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Veröffentlicht am 27.04.2026

"Nur" Mitbewohner? Wer weiß! Lesenswertes Herzensbuch mit Suchtfaktor

And they were roommates
1

Charlie ist ehrgeizig, clever und fleißig noch dazu. Dieses Jahr wird sein Jahr an der Valentine Academy für Jungen. Immerhin hat er gut vorgesorgt: Er hat ein Jahr lang gebüffelt, ein Stipendium ergattert ...

Charlie ist ehrgeizig, clever und fleißig noch dazu. Dieses Jahr wird sein Jahr an der Valentine Academy für Jungen. Immerhin hat er gut vorgesorgt: Er hat ein Jahr lang gebüffelt, ein Stipendium ergattert und für ein Einzelzimmer jeden Cent zusammengekratzt. Das Zimmer will er unbedingt, denn er hütet ein Geheimnis: Er ist trans. So, dachte er sich, sollte alles gut funktionieren. Die Betonung liegt auf müsste. Ob durch Zufall oder Schicksal, Charlie muss in ein Doppelzimmer an der renommierten, aber konservativen Akademie ziehen. Das allein ist schon ein großes Thema für ihn, doch dann erfährt er auch noch, dass sein Mitbewohner nicht irgendeiner ist, sondern unglaublicherweise die einzige Person, die er jemals geküsst hat. Die Frage ist nur: Erkennt sie ihn?

Die Charaktere sind mit viel Herz geschrieben. Vor allem bei Charlie konnte ich jeden Gedanken und jede Reaktion nachvollziehen. Sein Fokus liegt aber nicht unbedingt nur auf seinem Mitbewohner Jasper, sondern auch auf seiner Leistung in der Akademie, denn die ist entscheidend dafür, ob er auch im kommenden Jahr da bleiben darf.
Charlie ist also gefangen zwischen Leistungsdruck, Geheimniswahrung und Neugier. Aber auch die Menschen um ihn herum kommen nicht zu kurz und sorgen für den ein oder anderen herzerwärmenden Moment

Ich konnte das Buch kaum weglegen. Der Schreibstil ist locker und leicht, und trotzdem spürt man Charlies Sorgen und die Schwere mancher Themen.
Powars behandelt authentisch sowohl bestehende als auch neue Freundschaften und schaffte es, mit kleinen Anekdoten und humorvollen Passagen immer wieder ein Lächeln in mein Gesicht zu zaubern. Die Liebesgeschichte ist ein Slow Burn, der mich neugierig gehalten hat, wie sich alles zwischen den beiden entwickelt, während sich viel nebenbei abspielt.

Alles in allem ein rundum gelungenes cozy Liebesbuch, ohne Spice, aber mit Herzklopfen und schöner Charakterentwicklung.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 16.01.2022

Umweltbewusste Fantasy - traumhafter Schreibstil, spannendes Ende

Helles Land
1

In einer Welt mit zwei Sonnen ist der Schutz der Bäume nahezu überlebenswichtig. Riesige Lichteichen schützten das Land einst vor der intensiven Sonneneinstrahlung und ermöglichten Leben. Doch heute existiert ...

In einer Welt mit zwei Sonnen ist der Schutz der Bäume nahezu überlebenswichtig. Riesige Lichteichen schützten das Land einst vor der intensiven Sonneneinstrahlung und ermöglichten Leben. Doch heute existiert nur noch eine einzige Lichteiche nahe des Refugiums, in dem die Protagonistin Clay lebt. Als Erwählte des Heiligen Baumes weiß sie um den Standort der Lichteiche Bescheid, um ihr Fortbestehen trotz eventueller Feinde zu sichern. Sie kann mit Pflanzen kommunizieren und kennt den Wald wie ihre Westentasche. Doch plötzlich tritt Gefahr auf - die Lichteiche und das Entstehen neuer Lichteichen wird bedroht von einem Feind, der so unbekannt wie skrupellos ist. Als es dann zu mehreren Entführungen kommt, macht Clay sich auf den Weg, allerdings nicht ohne ihre ehemalige Schülerin Camille und eine unerwartete Freundin.

Beim Lesen jeder Seite spürt man eine gewisse Naturverbundenheit und Ruhe. Indem auf die verschiedenen Entwicklungen der Gesellschaftsgruppen hingewiesen wird, denkt man automatisch über die eigene Lebensweise im Hinblick auf unsere Umwelt nach. Helles Land ist unterteilt in die Lebensform des Luxus und Fortschritts in den Türmen, des Überlebens in der Wüste und die praktische Lebensart in Einklang mit der Natur im Refugium. Die Protagonistin ist mal "etwas älter" - damit meine ich 38 Jahre alt, was mir sehr gut gefallen hat. Ihre Freunde und Gefährten sind grundauf sympathisch (hier hat die Autorin nebenbei LGBTQ+ eingebunden). Im Leben des Refugiums kommt einem bis zu den unerfreulichen Erlebnissen vieles ganz idyllisch vor. Obwohl der Prolog ja bereits eine große Kehrtwendung verspricht ...
Im Mittelteil des Buches zieht sich die Handlung etwas, gegen Ende nimmt sie dann aber rasant an Fahrt auf. Viele Spekulationen sind mit den rätselhaften Vorkommnissen verbunden, bei denen man zum Teil schwer dahinter blickt. Es machte absolut Spaß zu rätseln, wer der unbekannte Feind ist und was es mit den mysteriösen Begebenheiten auf sich hatte. Die Charaktere schließt man absolut ins Herz. Besonders schön aufgebaut fand ich Jonns Geheimnis - ein Bewohner der Wüste. Manche Charaktere wirkten allerdings ein wenig zu blass, da hätte ich mir noch mehr Info und Beschreibungen gewünscht.

Das Ende war wirklich dramatisch und spannend, gerade um das finale Schicksal bangt man bis zum Schluss! Ich war total gerührt von einer ganz besonderen Entwicklung, echt schön. Auch toll war die Auflösung der Intrigen und das Knüpfen neuer Freundschaften! Trotzdem geschahen in den letzten Kapitel manche Dinge zu schnell. Sie hätten meiner Meinung nach noch mehr Zeit und Erklärung verdient.

Fazit: Ein naturverbundenes Buch mit Themen, die einen zum Nachdenken anregen, und spannendem und rührendem Ende. Meinerseits absolut empfehlenswert!

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasie
Veröffentlicht am 04.06.2019

Traumhaft schön mit ernsten Themen

Falling Fast
4

In Falling Fast geht es um Hailee, die über ihren eigenen Schatten springt und einen Roadtrip wagt. Nicht ganz zufällig kommt sie an dem Grab ihres besten Freundes Jesper vorbei und strandet in dessen ...

In Falling Fast geht es um Hailee, die über ihren eigenen Schatten springt und einen Roadtrip wagt. Nicht ganz zufällig kommt sie an dem Grab ihres besten Freundes Jesper vorbei und strandet in dessen Heimatstadt Fairwood. Dort lernt sie nicht nur unglaublich liebe Menschen kennen, sondern auch den anziehenden Chase. Bald hält sie nicht nur ihr kaputtes Auto dort. Sie nimmt sich vor, in diesem Sommer endlich alles zu tun, wozu sie sonst nie mutig genug war. Sich zu verlieben war nicht unbedingt geplant ...

Ich habe mich bereits auf den ersten Seiten in das Buch verliebt. Die sommerliche Atmosphäre, das friedliche Fairwood und die liebevollen Charaktere hüllen einen in ihren Charme ein. Hailee ist eine Protagonistin, die ich unglaublich gut nachvollziehen kann. Sie versucht, sich nicht länger von ihren Ängsten kontrollieren zu lassen und sich auf ein Abenteuer einzulassen. Ihre frische Art, mit dem sie mich eingenommen hat, habe ich sehr genossen. Auch Chase ist mir im Gedächtnis geblieben. Er ist für seinen Bruder da, zwingt sich zu einem Job, den sich seine Familie wünscht, und zieht einen mit seiner Art in den Bann. Er ist definitiv einer meiner Lieblinge in der Geschichte. Die Nebencharaktere haben mir genauso gut gefallen. Sie sind greifbar, sympathisch und mir wirklich an's Herz gewachsen.

Die Handlung hat mir überwiegend auch gefallen. Hailee hat noch etwas nach Jespers Ableben vor, was später allerdings viel zu plötzlich in den Hintergrund gedrängt wird. Auch das Ende kam sehr plötzlich, was mich sehr frustriert zurückgelassen hat (Hallo, Cliffhanger!). Am meisten gestört hat mich eigentlich die Sache am Ende, die, trotz aller Vorkommnisse, einzutreten scheint. Mir haben an dieser Stelle Hailees Gedanken gefehlt. Mich hat das wirklich sehr frustriert, weil in meinen Augen dadurch einige Erfahrungen an Wert verloren haben. Wir wissen für eine lange Zeit nicht, was Hailees Geheimnis ist (ich habe es auch sehr spät erkannt), aber mich hat das Ende sehr zwiegespalten zurückgelassen. (Aus Spoiler-Gründen erläutere ich das nicht genauer.) Trotzdem war die letzte Hälfte sehr spannend!

Im Buch werden außerdem viele ernste Themen angesprochen. Allein Jespers Tod ist etwas, womit man sich auch als Leser*in auseinandersetzt. Ich finde es auf der einen Seite gut, dass so viele Themen aufgegriffen wurden, auf der anderen Seite wurde es mir gegen Ende etwas zu viel.

Alles in allem habe ich es sehr genossen, das Buch zu lesen! Während die Autorin in das locker-leichte Fairwood entführt, lernt man alles ganz genau kennen. Besonders die Charaktere können verzaubern! Das Ende hat mich jedoch zwiegespalten zurückgelassen. Ich bin sehr gespannt auf den Folgeband!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Figuren
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 10.09.2018

Wie man Abschied nimmt

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
1

Darum geht's:
Suzy erlebt den Verlust ihrer Freundin Franny im Alter von zwölf Jahren. Sie kann nicht verstehen, wie Franny ertrunken sein kann - schließlich war diese doch eine gute Schwimmerin. Kurzerhand ...

Darum geht's:
Suzy erlebt den Verlust ihrer Freundin Franny im Alter von zwölf Jahren. Sie kann nicht verstehen, wie Franny ertrunken sein kann - schließlich war diese doch eine gute Schwimmerin. Kurzerhand beschließt sie herauszufinden, was ihre Freundin getötet hat. Dabei stößt sie auf das Geheimnis der Quallen. Ihre Stiche töten sehr viel mehr Menschen, als die meisten annehmen. In ihrer Trauer beginnt Suzy jedoch auch zu schweigen und findet auf ihrem weiten Weg der Erkenntnis mehr, als sie gesucht hat.

Meine Meinung:
Ali Benjamin führt uns sanft an das Thema der Quallen heran. In jedem Kapitel warten mehr und mehr Informationen auf uns - nicht nur über Quallen, sondern auch über wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Protagonistin Suzy macht sich über Vieles Gedanken. Sie ist im Grunde viel reifer als die anderen Jugendlichen, die sich mit nicht ganz so wichtigen Dingen im Leben wie Haare oder Jungs beschäftigen. Sie hingegen findet steriles Urin oder Quellen interessant. In Rückblenden erfahren wir, dass Suzy es nicht immer leicht hatte: Selbst mit ihrer besten Freundin Franny lief nicht alles so rosig, wie man zu Beginn annimmt. Suzy hatte schon immer eine andere Art zu denken und wirkt nach außen hin wie ein Freak. Mir gefällt es sehr gut, dass wir über Suzy so viel erfahren und kann sie trotz ihrer Andersartigkeit wunderbar nachvollziehen. Denn auch, wenn sie in ihren Gedanken vielleicht reifer ist - bald erkennen wir, dass sie mehr Kind geblieben ist, als die anderen, denn sie versteckt sich vor ihrer eigenen Trauer und vor Veränderungen.

Gut gefallen hat mir außerdem die Gestaltung des Buches. Ich liebe das Cover und dass an jedem neuen Kapitelanfang eine gezeichnete Qualle auf uns wartet. Auch die Zitate von Mrs Turton sind wunderbar und führen uns durch die Wissenschaft, ohne, dass es langweilig wird.

Natürlich hat auch Suzys Schweigen weitreichende Konsequenzen. Ihre Eltern wissen sich nicht zu helfen und schicken sie prompt zur Therapeutin. Ihre Art der Sitzung ist für mich verständlich, wenn auch nicht besonders effizient. Besonders am Ende spielt die Familie noch eine größere Rolle und ich finde es toll, dass Homosexualität ganz selbstverständlich mit in das Buch einfließt. Das Buch selbst hat eine ausgesprochen schöne Art mit sensiblen Themen wie dem Tod und Schweigen umzugehen. Es konnte mich emotional mitreißen und besitzt alles, was es braucht, um einen sehr guten Roman abzugeben. Auch das Ende war überraschend und wirklich wunderbar!

Fazit:
Mit nur knapp 240 Seiten schafft es die Autorin, sensible Themen aufzugreifen und einem nah zu bringen. Das Buch war spannend, lehrreich und regt zum Nachdenken an. Es ist schön zu sehen, dass solche wichtigen Themen wie das Loslassen und Trauern behandelt werden, ohne zu erdrücken. Für mich definitiv ein Highlight!

