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Veröffentlicht am 24.01.2020

Die Reise zu sich selbst

Am Ende aller Zeiten
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Am Ende aller Zeiten spielt ungefähr in der heutigen Zeit in England. Es behandelt die Geschichte von Edgar Hill, einem gewöhnlichen Mittdreißiger, Familienvater und Angestellten, dessen Leben so vor sich ...

Am Ende aller Zeiten spielt ungefähr in der heutigen Zeit in England. Es behandelt die Geschichte von Edgar Hill, einem gewöhnlichen Mittdreißiger, Familienvater und Angestellten, dessen Leben so vor sich hinplätschert. Er hat es gründlich satt, betäubt sich meist mit Alkohol und ist nicht unbedingt ein Vorzeigeehemann.

Bis zum Tag X, an dem die Welt wie wir sie heute kennen, untergeht.
Asteroideneinschläge zerstören große Teile der Erde und Edgard und seine Familie finden sich in einem wahren Chaos wieder. Fehlende Infrastruktur, Nahrungsmangel etc.
Durch einen dummen Zufall wird Ed von seiner Familie und steht nun vor der größten Herausforderung seines Lebens. Um sie wiederzusehen, muss er laufen – 500 Meilen quer durch ein verwüstetes Land und er hat nur noch wenig Zeit.

Meinung:

Der Roman ist eine Mischung aus Endzeitstimmung und philosophischem Diskurs. Man folgt Edgar aus der Ich-Perspektive, wodurch man ganz nah am Geschehen dran ist. Edgar als Figur ist sicherlich kein Everbody´s Darling, aber ich habe mich im Laufe der Reise trotzdem mit ihm angefreundet. Noch viel mehr mochte ich allerdings die anderen Figuren. Hier war wirklich von allem etwas dabei, so das man einen wunderbaren Querschnitt durch die Bevölkerung bekam. Auch die verschiedenen Szenarien auf dem Weg, zeigen eigentlich alle Varianten, wie der Mensch mit einer solchen Ausnahmesituation umgehen kann. Dies schafft zum einen Abwechselung, die es bei einem solchen Kraftakt braucht, zum anderen machen sie das Bild erst richtig rund.

Gleiches gilt auch für die philosophischen Ansätze der Geschichte. Immer wieder wurde während des schier endlosen Laufens über die Welt, das eigene Leben oder vieles andere nachgedacht, was eine ganz eigene Stimmung hervorruft. Für mich passten diese Gedanken wunderbar zum Szenario, denn wann, wenn nicht am Ende der Welt ist es Zeit über sein Leben nachzudenken.

Fazit:
Einen Stern Abzug gibts für ein paar Längen, die nicht hätten sein müssen. Ansonsten kann ich das Buch aber nur jedem Freund von Endzeitgeschichten ans Herz legen.

Veröffentlicht am 18.01.2020

Düster

Vicious - Das Böse in uns
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Mit Vicious bringt die versierte Autorin Victoria Schwab einen Fantasythriller heraus, der nicht nur auf dem Cover einen unheimlichen Eindruck macht. Das geschriebene ist noch eine ganze Ecke düsterer ...

Mit Vicious bringt die versierte Autorin Victoria Schwab einen Fantasythriller heraus, der nicht nur auf dem Cover einen unheimlichen Eindruck macht. Das geschriebene ist noch eine ganze Ecke düsterer und führt uns zu (un)menschlichen Abgründen.

Gründe dafür sind unter anderem die Protagonisten Victor und Eli. Beide sind ehemalige brillante Medizinstudenten, die vorhaben sich selbst umzubringen. Doch nicht, um dem Leben zu entkommen, sondern um durch die Nahtoderfahrung Superkräfte zu entwickeln. Bei beiden gelingen die Experimente und sie überleben den eigenen Tod. Doch schnell wird klar das sie nicht nur außergewöhnliche Kräfte bekommen haben, sonder dafür auch etwas Entscheidendes abgeben mussten. Sie müssen erkennen, dass alles im Leben seinen Preis hat…

Meinung:
Vicious hat zwar fantastische Elemente durch die speziellen Kräfte, ist in meinen Augen aber eigentlich viel mehr ein klassischer Thriller. Morde, Ermittler, Motive und alles andere was einen Thriller ausmacht, sind bei diesem Werk vorhanden. Ein klassisches Gut gegen Böse, auch wenn keiner so recht weiß, wer dabei welche Rolle übernimmt.
Dies lässt sich manchmal wie im echten Leben auch, wohl nicht so pauschal sagen. Eigentlich sind in diesem Buch nämlich alle Gestalten zumindest zweifelhaft, was die Sache interessant macht. Wir haben weder klassisch gute Menschen, noch ein süßliches Happy End, noch eine wirkliche Liebesgeschichte. Stattdessen ist alles hauptsächlich düster, brutal und sehr abgeklärt (was es deutlich brutaler wirken lässt, als es die eigentliche Handlung wäre). Ich mochte diese seelischen Abgründe, weil sie im Fantasybereich eine nette Abwechselung zu den vielen lieblichen Geschichten darstellen.

Auch die eher speziellen Charaktere waren angenehm, weil sie aufzeigen, dass niemand nur gut oder böse ist. Besonders Mitch, ein Baum von einem Mann, dessen Lieblingsgetränk Schokomilch immer vorrätig sein sollte, führt einem so manches Klischee vor Augen. Zum Glück beschränken sich diese Klischees hauptsächlich auf solche Dinge und sind keine Basis des Buches. Denn die Geschichte basiert viel eher auf Spannung, psychologischer Raffinesse und brutaler Ehrlichkeit. Bis zum Ende gelingt der Autorin mit kleinen Abstrichen ein guter Thriller, der meiner Ansicht nach, aber keine Fortsetzung bräuchte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese sich elementar vom ersten Buch unterscheiden würde.

Fazit:
Ein guter Thriller, mit fantastischen Aspekten, der eher Freunde der finsteren menschlichen Züge anspricht. Wer ein „nettes“ Buch sucht, ist hier falsch.

Veröffentlicht am 13.01.2020

Erfolg verheißend

Wohlfühlgewicht
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Wohlfühlgewicht ist ein Ratgeber, von dem ich mir erhoffe einen Weg zu finden eben Selbiges zu erreichen und vor allem dauerhaft zu halten. Natürlich kann ich bei einer Neuerscheinung noch keine Auskunft ...

Wohlfühlgewicht ist ein Ratgeber, von dem ich mir erhoffe einen Weg zu finden eben Selbiges zu erreichen und vor allem dauerhaft zu halten. Natürlich kann ich bei einer Neuerscheinung noch keine Auskunft über den tatsächlichen Erfolg der Methode geben, aber das Konzept klingt wirklich vielversprechend.

Denn es geht nicht um eine Diät oder eine dauerhafte Ernährungsumstellung im klassischen Sinne. Es geht darum, sich selbst zu akzeptieren, auf den eigenen Körper und seine Signale zu achten und wieder mit Spaß und ohne schlechtes Gewissen zu essen. Denn wie bei vielen Dingen ist auch in Sachen Gewicht unser Kopf unser größter Feind. Dabei kann er, richtig eingesetzt, auch zum größten Freund werden.
In diesem Punkt will die Autorin eigene Erfahrungen an uns weitergeben und uns helfen wieder intuitiv zu essen. Zusätzlich zum Buch gibt es das bereits seit Längerem anwendbare Programm intueat, was ich aber nur am Rande erwähnen möchte. Wer das Buch liest, wird auch so oft genug auf die eigenen Produkte verwiesen. Nachvollziehbar, aber für mich als Leser nicht immer angenehm.

Viel wichtiger finde ich aber den sonstigen Inhalt des Ratgebers. Dieser setzt sich zusammen aus theoretischen Abschnitten, die auf wissenschaftlicher Basis erklären wie beispielsweise Heißhunger entsteht, was emotionaler Hunger ist und wie ich alte Trampelpfade im Gehirn in neue Denkstrukturen umwandele. Hinzukommen praktische Übungen, die ich grob unter Meditationen zusammenfassen würde, die helfen sollen das eigene Verhalten zu überdenken. Dabei geht es allerdings nicht darum, sich selbst zu rügen, sondern sich bewusster Gedanken um die Nahrungsaufnahme zu machen. Welche Lebensmittel tun mir gut? Warum möchte ich gerade etwas essen? Was will mein Körper mir sagen?
Diese Übungen sollen helfen, jeden individuell auf seinem Weg zu unterstützen, denn jeder kämpft aus anderen Gründen mit seinem Körper.

Wichtig an diesem ganzen Thema war es mir vorallendingen, das es keine Diät ist. Es geht nicht um dauerhaften Verzicht, Verbote und Jojoeffekte. Sondern um ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper. Dazu gehört für mich neben Ernährung und Einstellung unbedingt auch das Thema Sport/Bewegung. Dieser Bereich wir in diesem Buch ein wenig stiefmütterlich behandelt, was ich schade finde. Hier fehlt mir einfach etwas, das für mich das Konzept erst komplett macht.

Fazit:
Ich werde mich noch lange mit diesem Buch beschäftigen, weil dies das erste Buch zu diesem Thema ist, das mir wirklich realistisch und logisch erscheint.

Veröffentlicht am 12.01.2020

Eine positive Überraschung

Bildvagabunden
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Es geht in Bildvagabunden, wie der Titel schon erahnen lässt um Reisende, die sich durch Gemälde fortbewegen können. Die Protagonistin Caro ahnt nicht, das es soetwas überhaupt gibt, bis sie unversehens ...

