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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2020

Zweifle nicht - lese!

Never Doubt
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Geschichte:
Isaac, der in seinem Leben in einer Schublade festzustecken scheint und Willow, das reiche, hübsche Mädchen, deren Leben sich eine Partynacht abrupt geändert hat. Für Willow ist der Umzug nach ...

Geschichte:
Isaac, der in seinem Leben in einer Schublade festzustecken scheint und Willow, das reiche, hübsche Mädchen, deren Leben sich eine Partynacht abrupt geändert hat. Für Willow ist der Umzug nach Harmony eine willkommene Änderung. Indem sie etwas ganz Neues probiert, in einem Theater mitzuspielen, versucht sie das Geschehene zu verarbeiten. Auch Isaac sucht im Theater ein Ventil zu seinem düsteren Leben. Als die beiden die Hauptrollen des Stücks „Hamlet“ übernehmen kommen sie sich näher und öffnen sich einander, obwohl sie in das Leben des jeweils anderen überhaupt nicht zu passen scheinen.

Meinung:
Zu Beginn kamen mir die Charakter sehr einfach vor - der Bad Boy und das reiche Mädchen. Doch je weiter die Geschichte ging, desto mehr konnten mich die beiden Protagonisten mit Details fesseln und überzeugen. Teilweise kamen mir Handlungen allerdings sehr einfach bzw. schnell vor, was mich jedoch nicht davon abhielt die Seiten zu verschlingen. Der Aufbau ihrer Emotionen ging schnell, aber hat auch verdeutlicht, dass sie sich gegen die Zuneigung nicht wehren können. Trotz dem Versuch sich nicht auf den Anderen einzulassen, kamen sie sich immer näher und haben sich gegenseitig geholfen (auf mehreren Ebenen).
Isaac ist ein sehr starker Charakter, der authentisch und ehrlich ist. Über die Abschnitte hinweg wird er für den Leser immer offener und lässt zunehmend hinter die Fassade des „Bad Boys“ blicken.
Willow ist ebenfalls ein gut durchdachter Charakter, deren Erlebnisse sich in ihren Handlungen widerspiegeln. Auch sie entwickelt sich zunehmend, was allerdings eher vorhersehbar war. Sie möchte das tragische Ereignis aus ihrer Vergangenheit einfach ignorieren und überspielen, was Isaac und Angie allerdings nicht zulassen.
Neben den beiden Hauptcharakteren gibt es wichtige Nebencharaktere - Marty gibt (wie auch im Theater) häufig den Schubs in eine Richtung, während Angie Willow im Hintergrund Stabilität gibt.
Das Buch verknüpft mehrere Handlungen miteinander - zu Beginn erzählt Willow von einer Erinnerung mit ihrer Großmutter, die sie durch das Buch begleitet. Gleichzeitig findet die Geschichte von Isaac und Willow parallel zu dem Theater „Hamlet“ statt und findet sich regelmäßig darin wieder. Diese Interaktion dieser verschiedenen Geschichten war wirklich fantastisch und hat mich begeistert! Natürlich erzählt „Never Doubt“ keine vollkommen neue Geschichte, konnte mich allerdings durch Feinheiten überzeugen und fesseln. Auch der Titel des Buchs hat eine zentrale und so wichtige Bedeutung für die Geschichte - alles ist so tief durchdacht und rund.
Wie ich es von der Autorin gewohnt bin, bringt sie die Emotionen sehr intensiv rüber. Kaum, dass man sich versieht ist der Leser in die Handlung und die Emotionen eingetaucht. Der Schreibstil ist wieder lyrisch angehaucht und damit emotional, aber trotzdem angenehm und flüssig zu lesen. Dabei legt Emma Scott viel Wert auf Details, was die Handlung einfach rund macht. Auch in der Struktur des Buchs finden sich die Parallelen zum Theater wieder - es ist in drei Akte unterteilt, die beim Lesen inhaltlich auch spürbar sind.
Lediglich der Schluss hat mich leicht enttäuscht. Der Spannungsbogen in der Handlung konnte mich richtig fesseln, sodass ich beim Höhepunkt die Emotionen der Protagonisten zu 100% mitempfinden konnte. Dann kam ein Zeitsprung und das Finale, das für mich zu einfach, gradlinig und vorhersehbar für die vorherige Geschichte war.