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  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Thema
Veröffentlicht am 26.02.2018

GELUNGENER AUFTAKT MIT TOLLEN CHARAKTEREN, ABER KLEINEM MINUSPUNKT

Save Me
14

Inhalt:
Ruby ist ehrgeizig, unscheinbar und hat einen großen Traum: Oxford. Um dorthin zu gelangen, will sich Ruby ein Empfehlungsschreiben bei Mr Sutton abholen, der dort einst studierte. Doch als Ruby ...

Inhalt:
Ruby ist ehrgeizig, unscheinbar und hat einen großen Traum: Oxford. Um dorthin zu gelangen, will sich Ruby ein Empfehlungsschreiben bei Mr Sutton abholen, der dort einst studierte. Doch als Ruby ihm einen Besuch abstattet, sieht sie etwas, was sie nicht hätte sehen sollen. Lydia Beaufort, hübsch und reich, treibt es mit ihrem Lehrer. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, unternimmt Lydias Bruder James den Versuch, Ruby mit Geld zu bestechen, damit sie nichts davon der Öffentlichkeit preis gibt. Als Ruby, die sich von dieser Bestechungsaktion auf den Arm genommen fühlt, das Geld ablehnt, wächst James' Misstrauen.
Es prallen zwei Welten aufeinander. Sie: fleißig, organisiert, zielstrebig und aus mittleren Verhältnissen, die kämpfen muss, um eine Chance zu haben auf Oxford angenommen zu werden. Er: arrogant, beliebt, reich und wachsam. Noch dazu bekommt er alles, was er sich wünscht, in die Wiege gelegt. So scheint es jedenfalls ...

Meinung:
Der Fokus der Autorin liegt stark auf den Charakteren. Ruby und James sind nicht nur greifbar, sie sind auf ihre Weise liebenswert. James ist anfangs ein harter Brocken, genau wie Ruby verabscheut man ihn zunächst und das, wofür er steht. Trotzdem, wie könnte es anders sein, nähern sich die Zwei allmählich aneinander an. Nicht zu schnell, was mir sehr realistisch erschien. Die Nebenfiguren, vor allem jene, die Ruby zu ihrer Familie zählen kann, haben mir sehr gut gefallen. Es ist toll, wie sich Mona zu jeder Person ihre Gedanken gemacht hat. So auch zu James' Eltern, dank derer ich etwas verstehen kann, warum James so geworden ist, wie er ist.
Meine Favoriten, was die Nebencharaktere angeht, sind definitiv Lydia (James' Schwester) und Ember (Rubys Schwester). Ich liebe sie einfach und hoffe, dass sie im nächsten Band nicht zu sehr leiden müssen.

Die Spannung war da. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass sie in den Charakterbeschreibungen untergeht, aber sie tauchte schnell wieder auf. Man will unbedingt wissen, was zwischen James und Ruby passiert, und natürlich, ob sie es nach Oxford schaffen.

Die Autorin schreibt wieder sehr flüssig und arbeitet diesmal mit Sichtwechseln, die zum Teil noch ausbaufähig sind.

Die Handlung war bis zu einem gewissen Punkt stimmig. Um nicht zu spoilern, verrate ich nun ich allzu viel darüber. Was ich jedoch verraten möchte, ist, dass ich ein wenig vom Ende enttäuscht bin. Ich lese immer wieder, dass es ein "fieser Cliffhänger" war, ja, das stimmt auch. Gleichzeitig fand ich den Punkt, als plötzlich etwas Schreckliches passierte, etwas unrealistisch und erzwungen. Das fand ich schade, auch wenn ich verstehe, dass man die daraus entstehende Problematik für den zweiten Band braucht. Trotzdem - es hat sich nicht richtig angefühlt. Bis auf diesen Punkt bin ich allerdings sehr zufrieden mit dem Leseerlebnis.

Fazit:
Das Buch konnte mich begeistern. Ich habe gelacht, ich habe geweint. Die Charaktere waren hinreißend und die Geschichte wunderbar. Trotzdem hat mir das Ende nicht ganz gefallen wollen, weil es mir zu erzwungen für den zweiten Band vorkam, daher den kleinen Abzug. Ich kann es trotzdem kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen.

P.S.: Meiner Meinung nach sollte die Trilogie nicht ständig mit der Again-Reihe verglichen werden, da sie eine eigene Reihe ist und für sich selbst stehen kann.

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