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Veröffentlicht am 19.12.2021

Och neeeeee!!!

Morgen, Klufti, wird's was geben
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Weihnachten hatte ich noch nichts vor (zumindest lesenderweise nicht) und da kam mir der Gedanke, ich könnte es doch bei Kluftingers verbringen. Richtig, beim gemütlichen Ermittler Klufti, seiner Frau ...

Weihnachten hatte ich noch nichts vor (zumindest lesenderweise nicht) und da kam mir der Gedanke, ich könnte es doch bei Kluftingers verbringen. Richtig, beim gemütlichen Ermittler Klufti, seiner Frau Erika und dem Rest der Truppe, der nicht nur aus den Verwandten, sondern auch aus dem allseits beliebten (Achtung: Ironie) Doktor Langhammer mitsamt Gattin besteht.

Ob eingeladen oder nicht, irgendwie ist der Doc nie weit vom Kluftinger entfernt.

Und bisher mochte ich sie alle auch wirklich gut leiden, inklusive eben den Doc - nicht als Gesellschaft, sondern zu meiner ureigenen Unterhaltung.

Was also war es, was dies mir an Weihnachten madig machte? Irgendwie schien es mir, als beschäftige sich jeder mit demselben Zeug wie sonst, nur eben weihnachtlich verbrämt.

Und das hat mich ganz schön gelangweilt. Wie ernüchternd war es, herauszufinden, dass Kluftis Weihnachtsfest genauso öde ist wie alle anderen - von außen betrachtet jedenfalls. Ich werde Klufti an Feiertagen in Ruhe lassen und mich ihm wieder anlässlich neuer dramatischer Fälle (nicht nur als Rahmenhandlung) zuwenden. Dan weiß ich auch, was mich erwartet!

Veröffentlicht am 19.12.2021

Annabel stirbt

Sein Name war Annabel
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Ja, Annabel stirbt: sie ertrinkt zusammen mit ihrem Vater. Und zwar gleich zu Beginn des Buches. Annabels Mutter Thomasina nennt nun Wayne, bei dessen Geburt sie zugegen war, beim Namen ihrer verstorbenen ...

Ja, Annabel stirbt: sie ertrinkt zusammen mit ihrem Vater. Und zwar gleich zu Beginn des Buches. Annabels Mutter Thomasina nennt nun Wayne, bei dessen Geburt sie zugegen war, beim Namen ihrer verstorbenen Tochter: Annabel.

Dabei legt vor allem Waynes Vater großen Wert darauf, dass dies ein Junge ist, er also einen Sohn hat. Der auch entsprechend erzogen wird. Aber Wayne ist nicht nur Wayne, er ist auch Annabel. Auch wenn diese Seite seines Ichs so gut wie möglich unterbunden wird - sogar operativ im Krankenhaus.

Doch die weibliche Seite in Wayne will heraus und dabei hat er nur eine Verbündete: Thomasina nämlich, die zudem längst nicht immer zugegen ist.

Ja, Sie werden es erraten haben: Wayne ist ein Hermaphrodit. Geboren 1969 in der kanadischen Wildnis, also in einer Umgebung, die einem solchen Phänomen nicht wohlgesonnen war. Es sollte möglichst unterbunden werden.

Wie Wayne und seine Umgebung damit zurecht kommen, das ist Thema dieses Romans, eines Romans, aus dem ich über lange Strecken hinweg nicht so recht schlau wurde. Ich habe einfach nicht begriffen, was genau die Botschaft dieses Romans sein sollte.

Was ich sehr schade fand, aber wenn Sie einen wirklich packenden Roman zu diesem Thema lesen möchten, dann greifen sie zu "Middlesex" von Jefferey Eugenides.

Veröffentlicht am 18.12.2021

Der Winter danach

Der schwarze Winter
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Nämlich nach dem Zweiten Weltkrieg, als alles so chaotisch und noch weitgehend ungeklärt war mit dem Territorium von Deutschland. Die Schwestern Silke und Rosemarie begeben sich zu Fuß aus ihrer ...

Nämlich nach dem Zweiten Weltkrieg, als alles so chaotisch und noch weitgehend ungeklärt war mit dem Territorium von Deutschland. Die Schwestern Silke und Rosemarie begeben sich zu Fuß aus ihrer Heimatstadt, die nun - so viel ist bereits klar - polnisch ist - gen Westen. Hamburg ist ihr Ziel, doch zunächst befinden sie sich in einem kleinen Dorf auf einem Bauernhof, auf dem sie quasi Zwangsarbeit erledigen müssen. Als der Bauer der jungen Rosemarie an die Wäsche will, wehrt sie sich und es gibt einen Grund zur Flucht. Und natürlich dazu, nach Hamburg weiterzuziehen. Sie begegnen Egon, der sie mitnimmt und beim Friseur Hans zurücklässt. Bei ihm und seinem Mitbewohner Gustav fassen die jungen Frauen neuen Lebensmut und auch Egon verschwindet nicht ganz aus ihrem Leben.

Ein Roman mit einem spannenden Plot, in dem sich aber so viele angedachte Geschichten, so viele Handlungsstränge finden, dass sie in einem Roman gar nicht zu Ende gedacht werden können. Das hier scheint eher ein Folgeband einer Reihe zu sein, allerdings längst nicht der Erste. So viele Figuren, so viele Wege werden erwähnt, aber nicht richtig in die Erzählung eingebaut.

Zudem entwickelt sich die Handlung stellenweise zu einer rechten Räuberpistole ohne jeglichen literarischen Anspruch, was ich sehr schade finde: gute Idee, aber die Durchführung ist nicht ganz gelungen. Daher empfehle ich den Roman nur sehr eingeschränkt als lesenswert.

Veröffentlicht am 14.12.2021

Die Bilder sind schön, aber der Geschichte fehlt der Drive

Fanny und die Liebe
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Es war schnell gelesen, aber wenn ich jetzt eine kleine Erstleserin wäre, die sich durch ihr erstes Buch gekämpft hat, dann wäre ich enttäuscht. Nicht von den Bildern - Zeichnungen von Jutta Bauer können ...

Es war schnell gelesen, aber wenn ich jetzt eine kleine Erstleserin wäre, die sich durch ihr erstes Buch gekämpft hat, dann wäre ich enttäuscht. Nicht von den Bildern - Zeichnungen von Jutta Bauer können nur toll sein. Aber der Geschichte fehlt die Fahrt. Und es wiederholt sich zu vieles, bspw. ist für Fanny fast alles lustig. Es gibt doch auch noch andere leichte Wörter für kleine Buchfreunde! Und die Geschichte um Fanny und Ester - der fehlt ein bisschen der Drive, finde ich.

So etwa nach einem Drittel begann ich mich zu langweilen und meine kleine Mitleserin startete damit noch viel früher, sie war nur zu höflich und gab es nur auf Nachfrage zu - dabei freut sie sich eigentlich über jedes Buch.

Ein bisschen mehr Ideen hätte man hier haben können - im Endeffekt fanden wir beide sowohl Fanny als auch Ester ziemlich anstrengend und waren mehr als froh, als wir uns wieder von ihnen verabschieden konnten!

Veröffentlicht am 11.12.2021

Ein kleiner Weg gemessen in Kilometern, doch ein Riesenschritt für Helene

Die Dorfschullehrerin
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Anfang 1961: Sie tritt eine Lehrerstelle in einem kleinen hessischen Dorf an - Helene aus der "Zone". Doch was niemand weiß: sie ist nur wenige Kilometer entfernt im Nachbardorf aufgewachsen.

Allerdings ...

Anfang 1961: Sie tritt eine Lehrerstelle in einem kleinen hessischen Dorf an - Helene aus der "Zone". Doch was niemand weiß: sie ist nur wenige Kilometer entfernt im Nachbardorf aufgewachsen.

Allerdings ist das nun schon seit etlichen Jahren Teil der DDR. Genaueres möchte Helene aber nicht rausrücken, das ist ihr ureigenes Geheimnis.

Doch an freien Tagen zieht es sie auf lange Wanderungen hin zur Grenze. Was ist es, das Helene wieder und wieder dorthin zieht - pflegt sie am Ende noch irgendwelche Verbindungen dorthin?

Auf der einen Seite ist sie fremd, auf der anderen Seite hat sie schneller, als sie es selbst erwartet hat, Zugang zu den Dorfbewohnern im allgemeinen, ihren Schülern im Besonderen und ganz speziell zum Herzen des Dorfarztes Tobias gefunden.

Dennoch ist sie nicht glücklich.und dafür gibt es gute Gründe. Die sie jedoch mit niemandem teilt, weswegen der ein oder andere bald den ein oder anderen Verdacht hegt...

Wie stets in ihren historischen Romanen vermag Eva Völler auf großartige Art und Weise die damalige Zeit durch Worte aufleben zu lassen. Es geht so dermaßen atmosphärisch zu, dass ich stets Bilder vor Augen, manchmal sogar Gerüche in der Nase oder Stimmen im Ohr hatte.

Das Einzige, was mich ein ganz winziges bisschen störte, war der Umstand, das der Schluss relativ schnell abgefrühstuckt wurde. Ich hätte doch so gern noch mehr Details erfahren.

Dafür darf ich mich aber auf die Zukunft freuen, denn es wird einen zweiten Teil geben. Ich empfehle allen Interessierten, schon jetzt mit Teil 1 loszulegen, um dann bei Teil 2 gleich starklar zu sein!

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