Fazit:
„Never doubt“ bekommt von mir eine klare Leseempfehlung und ist sicher eins meiner Jahreshighlights. Ein emotionales, mitreisendes Buch mit super durchdachten Charakteren und einer ganz kleinen Schwäche, was dem ganzen Buch nicht schaden kann. Ich kann den Hype total nachvollziehen - und bin dabei!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.09.2020

Tschüss Polar

BePolarTrilogie / BeOne
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„BeOne“ bildet das Ende der Trilogie rund um die Protagonistin Roya in Polar. Nachdem in den ersten beiden Büchern viele Fragen aufgetan wurden, geht der Leser mit der Erwartung von Enthüllung an das letzte ...

„BeOne“ bildet das Ende der Trilogie rund um die Protagonistin Roya in Polar. Nachdem in den ersten beiden Büchern viele Fragen aufgetan wurden, geht der Leser mit der Erwartung von Enthüllung an das letzte Buch und taucht sofort wieder in die Machtspiele und Verstrickungen in Polar ein.

Die Eleven-Auswahl geht weiter und scheint in einer eigenen Welt stattzufinden. Während die Nachwuchspolitiker weitergehend abgeschottet von der realen Welt ihre Zukunft bestimmen sollen, bekommt die Bevölkerung nur zu sehen, was sie sehen sollen. Die Familien der Eleven werden bedroht und die jungen Kandidaten müssen um das Leben ihrer Liebsten und ihr eigenes fürchten. Währenddessen kommen weitere Interessengruppen ins Spiel und tragen durch die unterschiedlichen Kenntnisstände der Charaktere weiter zur Verwirrung bei. Je mehr Informationen die Protagonistin Roya aufdeckt, desto schwieriger wird es die richtige Spur zu verfolgen und zu entscheiden, auf wessen Seite sie stehen soll. Neben den politischen Machenschaften ist auch die Dreiecksgeschichte zwischen Roya, Tristan und Tam weiterhin ein wesentlicher Handlungsstrang.

In dieser Trilogie gibt es zahlreiche Charaktere, die ausgefeilt sind. Durch feine Charakterzüge und einzelne Aspekte aus den Vergangenheiten wirken sie realistisch und geben der Handlung mehr Tiefe. Ich hatte es in der Leserunde bereits geschrieben: Ich würde mir zu einigen Charakteren eine eigene Geschichte wünschen, um mehr über sie zu erfahren. Die Autorin spielt gekonnt mit den verschiedenen Perspektiven der Charatere, um dem Leser die verschiedenen Sichtweisen sehr nahe zu bringen.
Außerdem finden sich in der Handlung Parallelen zu unserer Gesellschaft, die dezent aber gezielt kritisiert werden, ohne die Geschichte selbst in eine falsche Richtung zu lenken.

Im Laufe der drei Bücher tat ich mich teilweise schwer den Überblick zu behalten und die verschiedenen Handlungsstränge mit zu verfolgen. Da ich zwischen dem zweiten und dem dritten Buch eine Weile Pause von Polar hatte, fiel mir das sicherlich noch schwerer, als jenen die die Trilogie durchweg lasen.
Man sollte die Reihe also zeitnah nacheinander lesen, um so alle Informationen noch präsent zu haben und Verknüpfung zu können. Auch da man erst alle Zusammenhänge versteht wenn man alle drei Bücher gelesen hat und somit eine umfängliche Bewertung erst möglich ist wenn die Reihe beendet wurde.
An ein paar wenigen Stellen empfand ich die Handlung als unlogisch, wie z.B. Szenen in denen schnell zu vertraut wurde, obwohl so viele falsche Spiele bereits bekannt sind.
Das Buch ist ein gelungenes Ende der Trilogie, das bis zum Ende spannend bleibt und dann in einem für mich unvorhersehbaren Finale gipfelt. Es wird zum Schluss nochmal sehr emotional - vllt sogar etwas zu sehr, sodass es für mich wieder etwas unrealistisch wirkte. Insgesamt überwiegt die Spannung, das mitfiebern und interessante Charaktere. Also: Lesen lohnt sich!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.08.2020

Verwirrend und schnelllebig, aber spannend

BePolarTrilogie / BeTwin
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„BeTwin“ ist der zweite Teil der „BePolar“-Trilogie von Martha Kindermann. Den ersten Teil habe ich als Hörbuch gehört und „BeTwin“ nun als E-Book gelesen.
„BePolar“ endete mit einem fiesen Cliffhanger, ...

„BeTwin“ ist der zweite Teil der „BePolar“-Trilogie von Martha Kindermann. Den ersten Teil habe ich als Hörbuch gehört und „BeTwin“ nun als E-Book gelesen.
„BePolar“ endete mit einem fiesen Cliffhanger, nachdem ich zwischen Tam und Tristan stand und das Vertauschspiel mich endgültig verwirrt hatte. Genau dort setzt der zweite Teil auf.

