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Veröffentlicht am 05.10.2019

Sie sieht alles...

Melmoth
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In dem Roman "Melmoth" von Sarah Perry, welches im Eichborn- Verlag erschienen ist, geht es um eine Sagengestalt, die für Helen Franklin immer mehr zur Realität wird. Die Rede ist von Melmoth, die Zeugin, ...

In dem Roman "Melmoth" von Sarah Perry, welches im Eichborn- Verlag erschienen ist, geht es um eine Sagengestalt, die für Helen Franklin immer mehr zur Realität wird. Die Rede ist von Melmoth, die Zeugin, die dazu verdammt ist, ewig auf der Welt zu wandeln und die Sünden der Menschen zu bezeugen.
Ein Schatten, ein Windhauch, Dohlen und Lilienduft - alles deutet auf die Anwesenheit von Melmoth hin. Helen und ihre Freundin Thea informieren sich in alten Schriften, Geschichten und Manuskripten über Melmoth. Dabei wird Helen immer bewusster, dass Melmoth auch ihre Sünde kennt und auf der Suche nach ihr sein könnte...

"Melmoth" ist kein unbekannter Name. Beispielsweise in dem Buch "Der Club Dumas" von Arturo Pérez-Reverte wird auf ein Buch verwiesen, dass "Melmoth, der Wanderer" heißt und von C.R. Maturin geschrieben wurde. In dem Buch von Sarah Perry werden mehrere Quellen angegeben. Daher liegt es nahe, dass es in anderen Kulturen eine Sage oder einen Mythos mit dem Namen Melmoth gibt. Diese Information finde ich sehr gut - das macht das Buch sehr lebendig für mich.

Die Spannung im Buch wird relativ konstant gehalten. Da es zwischendurch immer wieder Erzählungen aus der Vergangenheit bzw. aus den alten Manuskripten zu lesen gilt, und diese recht lang sind, entsteht bei manchen Menschen eventuell schnell der Eindruck von Langweiligkeit. Ich finde es gut und wichtig, dass diese Passagen nicht zu kurz geraten sind. Es soll uns Lesern schließlich mitnehmen und zeigen, wie Melmoth sich zeigt und wie sie agiert. Ebenso sollen wir natürlich auch Gefühle für die Figuren entwickeln. Das geht nun mal nicht auf 3 Seiten, da gehört schon mehr dazu. Sarah Perry hat die Balance zwischen "zu langen" und "zu kurzen" Erzählungen meines Erachtens nach gut gemeistert.

Die Geschichte hat mich voll mitgenommen. Ich bin sehr gut in die Erzählung eingestiegen und konnte dem Geschehen ebenso gut folgen. Wie schon oben erwähnt, es scheint einen reellen Hintergrund zu geben und das fasziniert mich wahnsinnig. Die Story, die Sarah Perry um die bestehenden Geschichten gesponnen hat, ist ihr toll gelungen.

Die Figuren wirken teilweise etwas unfertig. Zum Beispiel hätte ich mir bei Albína ein paar mehr Infos gewünscht. Aber im großen und ganzen war ich zufrieden mit den Figuren, die ich hier kennen lernen durfte.

Das Thema des Buches ist meiner Meinung nach, dass uns bewusst sein sollte, dass wir ein Gewissen haben und dass dieses nicht unendlich viel Kapazität hat. Bereinigt eure Seelen, seid euch darüber im Klaren, dass jede Tat auch seine Folgen hat. Melmoth ist mit ihren wachsamen Augen überall. Ich habe es so verstanden, dass Melmoth unser Gewissen darstellen soll. Sündigen wir oder machen einen Fehler, so wiegt es schwer in uns. Doch gestehen wir, tun Buße oder erleichtern unser Gewissen in sonstiger Weise, so verschwindet Melmoth, hat jedoch immer noch ein Auge auf uns.

Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Es wirt hauptsächlich in einer Erzähler-Perspektive geschrieben. Aber zwischendurch wird der Leser persönlich angesprochen - "Sehen Sie, schauen Sie". Das gab mir das Gefühl, dass dieses Buch mir wirklich etwas vermitteln soll und ich fühlte mich direkt mit eingebunden. Es war nicht aufdringlich oder der gleichen. Diese Anreden wurden gekonnt platziert und auch nicht zu sehr ausgereizt.

Ich werde das Buch definitiv weiter empfehlen und auch nochmals lesen. Es hat mir sehr gut gefallen. Alleine schon das Cover ist ein wahrer Hingucker, aber die Geschichte unter dem Cover ist auch nicht ohne! ;) An dieser Stelle ein großes Lob an die Person, die das Cover gestaltet hat. Wenn du dich für etwas tiefgründigere Geschichten interessiert, die auch gelegentlich Fakten aufzählen, so ist dieses Buch nach deinem Geschmack. :)

Veröffentlicht am 01.07.2019

Gute, aber leider unausgeschöpfte Story!

Tiefes Grab
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Einleitung:

"Tiefes Grab" von Nathan Ripley erzählt uns vn Martin Reese und seinem geheimen Hobby. Dieses Hobby ist ungewöhnlich und außer ihm übt es wohl keiner aus. Martin gräbt die Skelette der Frauen ...

Einleitung:

"Tiefes Grab" von Nathan Ripley erzählt uns vn Martin Reese und seinem geheimen Hobby. Dieses Hobby ist ungewöhnlich und außer ihm übt es wohl keiner aus. Martin gräbt die Skelette der Frauen aus, die Serienkillern zum Opfer gefallen sind. Die Polizei hatte sich um die armen Mädchen nach Abschluss der Ermittlungen nicht mehr annehmen können, weshalb Martin es sich zur Aufgabe machte, den Angehörigen wenigstens Gewissheit zu bringen. Nach jedem Fund meldet er dies anonym der Polizei, welche den Familien dann die Nchricht überbringen können. Doch Martin hat nicht bedacht, dass er dabei nicht nur den Familien hilft - er pfuscht nämlich mit seinen Grabungen dem Täter mächtig ins Handwerk. Das bekommt Martin bald zu spüren. So beginnt eine zeit mich noch mehr Geheimnissen für Martin, denn seine Familie soll in keinsten Umständen von seinem Hobby erfahren...

