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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2025

O

Der große Riss
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Das ist ein Titel eines wunderbaren Bilderbuchs von Janosch, in dem Tiger und Bär nach Panama reisen wollen, dort aber nicht ankommen. In diesem Gesellschaftsroman geht es dagegen um Menschen, die dort ...

Das ist ein Titel eines wunderbaren Bilderbuchs von Janosch, in dem Tiger und Bär nach Panama reisen wollen, dort aber nicht ankommen. In diesem Gesellschaftsroman geht es dagegen um Menschen, die dort etwa im Jahr 1900 ankommen: dort soll nämlich der große Kanal zur Verbindung zweier Weltmeere entstehen und da gibt es eine Menge Arbeit.

Auch für die junge Ada aus Barbados ist das der Grund ihrer Reise: ihre jüngere Schwester ist schwer erkrankt, eine teure Operation ist vonnöten, für die Ada dort Geld verdienen will. Wir treffen auch auf lokale Charaktere: so auf den Fischerjungen Omar, der seine Beziehung zum Vater aufs Spiel setzt, um sich als Bauerarbeiter zu verdingen und Ada erstmals in einer für ihn harten Situation begegnet sowie eine ganze Reihe von Menschen, die sich gegen den Kanalbau, dem ihr Wohnort zum Opfer fallen soll, stellen. Angereist ist u.a. ein Ärzteehepaar aus den Vereinigten Staaten, bei dem Ada Arbeit findet - dies nur, um ein paar der wichtigsten Charaktere zu benennen - die Autorin hat noch eine ganz Reihe weiterer Figuren eingebaut.

Immer wieder musste ich an den Turmbau zu Babel denken, wobei hier die Schwierigkeit nicht so sehr im Finden einer gemeinsamen Sprache, sondern vielmehr in der Unterschiedlichkeit der jeweiligen Interessen und Ziele liegt.

Ein ungewöhnlicher und sehr süffig geschriebener Roman, der meines Erachtens leider in Bezug auf die meisten Handlungsstränge leider an der Oberfläche verbleibt - da, wo es für mich erst interessant wird, hören die Ausführungen häufig schon auf!


Veröffentlicht am 14.05.2025

Schicksal einer Bielefelder Familie im 20. Jahrhundert

Die Akte Schneeweiß
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Nach ihrer in der Hauptsache in Ostwestfalen angesiedelten Trilogie über drei Generationen von Frauen einer Familie beschäftigt sich Felicitas Fuchs wieder einmal mit Familiengeschichten der Region, diesmal ...

Nach ihrer in der Hauptsache in Ostwestfalen angesiedelten Trilogie über drei Generationen von Frauen einer Familie beschäftigt sich Felicitas Fuchs wieder einmal mit Familiengeschichten der Region, diesmal vor allem in Bielefeld. Hier begegnen wir Katja, die Anfang der 1960er noch ein Teenager ist, aber schon genau weiß, dass sie einmal Medizin studieren will, was ihre Eltern - einfache Leute - als aus der Luft gegriffen ansehen. Ihr folgen wir über anderthalb Jahrzehte.

Parallel lesen wir über ihren Großvater Rudolf und seine jüngere Schwester Mathilde, die es in den Zeiten des Nationalsozialismus alles andere als einfach hatten. Doch darüber schweigt Rudolf gegenüber seiner Enkelin - und ist auf einmal weg. Niemand will Katja und ihrer jüngeren Schwester Heidi erzählen, was denn eigentlich los ist. Schlimmer noch, selbst seine Ehefrau weigert sich, über ihn zu sprechen: er wird einfach totgeschwiegen, obwohl er offenbar noch lebt.

Eine ausgesprochen dichte Familiengeschichte auf zwei Erzählebenen, die ihre Leser*innen fordert: man darf definitiv nicht zu schwach auf der Brust sein, um sich dieser Lektüre zu widmen. Gerade im Hinblick auf die Verbrechen des Nationalsozialismus nimmt die Autorin kein Blatt vor den Mund und widmet sich dabei Themen, über die bislang noch viel zu selten offen gesprochen wird.

Ein eindringliches Werk für alle, die möglichst viel über die Zustände und Ereignisse im Dritten Reich erfahren wollen und bereit sind, sich mit dessen dunkelsten Seiten auseinanderzusetzen.

Veröffentlicht am 09.05.2025

Für alle, die mehr wollen

Der dunkle Sommer
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nämlich mehr als atemberaubende Spannung, der kann aus meiner Sicht mit dem neuen Werk von Vera Buck nichts falsch machen. Denn neben vielen Geheimnissen und Verflechtungen, die von der Autorin wie immer ...

nämlich mehr als atemberaubende Spannung, der kann aus meiner Sicht mit dem neuen Werk von Vera Buck nichts falsch machen. Denn neben vielen Geheimnissen und Verflechtungen, die von der Autorin wie immer geschickt aufgebracht werden, geht es hier um historische Entwicklungen auf der italienischen Insel Sardinien, die gar nicht so lange her sind , sie reichen nämlich - zumindest in diesem Buch - bis in die 1980er Jahre.

Die Halbitalienerin Tilda findet nach dem Tod ihres Vaters einen Artikel in seinen Unterlagen, der sie nicht loslässt. Dort geht es um ein längst verlassenes Dorf auf der genannten Insel, in dem die dort stehenden Häuser für einen symbolischen Wert von einem Euro verkauft werden mit der Auflage, diese zu restaurieren und wieder bewohnbar zu machen. Kein Problem für die Architektin Tilda, die sich nur wundert, wie ihr Vater, der doch aus der Toskana stammt, auf Sizilien kommt,

Sie selbst ist nach einem zerstörenden Erlebnis mehr als bereit, ihr Leben zu ändern und nimmt diese Herausforderung nur zu gerne an. Allerdings zeigt sich bald, dass hier einiges nicht mit rechten Dingen zugeht. Was also ist in diesem Dorf tatsächlich geschehen, bevor es 1982 zu einem Geisterdorf wurde.

Dieses Wek ist nicht nur ein Thriller, sondern auch - oder mehr noch - eine dramatische Familiengeschichte, die mir vor allem deswegen so gefallen hat, weil vieles darin auf wahren Begebenheiten beruht - wie immer erstklassig von Vera Buck recherchiert und umgesetzt!

Veröffentlicht am 27.04.2025

Wichtige Themen - eine Gesprächshilfe

Zehn wirklich wichtige Gespräche, die Kinder und Eltern wachsen lassen
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Und zwar längst nicht nur für junge Eltern, sondern für alle, die gelegentlich Umgang mit Kindern unterschiedlichen Alters haben. Die Autorin zeigt kompetent auf, welche Themen - und auch, welche Wortwahl ...

Und zwar längst nicht nur für junge Eltern, sondern für alle, die gelegentlich Umgang mit Kindern unterschiedlichen Alters haben. Die Autorin zeigt kompetent auf, welche Themen - und auch, welche Wortwahl - in jedem Alter passend ist und zwar zu den verschiedensten Themen wie Freundschaft, Mut, aber auch Liebe und Tod und geht dabei intensiv auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters ein.

Auch die Besinnung auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse kommt nicht zu kurz: Wer bin ich? Was mag ich? sind ebenso Themen wie die zuvor genannten. Auf sachliche, dabei (an passender Stelle) durchaus warmherzige Art und Weise greift die Autorin uns unter die Arme und zeigt auch schon mal absolute No Go's auf! Dabei gefällt mir ihr achtungsvoller und wertschätzender Umgang sowohl mit den Rezipienten des Buch als auch mit denen, um die es geht, also mit den Kindern!

Veröffentlicht am 26.04.2025

Sehr viele Informationen und Übungen

Du bist viel mehr als deine Gefühle
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enthält dieses Buch, dazu viele Fachbegriffe, von denen ich so manchen, obwohl in dem Thema seit Jahren beheimatet, noch nicht kenne. Bei einigen wenigen hat sich mir sogar die Frage gestellt, ob diese ...

enthält dieses Buch, dazu viele Fachbegriffe, von denen ich so manchen, obwohl in dem Thema seit Jahren beheimatet, noch nicht kenne. Bei einigen wenigen hat sich mir sogar die Frage gestellt, ob diese nicht von der Autorin selbst, einer Kommunikationstrainerin, selbst erfunden wurden. Aber wie auch immer, um richtig gut mit dem Buch arbeiten zu können - arbeiten an sich selbst, versteht sich - wäre ein Anhang mit Glossar notwendig. Einem Glossar, in dem jeder einzelne dieser Begriffe genau dargelegt und erläutert wird.

Es gibt auch jede Menge Übungen, mit denen man dem Problem überbordender Gefühle entgegenwirken soll - vor allem in dem Moment, in dem dies dem jeweilen Leser widerfährt. Viele sind hilfreich, wenn auch deutlich zu abgehoben beschrieben, wie ich finde. Daher fällt es mir schwer, Zugang dazu zu gewinnen, auch wenn ich die Erkenntnisse der Autorin durchaus zu würdigen vermag.