Nachdem im ersten Teil ein Teil der Eleven als Schläfer auf die bevorstehende Initiation vorbereitet wurden, um möglichst viele der Regierungsplätze zu belegen und so eine Revolution einzuleiten, startet nun die tatsächliche Auswahl. Tristan ist zu Beginn weiterhin verschwunden, während Roya ihre Rolle als Elevin einnimmt. Als Tristan wieder auftaucht liegt er zuerst noch im Koma und muss verarbeiten, dass er gefoltert wurde.

Nachdem die Eleven in den Regierungspalast gezogen sind wird es richtig spannend. Keiner weiß was auf sie zukommt und dann wird auch noch die ehemalige Teilnehmerin, die das Gedächtnis verloren hat getötet. Man kann keinem mehr trauen weder in der Organisation „BePolar“ noch in der Regierung und immer wieder im Verlauf der Geschichte musste ich mich fragen, wer welche Motive hat und wer die gute Seite ist. Verwirrung garantiert! Zudem tauchen noch mehr Parteien auf, bei denen nicht immer klar ist, auf welcher Seite sie nun stehen. Das ist allerdings auch bei den bereits bekannten immer weniger klar.

Der Wiedereinstieg in die Welt von Polar war erst schwierig. Der erste Teil ist schon etwas her gewesen und die Verstrickungen und Fragen, die dort aufgeworfen wurden nicht mehr ganz präsent. Trotzdem war die Handlung von Beginn an wieder total spannend. Noch mehr Fragen werden aufgeworfen und die Handlung springt sehr schnell, so dass zunehmend unklarer wird wer genau welche Ziele verfolgt. Teilweise hat der Leser einen Wissensvorsprung vor Roja, weil Tristan in seinen Kapiteln andere/ mehr Informationen bekommt.

Roya ist eine starke, freche und taffe Protagonistin in deren Gedanken der Leser viel Einblick bekommt. Ab und zu ist sie auch etwas ironisch, was meinen Geschmack sehr gut getroffen hat. Allerdings habe ich mich an manchen Stellen gefragt, ob Roya die Revolution stark genug hinterfragt, vor allem da sie zwischenzeitlich auch einige Erfahrungen gemacht hat, dass sie Personen nicht vertrauen konnte, bei denen sie dachte sie sind vertrauenswürdig. So kam sie mir teilweise etwas naiv oder sogar kindlich vor. Sie vertraut der Organisation und auch Raphael sehr schnell ohne die tatsächlichen Hintergründe zu kennen beziehungsweise waren es mir zu wenig Anhaltspunkte, um eine Regierung unterwandern zu wollen. Immer wieder schwankt sie zwischen den Zwillingen Tam und Tristan, obwohl sie Tam zu Beginn abweist. Je mehr sie allerdings von Tristan isoliert wird, kommen ihre Gefühle für Tam wieder hoch. Dieses Gefühlschaos konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen.
Die Kapitel aus Tristans Sicht werden immer wieder eingeschoben. Seine Erzählweise ist sehr humorvoll und ein super innerer Monolog. Seine Gefühle zur Roja werden immer sehr deutlich dargestellt und häufig antwortet er in Gedanken auf Gespräche die in der Realität stattfinden. Er hat mich oft zum schmunzeln gebracht. Seine Sicht der Dinge ermöglicht dem Laser mehr zu wissen als nur Rojas Sicht.

Die Autoren jongliert mit vielen Charakteren und Namen. Da wie gesagt der erste Teil bei mir schon etwas her war, hatte ich zu Beginn Schwierigkeiten die Namen wieder zuzuordnen und dann kamen auch noch neue Personen dazu. Die Kapitel sind unterteilt in die Handlung aus Roja Sicht, Phasen in der Akademie und Kapiteln aus Tristans Sicht. Häufig werden die Sätze am Ende der Kapitel nicht beendet und somit der Eindruck verstärkt, in den Gedanken des Erzählers zu stecken. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, wenn auch eher jugendlich und an manchen Stellen aus meiner Sicht etwas zu locker für den Inhalt der Handlung (bspw. bei den Bombenanschlägen).

Der zweite Teil der Reihe klärt ein paar Fragen aus dem ersten Buch auf, wirft allerdings mindestens genauso viele wieder auf. Die Handlung wird noch verstrickter und lässt den Leser noch tiefer in die Welt von Polar eintauchen. Diese vielen Handlungsstränge garantieren viel Spannung und lassen die Seiten schnell verfliegen - ich konnte mit Roya und Tristan mitfiebern. Teilweise hätte ich lieber ein paar Seiten mehr gehabt, um so die Informationen mehr setzen zu lassen. An manchen Stellen waren mir die Verwirrung doch zu viel und ich hatte das Gefühl nicht mehr alles erfassen zu können.

Es fällt mir schwer das Buch getrennt zu bewerten, da es ohne Bd. 1 und 3 keinen Sinn ergibt. Für mich ist „BeTwin“ etwas stärker als der erste Teil, da es nun tiefer in die Intrigen und damit auch die Spannung einsteigt. Allerdings hängt es für mich stark davon ab, wie viel nachher in Bd. 3 noch geklärt und entwirrt werden kann. Trotzdem ist die Reihe für mich weiterhin eine klare Leseempfehlung und macht wirklich viel Spaß.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.08.2020

Schön, aber leider nicht genug

Nach oben führt auch ein Weg hinab
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Maddy’s leben lief bisher nicht wie gewünscht – geboren wurde sie in Kanada und zog mit ihrer Mutter als kleines Mädchen nach Deutschland, als ihre Eltern sich trennten. Ohne Deutschkenntnisse hatte sie ...

Maddy’s leben lief bisher nicht wie gewünscht – geboren wurde sie in Kanada und zog mit ihrer Mutter als kleines Mädchen nach Deutschland, als ihre Eltern sich trennten. Ohne Deutschkenntnisse hatte sie es schwer in der Schule und ist am Ende durchs Abitur gefallen. Obwohl sie zu ihrem Vater jahrelang keinen Kontakt hatte, soll sie nun den Sommer bei ihm in Kanada verbringen. Doch dort ergibt sich die Chance als Influencerin bekannt zu werden, allerdings braucht sie dazu noch mehr Content und Follower. Kurzerhand entscheidet sie einen Roadtrip durch die Rocky Mountains zu unternehmen und dort ihren Account zu pushen. Um den Roadtrip machen zu können, muss sie jedoch ihren im Rollstuhl sitzenden Großvater mitnehmen.

Als Maddy in Kanada ankam wollte sie nur einfach ihre Ruhe. Der wesentliche Teil der Handlung spielt sich auf dem Roadtrip ab. Wo zu Beginn fast nur Probleme zu sein scheinen, sieht Maddy immer mehr positive Dinge. Sie lernt einige Menschen kennen, mit denen sie zuvor sonst kaum hätte etwas anfangen können. Ganz vorne dabei auch der junge Australier, Vince, der zunehmend sympathisch auf sie wirkt. Während der gemeinsamen Zeit mit ihrem Großvater entwickelt sie auch eine starke Bindung zu ihm. Er bringt ihr einen neuen Blickwinkel auf viele Dinge bei, versinnbildlicht durch die analoge Fotografie, die er seiner Enkelin näher bringt.

Die Protagonistin hatte für mich von Beginn an eine negative Ausstrahlung. Sie war mit vielen unzufrieden und hat viele Dinge nur oberflächlich betrachtet. Zudem handelte sie meistes aus eigenem Interesse und über andere denkt sie wenig nach – viel zu sehr ist sie mit ihren eigenen Problemen beschäftigt und betrachtet sich als Opfer. Maddy’s Leben findet auf ihrem Instagram-Account statt. Besonders, dass sie sich nicht über die Erkrankung ihres Großvaters informiert hat bzw. sich Gedanken dazu gemacht hat, kam mir sehr unrealistisch vor.
Auf dem Roadtrip taut Maddy langsam auf und es findet eine langsame Entwicklung statt, bis ihr die Follower unwichtig erscheinen und ihr Großvater zunehmend in den Vordergrund gelangt. Aufgrund seiner MS-Erkrankung geht es ihm körperlich immer schlechter, seelisch scheint ihm dieser Ausflug mit seiner Enkelin allerdings mehr zu geben, als Maddy vermutet hätte. Auf der Tour lernen sie den Australier Vince kennen, der sie einen Teil der Reise begleitet und einen Draht zu Stan entwickelt. Erst nachdem sich die Wege wieder getrennt hatten, wird Maddy klar, dass Vince mehr als eine Urlaubsbekanntschaft für sie ist. Alles schließt mit einem traurigen und offenen Ende.