Es geht in Bildvagabunden, wie der Titel schon erahnen lässt um Reisende, die sich durch Gemälde fortbewegen können. Die Protagonistin Caro ahnt nicht, das es soetwas überhaupt gibt, bis sie unversehens selbst zu einem Bildvagabunden wird. In einem Moment stand sie noch im Büro und bestaunte ein Bild, im nächsten Augenblick findet sie sich in eben jenem wieder. In einer völlig fremden Welt wird sie von Drachen gejagt und muss um ihr Leben fürchten, in einer anderen strandet sie auf den verlorenen Inseln, deren Bewohner tödlich sind. Sie möchte natürlich so schnell wie möglich wieder nach Hause zurückkehren, doch der Rückweg ist nicht einfach. Dafür muss sie in unzähligen Welten das eine Bild finden, das ihre Welt zeigt. Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen beginnt.

Ich habe an Bildvagabunden tatsächlich relativ wenig auszusetzen. Hier und da waren kleinere Längen drin und ich hätte die Liebesgeschichte nicht gebraucht. (Gibt es eigentlich noch Fantasy ohne Liebesgeschichten?)
Ansonsten mochte ich das Buch aber gern. Das Setting der verschiedenen Welten gefällt mir und die Gegebenheiten sind gut gelungen. Hier hat die Autorin wirklich mitgedacht und auch auf Kleinigkeiten geachtet. Besonders gefallen hat es mir, dass es den Protagonisten nicht zu leicht gemacht wurde. Sie hatten zwar manchmal wirklich viel Hilfe, standen aber auch vor großen Herausforderungen. Insbesondere der Punkt, dass keine direkte Rückreise möglich ist gefällt mir. Dies wäre in vielen Büchern anders gelöst worden. So bleibt die Spannung erhalten und der Leser bekommt Einblick in verschiedene Welten, die sich sehr von einander unterscheiden, sodass es immer wieder Neues zu entdecken gibt.

Fazit:
Eine tolle Reise, bei der ich ganz bald Teil 2 lesen werde. Er wartet schon auf meinem Reader.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2020

Selbstgewählte Familie

An Nachteule von Sternhai
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Beginnen tut die Geschichte mit einer Email an eine Unbekannte.

„Du kennst mich nicht, aber ich schreibe dir trotzdem.“

Dies sind die ersten Worte die Bett und Avery miteinander wechseln. Die gleichaltrigen ...

Beginnen tut die Geschichte mit einer Email an eine Unbekannte.

„Du kennst mich nicht, aber ich schreibe dir trotzdem.“

Dies sind die ersten Worte die Bett und Avery miteinander wechseln. Die gleichaltrigen Mädchen könnten unterschiedlicher nicht sein. Die eine ist extrovertiert, mutig und chaotisch, die andere eher schüchtern, ängstlich und strukturiert. Und doch sollen sie Schwestern werden, denn ihre Väter haben sich ineinander verliebt und erhoffen sich ein glückliches Familienleben. Diese Rechnung haben sie aber ohne die Mädchen gemacht, die beide überhaupt nichts von dieser Idee halten. Während sie also Pläne schmieden wie sie die drohende Familienzusammenführung verhindern können, lernen sie sich ganz nebenbei immer besser kennen und stellen schnell fest, das es nicht unbedingt Gemeinsamkeiten braucht. um sich zu mögen.
Eine außergewöhnliche Freundschaft nimmt ihren Anfang und zeigt, das Familie nichts mit Verwandschaft zu tun haben muss.

Da ich immer wieder gerne zu Hörbüchern greife, habe ich mir dieses Werk vorlesen lassen. Ein großer Pluspunkt, wie ich euch sagen kann, denn die Sprecher allen voran Birte Schnöink als Avery haben einen super Job gemacht. Sie tragen einen großen Teil zum Charakter der Geschichte bei und gestalten die Nachrichten persönlicher. Denn wenn man Figuren nur in Form von Nachrichten kennenlernt, fehlt manchmal die Nähe und man bekommt nur ein eindimensionales Bild. Dies ist hier nicht der Fall.
Ganz im Gegenteil bekommt man wirklich ein gutes Gefühl für die Mädchen und die restlichen Figuren.

Die Geschichte selbst ist nicht unbedingt ein Highlight an Fantasie oder Spannung und gehört eher zu der leisen Sorte. Der Art von Buch, in der die Figuren und ihre Gefühle im Fokus stehen und den nötigen Raum bekommen sich zu entfalten. Manchmal hätte ich mir ein wenig mehr Humor gewünscht, der hätte die Geschichte abgerundet.

Fazit:
Ich mochte das Buch, aber für die volle Punktzahl fehlte noch das gewisse Etwas.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere