Profilbild von Tom_Read4u

Tom_Read4u

Lesejury Star
offline

Tom_Read4u ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tom_Read4u über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.12.2020

Kein typischer Thriller – trotzdem spannend und schockierend

Der erste Tote
0


Gleich mit der ersten Seite wird man förmlich in den Bann des rauen Lebens des heutigen Mexikos hineingezogen. Die beiden Journalisten Andrew und Carlos haben den Auftrage einen Bericht über die Ölindustrie ...


Gleich mit der ersten Seite wird man förmlich in den Bann des rauen Lebens des heutigen Mexikos hineingezogen. Die beiden Journalisten Andrew und Carlos haben den Auftrage einen Bericht über die Ölindustrie in Poza Rica, Veracruz, zu schreiben ehe sie zufällig die furchtbar verstümmelte Leiche des jungen Studenten Julian Gallardo entdecken. Während Carlos noch fotografiert, trifft die Guardia Civil ein und scheucht beide aus der Stadt. Doch Carlos lässt die Leiche keine Ruhe und stellt Nachforschungen auf eigene Faust an, die ihm sein Leben kosten wird. Ist Carlos Tod am Ende lediglich einer mehr auf der langen Liste von Mord und Totschlag oder der Beginn der größten Story, die die Öffentlichkeit je gelesen hat?

Von Beginn an mit dem Auffinden des toten Studenten und Umweltaktivisten Julian Gallardo, über die Rückblende des ersten Aufeinandertreffens der beiden Journalisten Andrew und Carlo, bis hin zu Carlos Trauerfeier ist das Buch sehr spannend und packend geschrieben.
Der Schreibstil mitsamt seinen plastischen Bildern bringt hervorragend die jeweilige Situation bzw. Stimmung rüber. Der Wechsel von freundlich, zu brutal gefährlich hin zu sarkastisch, etc. lässt einem das ganze Geschehen irgendwie realer erscheinen, und auch die Tonfarbe der Sprache - mal melancholisch, mal aufgeregt ängstlich, dann wiederum unausweichlich drückend, ätzend, fast schon alternativlos, entfacht beim Lesen ein solches Kopfkino, wie ich es schon lange nicht mehr hatte, sodass es einem fast schon vorkommt, als ob ein Film gelesen wird.

Die anfängliche sehr detaillierte Beschreibung der auftauchenden Leichen, die Beschreibungen der Brutalitäten sind schockierend, aber mit der Zeit, gewöhnt man sich beim Lesen daran und tut es als was fast schon alltägliches ab - so als ob es typisch für Mexiko sei - was es sehr wahrscheinlich auch ist. Trotz dieser Grausamkeiten ist das Buch recht gut austariert. Brutal, grausam auf der einen Seite, dann aber auch lustig, herzlich, z.B durch inneren Monologe, gepaart mit seltsam wirkender extremer Nüchternheit von zeitweise auftretenden Charakteren.

Mit dem Anhang und dem persönlichem Statement des Autors am Ende des Buches, bekommt diese Geschichte, die für sich alleinstehen kann, jedoch als Trilogie vollendet werden soll, nochmals eine ganz besondere Gewichtung. Die im Buch verwendete besondere Art von Storytelling, die mir vorher schlichtweg unbekannt war, hat mir sehr gut gefallen und für eine nachfolgende sog. "Chronica" in Thrillerform bin ich jederzeit bereit. Man darf dieses Buch nicht mit anderen typisch europäischen Thrillern vergleichen, sondern es als was ganz Eigenes betrachten und als solches ist es wunderbar stimmig. Wer sich darauf einlässt, wird viel Freude beim Lesen haben.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.06.2020

Snow landet immer oben

Die Tribute von Panem X
0

Einige Jahre sind seit dem Ende des Krieges vergangen und die Hungerspiele jähren sich zum 10. Mal. Als Leser tauchen wir genau dort in die Geschichte ein, wo die Tribute von Panem- Trilogie 64 Jahre ...

Einige Jahre sind seit dem Ende des Krieges vergangen und die Hungerspiele jähren sich zum 10. Mal. Als Leser tauchen wir genau dort in die Geschichte ein, wo die Tribute von Panem- Trilogie 64 Jahre später quasi ihr Ende fand – im Kapitol. Jedoch nicht das herrlich glänzende prächtig verzierte überaus dekadente Kapitol, sondern in ein Kapitol, das selbst noch seine Narben des Krieges verarzten muss. Und genau hier treffen wir auf einen noch sehr jungen Coriolanus Snow.

Wie alle anderen auch, müssen selbst die aus gutem Hause stammenden Snows unter Entbehrungen leben und leiden Hunger. Der junge Snow versucht diese Schmach unter allen Umständen zu verbergen und den Schein zu wahren, dass sie noch einen gewissen Wohlstand hätten, von dem sie zehren können. Damit dies auch gelingt, hilft ihm seine Cousine Tigris immer wieder aus der Patsche, wie auch am Morgen der Ernte der X. Hungerspiele. Zum ersten Mal erhalten die Tribute sogenannte Mentoren und für Coriolanus Snow ist es die einzige Möglichkeit, damit seine Familie endlich wieder zu Ruhm und Ehre gelangt. Die einst mächtige Familie Snow durchlebt schwere Zeiten und ihr Schicksal hängt davon ab, ob es Coriolanus gelingt, seine Konkurrenten zu übertrumpfen und auszustechen und Mentor des siegreichen Tributs zu werden. Doch es kommt, wie es kommen muss - Snow wird Mentor des weiblichen Tributs Lucy Gray aus Distrikt 12. Jede Entscheidung, die er nun treffen wird, könnte über Erfolg oder Misserfolg seines zukünftigen Lebens entscheiden und Lucys Leben vorzeitig beenden. Es liegt nun an ihm zu beweisen, dass „Schnee eben immer oben landet.“ Mögen die Spiele beginnen.

Der leichte und unterhaltsame Erzählstil ist wie in den bisherigen Büchern vorhanden und wirkt aufgrund der Nüchternheit und Reserviertheit von Snow sehr passend. Es ist toll zu sehen, wie die Autorin Collins viele bekannte Namen bereits hier schon auftauchen lässt (Heavensbee, Crane, Flickerman etc.) oder die Tatsache, dass Tigris mit Snow verwandt ist. Neben der Charakterentwicklung von Coriolanaus zu dem Snow, wie wir ihn kennen, war es sehr interessant auch Handlungsstränge und die Entwicklung der anderen Charaktere während des Verlaufs der Story mit zu verfolgen, sodass es stimmig zur Trilogie-Zeit in 64 Jahren und später passt.

Überraschend fand ich die recht vielschichtige Entwicklung der Verbindung zwischen Lucy Gray und Coriolanaus, die ich so zu Beginn nicht erwartet hatte. Spannend auch der Auslöser, der Snow zu einem der widerlichen Menschen gemacht hat, die er anfangs selbst noch verachtet hatte.

Alles in allem wird ein gutes Bild über das Kapitol vor 64 Jahren gezeichnet und auch die Hintergründe der Hungerspiele werden ganz gut erklärt. Es ist ein stimmiges Prequel, das zeigt dass Menschen eben nicht nur das sind, was andere aus Ihnen machen, sondern wir immer Chancen haben das Richtige zu tun, denn nur, wenn nicht alle davor aus Egoismus zurückschrecken, kann aus unserer Zeit eine Gute werden. Insgesamt hat mir das Buch recht gut gefallen - auch wenn es nicht ganz an die Trilogie heranreicht. Der Perspektivwechsel von den Tributen zu Snow ist durchaus gelungen, auch wenn man mit Snow trotz seines Schicksals nicht so in letzter Konsequenz mitfiebert, wie man es als Leser bei der Trilogie mit Katniss gemacht hatte. Die Beschreibung der Schauplätze, vor allem der Arena, ist eindrucksvoll und bildhaft beschrieben, sodass man sich leicht in das damalige Panem hineinversetzen kann. Zwar wird vieles erklärt, jedoch finde ich, dass der Schluss etwas übereilt daher kommt, da leider letztendlich zu viel auf einmal hineingepackt wurde. Trotz alledem werden Fans der Reihe ihre Freude mit dem Buch haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2020

Ein sehr gelungenes Debüt - Bitte mehr davon!!!

Wie viele willst du töten
0

Mit "Wie viele willst du Töten" hat Joanna Schaffhausen ein absolut spannendes und lesenswertes Debüt hingelegt. Von der ersten Seite an schafft sie es mit ihrem Schreibstil, ihren spannenden und unterschiedlichen ...