Zu Beginn hat mich vor allem das Cover angesprochen. Da ich gerne wandere, lese ich ab und zu gerne Geschichten mit diesem Setting. Das Lettering vom Titel hat meine Neugierde dann komplett gemacht - finde ich total cool! Im Buch selbst wurde meine Neugierde auch weiter bedient: Immer wieder sind QR-Codes eingebaut, bei denen der Leser Hintergrundwissen zu bestimmten Stops des Roadtrips oder persönliche Erlebnisse der Autorin nachlesen kann. Eine klasse Idee!

Es hat lange gedauert bis mich die Handlung fesseln konnte. Lange hat mich Maddy als Protagonistin genervt und ich wurde nicht warm mit ihr. Mit fortschreitender Handlung wurde das besser, auch wenn ich bis zum Schluss keinen richtigen Zugang zu ihr gefunden habe. Dennoch hat Maddy im Buch eine große Entwicklung durchgemacht und ihre Einstellung geändert. Zum Schluss nimmt sie die Natur viel bewusster wahr und sieht auch, was im Leben wirklich zählen sollte. Diese Entwicklung fande ich wirklich gut, auch wenn sie mich emotional nicht ganz packen konnte. Auch das Finale konnte ich früh vorhersehen.
Das Setting und die Beschreibung der Landschaft hat mir sehr gut gefallen. Die Bilder hinter den QR-Codes haben es dann vervollständigt.

„Nach oben führt auch ein Weg hinab“ war wirklich schön zu lesen und hat in mir die Lust zum Wandern und campen verstärkt. Durch diese individuellen Akzente wie die QR-Codes war es auch besonders, allerdings konnte mich die Handlung nicht tief genug ergreifen, obwohl sie eine emotionale Geschichte erzählt. Das lag vermutlich hauptsächlich an meiner fehlenden Identifikation mit der Protagonistin.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.07.2020

Eine tolle Welt, die noch vieles offen lässt

Muse of Nightmares - Das Geheimnis des Träumers
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Weiter geht es mit der Geschichte zu Sarai und Lazlo, nachdem der zweite Teil den Leser voller Spannung zurück gelassen hatte. Der Leser taucht wieder in das Setting der Stadt Weep und der Zitadelle ein. ...

Weiter geht es mit der Geschichte zu Sarai und Lazlo, nachdem der zweite Teil den Leser voller Spannung zurück gelassen hatte. Der Leser taucht wieder in das Setting der Stadt Weep und der Zitadelle ein.
Die Geschichte beginnt mit einem neuen Handlungsstrang: Kora und Nova, zwei Schwestern, die in einem Dorf ein spärliches Leben führen und davon träumen Fähigkeiten zu entwickeln und ihrer Mutter zu den Mesarthim zu folgen.
Kurz darauf wird der Handlungsstrang aus dem zweiten Buch weiter verfolgt und lässt den Leser sofort wieder in die Handlung eintauchen. Sarai ist aus der Zitadelle gestürzt und ist nun ein Geist, der von Minya kontrolliert werden kann. Durch verschiedene Situationen wird der Keil zwischen Minya und ihrer Familie wird immer größer und findet ihren Höhepunkt als diese ein Geheimnis lüftet, dass die anderen nicht erwartet hatten. Sie spielt in eine zentrale Rolle und erst später im Buch erfahren der Leser und die Charaktere in der Handlung, was hinter Minyas fanatischem Rachewunsche steckt.
Parallel leert sich unter ihnen die Stadt und ein Teil der verbliebenen entdecken die alte Bibliothek, welche sie erkunden. Die Spannung der Handlung wird kontinuierlich aufgebaut und lässt am Ende den Leser gewohnt mit vielen offenen Fragen und einem Cliffhanger zurück.
Wie kam Lazlo als Baby nach Zosma? Welche Rolle spielen Kora und Nova und wie geht ihr Leben weiter? Besonders ändert sich auf der Blick auf die Götter - es scheint doch nicht so einfach schwarz/weiß, sondern es steckt wohl mehr dahinter.

Wie bereits bei „Strange the Dreamer“ ist die Sprache detailliert und bildlich - das macht Spaß zu lesen. Durch viele Vergleiche und tiefe Beschreibungen wird jede Handlung unterstrichen. Auch das Cover ist wieder ein totaler Hingucker und zieht direkt an.

Fazit:
Laini Taylor hat mit dieser Reihe eine tolle Welt erschaffen, in die ich gerne eintauche. Ich habe die drei Teile der Reihe nun in sehr kurzer Zeit gelesen und mir hat der Schreibstil und das Setting super gefallen. Im dritten Teil konnten mich besonders die vielen verschiedenen Charakter und Handlungsstränge fesseln.

  • Cover
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
  • Figuren