Meine Meinung:
Cover: Das Cover ist super! Hätte ich das Buch so in einem Buchladen gesehen, hätte es mich sofort angesprochen und ich hätte es, nach dem Lesen des Klappentextes, gekauft. Die Schaufel fasst den Inhalt der Geschichte gut ein.
Spannungsbogen: Das Buch fängt mit spannend an. Ein Mädchen wird in eine dunkle Gasse gelockt und bekommt eine mysteriöse Flüssigkeit injiziert. Kurz darauf kommt es zur Erzählung über martins Hobby - das Ausgraben von Frauenskeletten, die Serienmördern zum Opfer gefallen sind. Der Leser begleitet Martin in seinem Alltag und auch zu einer weiteren Grabung. Ist ist sehr spannend zu lesen, wie Martin vorgeht und wie er es schafft, die ganze Sache vor seiner Frau und seiner Tochter geheim zu halten. Dann kommt eine weitere Figur ins Spiel - ein geheimnisvoller Mann, der Martin beobachtet, ihn reinlegt und genau weiß, wie er mit ihm umzugehen hat. Er fängt Martin ab und schon nimmt der Albtraum seinen Lauf. Denkt man zumindest. Ab der Mitte des zweiten Abschnittes wird die Story leider immer weniger gut und der Spannungsbogen sinkt ab. Er steigt leider bis zum Ende nicht mehr an.
Geschichte: Die Story ist wirklich gut und hat eine Menge potenzial. Man fragt sich, ob so ein aufwenidges Hobby auch wirklich geheim beiben kann, vor den Menschen, mit denen man tagtäglich zu tun hat. Man kann sich gut in die Geschichte einfinden . Nur wurde sie leider nicht gut genug umgesetzt.
Figuren: Martin wirkt anfangs wie ein guter Familienvater. Er spürt es, wenn der Haussegen schief hängt und versucht wenigstens, ihn wieder zu richten. Abgesehen von seinem Geheimnis scheint er offen mit seiner Frau und seiner Tochter umzugehen. Seine Frau Ellen wirkt anfangs auch sehr nett. Doch wendet sich das Blatt recht schnell bei ihr. Man erfährt. dass sie eine Boutique eröffnen möchte, erzählt aber Martin erst davon, als sie beinahe eröffnet wird und sie Geld braucht. Außerdem arbeitet sie mit Gary, einem Mitarbeiter der Technik-Firma, die Martin aufgebaut hat, zusammen. Martin und Gary verstehen sich nicht sonderlich gut. Genauer gesagt kann Martin Gary nicht leiden. Er ist aber auch für mich als Leser nicht in einem einzigen Moment sympatisch gewesen. Martins Tochter Kylie hingegen fand ich durchgängig gut. Sie ist mein Lieblingscharakter in der Geschichte. Sie ist ein junges, schlagfertiges Mädchen. Sie macht keine Probleme, hat ein gutes Verhältnis zum Vater und ein etwas angespanntes zur Mutter. Trotzdem verstehen sich die beiden gut.
Schreibstil: Der Schreibstil an sich ist gut gelungen. Man kann sich gut in die Figuren, Örtlichkeiten und Gefühle einfinden. Die Kapitel sind entweder in der Erzähler-Perspektive (z.B. bei den Polizisten) oder in der Ich-Perspektive (bei Martin) geschrieben. Der Wechsel war am Anfang etwas seltsam, aber man kommt schnell damit zurecht. Ich mag es, wenn man auch Einblicke in die Sicht des Mörders oder generell die Sicht des "Bösen" lesen kann. Dies ist auch in einigen Kapiteln der Fall.
Lesespaß: Wie zuvor schon geschrieben war das Buch zu Beginn echt spannend. Jedoch bin ich ab dem zweiten Abschnitt immer wieder müde beim Lesen geworden, was gerade bei einem Thriller aber nicht passieren sollte! Wirklich schade.

Fazit:
Die Story ist gut, nur nicht gut genug umgesetzt. Es wirkt so, als hätte der Autor beim Schreiben nach und nach aufgegeben und wollte es mehr oder weniger "endlich zu Ende bringen". Das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen! Leider nur mittelmäßig gelungen.

Veröffentlicht am 02.03.2019

Spannender Lesespaß

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
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"Der Mann, der Sherlock Holmes tötete" von Graham Moore ist ein historisch-fiktiver Roman. Er behandelt das Leben des Erschaffers des wohl größten Detektivs aller Zeiten. Die Rede ist von Sir Arthur Conan ...

"Der Mann, der Sherlock Holmes tötete" von Graham Moore ist ein historisch-fiktiver Roman. Er behandelt das Leben des Erschaffers des wohl größten Detektivs aller Zeiten. Die Rede ist von Sir Arthur Conan Doyle, dem Autor von Sherlock Holmes.
Der Roman ist in 2 Geschichten aufgeteilt. Einmal in der Vergangenheit, in der es um die Erlebnisse von Conan Doyle geht und einmal im Jahr 2010, in dem der junge Harold sich seit kurzem zu den Bakerstreet Irregulars zählen darf. Dies ist eine Gruppe von Leuten, die wohl die größten Sherlock Holmes Fans sind. Bei einem jährlichen Treffen dieser Organisation soll nun endlich das verschollene Tagebuch von Conan Doyle präsentiert werden, dass endlich von einem Mann namens Alex Cale gefunden wurde. Dieser fühlt sich verfolgt, ist verängstigt und, wie sich zeigt, auch zu recht. Er wird am Tag der Präsentation tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Das Zimmer ist verwüstet. Da gibt es nur eine Schlussfolgerung: Jemand wollte das Tagebuch für sich haben, um jeden Preis! Harold macht sich aller Sherlock direkt auf Spurensuche und begibt sich auf eine detektivische Suche nach dem Mörder und dem Tagebuch.
In der Vergangenheit hat Conan Doyle mit ähnlichen Problemen zu tun. Es werden junge Frauenleichen gefunden, doch vom Täter oder von jeglichen Hinweisen fehlt jede Spur. Conan Doyle macht sich nun selber ganz auf die Art seiner Schöpfung auf die Suche nach Hinweisen und nach dem Mörder der armen jungen Frauen.
So laufen 2 spannende Detektivgeschichten direkt nebeneinander und man kann beide mit verfolgen, mit fiebern und vor allem mit raten!
Die beiden Geschichten spielen sich in unterschiedlichen Zeiten ab. Sie sind im Wechsel in abgegrenzten Kapiteln geschrieben, jeweils mit einem Datum versehen. So kommt der Leser nicht durcheinander.

