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Veröffentlicht am 17.05.2021

Hexen gefangen zwischen Dämonen ...

Sister of the Moon
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"Sister of the Moon" ist der zweite Band der "Hexen Schwestern Saga" von Marah Woolf. Dieses Buch ist der beste Beweis dafür, dass man eine Buchreihe nicht gleich abschreiben sollte. Band 1 fand ich zwar ...

"Sister of the Moon" ist der zweite Band der "Hexen Schwestern Saga" von Marah Woolf. Dieses Buch ist der beste Beweis dafür, dass man eine Buchreihe nicht gleich abschreiben sollte. Band 1 fand ich zwar gut, aber nichts Besonderes. Diese Fortsetzung ist aber ein absolutes Highlight und Band 1 würde ich automatisch besser bewerten, wenn ich Teil 2 schon kennen würde, denn Band 1 ist einfach nur der "Prolog" dieser wundervollen Geschichte.

Inhalt: Vianne hat den Angriff der Dämonen überlebt, aber nun sind sie und ihre Schwestern Gefangene am Hof des Hochkönigs von Kerys. Er will sie zwingen, ihm schwarzmagische Artefakte zu beschaffen, die ihm unbegrenzte Macht verleihen. Macht, die er gegen die gesamte Menschheit einsetzen wird. Um einen Ausweg zu finden, bleiben Vianne nur wenige Wochen. Danach wird Regulus seine Drohung wahr machen und sie und ihre Schwestern mit einem Dämon vermählen. Sie darf niemandem trauen, denn alles, was sie bisher zu wissen glaubte, entpuppt sich nun als Lüge.

Meine Meinung: Das Cover des Buches ist atemberaubend schön. Mit sehr viel Liebe zum Detail im und am Buch, macht dieser Blickfang das Lesevergnügen noch größer. Sogar der Einband unter dem Schutzumschlag kann sich sehen lassen und einige Zeichnungen und Anleitungen verzücken die LeserIn zwischen den Seiten.

Der Schreibstil von Marah Woolf wird von Buch zu Buch besser. Da ich schon sehr viele Bücher dieser tollen Autorin in den letzten Jahren verschlungen habe, fällt mir das bei ihren Büchern ganz besonders positiv auf. Zwischen ihrer "FederLeicht"-Saga und den "HexenSchwestern" liegen Welten. Mittlerweile kann sie wirklich mit den internationen TOP-Fantasy-AutorInnen mithalten.

In der Rezension zu Band 1 habe ich erwähnt, dass ich mir einen ganz speziellen Plottwist mit einer ganz speziellen Person im zweiten Band wünsche und dieser ist tatsächlich eingetreten. Marah, ich liebe dich dafür Ich habe mich auf den ersten Blick in diese Person verliebt und war unendlich glücklich als das Buch in eine andere Richtung verlief.

Auch die Handlung der Geschichte entwickelte sich zu etwas ganz Großem. So viele Intrigen, Machtdemonstrationen und verschiedene Standpunkte .. Wahnsinn, wie sich hier einfach alles zum Positiven geändert hat. Auch die Charaktere: Man kann beobachten, wie Vianne ihre Naivität verliert und sich Fragen stellt, über die sie sich zuvor noch nie Gedanken machte. Ihr Charakter wird zunehmend stärker und eindrucksvoller.
Von Ezra bin ich noch immer nicht begeistert, das liegt aber an seinem "sehr französischen" Charakter. Alle anderen Charaktere habe ich sehr ins Herz schließen können. Vor allem die Beziehung zwischen den drei Schwestern fand ich sehr schön. Für die Hexen-Schwestern ist es überlebensnotwendig in der Umgebung, in der sie sich befinden, den Zusammenhalt zu demonstrieren. Die Autorin konnte diese innige, bedingungslose Liebe sehr gut rüberbringen.

Zur Liebesgeschichte will ich nicht zu viel sagen. Außer: mein armes Herz seufz. Das Flattern in meinem Herz begann ungefähr beim ersten Drittel des Buches, zwischendurch fühlte es sich an als würde ein Elefant darauf herumtrampeln. Dann wurde es mit bunten Schmetterlingen gefüttert, bevor es in tausend Splitter zerbrach.

Eine wirklich ganz tolle Geschichte und eine riesige Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 14.05.2021

Fulminanter Abschluss ...

Der Ruf der Rache
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"...jeder Mensch kann hören, was laut gesagt wird, aber nur wenige hören die schlagenden Herzen hinter den Worten."

"Der Ruf der Rache" ist Band 2 und somit der Abschluss der "Die Chroniken der Hoffnung"-Dilogie ...

"...jeder Mensch kann hören, was laut gesagt wird, aber nur wenige hören die schlagenden Herzen hinter den Worten."

"Der Ruf der Rache" ist Band 2 und somit der Abschluss der "Die Chroniken der Hoffnung"-Dilogie von Mary E. Pearson. Bei der Dilogie handelt es sich um ein Sequel zu den "Die Chroniken der Verbliebenen", welche zwar in derselben Welt spielt, jedoch andere Protagonisten in der Hauptrolle hat. Einige Charaktere aus den Chroniken der Verblieben treffen wir aber für kurze Zeit wieder.
Band 1 der Dilogie konnte mich nicht ganz von sich überzeugen, umso überraschter war ich, wie mich "Der Ruf der Rache" begeistern konnte. Ich war gefesselt und hatte ein paar unglaublich fantastische Lesestunden.

Inhalt: Kazi und Jase begeben sich voller Hoffnung und Tatendrang zurück nach Torsfeste. Dabei geraten sie in einen Hinterhalt, werden voneinander getrennt und müssen feststellen, dass all ihre Hoffnungen zerschlagen wurden. Torsfeste wie es einmal war, existiert nicht mehr und Gewalt und Tod gehört plötzlich zur Tagesordnung. Um Torsfeste und seine Bewohner zu retten müssen Kazi und Jase sich alles abverlangen und das getrennt voneinander, ohne zu wissen ob der jeweils andere überhaupt noch am Leben ist. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Meine Meinung: Die Story ist sehr viel besser als in Band 1. Wo es im Auftakt noch mehr um die Beziehung zwischen Kazi und Jase ging, erleben wir hier gleich zu Beginn einen Plot-Twist und die Welt aus Band 1 stürzt in sich zusammen. Die Geschichte ist unglaublich spannend und nervenaufreibend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen weil es mich so gefesselt hat. Alles was in Band 1 fehlte ist hier vorhanden. Die Gefühle sind echt und erreichen das Herz, es gab etliche Gänsehautmomente und einen Nervenkitzel, der einen fast in den Wahnsinn treibt. Keinen einzigen Moment lang kam Langeweile auf und die Handlung war sehr viel düsterer und grausamer. Unsere Protagonisten standen mehrmals am Rande des Todes und mussten sich wirklich ALLES abverlangen.
Für die Romantiker unter uns gab es auch ein paar wunderschöne Herz-Momente; Drama und Herzschmerz inklusive.

Es hat mir wirklich gut gefallen, vor allem, da mich Band 1 eigentlich nicht wirklich überzeugen konnte. Dieses Finale hatte es aber wirklich in sich und ich hoffe, dass dies nicht die letzte Geschichte der Autorin aus dieser Welt gewesen ist.
Verdiente volle Punktzahl für dieses wahnsinnig spannende und fantastische Finale der Dilogie!

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Veröffentlicht am 06.06.2021

Nur die Macht der Vergebung kann ihrer Liebe Flügel verleihen ...

Be My Tomorrow
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"... Schließlich nickte er, aber es kam mir vor, als hätte er mir direkt ins Herz geschaut und sei einverstanden mit dem, was er gesehen hatte."


