Profilbild von _LeseZeit_

_LeseZeit_

aktives Lesejury-Mitglied
offline

_LeseZeit_ ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit _LeseZeit_ über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2022

Ein Leben für die sanften Riesen

Dian Fossey - Die Forscherin
0

Virungaberge, Ruanda, 1983 – Nach wenigen Jahren in den Vereinigten Staaten kehrt Gorillaforscherin Dian Fossey nach Afrika zurück. Körperlich ist sie in keiner guten Verfassung. Doch nichts kann sie davon ...

Virungaberge, Ruanda, 1983 – Nach wenigen Jahren in den Vereinigten Staaten kehrt Gorillaforscherin Dian Fossey nach Afrika zurück. Körperlich ist sie in keiner guten Verfassung. Doch nichts kann sie davon abhalten den langen Fußmarsch zu ihrer Forschungsstation Karisoke auf sich zu nehmen und endlich wieder bei den Gorillas zu sein – ihren Gorillas; ihrer Familie!
Doch als sie offenkundig verflucht wird, kommt ihr Glück einmal mehr ins Wanken. Seit Beginn ihrer Forschungsarbeit hat sie sich Feinde gemacht. Aber wie weit werden diese gehen? Sie hat doch immer nur das für ihre geliebten Gorillas gewollt! Wird ihr ihr bedingungsloser Einsatz nun zum Verhängnis?

Wir tauchen ein in das bewegte Leben der Dian Fossey, einer Frau mit vielen Gesichtern.
____________

Meine Eindrücke

„Dian Fossey“ ist nach „Madame Curie“ Susanna Leonards zweite Romanbiografie einer starken Frau, die unsere Welt nachhaltig geprägt hat.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vor diesem Roman noch nichts von Dian Fossey wusste – und dass, obwohl ich selbst Naturwissenschaftlerin bin! Ihre Arbeit mit den Gorillas in den Virungas schenkte der Welt ungeahnt intensive Einblicke in das Leben der Gorillas und ihr gelang das, was zuvor niemandem gelungen war: der direkte Kontakt mit Gorillas.
Dieser Roman beschäftigt sich sowohl mit Dian Fossey als Forscherin, als auch ihrem Leben vor den Gorillas.

Besonders begeistert haben mich der sehr angenehm lesbare Schreibstil, der mich geradezu durch die Seiten fliegen lies und die spannende Erzählstruktur, die diesem biografischen Roman das gewisse Etwas verleiht.
Denn Dians Lebensgeschichte wird in drei Zeitebenen erzählt: sie beginnt, wie oben angerissen, in „der Gegenwart“ – den 80er Jahren, wird jedoch immer wieder von Erzählungen der kleinen Dian im Kindesalter und der jungen erwachsenen Dian mit Anfang dreißig durchbrochen, die in sich chronologisch verfolgt werden, sich allerdings sehr stark abwechseln.
So werden in vielen kleinen Einzelteilen interessante Aspekte aus ihrem Leben angerissen, die ähnlich einem Puzzle erst am Ende ein vollständiges Bild ergeben. Dabei ist die Reihenfolge der Sprünge so geschickt gewählt, dass sich die Kapitel inhaltlich aber trotz der Zeitsprünge perfekt ergänzen!

Als roter Faden des Romans dient ein Stapel Fotos, den Dian im ersten Kapitel in den Händen hält: diese zeigen Männer, die ihr Leben – privat oder beruflich – stark geprägt haben. Eine sehr originelle Idee, die mich durch ihren wiederkehrenden Charakter und die schrittweise Einführung der verschiedenen Personen angenehm durch die Geschichte geführt hat.
Neben besagten Männern lernen wir die bewegenden Ereignisse in Dians Leben, den Ursprung ihrer Afrikasehnsucht, ihren Weg zur Forschungsarbeit und ihren facettenreichen Charakter kennen.

Besonders rührend waren für mich die Kapitel der kleinen Dian, die bereits eine ausgesprochene Liebe zu Tieren empfand und über einen ausgeprägten Helferinstinkt verfügte. Doch schon als Kind musste sie einige schlimme Erfahrungen machen, die sie für das gesamte Leben geprägt haben.
Die junge Erwachsene Dian lernte ich als eine selbstbewusste Frau kennen, die genau wusste was sie wollte und nicht ruhte bis sie ihre Ziele erreicht hatte. Die jedoch nicht nur von einer Sehnsucht nach Afrika, sondern auch von einer Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung geprägt war; fehlte ihr doch sehr sehr lange eine richtige Familie!
Bewundert habe ich Dians Mut, quasi allein und ohne praktische Vorkenntnisse in die Wildnis zu gehen, um ihre Forschungsarbeit zu beginnen, dabei ihr bisheriges Leben aufzugeben und es voll und ganz den „sanften Riesen“ zu widmen.
Schockierend fand ich die Ereignisse, die Dian im Kongo erleben musste und sie stark traumatisiert haben. So erlebte ich die erwachsene Dian ausgestattet mit einer starken Portion Verbitterung und Wut. Sobald sie bei ihren Gorillas und übrigen tierischen Freunden war, war sie jedoch wie ausgewechselt: voller Liebe und Hingabe.

Kurzum: Dian Fossey war eine Frau mit vielen Gesichtern, die viel erlebt, viel bewirkt und viel aufgegeben hat, die teils skrupellos das Wohl ihrer Gorillas verteidigt hat und deren Hingabe zweifellos ausschlaggebend dafür war, dass die Erkenntnisse zum Familienverhalten und die unglaublichen Fotos, die ihre Rolle als Familienmitglied in den Gorilla Horden zeigt, uns heute zur Verfügung stehen.

Abschließend möchte ich noch einen letzten Punkt hervorheben, der dieses Buch so unglaublich lesenswert für mich gemacht hat: die Beschreibung der Natur und der Begegnungen mit den Gorillas, die mir das Gefühl gegeben haben mitten im Regenwald zu sitzen und als Studentin von Dian Fossey ihre Arbeit mit den Gorillas zu beobachten!
Susanna Leonard ist es ohne Zweifel gelungen Dians Liebe und Hingabe für die Natur und die Tiere zu Papier zu bringen und ihre Lebensgeschichte so unglaublich packend zu erzählen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Dieses Buch lässt mich sehr dankbar für meine wunderbare Familie zurück, die mich stets unterstützt und für mich da ist. Wie sehr hätte ich Dian so eine Familie gewünscht!
Zudem hat mich das Buch daran erinnert, dass man viel öfter versuchen sollte sein Gegenüber zu verstehen, anstatt seine eigene, vielleicht voreilig gefasste, Meinung zu vertreten. Wie viel mehr hätte Dian Fossey durch ein bisschen mehr Offenheit und Diplomatie erreichen können?
________

Mein Fazit
Dieser Roman war und ist für mich etwas ganz Besonderes: er hat mich fast zu Tränen gerührt und mir eine Gänsehaut beschert. Gefühle, die ich bei einem biografischen Roman nicht erwartet hätte!

Dian Fossey ist eine unglaublich spannende, vielseitige, aber auch schwierige Persönlichkeit, deren Geschichte ich sehr gerne gelesen habe und gerne allen weiterempfehlen möchte, die interessiert sind an einigen Stunden Gefühlsachterbahn und Abtauchen in die Natur.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 11.08.2022

(M)Ein absoluter Herzensroman!

Schottische Träume - Die Töpferei am Meer
0

Als Kirsty Woods am Telefon von der unfreundlichen Cailin Buchanan erklärt bekommt, sie habe das Haus ihrer Großmutter in Schottland geerbt, ist sie verwirrt: Ihre Großmutter ist seit vielen Jahren tot?! ...

Als Kirsty Woods am Telefon von der unfreundlichen Cailin Buchanan erklärt bekommt, sie habe das Haus ihrer Großmutter in Schottland geerbt, ist sie verwirrt: Ihre Großmutter ist seit vielen Jahren tot?! Da sich ihre Mum in Schweigen hüllt, reist Kirsty zur Isle of Mull, um der Sache auf den Grund zu gehen. Doch als sie dort ankommt, ist sie alles andere als willkommen. Dabei gefallen ihr das Haus und das Städtchen ebenso sehr wie der sympathische Barkeeper Aidan, sodass sie ernsthaft überlegt zu bleiben. Vor allem, weil sich immer mehr Fragen zu ihrer Vergangenheit auftun …

Wir schlüpfen in Kirstys wunderbar verrückten Kopf und begleiten sie auf ihrer Reise zu ihren Wurzeln, die uns besonders eines lehrt: Vorurteile und falsche Annahmen machen uns das Leben nur unnötig schwer. So stop guessing and start talking !
______

MEINE EINDRÜCKE

Im ersten Teil ihrer „Schottische Träume“ - Reihe hat mich Cara Hay (ein Pseudonym von Nina Resinek) innerhalb weniger Seiten durch einen luftig leichten Schreibstil und eine ursympathische Protagonistin verzaubert. Ihre ausgeprägte Schwäche für die britischen Inseln, die sie nach eigenen Angaben hat, ist dem Roman definitiv anzumerken und erklärt einmal mehr wieso ich plötzlich das Gefühl habe nach Schottland reisen zu wollen.
Der zweite Band der Reihe, „Die bezaubernde Glasbläserei“, ist für Januar 2023 geplant.

