt ist, wird ihr Dorf von zwei Seelenesserinnen ausgelöscht. Alle sterben außer den Kindern unter 16 Jahren. Fortan leben diese im extrem religiösen und reglementierten Nachbardorf, werden dort jedoch nicht gut behandelt, denn die Gläubigen geben den Opfern selbst die Schuld. Diese müssen etwas schreckliches getan haben, sonst hätte der sogenannte "Gute Hirte" sie nicht mit dem Tod bestraft. Auch die Kinder der vermeintlichen Sünder werden jetzt voller Misstrauen und mit Argusaugen beobachtet. Doch die Menschen fürchten nicht nur die Seelenesserinnen, sondern auch das Biest, welches im Wald lebt und für all das Böse der Welt steht.

Im Prolog erfährt man die Geschichte der beiden Mädchen Benedicta und Angelica, die zu Seelenesserinnen wurden. Dabei entsteht schon eine bedrückende und beängstigende Stimmung. Man empfindet für sie Mitleid, Faszination, Anziehung, Grauen und Abscheu zur selben Zeit. Doch man kann auch nachvollziehen, warum sie zu dem wurden, was sie sind und sich von den Menschen nähren. Im Folgenden haben wir immer wieder die Gelegenheit ein paar Kapitel über die Schwestern zu lesen, was wirklich spannend ist.

Weiter geht es dann aus der Sicht von Alys, die über die Jahre zwar eine große Entwicklung durchmacht, die aber auch schon zu Beginn mit ihren sieben Jahren relativ reif und erwachsen wirkt. Alys lebt in ständiger Angst, denn sie merkt, dass sie anders ist als die Anderen. Sie fühlt sich zu den Seelenesserinnen und dem Biest hingezogen, es scheint eine Art Band zwischen ihnen zu bestehen. Doch sie behält dieses Geheimnis für sich, denn sollte jemals rauskommen, dass sie ebenfalls böse ist, droht ihr nicht nur Hass, sondern viel schlimmeres. Doch entsprechen die Sagen um diese Kreaturen überhaupt der Wahrheit?

Im Buch herrscht eine düstere und schaurige Atmosphäre, die aber sehr schön kreiert wurde. Über den Kindern hängt eine Wolke des Misstrauens, man weiß irgendetwas wird passieren und wartet die ganze Zeit darauf. Das Verhalten der Dörfler stimmt einen teilweise sehr wütend. Es geschieht viel Ungerechtigkeit. Vorurteile, Ausgrenzung und mangelnde Akzeptanz sowie Toleranz sind hier ein großes Thema.

Die Handlung an sich ist eher ruhig. Das Buch besticht nicht durch Action oder Tempo, sondern durch einen schon fast poetischen Schreibstil und eine wunderbare Botschaft. Gut und Böse sind nicht immer klar zu unterscheiden, Hässlichkeit bedeutet nicht immer etwas schlechtes und Schönheit kann auch blenden. Peternelle van Arsdale lässt kein schwarz-weiß Denken zu, sondern ermöglicht ganz andere Perspektiven.

"Tief im Wald" spielt in einem mittelalterlich angehauchten Setting, in dem aber auch Magie, Mysterien und Sagen eine große Rolle spielen. Es ist ein gelungener Debüt-Roman, der das Gefühl hinterlässt etwas völlig neues gelesen zu haben.

Veröffentlicht am 02.08.2019

Charmant und humorvoll

Buchstäblich Liebe
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Buchhändlerin und -Liebhaberin Frankie wünscht sich sehnlichst einen Freund, denn in Liebesdingen herrscht in ihrem Leben schon viel zu lange eine Flaute. Sie startet ein Experiment, in dem sie ausgewählte ...

Buchhändlerin und -Liebhaberin Frankie wünscht sich sehnlichst einen Freund, denn in Liebesdingen herrscht in ihrem Leben schon viel zu lange eine Flaute. Sie startet ein Experiment, in dem sie ausgewählte Bücher in U-Bahnen oder Bussen hinterlässt. Diese enthalten nicht nur ihre liebsten Geschichten, sondern auch ihre eMail-Adresse. Ziel ist es einen belesenen und intelligenten Traummann zu finden.


Frankie und ihre Freunde sind der absolute Hammer: liebenswert, charmant und oft sehr humorvoll. Ihre beste Freundin Cat ist nicht nur schwanger, sie befindet sich auch noch zusätzlich in einer Art Lebenskrise. Seb ist der liebevolle 17-jährige Stammkunde, der immer ein offenes Ohr für Frankie hat. Ihre Eltern sind unterschiedlicher wie sie nicht sein könnten: Der Vater äußerst wortkarg, die Mutter dagegen redet ohne Punkt und Komma und hat sich selber während eines Sabbatjahrs gefunden. Sie alle haben eines gemeinsam: sie lieben Frankie und wollen nur ihr bestes. Hervorzuheben ist natürlich auch noch Sunny, der eine wichtige Rolle im Buch spielt und ein äußerst sympathischer Mann ist. Er ist immer für eine Überraschung zu haben und ist überhaupt nicht so, wie Frankie zunächst dachte.


Durch das Liebes-Experiment lernt Frankie viele verschiedene Menschen kennen. Die einen kommen ihrem Traumpartner schon sehr nahe, andere erweisen sich schnell als Flop. Das Ganze verarbeitet sie auf ihre ganz eigene Art und Weise in einem Blog, der lebensnah, witzig und unterhaltsam ist. Eine tolle Idee, die dem Buch das gewisse Etwas verleiht. Schön fand ich auch, dass immer wieder Mails oder auch SMS abgedruckt werden, die sie von potentiellen Dates oder eben ihren Freunden erhalten hat. Die Geschichte ist dadurch locker und leicht zu lesen, erwärmt das Herz und spricht doch auch ernste Themen an. Oft kommt es zu unerwarteten Wendungen, andere Dinge hat man natürlich auch kommen sehen, was die Spannung aber nur noch erhöht hat.


„Buchstäblich Liebe“ ist ein schönes Wohlfühl-Buch über Freundschaft, Liebe und Vertrauen, darüber seine Träume zu verwirklichen und an sich selber zu glauben.

Veröffentlicht am 22.07.2019

Charmantes Wohlfühlen-Buch

Verliebt in Bloomsbury
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Nina steht auf Bad Boys seit sie Sturmhöhe gelesen hat. Sie will Liebe, Leidenschaft und Dramatik. Doch in zehn Jahren der Online-Dates hat sie ihren Heathcliff nicht gefunden und ist enttäuscht und gelangweilt ...

Nina steht auf Bad Boys seit sie Sturmhöhe gelesen hat. Sie will Liebe, Leidenschaft und Dramatik. Doch in zehn Jahren der Online-Dates hat sie ihren Heathcliff nicht gefunden und ist enttäuscht und gelangweilt von dem immer gleichen Typ Mann, der nur eine schnelle Affäre und keine ernsthafte Beziehung will. Als Noah in dem Buchladen auftaucht, in dem sie arbeitet, stellt sie beschämt fest, dass sie ihn aus der Schule kennt. Dort wurde er von allen gemobbt und hatte eine furchtbare Zeit. Heute sieht er eigentlich ganz gut aus und ist auch ganz nett. Doch dies beweist Nina nur, dass er niemals der Richtige für sie sein kann, denn er passt überhaupt nicht in ihr Beuteschema. Trotzdem ist ihr sehr daran gelegen, dass er nichts von ihrer gemeinsamen Vergangenheit erfährt.


Dies ist der dritte Band, der sich um die Mitarbeiter der Buchhandlung „Happy Ends“ dreht. Im ersten Band war Chefin Posy die Protagonistin, im zweiten Verity und nun also Nina. Alle Geschichten können separat gelesen werden, man erfährt aber natürlich jeweils grob, wie die Vorgänger ausgegangen sind. Schön finde ich aber grade, dass man im Verlauf mitbekommt wie es im Leben von Posy und Verity weitergeht. Auch der Buchladen spielt wieder eine Rolle. Nachdem er im ersten Band kurz vor dem Bankrott stand, ist es spannend zu sehen, ob die Bemühungen zu seiner Rettung tatsächlich geholfen haben.

Generell mag ich fast alle Charaktere. Sie sind auf ihre eigene Art und Weise liebenswürdig, charmant und etwas besonderes. Es ist einfach schön ihr Untereinander und Miteinander zu beobachten. Ich muss aber sagen, dass mir Nina und Noah bedeutend sympathischer sind als Posy und Sebastian aus der ersten Geschichte. Dieser wurde als unverschämtester Junggeselle Londons betitelt und das war er tatsächlich. Die meiste Zeit war ich nicht unbedingt so begeistert von ihm. Daher war ich auch so erfreut Noah kennenzulernen, der aufmerksam und liebevoll war. Noah und Nina sind einfach süß zusammen.

Der Schreibstil ist locker und leicht. Annie Darling besticht mit Witz und Humor und macht „Verliebt in Bloomsbury“ damit zu einem absoluten Wohlfühlen-Buch. Wer auf der Suche nach einer warmherzigen Liebesgeschichte oder der perfekten Sommer- oder Urlaubslektüre ist, wird hier fündig.