"Be My Tomorrow" ist der Auftakt einer neuen Reihe von ...

"... Schließlich nickte er, aber es kam mir vor, als hätte er mir direkt ins Herz geschaut und sei einverstanden mit dem, was er gesehen hatte."


"Be My Tomorrow" ist der Auftakt einer neuen Reihe von meiner persönlichen New Adult-Queen Emma Scott. Die "Only Love"-Reihe ist als Trilogie geplant, in den Folgebänden gibt es aber andere Protagonisten. Gefühlvoll, emotional und wundervoll ... das sind nur einige Adjektive, die diese schöne Geschichte rund um Zelda und Beckett beschreiben. Die Autorin konnte mich wieder mal zu Tränen rühren.

Inhalt: Vor zehn Jahren wurde Zeldas Leben zerstört, denn ihre kleine Schwester wurde vor ihren Augen entführt. Ihren Schmerz wandelt sie in Kunst um - und zwar in Graphic Novel. Als ihr Comic in New York wieder mal von einem großen Verlag abgelehnt wurde, trifft sie auf Beckett. Er ist Fahrradkurrier und Aushilfe in einem italienischen Restaurant und seine Fehler der Vergangenheit holen ihn immer wieder genau so ein wie Zeldas. Verzweifelt klammern sie sich an den Schmerz, aber werden sie so Vergebung und Glück finden?

Meine Meinung: Das Cover ist wieder einmal ein wahrer LYX-Traum. Hübsche Pastellfarben, großer Titel und Makro-Ornamente von Federn, typisch für die heutigen New Adult-Bücher und so viel ansprechender und hübscher anzusehen als die englischen Cover dieses Genre. Man hält das Buch in Händen und weiß sofort, dass dahinter eine emotionale und romantische Geschichte steckt.
Am Beginn des Buches finden wir einen Hinweis zur Trigger-Warnung und eine Playlist, passend zur Geschichte und dessen Protagonisten. Auf der letzten Seite finden wir eine Vorschau zu den anderen Bänden der Reihe, die bereits im September 2021 bzw. Januar 2022 erscheinen werden. Man muss also zum Glück nicht ganz so lange auf Nachschub warten.

Emma Scotts Schreibstil ist noch genau so gefühlvoll und wundervoll, wie wir es von ihr gewohnt sind. Ich liebe es den Worten dieser unglaublich talentierten Autorin zu folgen. Ihr Schreibstil ist nicht so poetisch wie der ihrer Kollegin Brittainy C. Cherry, sondern einfacher. Trotzdem trifft sie mit ihren Geschichten ständig ins Herz. Man kann sich sofort in die Charaktere und deren Geschichte hineinversetzen und fühlt sich mit ihnen verbunden. "Be My Tomorrow" beinhaltet im Vergleich zu ihren anderen Büchern weniger Drama, aber Emma Scott hat mich trotzdem zu Tränen gerührt und zwar diesmal nicht mit der Liebesgeschichte (die natürlich trotzdem wunderschön ist), sondern mit Zeldas dramatischer Vergangenheit und deren Kampf um Vergebung.

Das Buch hat mich sofort angezogen, und zwar nicht nur weil Emma Scott zu meinen Lieblingsautorinnen zählt, sondern weil mich das Thema Graphic Novel sofort begeistert hat. Die Kunst der Comics hat mich schon seit der Kindheit an fasziniert und es gibt viel zu wenige Bücher in denen dieses Thema vorkommt. Im Buch sind sogar einige Ausschnitte aus Zeldas Graphic Novel, die mir sehr gut gefallen haben und für Abwechslung sorgten.
Die Geschichte spielt zur Weihnachtszeit und ich verstehe absolut nicht, warum der Verlag das Buch im Frühsommer rausgebracht hat anstatt Ende Herbst. Das Buch ist von der Stimmung her eigentlich das perfekte November-Buch.
Das Setting des Buches ist New York, aber nicht die Schicki-Micki Seite New Yorks sondern das alltägliche Leben der Unterschicht. Zelda ist ein Stern der erst lernen muss im dunklen Himmel New Yorks zu strahlen und steht ganz unten mit wenig Geld und wenig Zukunftsperspektiven. Trotzdem bekommen wir auch einiges von der Stadt, die nie schläft, zu sehen.

Die Geschichte ist abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Zelda und Beckett erzählt. Beide Charaktere muss man sofort ins Herz schließen. Sie haben trotz ihrer jungen Jahren sehr viel durchgemacht und die Fehler und Erlebnisse ihrer Vergangenheit haben ihre Seelen stark geprägt. Zelda ist ein kleiner, eher schüchterner, Nerd mit italienischen Wurzeln, die als Kind mit ansehen musste, wie ihre kleine Schwester Rosemary im Supermarkt entführt wurde. Seither muss sie nicht nur mit der Trauer kämpfen, sondern auch mit starken Schuldgefühlen und Panikattacken. Wer sich von Kindesentführung und -missbrauch getriggert fühlt, sollte auf jeden Fall die Finger von dem Buch lassen. Mir ist die Geschichte von Zelda und Rosemary sehr nah gegangen und Zeldas verzweifelte Versuche um Vergebung und Erlösung haben mich zu Tränen gerührt. Besonders schön waren die Worte von Zeldas etwas verwirrter Tante, die eine wundervolle Vorstellung vom Leben nach dem Tod hat und wohl jedem, der bereits mit Verlust umgehen musste, Hoffnung schenkt.
Becketts Vergangenheit ist zwar eine andere, aber doch genau so charakterprägend. Als Jugendlicher begann er eine Dummheit und nahm bei einem Einbruch teil, bei dessen Folgen ein älterer Herr einen Herzinfarkt erlitt und zu Tode kam. Beckett landete für einige Zeit im Gefängnis und beim Start der Geschichte befindet er sich auf freien Fuß in Bewährung. Becketts Seele ist von Bedauern und Schuldgefühlen zerfressen und mit guten Taten ersucht er um Erlösung und Vergebung von seinen Fehlern. Er bringt seiner schrägen Nachbarin, die nie einen Schritt vor die Haustür setzt, unaufgefordert Essen mit oder begleitet ein hilfloses und verzweifeltes Mädchen zu ihrem Hotel, damit ihr nichts passiert. Sein Charakter ist durch und durch zum Schmälzen. Zum Glück wurde in diesem Genre mit dem Bad Boy-Klischee schon lange aufgeräumt. Beckett hat mich optisch und charakterlich die ganze Zeit an Takumi vom Manga "Maid-Sama" erinnert und deshalb habe ich ihn sowieso von Anfang an geliebt.
Gemeinsam sind Zelda und Beckett ein wahres Dreamteam und wie füreinander geschaffen. Zwischen den beiden stimmt einfach die Chemie und sofort tritt eine Vertrautheit in den Alltag, der an die wahre Liebe denken lässt. Es beginnt mit einer innigen Freundschaft und es hat mir sehr gut gefallen, dass die Geschichte nicht sofort mit Verlangen und Sexszenen gefüllt war. Die Liebe zwischen den beiden erblühte langsam, dafür aber um so inniger und ich zweifelte für keinen Moment, dass diese Beziehung ein Leben lang halten wird.

Becketts beste Freundin Darlene ist ein interessanter Nebencharakter, die auch die Hauptrolle im nächsten Band der Reihe übernehmen wird. Darlene fand ich persönlich sehr nervig mit ihrer quirligen Art und dem ständigen "Oh mein Gott", aber trotzdem hat sie auch eine total liebenswürdige Seite. Sie hat auch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen und neigt zu leicht bipolarem Verhalten. Sie ist wie eine jüngere Schwester, die man trotz ihrer Fehler ins Herz schließen muss.

Das Buch startete unglaublich und endete noch unglaublicher, aber der Zwischenteil war etwas zäh. Es ging gefühlt nichts voran, weder bei Zeldas und Becketts Beziehung noch bei deren Charakterentwicklung. Das Ende hat dann aber so einiges rausgerissen und war wundervoll, vor allem im Bezug auf Zeldas Familie. Das Ende konnte mich noch einmal zu Tränen rühren, vor allem die Zeichnung auf der letzten Seite.
Mit dem Ende meine ich aber nicht den ganz letzten kitschigen Teil. Den hätte die Geschichte wirklich nicht gebraucht. Aber das geht mir bei diesen New Adult-Romanen ja leider meistens so, dass es mir am Ende zu kitschig wird.

Einen halben Punkt Abzug für die Längen im Mittelteil, ansonsten eine sehr emotionale und gefühlvolle Geschichte, die auch ohne große Dramatik auskommt. Das Setting des Buches passt zwar besser in die Vorweihnachtszeit, ich habe aber trotzdem sehr schöne Stunden damit verbracht. Emma Scott hat mal wieder eine Geschichte fürs Herz geschrieben - eine wundervolle Geschichte über zweite Chancen und die Kunst der Vergebung!
4,5 Sterne und ich freue mich schon auf "Forever Right Now" in der wir Darlene besser kennen lernen werden.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Fantasy oder doch historischer Roman?!

Totenbraut
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"Totenbraut" ist ein Einzelroman von der deutschen Autorin Nina Blazon. Das Buch ist bereits etwas älter und 2009 erschienen. Ich habe schon etliche Bücher der Autorin gelesen, aber mit diesem Mystery-Thrill-Roman ...

"Totenbraut" ist ein Einzelroman von der deutschen Autorin Nina Blazon. Das Buch ist bereits etwas älter und 2009 erschienen. Ich habe schon etliche Bücher der Autorin gelesen, aber mit diesem Mystery-Thrill-Roman konnte sie mich ganz besonders begeistern.

Inhalt: Es gibt Augenblicke im Leben, die lassen das Herz stillstehen und das Blut kalt werden. Heute weiß ich, es ist der Kuss des Todes, der uns in jenen Sekunden streift und uns alle Wärme nimmt. Das fremde Gesicht, in das ich damals blickte, war von der eisigen Schönheit des Todes und von der Hässlichkeit eines Leidens, tiefer und schmerzhafter, als ein Lebender es ertragen könnte. Ich sah erloschene Augen und totenfahle Haut. Ich sah schwarze Zähne. Und Lippen, die kaum mehr vorhanden waren. Ich roch Taubenfedern und Regen und sah, wie die Gestalt nach meiner ausgestreckten Hand griff.

Meine Meinung: Wir befinden uns im Jahre 1731. Unsere junge Protagonistin Jasna wird von ihrem Vater an einen vorbeiziehenden, reichen Fremden verkauft und muss in die unbekannte Ferne reisen, an den Rand Serbiens, nahe der Osmanischen Grenze. Nichts ungewöhnliches für die damalige Zeit. Mädchen wurden oft verkauft, auf das Alter des Bräutigams wurde dabei nur selten geachtet. Arme Familien waren froh, wenn sie die jungen Mädchen unter die Haube bringen, vor allem wenn man viele Töchter hat. Mit 17 galt man schon als alte Jungfer.
Jasna lebt in einer Zeit und in einem Land, das von Unwissenheit und Aberglauben geprägt ist. Die bäuerlichen Gemeinden am Land bekommen von den großen Änderungen im Kaiserreich in Bezug auf Bildung und Weltanschauung nicht viel mit. Wissenschaft wird als Humbug abgetan. Krankheiten und Hungersnöte werden mit Übernatürlichem erklärt. Wenn plötzlich viele Menschen im Dorf krank werden, treibt sich ein Untoter in der Nähe rum, dass weiß sogar der Pfarrer. Ich habe schon viele Dokumentation über die Herkunft des Vampir-Mythos gesehen, welcher im südöstlichen Europa seine Ursprünge findet. Die Autorin hat wirklich jede Menge Recherchearbeit geleistet, bevor sie sich an dieses Thema wagte. Und das hat sich voll ausgezahlt, ich habe bisher noch keinen Vampir-Roman gelesen, der einen so historisch korrekten Inhalt aufweist. Da kommt die Fragen auf ob es sich hier nicht eher um einen historischen Roman handelt, als um ein Fantasy-Buch. Ist "Übernatürliches" nicht einfach nur ein Mangel an Wissen? Die Angst und der Aberglaube waren damals die größten Feinde der Menschheit.

Der Inhalt des Buches und dessen Handlungsstrang konnte mich auf jeden Fall voll überzeugen. Der Schreibstil ist unglaublich fesselnd und zwischendurch auch gruselig. Außerdem geschehen ständig unvorhergesehene Plottwists. Du denkst du weißt wie sich die Geschichte entwickeln wird - du liegst völlig falsch! Die Autorin hat mich immer wieder überrascht. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Auch die Protagonistin konnte mich voll überzeugen. Jasna ist fromm, abergläubisch und ungebildet, so wie die ländliche Bevölkerung es damals eben war. Trotzdem hat sie einen willensstarken Charakter, ist wissbegierig und kann ihr Köpfchen einsetzen. Als Leser/Leserin bleibt man bis zum Schluss genauso unwissend wie Jasna. Ich musste voll mit ihr mitfiebern und habe mich beim Lesen genauso gegruselt, gefürchtet und ungerecht behandelt gefühlt wie sie.

Der einzige Schwachpunkt war die eingebaute Liebesgeschichte. Die Gefühle kamen bei mir nicht richtig an, weil der Hauptaugenmerk ja am Mystery-Thrill liegt. Wenn aber eine Liebesgeschichte eingebaut wird, dann soll sie auch echt sein. Eine eingebaute Wischi-Waschi-Liebe kann ich nicht nachvollziehen. Die Geschichte hätte diese gar nicht gebraucht.

Auf jeden Fall ist "Totenbraut" mal etwas völlig anderes und ich finde es sehr schade, dass diese spannende Geschichte so lange auf meinem SUB versauert ist. Wer mal Lust auf den Ursprung der heutigen Vampir-Romane hat, ist hier goldrichtig.
Mystery-Thrill, gepaart mit historischen Wahrheiten - fesselnd, gruselig und kaum aus der Hand zu legen.

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Veröffentlicht am 17.05.2021

Ein Schwert, ein Körper, zwei Seelen ...

Im Schatten des Schwertes
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"Wir sind alle nichts weiter als Schachfiguren in einem endlosen Spiel aus Macht und Gefälligkeiten, bis das Glück uns nicht mehr hold ist und wir vom Brett geworfen werden."

"Im Schatten des Schwertes" ...

"Wir sind alle nichts weiter als Schachfiguren in einem endlosen Spiel aus Macht und Gefälligkeiten, bis das Glück uns nicht mehr hold ist und wir vom Brett geworfen werden."

"Im Schatten des Schwertes" ist der zweite Band der "Schatten"-Trilogie von Julie Kagawa. Nachdem mich der erste Band der Trilogie komplett begeistert hat, musste ich so schnell wie möglich wissen, wie es mit unserer Halb-Füchsin und ihren Freunden weitergeht. Eine tolle Fortsetzung, die mein Herz vor allem gegen Ende höher schlagen ließ.