Die Erzählstruktur
Die gesamte Geschichte wird aus der Sicht der Keramikkünstlerin Kirsty Woods erzählt, die uns mitnimmt in ihre bildlich kreative und verrückte Gedankenwelt mit ihren inneren Diskussionen. Dabei hat Cara Hay ihr einen so direkten und humorvollen Ton geschenkt, dass ich regelmäßig schmunzelnd mein Buch in den Händen gehalten und einfach pure Freude am Lesen empfunden habe.
Ich habe mich sofort in die Leichtigkeit des Schreibstils verliebt, die es mir ermöglicht hat, nicht nur direkt in die Geschichte ein- sondern komplett abzutauchen.

Die Charaktere
Noch nie habe ich eine so sympathische Protagonistin kennengelernt, der zumindest ich, bestimmt aber auch viele viele andere, nicht müde werden zuzuhören! Kirsty (die bei mir im Kopf erstmal Kristy hieß, weil sich Kirsty irgendwie seltsam anhört ), ist eine aufgeweckte und humorvolle Persönlichkeit. Sie trägt ihr Herz wortwörtlich auf der Zunge und merkt oft erst hinterher, dass sie manche Dinge laut ausgesprochen hat, die sich in ihrem kreativen Kopf irgendwie weniger verrückt angehört haben. Tief im Inneren ist sie ein sehr friedliebender Mensch, der sich mit wenig zufriedengibt, dem aber doch bisher etwas sehr gefehlt hat: ein echtes zu Hause, Freunde, die fast mehr Familie sind und ein Partner, der sie bedingungslos liebt.

Die Freudinnen ihrer Großmutter sind ein witziger, zusammengewürfelter Haufen, der zusammen durch dick und dünn geht – ein echter „Clan“. Und auch Aidan, der gutaussehende, sympathische Barkeeper mit seinen meerblauen Augen, gehört mit zur Clique.
Rundum eine schöne Kombination aus sehr überzeugenden Charakteren, von denen jeder etwas ganz Besonderes und auf keinen Fall langweilig ist. Okay, vielleicht bis auf Andrew, Kirstys Freund, der so gar nicht zu ihr passt und nur an ihr rummäkelt.

Die Handlung
Wer hier auf einen reinen Liebesroman hofft, wird schnell enttäuscht werden – ich hingegen habe mich sofort tierisch gefreut, da ich tatsächlich eigentlich gar kein Schnulzenfan bin Klar, „der attraktive Pubbesitzer Aidan, dem Kirsty ihr Herz ausgeschüttet hat“ spielt natürlich eine nicht so unwichtige Rolle. Doch liegt der Fokus tatsächlich mehr auf der sympathischen Keramikkünstlerin Kirsty mit ihrer Suche nach ihren Wurzeln und ihrem Kampf gegen die Selbstzweifel und die Einsamkeit.

Die Klappentextüberschrift war das, was mich beim ersten Stöbern gelockt hat und tatsächlich in meinen Augen auch sowas wie der geheime Titel dieses Romans sein könnte: „Freundinnen kann man nicht erben - oder doch?“ Dieser Satz lässt bereits erahnen, dass die anfängliche Abneigung, die Kirsty auf der Isle of Mull erwartet, nicht von Dauer sein wird. Was sich aber wirklich dahinter verbirgt müsst und dürft ihr unbedingt allein herausfinden

Es ist ein Roman über Freundschaft und Familie, über Verlust und Neuanfang, über Zweifel und Ermutigung, über Einsamkeit und Zweisamkeit.
Es ist ein Roman, der mich zunächst auf höchst amüsante Weise die Protagonistin ins Herz hat schließen lassen und mich gleich im Anschluss mit ihr zusammen hat leiden, mitfiebern und freuen lassen.
Es ist ein Roman, der ebenso unvorhersehbar wie vorhersehbar ist, der auf der einen Seite unerwartet tief berührt und auf der anderen Seite große Leichtigkeit und Freude verbreitet – eine echte Tragikomödie mit Feel-Good-Faktor!

Das Ende
…ist objektiv gesehen, sehr stimmig. Subjektiv gesehen ist es einfach nur der perfekte Abschluss für eine sehr schöne Geschichte, die mich sehr berührt hat.
______

MEIN FAZIT
Die Geschichte ist so luftig leicht, witzig und gleichzeitig so liebevoll erzählt, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Am liebsten würde ich sofort in den Flieger steigen und die mir so lieb gewonnene Truppe besuchen fahren.
Alles in allem hat sich der Roman als weit mehr herausgestellt als ich mir erhofft hatte:
er war nicht nur meine perfekte Sommerlektüre, sondern ein absoluter Herzensroman – MEIN absoluter Herzensroman! Etwas ganz Besonderes, das ich jedem nur ans Herz legen kann, der sich einer quirligen Protagonisten hingeben will oder auch vielleicht selbst ein bisschen verrückt ist

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
  • Cover
Veröffentlicht am 02.08.2022

Ungewohnt persönlich, gewohnt spannend und typisch Gruber

Todesschmerz
0

Im nunmehr sechsten Fall für den BKA-Profiler Maarten Sneijder - Verzeihung: Maarten S. Sneijder natürlich, handelt es sich zum allerersten Mal nicht primär um die Jagd nach einen Serienkiller:

Als die ...

