Träume verkaufen und sich selbst nicht verlieren
Selling DreamsIch glaube, ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an das Buch rangegangen, vielleicht sogar ein bisschen zu hohen. New York, Luxusimmobilien, Konkurrenzkampf, Slow Burn … das klang einfach nach genau ...
Ich glaube, ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an das Buch rangegangen, vielleicht sogar ein bisschen zu hohen. New York, Luxusimmobilien, Konkurrenzkampf, Slow Burn … das klang einfach nach genau meinem Ding.
Marissa mochte ich wirklich gern. Sie ist ehrgeizig, arbeitet unfassbar hart und lässt sich von niemandem kleinmachen. Gerade in einer Branche, in der Männer oft bevorzugt werden, kämpft sie sich nach oben und das ohne sich selbst zu verlieren. Man merkt richtig, wie viel sie opfert. Freizeit, Datingleben, teilweise sogar ihre eigene Gesundheit. Das fand ich sehr authentisch.
Calder wirkt am Anfang wie der typische selbstbewusste Sunnyboy, charmant, erfolgreich, ein bisschen arrogant. Aber nach und nach bekommt man mit, dass da mehr hinter steckt. Seine Vergangenheit und die Panikattacken haben ihn geprägt. Besonders gut fand ich, dass hier auch gezeigt wird, dass Männer mit mentalen Problemen kämpfen und sich Hilfe holen dürfen. Das wird viel zu selten thematisiert.
Was ich wirklich mochte, war die Dynamik zwischen den beiden. Dieses Konkurrenzdenken, die Wortgefechte, dieses unterschwellige Knistern, das hatte schon was. Und ich fand es stark, dass Marissa trotz der Anziehung professionell geblieben ist und sich nicht einfach hat um den Finger wickeln lassen.
Aber und das ist mein persönlicher Knackpunkt, für mich war einiges zu ausführlich beschrieben. Gerade im Mittelteil hatte ich öfter das Gefühl, dass viel geredet oder erklärt wird, ohne dass die Handlung wirklich vorankommt. Ich mag Slow Burn wirklich gern, aber hier war es stellenweise sehr slow. Gleichzeitig wurden später ein paar Konflikte ziemlich schnell gelöst, die vorher lange aufgebaut wurden. Das fühlte sich für mich etwas unausgewogen an.
Trotzdem verstehe ich total, warum viele das Buch lieben. Die Atmosphäre ist stark, die Einblicke in die Welt der Luxusimmobilien machen Spaß und die Chemie zwischen Marissa und Calder stimmt definitiv. Manche Szenen, vor allem die emotionaleren, haben mich auch wirklich berührt.
Unterm Strich war es für mich kein absolutes Highlight, aber trotzdem ein gutes Buch. Vielleicht war ich einfach mit zu vielen Erwartungen gestartet. Neugierig auf Band 2 bin ich aber trotzdem, irgendwas an dieser Welt reizt mich nämlich weiterhin.