Mit "Wie viele willst du Töten" hat Joanna Schaffhausen ein absolut spannendes und lesenswertes Debüt hingelegt. Von der ersten Seite an schafft sie es mit ihrem Schreibstil, ihren spannenden und unterschiedlichen handelnden Charakteren, einen Plot zu kreieren, den man kaum unterbrechen möchte. Doch um was geht es überhaupt ?
Die Hauptperson ist Elllery Hathaway eine junge Polizistin in einem kleinen Ort in Massachusetts, in dem selten etwas passiert, außer die üblichen Delikte. Doch seit den letzten 3 JAhren bekommt sie immer eine anonyme Geburtstagskarte und zeitgleich verschwindet stets eine Frau aus Kleinstadt auf mysteriöse Art und Weise. Ob es da einen Zusammenhang gibt ? Für Ellery zweifelsfrei ja, aber damit steht sie allein auf weiter Flur. Hat es etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun, die niemand kennt ? Sie braucht Rat und erinnert sich an FBI Agent Reed Markham, der sie damals als Teenagerin aus den Klauen eines Serienkillers befreit hat. Reed willigt ein ihr zu helfen. Kaum ist er jedoch vor Ort in der Kleinstadt, häufen sich die Vorkommnisse. Wer kennt Ellerys Vergangenheit und kann Reed ihr wirklich helfen ?

Ein spannender Plot mit einigen Wendungen und ungeahnten Ereignissen beginnt. Die Kapiteln haben eine angenehme Länge und enden stets mit geschickt platzieren Cliffhangern, sodass man immer wieder dazu verleitet wird weiter zu lesen. Die unterschiedlich handelnden Charaktere werden hervorragend beschrieben und zeigen äußerst passende Handlungen, so als ob die Autorin reale Personen eins zu eins in ihr Buch geschrieben hätte - wer weiß, vielleicht hat sie das ja auch ?!
Auch Ellery und Reed, die zwei Hauptpersonen im Buch, erfahren im weiteren Verlauf einen wunderbare Entwicklung, sodass man schnell die beiden smypathisch findet und mit ihnen mitfiebert. Je weiter die Story vorranschreitet, desto spannender wird das Ganze und endet in einem Höhepunkt, der zum einen zwar kurz vorher schon angedeutet wird, aber trotzdem noch ein stückweit überraschend daherkommt.
Für meinen Geschmack hätte es noch etwas mehr Thrill sein dürfen, jedoch bin ich auch sehr gut unterhalten worden, weswegen ich 4 Sterne vergebe und hoffe, dass die Autorin uns noch mit weiteren solch spannenden Thrillern beglücken wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.10.2019

Leckere Rezepte für Serienjunkies und alle, die es werden wollen

Filmreif kochen
1

Ein Abend mit Freunden oder der Familie und gemeinsam tolle, spannende, lustige Filme oder Serien zu schauen ist das eine, aber dazu noch die richtigen und leckeren Speisen/Schnacks/Süßigkeiten zu haben ...

Ein Abend mit Freunden oder der Familie und gemeinsam tolle, spannende, lustige Filme oder Serien zu schauen ist das eine, aber dazu noch die richtigen und leckeren Speisen/Schnacks/Süßigkeiten zu haben das anderen.

Und hier kommt das passende Kochbuch dafür:
"Filmreif Kochen" spricht einem sofort an. Sei es durch das Layout, die dicken Seiten, die tollen Fotos, die lustigen Einführungstexten zu den einzelnen Themenbereichen und vorallem aber durch die recht leicht nachzukochenden/backenden leckeren Rezepten. Als Serien- und Filmfan war ich sofort begeistert und habe erst einmal alle Seiten durchgelesen und immer wieder über die coolen Anspielungen lachen müssen.

Von „Jurassic Pork“ über Baking Bread bis hin zu „Game of Scones“ und "House of Tartes ist das Kochbuch sehr kurzweilig geschrieben.
Die leckeren Rezepte sind allesamt sehr gut erläutert, übersichtlich beschrieben und teilweise sogar schrittweise bebildert. Ein großer Vorteil der Rezepte, ist die Leichtigkeit und Schnelligkeit diese nachzukochen, ohne, dass groß besonderer Schnickschnack dafür von Nöten ist( Ausnahme 1-2 Rezepten, aber da lässt sich wunderbar Alternativen finden).

Einzig allein die Mengen an Salz sind deutlich zu viel geraten. Da bitte mit Vorsicht und auch eigenem Würzvertrauen drangehen - sonst könnte es schnell doch versalzen sein - mein einziger und größter Kritikpunkt!!!

Ansonsten ist diese Kochbuch ein absoluter Hit für alle Serien-/Filmjunkies - wunderbar als passendes Geschenk für Weihnachten geeignet. Ich freu mich schon auf den nächsten Abend mit leckerem Essen =) und cineastischer Unterhaltung.


  • Cover
  • Rezeptideen
Veröffentlicht am 23.11.2017

Spannend, grausam, actiongeladen - Band 3 der Reihe begeistert

Post Mortem - Tage des Zorns
0

Es ist mittlerweile der dritte Band mit der Interpol-Agentin Emilia Ness und dem Profikiller Avram Kuyper, aber ist es keineswegs langweilig, denn wieder einmal hat es Mark Roderick geschafft einen spannenden ...

Es ist mittlerweile der dritte Band mit der Interpol-Agentin Emilia Ness und dem Profikiller Avram Kuyper, aber ist es keineswegs langweilig, denn wieder einmal hat es Mark Roderick geschafft einen spannenden und actiongeladenen Thriller zu schreiben, der einem beim Lesen keine Ruhe lässt bis die letzte Seite gelesen wurde.

Bereits zu Beginn lässt sich das Unheil erahnen, was Emilias Tochter widerfahren wird. Von einem falschen Brief ihres vermeintlichen Lovers macht sich Becky um Mitternacht Richtung Sportplatz auf, um dort Danny zu treffen. Doch zu ihrem großen Entsetzten war es nicht Danny und ehe sie sich versieht, wird sie entführt. Währenddessen ist Emilia mitten in einem aktuellen Fall und erhält schließlich ein grausiges Päckchen mit einem abgeschnittenen Ohr darin. Kurz darauf erreicht sie eine Videobotschaft, dass ihre Tochter Becky entführt wurde. Ob das Ohr von ihr stammt? Es beginnt nun ein rasantes und äußerst grausames Katz-und Mausspiel. Emilia muss alles versuchen um den Psychopathen zu stoppen, der ihr immer wieder Pakete mit menschlichen Körperteilen samt Zitaten aus Dante Alighieres „Göttlicher Komödie“ schickt. Emilia wird immer verzweifelter und weiß sich nicht mehr zu helfen. Niemand kann ihr und ihrer Tochter helfen – außer einer vielleicht, Avram Kuyper.
Zeitgleich ist aber Avram wieder in seinem „Beruf“ als Auftragskiller voll in seinem Element und soll die angeblich entführte Tochter eines Schweizer Großindustriellen befreien. Desweiteren erhält er kuriose Mails, denn er soll jemanden observieren und umbringen, doch anstatt einer Bezahlung soll er selbst für diesen Auftrag eine halbe Million bezahlen. Gerade als er den Auftrag ablehnen wollte, erfährt er um wen es sich handelt und ohne langes Zögern nimmt er daraufhin den Auftrag an. Die Jagd beginnt, doch wer ist Jäger und wer der Gejagte?

Hochspannung von der ersten Seite bis zum Schluss. Wieder einmal begeistert Mark Roderick mit seinem tollen Wechselspiel zwischen Emilia Ness und Avram und dem überaus flüssigem Schreibstil, der einen stets zu fesseln weiß und mit den kleinen Cliffhanger am Ende der Kapitel unsere Neugierde wieder auf die Folter spannt. Durch perfekt gesetzte Wendungen und mehrdeutige Anspielungen steht dieser Teil dem ersten beiden in fast nichts nach. Ein Pageturner par excellence, der definitiv Lust auf den 4. Teil macht und vielleicht sogar noch auf mehr. Auch möchte ich noch an dieser Stelle anmerken, dass es wie bei den ersten Teilen wieder sehr grausam und blutig zugeht, denn abermals treibt ein Psychopath mit perversen Neigungen sein Unwesen. Doch dieses Mal sind Emilia und Avram die Opfer und ein Spiel um Leben und Tod beginnt. Besonders diese letzten Abschnitte im Buch erinnern stark an Horrorfilme der Reihe Saw und sind definitiv nichts für schwache Nerven. Eine tolle und würdige Fortsetzung. Spannendes und actiongeladenes Kopfkino mit einem recht offenen Ende. Band 4 wird zeigen, wohin die Reise mit diesen beiden „Thriller-Helden“ gehen wird.