Loslösen von und Rückkehr in die Vergangenheit
Furchen und DellenDa ihr Großvater auf dem Sterbebett liegt, kehrt die anfang vierzig Jahre alte Chris wieder in ihren Heimatort zurück, den sie vor einigen Jahren Hals über Kopf verlassen hat. Dort wohnte sie seinerzeit ...
Da ihr Großvater auf dem Sterbebett liegt, kehrt die anfang vierzig Jahre alte Chris wieder in ihren Heimatort zurück, den sie vor einigen Jahren Hals über Kopf verlassen hat. Dort wohnte sie seinerzeit in einer WG, konnte sich aber mit dem geplanten Familienmodell nicht anfreunden, dass alle WG-Mitglieder das Kind, das sich eine Bewohnerin sehnlichst wünschte, gemeinsam großziehen würden.
Die Rückkehr ist nicht nur eine Auseinandersetzung mit dem nicht immer einfachen Verhältnis zu dem inzwischen verstorbenen Großvater sondern auch mit der Sprachlosigkeit gegenüber alten Freunden. Für mich wurde hier die Widersprüchlilchkeit von Chris, die einerseits ihre eigenen Wünsche berücksichtigt wissen möchte, als auch die gefühlten Verpflichtungen der Familie als auch dem alten Freundeskreis gegenüber, den sie ja doch vermisst, sehr gut herausgearbeitet. Fehlten mir anfänglich noch die richtigen aktiven Handlungen im Buch, so wurde dies im Verlauf der Geschichte für mich doch immer besser, so dass ich den Roman auch recht flüssig lesen konnte.
Für mich als Leser war es interessant, auch mal über alternative Familienmodelle nachzudenken, die sicherlich nicht für jeden das Richtige und auch rechtlich noch etwas verbesserungswürdig sind.
Eine Geschichte mit Potential, die ich gerne empfehlen kann!