Das Buch ist durchweg spannend. In beiden Fällen geht es um einen Mord. Als Leser rät man automatisch immer mit, wer der gesuchte Übeltäter sein könnte und hier muss man gleich bei zwei Fällen mit raten
Beide Geschichten sind gut geschrieben. Mir persönlich gefällt der Teil im "alten England" etwas besser. Die Beschreibungen der Örtlichkeiten ist toll gelungen, man kann sich alles super vorstellen. Außerdem bekommt man einen Einblick in den Umbruch von Gaslaternen zu elektrischem Licht, selbst in den Straßen. Was außerdem eine interessante Sache ist, dass auch recht viel über die damalige Lage der Frauen erzählt wird. Das Frauenwahlrecht ist umkämpft, Frauen schließen sich zusammen und wollen was bewegen. Das ist einfach toll!
Der Schreibstil ist durchgängig flüssig, was das Leseverständnis erleichtert.
Da es ein historischer, aber auch fiktiver Roman ist, rätselt man beim Lesen immer mal wieder herum, ob das gerade gelesene wohl wirklich geschehen ist. Ich war sehr erleichtert, als eine Erläuterung folgte, welche Szenen auf historischer Grundlage bestehen. Das machte dieses Buch noch interessanter für mich und steigerte nochmals den Spaß an diesem Buch.

Dieses Buch ist ein absolutes Muss für Sherlock Fans, die auch mal etwas über den Autor dieser tollen Krimis erfahren möchte. Die Chance, Einblicke in Conan Doyles Leben zu erhalten, ohne eine oftmals auch schon mal öde Biographie zu lesen, sollte man in jedem Fall nutzen! Ich kann das Buch nur empfehlen und würde es auf jeden Fall auch noch einmal selbst in die Hand nehmen!

Veröffentlicht am 24.09.2018

TifAnis Geschichte

Luckiest Girl Alive
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!!! Achtung: Kann Spoiler enthalten !!!

In "Luckiest Girl Alive" von Jessica Knoll geht es um die junge TifAni FaNelli, von allen Ani genannt. Sie ist eine junge attraktive Journalistin und ist mit einem ...

!!! Achtung: Kann Spoiler enthalten !!!

In "Luckiest Girl Alive" von Jessica Knoll geht es um die junge TifAni FaNelli, von allen Ani genannt. Sie ist eine junge attraktive Journalistin und ist mit einem Mann aus gutem und wohlhabenden Hause verlobt.
In Anis Vergangenheit ist etwas schlimmes vorgefallen. Sie soll darüber ein Interview geben, das in einer Dokumentation im Fernsehen ausgestrahlt werden soll. Da beginnt das Rätselraten für die Leser.
Anis Schulzeit wird in vielen Abschnitten paralell zu der Gegenwart erzählt. Man liest von Drogenkonsum, ihrem Schulwechsel eben durch solches und wie sie in der neuen Schule Freunde findet.
Ihr Verhältnis zu ihren Eltern scheint recht gestört. Ihr Vater zeigt beinahe nur Desinteresse an seiner Tochter und ihre Mutter ist nur auf Geld, Ansehen und Zugehörigkeit aus.
Ani wird zu einer Party eingeladen, bei der sie das einzige Mädchen ist. Sie wird dort zunächst mit Alkohol abgefüllt, sodass sie völlig die Kontrolle über sich verliert. Die Jungs machen sich dies zu eigen und vergewaltigen Ani mehrfach. Sie sind alle noch jung und keiner der Jungs scheint das wirklich zu verstehen, dass es nicht in Ordnung ist, was sie mit ihr gemacht haben.
Ani scheint es aber auch nicht wahrhaben zu wollen, da sie sich trotzdem weiter mit den Jungs trifft und ihre Freundin sein will. Ein Lehrer, Mr. Larson, hat Ani verstanden, er gabelt sie auf, als sie auf der zweiten Party vor der nächsten Vergewaltigung durch Dean, der ebenfalls bei der ersten tatkräftig dabei war, flieht. Er wirkt die ganze Geschichte über, als wäre er der einzige, der Anis Situation wirklich verstanden hat. Abgesehen von Arthur, der für Ani ein sehr guter Freund ist. Die beiden schwänzen zusammen, sie lachen und machen sich über die Schüler und Schülerinnen lustig, welche andere immer nur schickanieren können. Arthurs Freund Ben wurde so sehr gehänselt, dass er sich versucht hat umzubringen.Arthur und Ani sprechen oft darüber. Arthur kann nicht verstehen, warum Ani Dean nicht beim Schulleiter angeschwärzt hat, damit sein Verhalten ein Ende hat. Dadurch das Ani nichts sagt eskaliert bald einiges in ihrer Schule.. aber das sollt ihr Leser lieber selbst herausfinden.

Der Schockmoment, indem die Eskalation beschrieben wird, ist super gut gelungen. Ich habe zwar schon damit gerechnet, aber da kam es doch recht plötzlich.
Das war wohl der spannendste Moment im ganzen Buch..leider. Es hätten viel mehr da sein können. Der Spannungsbogen hing öfter mal durch.
Die Geschichte fand ich an sich gut. Es gab nur einige Aspekte, die für mich im wahren Leben niemals so verlaufen wären. Wenn du erfährst, dass deine Tochter mehrfach vergewaltigt wurde, schnautzt zu sie nicht an und sagst ihr, dass sie selber daran schuld ist. Gerade als Mutter sollte man dann doch für seine Tochter da sein und sie wieder aufbauen. Ebenso hat der Vater keinerlei anzeichen des Mitgefühls gezeigt, nicht ein einziges Mal, auch wenn seine Tochter hätte sterben können..war ihm vollkommen egal. Mag daran liegen, dass ich aus einem liebevollen Haushalt komme, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass gleich beide Elternteile ihre Kinder als so egal ansehen können.
Anis Verlobter ist ebenfalls keine Glanzleistung. Gab es überhaupt Liebe zwischen den beiden? Sie leben ja total an einander vorbei und haben eigentlich nicht eine Gemeinsamkeit.

Der Schreibstil ist gut, es lies sich wirklich angenehm lesen, wobei ich am Anfang die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart nicht gut fand. Dies legte sich aber im zweiten Abschnitt.

Das Thema finde ich äußerst wichtig! In meiner ersten Leserunde (diese war meine zweite) ging es ebenfalls um das Thema Mobbing. Es ist und bleibt ein riesen großes Thema. Cybermobbing ist heute so aktuell wie nie, da selbst die Grundschulkinder schon eigene Handys haben. Mobbing führt nicht nur zu Problemen für den Gemobbten - das Blatt kann sich (wie die Geschichte zeigt) auch schnell wenden.

Insgesamt fand ich, dass es ein gutes Buch ist. Schlicht und einfach gut. Nicht mehr, aber auch ganz sicher nicht weniger. Ich würde es Freunden empfehlen, aber nicht mit dem gelichen Enthusiasmus, mit dem ich normalerweise Bücher anpreise. Die Story ist schockierend und wird dadruch leider erst gut, aber das finde ich daher auch am lesenswertesten an dieser Geschichte.

Veröffentlicht am 11.07.2018

Eine Mordserie mit Potenzial

Mädchen, Mädchen, tot bist du
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ACHTUNG: Es sind ganz kleine Spoiler enthalten!

Zwei normale Schulen in Amsterdam, an denen plötzlich in kurzer Zeit mehrere Mädchen Selbstmord begehen. Das sorgt für Aufsehen. Doch was steckt dahinter?

In ...

ACHTUNG: Es sind ganz kleine Spoiler enthalten!

Zwei normale Schulen in Amsterdam, an denen plötzlich in kurzer Zeit mehrere Mädchen Selbstmord begehen. Das sorgt für Aufsehen. Doch was steckt dahinter?

In dem Buch "Mädchen, Mädchen, tot bist du" von Mel Wallis de Vries, geht es um ein Thema, das immer wieder viele Jugendliche betrifft - Mobbing!
Ein junges Mädchen namens Leila wird tot in ihrem Zimmer aufgefunden. Sie hat sich an einem Dachbalken erhängt. In der Schule wird für sie eine Trauerecke eingerichtet und die Schüler aufgefordert, über ihre Gefühle und Gedanken zu sprechen. Denn, Suizid ist ein schlimmes Thema, über welches man grade im Jugendalter sprechen sollte.
Kurz darauf erhält eine andere Schülerin namens Kate einen Zettel mit Botschaften wie "Hast du schon Angst?" und "Ich sehe alles, was du tust." Sie denkt sich nicht viel dabei, immerhin ist sie ein starkes junges Mädchen, die sich auch gerne für andere einsetzt. Doch leider wird sie umgebracht. Warum? Das weiß niemand, außer dem Mörder selbst, der den Mord wie einen Selbstmord aussehen lässt.
Ebenso ergeht es Yara, die als nächstes Zettel mit Nachrichten bekommt. "Du bist die nächste"! Yara ist ein nettes Mädchen. Sie durchlebt die normalen Probleme, die die Pubertät mit sich bringt: Stress mit den Eltern, Zimmer aufräumen ist ätzend und die Schule nervt auch. Doch ihr geht es gut. Um so merkwürdiger ist es, dass sie sich plötzlich vor einen Zug wirft und sich so das Leben nimmt. Aber wieder war es nicht ihr eigenes Handeln, sondern das des Mörders.
Als nächstes steht Tess auf der Liste des Mörders. Sie ist ein wirklich kluges Mädchen. Erst frisch nach Amsterdam gezogen, hat sie von dem Tumult um die Selbstmorde nur durch Zeitungsartikel und Gerede in der Schule erfahren. Sie scheint sich dafür zu interessieren, wieso das alles passiert. Also nimmt sie die Sache selbst in die Hand, macht die besten Freundinnen der verstorbenen Mädchen ausfindig und hinterfragt die Umstände. Doch der Mörder ist ihr auf den Fersen und kann ihren Plan durchschauen. Er lauert ihr auf und... Was dann geschieht, das solltet ihr selbst herausfinden. Ich sage nur eins: es ist spannend!

Der Jugendkrimi "Mädchen, Mädchen, tot bist du" hat mir gut gefallen. Er ist sehr spannend und man will unbedingt immer wissen, wie es weiter geht.
Die Spannung ist gut verteilt. Mal ist es spannender (natürlich in den Mordszenen am meisten) und mal ist es mäßig, wenn zum Beispiel der Alltag der Mädchen beschreiben bzw. durchlebt wird. Der Ausgleich dazwischen ist aber gelungen.
Das Thema der Geschichte ist für die Zielgruppe sehr gut gewählt. Leider ist Mobbing immer noch ein viel zu großes Thema. Gerade durch das Internet wurde es immer schlimmer. Man muss nicht einmal mehr der Person persönlich sagen, was man alles an ihr schrecklich oder hässlich oder sonst was, findet. Man kann es einfach im Internet auf sozialen Plattformen schreiben und viele andere teilen und kommentieren ihre Meinung dazu. Das ist feige und wirklich schlimm. Mit Mobbing geht daher auch leider viel zu häufig der Suizid mit einher. Viele Jugendliche, die sich in solchen Situationen leider nicht mitteilen, werden anfällig für diese falschen Gedanken. In dieser Geschichte wird das deutlich hervorgehoben, was mir sehr gut daran gefällt. Jugendliche sollten wissen, dass sie nicht alleine mit dem Thema sind und sich vor allem auch nicht alleine darum kümmern müssen. Teilt euch mit, seid stark und mutig - dann wird alles gut!
Die Figuren wurden immer sehr schön beschrieben. Nicht zu ausführlich, aber ausreichend genug, um sich gut in sie hineinversetzen zu können. Man konnte mit ihnen fühlen. Zumindest bei den Hauptfiguren. Die Nebendarsteller, z,B, Polizei oder "beste" Freundinnen, konnte man hingegen meistens gar nicht verstehen. Die Polizei nimmt die Angst bezüglich möglicher Drohungen an den Mädchen nicht ernst, was ich wirklich sehr erschreckend fand. Ebenso wie die Freundin von Kate, Romee, die sich niemals für den Jungen auf dem Schulhof eingesetzt hätte. Sie schaut weg und beschimpft ihre Freundin auch noch, warum sie "so dumm" sei und sich nicht einfach aus der Sache heraus gehalten habe. Was ich persönlich sehr interessant war, ist, dass man auch immer wieder in die Figur des Mörders Einblicke erhält. Es wird oft aus seiner Perspektive geschrieben, was der Geschichte nochmals einen Zuschlag an Spannung gibt. Man kann so auch viel rätseln, wer der Mörder ist oder ob es sogar mehrere sein könnten.
Der Schreibstil ist für Jugendliche sehr gut. Es ist flüssig geschrieben und es werden umgangssprachliche Aspekte eingebracht, die heutzutage benutzt werden. Es wird über Facebook, Instagram und generell Sozial Media geschrieben, was den Zahn der Zeit trifft. Auch zwischendurch im normalen Sprachgebrauch eingegliederte englische Wörter einzusetzen, ist etwas, was heute auch recht verbreitet ist. Durch diese sprachlichen Mittel wird die Geschichte realistisch. Inhaltlich schafft die Geschichte den Bezug zur Realität, wodurch es nicht abwegig erscheint, dass so etwas auch im wahren Leben stattfinden könnte.
Ich hatte auf jeden Fall Spaß beim Lesen. Durch die verschiedenen Charaktere, in die man sich immer wieder hineinversetzen darf, ist es immer spannend und interessant gehalten.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, auch wenn ich nun keine "Jugendliche" mehr bin. Doch konnte ich die Mädchen immer irgendwie verstehen, wie sie gehandelt haben, wie sie sich gefühlt haben.. oft dachte ich, dass ich mich genau so gefühlt habe, als ich noch etwas jünger war. Mir hat das Lesen der Geschichte auch klar gemacht, dass Suizid und Mobbing immer noch ein großes Thema ist. Gerade Jugendliche sind davon betroffen und die "Opfer" von Mobbing-Attacken werden immer jünger. In der Grundschule geht es leider heutzutage schon los. Ich bin der Meinung, dass dieses Buch auch als eine Schullektüre gehandhabt werden könnte. Es ist vielleicht nicht das beste Buch in dem Bereich, aber auf jeden Fall ein gutes. Es lässt sich vor allem auch wunderbar leicht lesen und regt (zumindest bei mir) den Verstand an.
Jedoch, es gibt Passagen, da hätte ich es schön gefunden, wenn da noch auf den Hintergrund eingegangen wäre. Dann wäre es noch etwas interessanter geworden. Aber das hält nicht vom Lesespaß bei diesem Buch ab.
Dies war mein erstes Lesejury-Buch und ich bin super froh, dass es das war. Es hat mir gezeigt, dass ich auf jeden Fall hier weiter dabei sein möchte. Es war ein klasse Einstiegsbuch!
Ich kann es nur empfehlen, es ist definitiv ein wirklich gutes Buch!