Im nunmehr sechsten Fall für den BKA-Profiler Maarten Sneijder - Verzeihung: Maarten S. Sneijder natürlich, handelt es sich zum allerersten Mal nicht primär um die Jagd nach einen Serienkiller:

Als die deutsche Botschafterin in Oslo ermordet wird, soll Sneijder mit seinem Team als Beobachter des BKA die norwegischen Ermittlungen unterstützen. Eigentlich ist Sneijder gerade dabei ein schwerwiegendes Datenlack innerhalb des BKA aufzuklären. Daher will er den Fall in Oslo schnellst möglichst aufzuklären…
Wer Sneijder kennt weiß, dass er sich schwerlich mit einer Beobachter Rolle zufriedengibt. Mit seinem Tatendrang und seinen gelegentlich unkonventionellen Methoden eckt er schnell an, spielt mit Risiko und begibt sich in die Höhle des Löwen. Als ein Mitglied von Sneijders Team angriffen wird, wird der Fall persönlich…und verlangt Sneijder alles ab!

_______

Meine Eindrücke:

Obwohl diesmal kein Serienmörder gejagt wird, von dem akute Gefahr aus geht, geht nichts von der gewohnten Spannung und dem Zug verloren, der üblicherweise durch den bereits erwarteten nächsten Mord entsteht. Wie üblich spielt sich die Handlung innerhalb weniger Tage ab.

Typisch für einen Sneijder Roman, wird nicht lange gefackelt, sondern es geht direkt los. Innerhalb der ersten Kapitel gibt es ein Wiedersehen mit allen von Sneijder geschätzten Personen, die er mittlerweile in seinem Team vereint hat.
Unnötig zu erwähnen, dass mir als Wiederholungsleserin besagte Personen bereits ans Herz gewachsen sind und es nicht nur Sneijder, sondern auch mir nahe ging, dass sein Team angegriffen und verletzt wurde. Ebenso stark wie die Neugier über die Aufklärung des mysteriösen Mords an der Botschafterin, war so die Sorge um meine Lieblingscharaktere...
Wen erwischt es als nächstes?
Werden es alle überleben?
Kann es am Ende überhaupt noch eine Fortsetzung geben?

In diesem Roman bleibt die Spannung buchstäblich bis zum letzten Satz im Prolog bestehen!

Die Auflösung, beziehungsweise die Auflösungen, des Falls waren sehr überraschend. Einzelne davon fand ich aber – wie von den Figuren auch eigens erwähnt – schwer zu glauben.


Was ich an Grubers Schreibstil so schätze ist die Leichtigkeit mit der er sich liest. Man wird unmittelbar in die Handlung hineingesogen. Durch die geschickten Perspektivwechsel, die kurzen Kapitel und die stets aufrechterhaltene Spannung, mag ich immer gar nicht aufhören zu lesen.
Auch beim Todesschmerz ist es mir wieder passiert, dass ich „nur noch kurz das Kapitel zu Ende lesen“ wollte bevor ich ins Bett ging...und dann waren doch wieder anderthalb Stunden rum und einige Kapitel mehr verschlungen.

Der Erfolg dieser Reihe liegt sicherlich auch mit in der hervorragenden Figur des Maarten S. Sneijder, dem egozentrischen, Vanilletee trinkenden Niederländer, der gefühlt in jedem zweiten Kapitel seine Akupunkturnadeln im Handrücken stecken hat um seine Cluster-Kopfschmerzen zu therapieren und der beim deutschen BKA in Wiesbaden als Profiler und forensischer Kripo-Psychologe eine Institution ist. Und der sich gelegentlich einen Joint anzündet und dafür hin und wieder einen Feuermelder abmontiert.
Zudem kenne ich kaum eine Reihe mit so starken Co- und Nebencharakteren wie diese.


Als bekennender Andreas Gruber Fan bin ich schon gespannt auf seinen nächsten Roman, auch wenn es wohl ein Fortsetzungsroman einer seiner anderen Reihen sein wird
Danke, dass Sie wieder einmal so außergewöhnlich für uns gemordet haben!

PS: Sehr charmant fand ich das „Ragnar Lodbrok Hotel“ im Wikinger-Schiffsstil…ist Andreas Gruber vielleicht ein Vikings-Fan?
_______

Mein Fazit (Ganz in Sneijder Manier in drei Sätzen; denkt euch die Finger ):

1. Ein etwas anderer Fall für Maarten S. Sneijder, der nichts von der gewohnten Spannung einbüßt.
2. Genau das Richtige, um ein paar Stunden abzutauchen und spannungsgeladen wieder ausgespuckt zu werden.
3. Eine klare Leseempfehlung für alle Gruber-Fans und solche, die es werden wollen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.07.2022

Ein fesselnder Thriller mit einer riesen Portion Spannung gepaart mit einem Schuss Psychologie und Detektivspiel sowie einer Prise Romantik

P.S. Morgen bist du tot
0

Psychopathie - Mangel an Empathie; übersteigertes Selbstwertgefühl; pathologisches Lügen; Manipulatives Verhalten.

Chloe Sevre ist eine Psychopathin. Als eine von sieben Psychopathen ist sie Teil einer ...

Psychopathie - Mangel an Empathie; übersteigertes Selbstwertgefühl; pathologisches Lügen; Manipulatives Verhalten.

Chloe Sevre ist eine Psychopathin. Als eine von sieben Psychopathen ist sie Teil einer Studie der Psychologischen Fakultät der Adams University in Washington D.C. Ganz bewusst hat sie der Teilnahme an der Studie zugestimmt, denn so kann sie Will nahe sein, an dem sie sich seit ihrer Kindheit rächen will. In 60 Tagen soll er sterben. Einer Checkliste gleich, hat sie alle Schritte genau geplant. Als plötzlich zwei Mitstudenten ermordet werden, gerät ihr Plan ins Wanken. Gleichzeitig wittert sie eine große Chance: dem unbekannten Killer ihren eigenen Mord an Will unterzuschieben. Sie verbündet sich mit zwei weiteren Psychopathen, um den Täter zu identifizieren, gerät dabei jedoch selbst ins Visier des Mörders.
Wird es ihr gelingen den Mord an Will wie geplant durchzuziehen bevor sie lebst zum Opfer wird?

Wir schlüpfen in die Rolle von Chloe, mit all ihren seelischen Abgründen, und begleiten sie bei der Umsetzung ihres Plans Will zu töten…
____________

Meine Eindrücke:

In ihrem Deputroman schenkt Vera Kurian uns Lesern einen intensiven Einblick in das Denken und Handeln aber auch in die Therapie und Interaktion von Psychopathen. Ein eingängiger Schreibstil mit raffinierter Erzählstrategie sorgt für Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte: ein Thriller mit Suchtpotenzial.

Die Erzählstruktur dieses Thrillers ist einzigartig, da sie die Ich-Perspektive - reserviert für die Protagonistin - mit der Erzählung in dritter Person aus Sicht von vier weiteren Charakteren verbindet. Eine Kombination, die ich ebenso abwechslungsreich wie raffiniert finde.
Denn zum einen entsteht so zu jeder Person eine gesunde Mischung aus Selbstoffenbarung und Fremdwirkung.
Zum anderen baut sich eine unglaubliche Spannung auf, da viele verschiedene Handlungsstränge existieren, die teils getrennt oder parallel verlaufen, sich mal mehr oder weniger kreuzen und schließlich doch zusammenführen.
Vera Kurian schreibt dabei so geschickt, dass in jedem Kapitel bereits im ersten Satz sofort klar ist, um welche Person es sich gerade handelt.


Die erzählenden Charaktere werden sehr lebendig und authentisch dargestellt. Sei es Chloe Sevre aka die potenzielle Mörderin, die höchst manipulativ und berechnend gegenüber ihren Mitstudenten in die jeweils notwendige Rolle schlüpft, um die eigenen Ziele voranzutreiben, die sich mit ihrer ausgesprochen ich-Bezogenheit und ihrer Tendenz zur Selbstüberschätzung sowie einer guten Portion Naivität gleichzeitig immer wieder selbst im Wege steht.

Oder Andre, der vorsichtige, höfliche und mitfühlende Familienmensch, der einem direkt sympathisch ist und der ein sehr großes und gefährliches Geheimnis mit sich herumträgt.

Die dritte Hauptfigur, die ich wegen ihrer grandiosen und überraschenden Einführung nicht namentlich nennen möchte , hat mich am meisten begeistert. Mit ihrer Klugheit, ihrem Charme, ihrem analytischen Denken und ihrem ausgeprägten Bemühen, die in der Therapie erlernten Strategien anzuwenden, bildet sie einen starken Gegenpol zu Chloe.

Der Studienleiter Dr. Leonard Wyman, der mir lange ein Mysterium blieb, zusammen mit seiner Doktorandin Elena, die nicht immer mit ihrem Chef einer Meinung ist, schaffen einen angenehmen Kontrast und geben uns einen näheren Einblick in die Therapie von Psychopathen.


Die Handlung besteht für mich aus einer sehr angenehmen Mischung aus intensiver Spannung, Detektivspiel, psychologischem Hintergrundwissen und einem Hauch Romantik.

Geschickt leitet Vera Kurian uns durch ein Labyrinth, dessen Gänge durch die verschiedenen Perspektiven geprägt und mit so vielen unerwarteten Wendungen und Sackgassen bestückt sind, dass man nicht mehr weiß was, oder besser wem, man eigentlich glauben soll.
Stück für Stück fallen die Puzzleteile schließlich zusammen und ergeben ein überzeugendes Bild, auch wenn stets noch Raum für Spekulationen bleibt.

Die Spannung beginnt faktisch im ersten Kapitel: Nachdem Chloe ankündigt ihren Kommilitonen Will in 60 Tagen zu töten, beginnt ein regelrechter Countdown, der in Chloes Kapiteln weiter und weiter heruntergezählt wird. Zusammen mit den kurzen Kapiteln und den vielen Perspektivwechseln wurde ich sehr schnell die Geschichte hineingesogen. Zudem ist von Anfang an die Neugier auf die weiteren Studienteilnehmer geweckt.
Mit dem ersten Mord an einem Studenten wird der zweite große Handlungsstrang eröffnet, der sich als gleichwertig gegenüber Chloes Plan Will zu töten herausstellt.
Bewusst wird der Fokus auf bestimmte Charaktere gelenkt, die als Killer in Frage kommen, um diesen später wieder zu egalisieren. Gleichzeitig stößt Chloe bei ihrem Plan Will zu töten immer wieder auf Hindernisse und Gefahren, sodass immer die Frage im Raum steht: wird sie es schaffen?

Hervorragend fand ich auch das detektivische Bündnis, das Chloe mit Andre und der dritten Hauptfigur schließen, um den mutmaßlichen Serienkiller zu enttarnen: Jeder misstraut jedem, verheimlicht und muss doch fürchten, dass sich der Mörder innerhalb der Gruppe befinden. Einer Ermittlung gleich recherchieren sie in der Vergangenheit und kommen dem Täter gefährlich nah.

Sowohl die psychologische Studie mit ihren Tests und Therapiesitzungen als auch die Charaktere selbst, schaffen einen psychologischen Rahmen in genau dem richtigen Maße. Die Vielfältigkeit der psychopathischen Ausprägungen, der einzelnen Charaktere fand ich sehr faszinierend und überzeugend. Man merkt schon, dass Vera Kurian selbst Psychologin ist und genau weiß über was sie schreibt

Der Hauch Romantik fügt sich super in die Handlung ein und bietet eine kurze Verschnaufpause bevor es mit der Spannung weiter geht.


Das Ende fand ich ebenso überraschend wie gut inszeniert. In einem regelrechten Showdown werden alle relevanten Charaktere zusammengeführt. Bis zum Schluss bleibt jeder Charakter seinen Prinzipien treu. Sehr gelungen fand ich persönlich auch den zwar nicht so betitelten aber dennoch klar erkennbaren Epilog, in dem einige Fragen, die von Beginn an offen waren, geklärt werden.
Gleichzeitig bleiben einzelne Punkte offen und es wird die Möglichkeit für einen Folgeroman geschaffen.



Mein einziger größerer Kritikpunkt: Der deutsche Titel ist wenig passend gewählt. Der Originaltitel „Never Saw Me Coming“ trifft hingegen in so vielerlei Hinsicht den Nagel auf den Kopf, dass ich mir hier eine treffende Übersetzung sehr gewünscht hätte.

Die Begeisterung über das erzählerische Geschick und die fortwährende Spannung lassen mich bereitwillig über die wenigen inkonsequenter verfolgten inhaltlichen Punkte hinwegsehen
____________

Mein Fazit:

Mehr davon! Selten hat mich ein Thriller so begeistert wie dieser. Die Erzählstrategie war so geschickt, dass ich mehr als einmal den Finten der Autorin erlegen war und als der Groschen bei mir endlich gefallen war, gedanklich für die clevere Darstellung applaudieren wollte. Gleichzeitig erwischte ich mich regelmäßig dabei, wie ich auf der Unterlippe kauend mitfieberte und Seite um Seite verschlang, um zu erfahren was als nächstes passiert.

Großes Lob meinerseits an die Autorin, der es eindrucksvoll gelungen ist mir das Denken und Handeln von Psychopathen näher zu bringen!
Ich hoffe es gibt ganz bald weiteren Lesestoff von Vera Kurian. Ich wäre in jedem Fall eine Vorbestellerin

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 12.06.2022

Ein Roman über Geschwisterliebe und Selbstfindung

Denn wir werden Schwestern bleiben
0

"Hätte hätte Fahrradkette". Wer von uns hat diesen Spruch nicht schon einmal als Antwort auf unsere lauten Überlegungen darüber gehört, was wir besser getan oder gelassen hätten.

Auch die drei Schwestern ...

"Hätte hätte Fahrradkette". Wer von uns hat diesen Spruch nicht schon einmal als Antwort auf unsere lauten Überlegungen darüber gehört, was wir besser getan oder gelassen hätten.

Auch die drei Schwestern Marlene, Jule und Carolin stellen sich bei der Beerdigung ihrer jüngsten Schwestern die Frage: "Hätten wir ihren Tod nicht verhindern können, wenn wir im vergangenen Jahr mehr Zeit mit Vivi verbracht hätten anstatt den Kontakt zu ihr abzubrechen?"
Doch geschehen ist geschehen und kann nicht mehr geändert werden...
Stünde da nicht plötzlich der Unbekannte neben ihnen, der den Schwestern das Angebot unterbreitet, sie dürften das vergangene Jahr noch einmal wiederholen.
Plötzlich finden sie sich ein Jahr zuvor wieder, sind die einzigen drei Menschen, denen bewusst ist, dass es sich um ein „Wiederholungsjahr“ handelt und die die Chance haben aktiv das vermeintlich bereits Geschehene zu verändern.
Wird es ihnen gelingen?

Ein Roman über Geschwisterliebe und den Kampf aus seinem eigenen Verhaltensmuster auszubrechen, um auf das Verhalten anderer wirklich Einfluss nehmen zu können, der allerdings sein Potenzial in meinen Augen nicht vollständig ausgeschöpft hat.

____

Meine Eindrücke:

In ihrem Romandebut gelingt es Patricia Küll den Leser durch einen angenehmen Schreibstil und eine interessante Erzählstruktur von der ersten Seite zu fesseln.

Die Erzählstruktur
Die Geschichte wird nicht nur aus der Perspektive einer der Schwestern erzählt; jede Schwester sowie weitere Charaktere erlauben uns einen Einblick in ihre Gedanken.
Zugegeben, zu Beginn musste ich mich erst etwas daran gewöhnen und war teils noch etwas verwirrt, weil aus der Sicht der einen Schwester sehr viel über die andere erzählt wurde und der Erzählstil der Schwestern sehr ähnlich ist. Mit der Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt.

Die gewählte Perspektive folgt dabei fließend der Handlung. Treffen sich mehrere Schwestern im Bistro, springt die Perspektive von einer Wartenden zum Neuankömmling. Verlässt eine der übrigen Schwestern die anderen wutentbrannt, wechselt die Perspektive erneut, wir folgen ihr und bekommen ihre Gefühle und Gedanken vermittelt. So fühlt man sich immer direkt am Geschehen.
Die häufigen Perspektivwechsel gepaart mit den damit einhergehenden kurzen Kapiteln haben mich regelrecht verschlungen und zum Weiterlesen angeregt. Hätte ich die Zeit gehabt, wäre das Buch sicherlich im Handumdrehen gelesen gewesen… (da ist es wieder: hätte, hätte… ).

Die Charaktere
Bereits auf den ersten Seiten wird klar, dass zwischen den Schwestern durch die unterschiedlichen, teils gegensätzlichen Charakterzüge ein gewisses Konfliktpotenzial herrscht. Da sind auf der einen Seite „die Wilden“, Jule und Vivi. Die eine unfähig zu nehmen anstatt ausschließlich zu geben. Die andere stur und leichtgläubig. Beide sehr emotional. Und auf der anderen Seite „die Vernünftigen“, Marlene und Carolin. Die eine strukturliebend und ungeduldig. Die andere erfolgreich und (nicht nur) emotional distanziert. Beide verheiratet und Mütter. Für jede Leserin und jeden Leser, wird hier jemand dabei sein, mit dem man/ frau sich identifizieren kann. Ich persönlich habe mich sehr in Marlene wiedererkannt.
Durch die Perspektivwechsel wird jede Schwester, nicht zuletzt durch Eindrücke und Erinnerungen der Geschwister, gut charakterisiert und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Dabei wechseln sich jedoch Sympathie und Unverständnis über das Handeln der Schwestern durchaus ab.
Und ganz nebenbei bemerkt: das Konfliktpotenzial wird im Handlungsverlauf gut ausgeschöpft.

Die Handlung
Neben dem offensichtlichen Schicksal mit dem der Roman beginnt - dem Tod der jüngsten Schwester – hat auch im Wiederholungsjahr jede der drei älteren Schwester ein eigenes Päckchen zu tragen. Auch die Umstände, die letztlich zum Tod der Jüngsten geführt haben, haben es in sich. So sehr, dass ich finde es ist fast etwas zu stark aufgetragen. So viele Schicksalsschläge und Krankheiten geballt in einer Familie in einem so kurzen Zeitraum sind doch sehr ungewöhnlich. Kein Wunder ist es daher, dass einige der Themen nur oberflächlich angeschnitten werden, beziehungsweise in der ersten Romanhälfte noch einen hohen Stellenwert haben, diesen dann aber in der zweiten Hälfte deutlich verlieren und nicht weiterverfolgt werden. Besonders in Bezug auf Vivis und Jules Krankheit hätte ich mir das sehr gewünscht, da es doch ein Thema ist, das unterschätzt und in der Gesellschaft in meinen Augen nicht ausreichend diskutiert wird.

Jede der „wissenden“ Schwestern versucht eine Balance zwischen dem gemeinsamen Ziel, das Leben der Schwester zu retten und dem eigenen Leben zu finden. Alle drei müssen dabei feststellen, dass es nicht leicht ist etwas zu verändern und zu bewirken, wenn man sich nicht als allererstes selbst verändert.
Und über all dem schwebt die große Frage: In wie weit kann man in das Schicksal eingreifen? Sind bestimmte Ereignisse fix und können nur in eine andere Variante geändert werden?

Der Roman beginnt, finde ich, sehr stark. In der zweiten Hälfte verliert die Handlung in meinen Augen etwas an Zug. Der Spannungsbogen, der am Anfang gut gespannt wird, lockert sich deutlich.
Die Interaktion zwischen den vier Schwestern nimmt ab und der Fokus verschiebt sich deutlich in Richtung Marlene, in der ich die heimliche Protagonistin des Romans erahne.

Laut Klappentext enthält der Roman autobiografische Züge der Autorin. In der Figur der Marlene kommen diese denke ich mit zum Ausdruck, denn auch sie ist systemische Coachin und Beraterin für Persönlichkeitsentwicklung. Dieser Aspekt gewinnt in der zweiten Romanhälfte überraschend (zumindest für mich) an Bedeutung. Aufgrund seiner Intensität kann er allerdings auch deplatziert wirken. Tatsächlich war es aber besonders dieser Abschnitt, der mich viel zum Nachdenken gebracht hat. Ich hätte ihn jedoch eher in einem separaten Roman untergebracht und hier an die Themen der ersten Romanhälfte angeknüpft.
Nichtsdestotrotz fand ich es spannend die Wechsel in der Beziehung der Schwestern untereinander zu verfolgen, der in der zweiten Hälfte des Romans stattfindet.

Insgesamt hätte ich mir allerdings mehr Interaktion zwischen den vier Schwestern gewünscht und ursprünglich eine engere Abstimmung zwischen den drei „wissenden“ Schwestern erwartet. Sehr gestört hat mich eine 180 Grad-Wende von Jule gegen Ende. Ihre seelische Situation, die in mehreren Kapiteln mühsam aufgebaut wurde, verlor im Nullkommanichts an Bedeutung und wurde spontan für nichtig erklärt. Insgesamt ist Jule vermutlich der Charakter, der mich am wenigsten überzeugt hat.

Das Ende
Im letzten Kapitel bringt Patricial Küll Ihr erzählerisches Geschick noch einmal zur Geltung: denn bis zur Mitte ist nicht klar, ob es den Schwestern nun wirklich gelungen ist ihre jüngste Schwester vor dem Tod zu bewahren.

Inhaltlich war das Ende eher weniger mein Fall, aber das mögen andere anders sehen
Es bleiben einige Themen offen, bei denen ich mir etwas mehr Informationen gewünscht hätte. Zum Beispiel bezüglich des Schicksals der einzelnen Schwestern und so etwas wie ein Fazit der Schwestern über das erlebte Wiederholungsjahr als Epilog.

________

Mein Fazit:

Alles in allem hat der Roman trotz des ernsten Themas auch starke humorvolle Züge, was ich sehr schön fand. Wer hier allerdings eine Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und dessen Verarbeitung erwartet, wird ebenso enttäuscht wie diejenigen, die auf eine allumfassende und konsequente Ausarbeitung des Themas „Zeitreise“ hoffen.
Der Roman behandelt vielmehr die Themen Geschwisterbeziehung und Selbstfindung eingebettet in eine tragische Szenerie.

Die Geschichte hätte in meinen Augen deutlich mehr Potenzial gehabt. Eine gute Ausarbeitung der angeschnittenen Themen hätte dem Roman mehr Tiefe verliehen, jedoch sicher mehr als 300 Seiten erfordert. (Hätte, hätte, Fahrradkette ).
Ich glaube jedoch, dass der Fokus des Romans (vielleicht auch aus privaten Gründen?) bewusst auf dem Thema Geschwisterbeziehung/-liebe gelegt wurde. Diese wurde für mich, die ich selbst eine Schwester habe, überzeugend dargestellt. Marlene bringt dies an einer Stelle besonders gut auf den Punkt:
"Dafür sind wir Schwestern. Kein anderer Mensch sagt dir so ehrlich die Meinung, kein anderer verletzt dich so bitter, mit keinem anderen würdest du eine so lange Beziehung führen bei so wenigen Gemeinsamkeiten. Dafür hält auch keiner so unerschütterlich zu dir wie eine Schwester."

Da der Roman besonders am Anfang sehr schön zu lesen war und mich von Zeit zu Zeit ganz schön zum Grübeln gebracht hat, fand ich ihn trotz allem lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema