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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2024

Loslösen von und Rückkehr in die Vergangenheit

Furchen und Dellen
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Da ihr Großvater auf dem Sterbebett liegt, kehrt die anfang vierzig Jahre alte Chris wieder in ihren Heimatort zurück, den sie vor einigen Jahren Hals über Kopf verlassen hat. Dort wohnte sie seinerzeit ...

Da ihr Großvater auf dem Sterbebett liegt, kehrt die anfang vierzig Jahre alte Chris wieder in ihren Heimatort zurück, den sie vor einigen Jahren Hals über Kopf verlassen hat. Dort wohnte sie seinerzeit in einer WG, konnte sich aber mit dem geplanten Familienmodell nicht anfreunden, dass alle WG-Mitglieder das Kind, das sich eine Bewohnerin sehnlichst wünschte, gemeinsam großziehen würden.

Die Rückkehr ist nicht nur eine Auseinandersetzung mit dem nicht immer einfachen Verhältnis zu dem inzwischen verstorbenen Großvater sondern auch mit der Sprachlosigkeit gegenüber alten Freunden. Für mich wurde hier die Widersprüchlilchkeit von Chris, die einerseits ihre eigenen Wünsche berücksichtigt wissen möchte, als auch die gefühlten Verpflichtungen der Familie als auch dem alten Freundeskreis gegenüber, den sie ja doch vermisst, sehr gut herausgearbeitet. Fehlten mir anfänglich noch die richtigen aktiven Handlungen im Buch, so wurde dies im Verlauf der Geschichte für mich doch immer besser, so dass ich den Roman auch recht flüssig lesen konnte.

Für mich als Leser war es interessant, auch mal über alternative Familienmodelle nachzudenken, die sicherlich nicht für jeden das Richtige und auch rechtlich noch etwas verbesserungswürdig sind.

Eine Geschichte mit Potential, die ich gerne empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 26.08.2024

Mit Ausdauer ans Ziel

Die Schwarze Gräfin. Geheimnisse an der Eisenstraße
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Der Roman spielt kurz nach dem zweiten Weltkrieg in einem kleinen österreichischen Dorf. Die junge Magdalena wurde aus "familiären" Gründen mit dem wesentlich älteren Gustav verheiratet, eine unglückliche ...

Der Roman spielt kurz nach dem zweiten Weltkrieg in einem kleinen österreichischen Dorf. Die junge Magdalena wurde aus "familiären" Gründen mit dem wesentlich älteren Gustav verheiratet, eine unglückliche Ehe, in der der Ehemann seine junge Frau misshandelt und auch dem Alkohol nicht abgeneigt ist. Mit einer List "entledigt" sich Magdalena eines Tages ihres Mannes und beschließt, von nun an ihr Leben sowie zukünftige Beziehungen selbst in die Hand zu nehmen.

Dieses Buch passt für mich nicht in ein typisches Historien-Genre, hat es doch soviel mehr zu bieten: Liebe, Drama und fast auch etwas von Krimi. Die Protagonistin Magdalena war mir dabei von Beginn an sympathisch, zunächst hatte ich Mitleid mit ihr, dann war ich ganz gespannt, auf welche Ideen sie noch kommt, um ihr Ziel, ein liebevolles Leben in Reichtum, zu erreichen. Raffiniert und trickreich, manchmal jenseits jeglicher Moral und auch Legalität, habe ich mit Magdalena gelitten und auch gefiebert, ob und wie sie ihre Absichten in die Tat umsetzt. Eine klare prägnante Sprache passt dabei genau zum Charakter Magdalenas. Sowohl alte dörfliche als auch kirchliche Strukturen werden hier genauso thematisert wie der Geschichte eine gewisse Prise schwarzen Humors aber auch Tragik innewohnt.

Für mich ein eigentlich zeitloser Plot, angenehm abseits des üblichen Historien-Mainstreams, ich spreche gerne eine Leseempfehlung aus!

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Veröffentlicht am 25.08.2024

Tod eines Ministers

Freunderlwirtschaft
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Alma Oberkofler hat gerade als neue Kommissarin ihren Dienst in Wien angetreten, als sie im Fall des tot aufgefundenen Politikers und Ministers Max Langwieser ermitteln muss. Gleichzeitig ist dessen Verlobte ...

Alma Oberkofler hat gerade als neue Kommissarin ihren Dienst in Wien angetreten, als sie im Fall des tot aufgefundenen Politikers und Ministers Max Langwieser ermitteln muss. Gleichzeitig ist dessen Verlobte Jessica offenbar untergetaucht. Hatte der Tote einen Unfall oder handelt es sich etwa um Mord? Und wie ist Jessica in die Sache verstrickt?

Die Autorin hat in diesem Krimi verschiedene Handlungs- und Zeitebenen geschickt miteinander verwoben, so dass der Leser die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Auch die Privatgeschichte der Ermittlerin kommt hier nicht zu kurz, was mir immer sehr gut gefällt. Dass ein guter Krimi nicht immer blutig sein muss, wird hier in hervorragender Manier bewiesen. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, eine Grundspannung wohnte der Geschichte bis zum Schluss inne.

Gerne mehr von dieser Ermittlerin!

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Veröffentlicht am 13.08.2024

Zwischen Arbeit und Liebe in Florida

Korallenträume und Floridaliebe
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Julia hat ihr Lehramtsstudium beendet und erfüllt sich vor Beginn ihres Berufslebens einen grossen Traum, indem sie ein halbes Jahr nach Florida reist, um dort bei einem Projekt zur Rettung eines Korallenriffs ...

Julia hat ihr Lehramtsstudium beendet und erfüllt sich vor Beginn ihres Berufslebens einen grossen Traum, indem sie ein halbes Jahr nach Florida reist, um dort bei einem Projekt zur Rettung eines Korallenriffs mitzuarbeiten. Dort trifft sie auf den aus Südafrika stammenden Drohnenentwickler Greg, geben die beiden trotz der begrenzten gemeinsamen Zeit in Florida ihrer aufkeimenden Sympathie füreinander eine Chance?

Die Bücher des Flamingo Tales Verlags sind einfach wunderbar! Ich habe schon einige aus dieser Reihe gelesen, die jeweils von unterschiedlichen Autoren geschrieben sind und auch von der Handlung her nichts miteinander zu tun haben. Eins ist ihnen jedoch gemeinsam: Das Thema "Work and Travel", eine romantische Liebesgeschichte mit einigen Verwicklungen und vor allem ein wunderschönes Setting, bei dem die Urlaubssehnsucht immer riesengroß wird! Diesmal ist mir die Gegend um das Key West in Florida sogar persönlich bekannt, wenn auch über 30 Jahre zurück. Die tollen Beschreibungen mit teilweise kleinen historisch hinterlegten Bezügen machten mir das Ganze sofort wieder präsent. Wer noch nie dort war, wird sich nach der Lektüre sofort dorthin wünschen!

Die Geschichte um Julia und Greg passt gerade hervorragend in die Sommerzeit, vor allem haben mir auch die Beschreibungen der Tätigkeit in der Rettungsstation für die Korallen sehr gut gefallen, ein total wichtiges Thema!

Diesen unterhaltsamen und leichten Roman kann ich wirklich nur jedem empfehlen, ihr werdet nicht enttäuscht sein!

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Toller Mix aus griechischer Historie und Familiengeschichte

Bittersüße Mandeln
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Der Roman erzählt uns die Familiengeschichte der Griechin Anna in der Zeit vom Ende des zweiten Weltkriegs bis in die 70er Jahre. Im Zeitenwechsel erleben wir in der Gegenwartsebene Annas Enkelin Stella, ...

Der Roman erzählt uns die Familiengeschichte der Griechin Anna in der Zeit vom Ende des zweiten Weltkriegs bis in die 70er Jahre. Im Zeitenwechsel erleben wir in der Gegenwartsebene Annas Enkelin Stella, die gemeinsam mit ihrem Onkel Oddy am Krankenbett von Stellas Mutter wacht.

Zuviel soll hier von den familiären Zusammenhängen noch nicht verraten werden. Es ist jedoch die Geschichte einer starken Frau, die in einem Land und zu einer Zeit, in der Frauen eher im zweiten Glied stehen, ihren Weg geht, um das Glück ihrer Familie und vor allem ihrer Kinder kämpft und dennoch nie die gesamte Familie einschießlich ihres Ehemans aus den Augen verliert.

Der Roman hat mich mit diesem tollen Mix aus Historie und familiären Strukturen total fasziniert. Ein südeuropäisches Land, dessen jüngere Geschichte mir dennoch so unbekannt ist, sowie familiäre Strukturen, die man sich in unserer Generation nur noch schlecht vorstellen kann, werden von der Autorin durch ihren klaren und ausgefeilten Schreibstil, der dennoch gut und leichtgängig lesbar ist, so toll beschrieben, dass ich über die ganze Zeit hinweg mit Anna mitgefiebert, gelitten und mich auch gefreut habe. Ein Leben gepägt von Armut, Fleiss, familiärem Zusammenhalt, aber auch Streit zwischen den Generationen, in denen hier insbesondere die Frauen sehr im Mittelpunkt des Erzählten stehen. Die griechische Nachkriegsgeschichte wurde dabei für mich von der Autorin hervorragend recherchiert und dargestellt.

Die Erzählweise aus der Gegenwart, in der Annas Sohn Oddy quasi rückblickend seiner Nichte Stella die gesamte Familiengeschichte nach und nach nahebringt, hat mir dabei als Stilmittel hervorragend gefallen, ich hatte keine Schwierigkeiten, mich auf die wechselnden Zeitebenen einzustellen.

Eine außergewöhnlliche Geschichte, ein wenig abseits des Mainstreams, wurde hier für mich sprachlich hervorragend dargestellt, eine klare Leseempfehlung für Liebhaber von Familiengeschichten mit historischem Hintergrund!

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