Inhalt: Das Fuchsmädchen Yumeko hat eine gefährliche Mission: Sie muss eine hochgeheime Pergamentrolle in Sicherheit bringen. Gerät das Schriftstück in die falschen Hände, könnte ein einziger böser Wunsch das ganze Reich für immer in die Finsternis stürzen. In dem wortkargen Samurai Tatsumi hat sie einen starken Begleiter gefunden, der ihr Freund und Vertrauter wurde – und sogar ein wenig mehr. Doch Yumeko hat auch einen unberechenbaren Feind: den Dämon Hakaimono, der Jahrhunderte lang in das Samuraischwert Tatsumis gebannt war. Jetzt ist Hakaimono frei und hat sich Tatsumis Körpers und Geistes bemächtigt. Der Dämon setzt alles daran, Yumeko die Rolle zu entreißen. Wenn sie ihr Ziel erreichen will, darf sie vor nichts zurückschrecken. Selbst dann, wenn Tatsumi dabei umkommen sollte …

Meine Meinung: Das Cover wurde passend zum ersten Teil gestaltet. Zwei gekreuzte Katana-Schwerter und Blütenblätter im japanischen Stil. Sehr hübsch, aber vielleicht etwas zu kindlich für den blutrünstigen Inhalt. Es hätte ruhig etwas düsterer sein können. Das englische Cover finde ich da passender.
Die illustrierte Karte im Inneren des Buches kennen wir bereits aus Band 1 und war wieder eine Hilfe zur Orientierung. Auch das Glossar am Ende des Buches kann durchaus hilfreich sein, wenn man sich in der japanischen Kultur und Mythologie nicht so gut auskennt. Ich musste kein einziges Mal Begriffe nachschlagen. Mein Otaku-Herz jubilierte bei den japanischen Ausdrücken und Dämonen jedes Mal laut drauf los

Ich liebe, liebe, liebe Julie Kagawas Schreibstil. Bildgewaltig, ausführlich und einzigartig bringt sie die Leser in eine sehr detailliert ausgearbeitete Welt voller Zauber und Magie. Auch der asiatische Flair konnte mich begeistern, man bemerkt sofort, dass sich die Autorin mit der japanischen Mythologie sehr gut auskennt. Sämtliche vorkommende Charaktere wurden wunderbar vorstellbar beschrieben und jedem wurde eine Seele eingehaucht, sowohl unseren Protagonisten als auch den dutzenden Nebencharakteren und sogar jedem einzelnen Dämon.

Die Charaktere haben sich zum Großteil positiv weiterentwickelt. Vor allem unsere Protagonistin Yumeko stellt sich endlich ihrer Fuchs-Seite und entwickelt sich zu einer wahren Heldin. Einzig die Schreinmaid Reika hat noch eine Charaktersteigerung verdient, zur Zeit erinnert sie mich stark an Rei von Sailor-Moon.

Die Story hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Autorin hat erneut ein paar wunderbare Ideen in die Geschichte eingebaut. Die schwarze Neko in der Hauptstadt des Schattenclans hat es mir besonders angetan. Ich hoffe auf ein Wiedersehen Und das Buch beinhaltet gleich zwei wundervolle Liebesgeschichten. Die Halb-Dämonin und der Dämonenjäger, der Hund und der Pfau?! SHIP, SHIP, SHIP.

Ich muss aber leider sagen, dass sich der Beginn etwas gezogen hat. Die ersten 200 Seiten waren etwas zäh, obwohl ich vor allem die Erzählstränge aus der Sicht des Dämons Hakaimono sehr interessant fand. Sein böser Charakter und seine blutrünstigen Gedanken sind mal etwas ganz anderes. Trotzdem war der Start etwas langweilig. Aber dann dieses Ende ... Hach, mein armes Herz. Nervenaufreibend spannend und von der Autorin perfekt gelöst. Da hat ein neuer Book-Boyfriend mein Herz erobert Auch der geheimnisvolle Seigetsu hat es mir angetan, der scheinbar überall seine Finger im Spiel hat.

Trotz anfänglicher Schwächen eine sehr gelungene Fortsetzung. Eine unglaublich spannende Einleitung ins Finale mit unvorhergesehenen Wendungen und starken Charakteren. Für Anime-Liebhaber ein MUSS!

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