Spannend und anschaulich zugleich
Die PsychoanalytikerinVera Albers hat nach dem Großen Krieg die Praxis ihres gefallenen Mannes, eines Arztes, übernommen und ist dort nun als durchaus gefragte Psychoanalytikerin tätig - eine interessante und zugleich schwierige ...
Vera Albers hat nach dem Großen Krieg die Praxis ihres gefallenen Mannes, eines Arztes, übernommen und ist dort nun als durchaus gefragte Psychoanalytikerin tätig - eine interessante und zugleich schwierige Arbeit, denn die ehemaligen Kriegsteilnehmer, die bei ihr ihre psychischen Traumata aufarbeiten, sind nicht an Frauen in dieser Position gewöhnt und stellen sie entsprechend auf die Probe.
Doch auch mit den wenigen Frauen, die bei ihr vorsprechen, ist es nicht unbedingt einfach - ihre häufigste Patientin versucht zum Beispiel, sich auch freundschaftlich anzunähern. Dennoch liebt Vera ihren Job, der ihr auf unterschiedliche Weise das Leben erleichtert.
Eines Tages spricht die Polizei vor - einer ihrer Klienten ist tot. Allmählich erfährt sie mehr - sowohl über den Fall als auch über die Vergangenheit des Verstorbenen und gerät tiefer hinein in die gesamte Angelegenheit.
Hier liegt nicht nur ein spannender Fall vor - nein, mindestens genauso interessant ist die Darstellung der historischen Umstände, der Situation in Hamburg kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Melanie Mezenthin versteht sich meisterhaft auf die gekonnte, umsichtige Darstellung historischer Fakten und deren Einbindung in ihre Romane - man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen!