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Veröffentlicht am 01.07.2020

Anders als erwartet

The Modern Break-Up
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The modern break-up ist ein Roman von Daniel Chidiac, der definitiv das Potenzial zum Ratgeber hat. Er handelt von Amelia, die in der Vergangenheit oft schlechte Erfahrungen in Punkto Liebe und Beziehungen ...

The modern break-up ist ein Roman von Daniel Chidiac, der definitiv das Potenzial zum Ratgeber hat. Er handelt von Amelia, die in der Vergangenheit oft schlechte Erfahrungen in Punkto Liebe und Beziehungen gemacht hat. Die Leser begleiten Amelia auf ihrem Weg der Selbstfindung und Akzeptanz. Dabei lernt sie Nick kennen und die beiden führen ein langes Gespräch darüber, was Männer und Frauen eigentlich so von der Liebe wollen.

Der Schreibstil von Daniel Chidiac ist sehr angenehm. Das Buch besteht vorwiegend aus inneren Monologen und Gesprächen zwischen verschiedenen Personen. Situationen und Eigenschaften der Personen werden nur oberflächlich beschrieben. Trotzdem hat es der Autor geschafft, die Erzählung abwechslungsreich zu gestalten und den Lesefluss aufrecht zu erhalten.

Vom Inhalt des Buches war ich sehr überrascht. Aufgrund des Klappentextes hatte ich erwartet, dass der Fokus auf Amelia und Nick liegt. Auf ihrem Kennenlernen und wie sie anschließend den Kontakt über viele Jahre halten – aber ganz besonders auch auf dem, im Klappentext erwähnten, die ganze Nacht dauernden Gespräch der beiden. Das war so nicht der Fall. Die Geschichte rund um Amelia und Nick bildet eher eine Rahmenhandlung des Buches. Das Gespräch der beiden nimmt nur wenige Seiten ein. Der Fokus des Inhalts liegt vor allem auf Amelias Erfahrungen in der Vergangenheit und auf ihrem Umgang mit ihrer gescheiterten Beziehung. Dabei greift der Autor vorwiegend auf innere Monologe und Gespräche zwischen Amelia und ihren Freunden oder ihrer Mutter zurück.

Amelia kommt dabei im Laufe des Buches zu vielen Erkenntnissen, die sie in ihrem Leben weiterbringen. Sie begreift, wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben und auf die eigenen Stärken zu vertrauen. Der Autor schafft es dabei, die Erkenntnisse von Amelia so zu formulieren, dass sie sehr gut nachvollziehbar sind und auch den Leser zum Nachdenken anregen.

Das Buch ist so aufgebaut, dass sowohl Kapitel aus Amelias als auch aus der Perspektive ihrer Freunde und ihrer Mutter existieren. Die Themen der Selbstfindung und die Erkenntnis der verschiedenen Protagonisten, dass eine Beziehung eben nicht immer gut geht, ziehen sich dabei durch das gesamte Buch. Außerdem wird dem Thema der Selbstliebe eine große Bedeutung zugeschrieben. Besonders spannend fand ich auch das Kapitel aus Sicht von Amelias Mutter. Diese ist Psychotherapeutin und beleuchtet das Thema der Akzeptanz, aber auch der Selbstliebe nochmal aus einem anderen Blickwinkel. Das hat nicht nur im Buch bei Amelia, sondern auch bei mir als Leserin einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Amelia ist mir persönlich sehr sympathisch. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass ich mich in vielen ihrer Denkmuster und Grundeinstellungen wiedererkannt habe. Das hat dafür gesorgt, dass ich mich mit ihr identifizieren konnte und viel Spaß beim Lesen hatte.

Obwohl ich etwas anderes erwartet hatte, hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen. Das Buch hat mir definitiv ein paar interessante Denkanstöße geliefert. Daher bekommt es 4/5 Sterne von mir.

Im Folgenden findet ihr vier Zitate, die mich selbst sehr berührt und mich besonders zum Nachdenken gebracht haben:

1) „Die Leute haben die sozialen Medien als Möglichkeit entdeckt, unterschwellige Nachrichten zu schicken. Wir versuchen, jemanden auf uns aufmerksam zu machen, indem man ein Bild von ihnen liked oder ihnen durch bestimmte Posts ein bestimmtes Gefühl vermitteln. Die Zeiten in denen wir miteinander über unsere Gefühle gesprochen haben, sind allmählich vorbei.“ S. 42

2) „Wahre Liebe fühlt sich besser an. Sie ist freier verfügbar. Das sind lange Gespräche. Man muss das Gefühl haben, den anderen zu jeder Tageszeit anrufen zu können, und zwar ohne fürchten zu müssen, es könnte der Eindruck entstehen, man habe es nötig.“ S. 62

3) „In einer Beziehung gehört die Hälfte unseres Denkens und unserer Entscheidungen einer anderen Person. Und wir müssen uns überlegen, wie sich das auf den anderen auswirkt, nicht nur auf uns selbst.“ S. 169

4) „Liebe ist schön, nicht ununterbrochen energieraubend. Sie bedeutet, dass man Kompromisse eingeht. Liebe beruht auf Gegenseitigkeit. Liebe ist schwierig, sollte aber auch erfüllend sein. Liebe braucht Zeit. Und ja, Liebe gehört zum mitunter Angst einflößendsten überhaupt, wenn sie aber echt ist, wird man den Mut finden, so zu sein, wie man sein will und der Person zu sagen, was man braucht.“ S 185.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.06.2020

Wow! Echt spannend!

Lauf, Jane, lauf!
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Lauf, Jane, Lauf!" von Joy Fielding handelt von Jane, welche unter einer Amnesie leidet. Sie findet sich mitten in Boston wieder. Blutbefleckt, die Taschen voller Geld und ohne Erinnerung. Sie weiß wo ...

Lauf, Jane, Lauf!" von Joy Fielding handelt von Jane, welche unter einer Amnesie leidet. Sie findet sich mitten in Boston wieder. Blutbefleckt, die Taschen voller Geld und ohne Erinnerung. Sie weiß wo sie ist, erkennt die Straßen und weiß welcher Tag ist. Die Frau, die ihr im Spiegel entgegenblickt erkennt sie jedoch nicht. Wer ist der Mann, den man ihr als Ehemann vorstellt? Was sind das für Medikamente, die ihr helfen sollen? Und warum fühlt sie sich plötzlich als Gefangene im eigenen Haus? Sind das alles Hirngespinste einer Geisteskranken? In Jane wächst der Verdacht, dass sie einem teuflischen Plan ausgeliefert ist. Verzweifelt kämpft sie um ihr Gedächtnis

Meine Gedanken:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Bereits ab der ersten Seite war ich voll im Geschehen drin und konnte mich sehr gut in Jane hineinversetzen. Das Buch ist aus der Sicht von Jane geschrieben, das hat den Vorteil, dass man als Leser immer nur genauso viel weiß, wie Jane zu diesem Augenblick. Das macht das Lesevergnügen sehr authentisch und lädt dazu ein, selbst zu rätseln, was am 18. Juni 1990 passiert ist – was so schlimm war, dass Jane sich ins Vergessen geflüchtet hat.

Mich hat das Buch auch wegen seinem Hauptthema, der hysterischen Amnesie sehr interessiert. Erst letztes Semester habe ich im Ramen meines Psychologiestudiums einiges über Amnesien gelernt und das jetzt in einem Buch in Romanform zu lesen fand ich sehr interessant. Ich habe einige Erklärungen und Anzeichen der Krankheit gekannt, wodurch die Geschichte von Jane für mich sehr realistisch geworden ist.

Was mir an dem Buch ein bisschen gefehlt hat, war ein entscheidender Wendepunkt. Obwohl die ganze Geschichte sehr spannend geschrieben war und ich das Buch fast gar nicht aus der Hand legen konnte, war ich zu keinem Zeitpunkt richtig geschockt, oder habe mich über die Entwicklungen gewundert. Das ist eigentlich etwas, was ich von einem richtigen Thriller erwarte. Das ist jedoch nur meine persönliche Meinung, in den meisten anderen Rezensionen, die ich zu dem Buch gelesen habe, wurden gerade die unerwarteten Wendungen gelobt. Ich weiß nicht, woran es genau liegt, aber ich hatte eher das Gefühl, dass die Wendungen, die die Geschichte vollzogen hat, naheliegen waren. Trotzdem hat der Schreibstil von Joy Fielding dafür gesorgt, dass die Spannung erhalten blieb und ich unbedingt wissen wollte, wie das Buch endet.

Mit Jane und Michael hat Joy Fielding zwei sehr Facettenreiche Protagonisten entworfen. Vor allem Jane lernt man im Laufe des Buches sehr gut kennen und lieben. Auch wenn ich das ein oder andere mal tatsächlich an ihrem Verstand gezweifelt habe (sie selbst überlegt schließlich auch nicht ohne Grund, ob sie eventuell verrückt geworden ist), lässt Joy Fielding durchblicken, was für eine intelligente und zielstrebige junge Frau die eigentliche Jane vor den Geschehnissen des 18. Juni war. Michael lernt man aufgrund der Erzählperspektive nur durch die Erfahrungen, die Jane mit ihm macht, kennen. Aber auch hierbei wird deutlich, dass er nicht nur der sich sorgende Ehemann ist, sondern Seiten hat, die Jane verborgen bleiben sollen.

Obwohl meine Ausgabe des Buches noch von 1992 und damit in alter Rechtschreibung verfasst ist, war das Lesen sehr angenehm. Ich hatte mich bereits nach wenigen Seiten an die ungewohnte Rechtschreibung (daß, …) gewöhnt und konnte mich so voll auf den Inhalt konzentrieren.

Im Allgemeinen bin ich ein großer Fan des Schreibstils von Joy Fielding. Sie hat es bisher noch mit jedem ihrer Bücher geschafft, mich komplett zu fesseln und mitten in das Geschehen zu katapultieren.

Alles in allem hat Joy Fielding eine sehr spannende Geschichte geschaffen, die durch eine sympathische Protagonistin und viele Zweifel geprägt ist. Ich hatte beim Lesen sehr viel Spaß und werde das Buch definitiv auch Freunden und Bekannten weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2020

Eine echte Enttäuschung

The Brightest Stars - attracted
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Zuallererst möchte ich sagen, dass mir das Buch leider gar nicht gefallen hat. Obwohl mich das Design des Covers (matt-schwarz mit Glitzer-Elementen) und der Klappentext total angesprochen haben, war das ...

Zuallererst möchte ich sagen, dass mir das Buch leider gar nicht gefallen hat. Obwohl mich das Design des Covers (matt-schwarz mit Glitzer-Elementen) und der Klappentext total angesprochen haben, war das Lesen des Buches eher eine Qual.

Ein entscheidender Aspekt dabei ist, dass Anna Todd für das Buch die Army und eine Militärbasis als wichtiges Thema und zentralen Handlungsort gewählt hat. Ich persönlich habe mit diesen Themen bisher noch keine wirklichen Berührungspunkte gehabt, wodurch die Schilderungen für mich nicht wirklich greifbar waren. Dadurch ist mir der Einstieg in das Buch sehr schwergefallen. Außerdem sind die Kapitel des Buches sehr kurz gehalten, nach Spätestens fünf Seiten folgt ein neues Kapitel, welches meist auch einen Sprung in der Handlung beinhaltet. Dadurch wurde das ganze Geschehen für mich nicht greifbar und ich konnte mich nicht in die Geschichte einfinden.

Dazu kommt, dass ich während dem gesamten Buch nicht herausgefunden habe, was der Klappentext mit dem Inhalt zu tun hat. Die einzige Parallele, die ich entdecken konnte, war die Tatsache, dass Karina und Kael sich kennen lernen und irgendwann so etwas wie ein Paar sind. – „So etwas wie“, da mir eine Beschreibung der Entwicklung ihrer Beziehung gefehlt hat. Plötzlich startete ein neues Kapitel, indem erwähnt wird, dass die beiden zusammen sind. Es fehlen ausführliche Schilderungen ihrer Beziehung oder ihrer Gefühle füreinander. Von der im Klappentext erwähnten Leidenschaft spürt man beim Lesen leider gar nichts.

Gestört hat mich auch, dass in dem Buch sehr viel nebensächliche Handlung ausführlich erzählt wird. Viele Kapitel handeln von Karinas Arbeit und wie sie dort mit Menschen interagiert. Die meisten dieser Kunden werden in dem Buch jedoch niemals wieder erwähnt. Das hat mich beim Lesen wahnsinnig verwirrt, da einem viele Details über diese, eigentlich unwichtigen, Nebenpersonen erzählt wurden. Ganz im Gegensatz dazu steht die Menge an Wissen, welches man über die Hauptpersonen erlangt. Kael ist ein sehr schweigsamer Mensch, was an sich natürlich nichts Schlechtes ist. Da jedoch alle Kapitel aus Karinas Perspektive erzählt werden, lernt man Kael nicht wirklich kennen. Das finde ich sehr schade, da ich mir vorstellen kann, dass er durch die Army eine interessante Vergangenheit hat. Karina lernt man im Laufe des Buches ganz gut kennen, jedoch bin ich mit ihrer Art überhaupt nicht klargekommen. Ihre Verhaltensweisen haben mich oft an ein sehr sprunghaftes, pubertierendes Mädchen erinnert, das einen Hass auf sich und die Welt hat und dabei nicht wirklich weiß, was es sich von seinem Leben erhofft. Da das Buch hauptsächlich aus inneren Monologen von Karina besteht, war ich beim Lesen oft genervt und musste mich zwingen weiterzulesen. Durch die inneren Monologe ist auch Karinas Sprunghaftigkeit sehr deutlich geworden. Oft ist sie innerhalb einer Seite ohne vernünftigen Grund mehrmals zwischen „ich finde Kael so toll“ und „ich mag ihn nicht“ hin- und hergesprungen – das hat mich als Leserin total wahnsinnig gemacht.

Irritiert hat mich außerdem der Anfang des Buches. Hierbei wird erwähnt, dass sich Karina und Kael wiedertreffen, da sie auf eine Beerdigung müssen. Danach erfolgt ein Zeitsprung und die Geschichte ihres Kennenlernens wird erzählt. Auf den Anfang wird jedoch nie wieder eingegangen. Das Erwähnen von Handlungssträngen, auf die dann nicht näher eingegangen wird, scheint generell ein Motto des Buches zu sein. So auch beispielsweise ein Streit zwischen Kael und Karinas Vater. Dieser eröffnete eine der wenigen, wirklich spannenden und fesselnden Szenen – jedoch wurde der Grund für den Streit nie aufgeklärt. Vielleicht wird das ein Thema im nächsten Band der Reihe sein und sollte dafür schon einmal die Spannung aufbauen – für mich hat das Erwähnen der Szene jedoch nur zu einer Frustration beim Lesen geführt, da ich danach wieder von Karinas Arbeit lesen musste und nicht erfahren habe, was es mit dem Streit auf sich hatte.

Leider konnte mich das Buch überhaupt nicht überzeugen. Ich habe die After Reihe von Anna Todd geliebt und mir aufgrund des Klappentextes von diesem Buch deutlich mehr erhofft, wurde jedoch enttäuscht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2020

Leichtes Lesevergnügen für zwischendurch

Sam & Emily. Bis zum Ende des Sommers
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In “ Bis zum Ende des Sommers“ von Holly Goldberg Sloan geht es um die Liebe zwischen Emily und Sam. Die beiden führen eine gute Beziehung – bis Destiny auftaucht. Destiny ist von daheim abgehauen und ...

In “ Bis zum Ende des Sommers“ von Holly Goldberg Sloan geht es um die Liebe zwischen Emily und Sam. Die beiden führen eine gute Beziehung – bis Destiny auftaucht. Destiny ist von daheim abgehauen und lebt seit da von Gelegenheitsjobs. Ihre Mutter ist tot und ihr Vater sitzt im Gefängnis. Und damit hat sie einiges mit Sam gemeinsam – mehr als Emily. Doch nicht nur Destiny scheint eine Gefahr für Emily und Sam darzustellen. Eine weitaus größere Gefahr lauert in Sams Vergangenheit.

Holly Goldberg Sloan hat einen sehr guten Schreibstil, bei dem man sofort mitten im Geschehen ist und das Gefühl bekommt, die Charaktere ihres Buches sehr gut zu kennen. Dadurch, dass sie das Buch aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben hat, bekommt man einen guten Einblick in die Gefühlswelten der einzelnen Personen.
Ich persönlich habe sowohl Emily, als auch Sam schon nach wenigen Seiten in mein Herz geschlossen. Emily ist wahnsinnig selbstlos und scheint ein sehr fröhlicher Mensch zu sein, wodurch sie einem sofort sympathisch wird. Sam dagegen hat bei mir aufgrund seiner Entwicklung gepunktet. Er hat eine sehr schwere Vergangenheit, die im Buch des Öfteren durch Rückblicke beleuchtet wird. Trotzdem hat er sich zu einem netten Jugendlichen entwickelt, der alles für seine Freundin tun würde. Dadurch hat er sich bei mir Respekt verschafft und sich einen Weg in mein Herz gebahnt.
Mit Destiny dagegen bin ich während des gesamten Buches nicht richtig warm geworden. Ganz im Gegenteil. Je weiter ich gelesen habe, umso nerviger fand ich sie. Es gab beim Lesen Momente, in denen ich das Buch am liebsten weggelegt hätte, um meine Ruhe vor Destiny und ihren Dramen zu haben. Auch wenn ihre nervige Art zumindest zum Teil mit Sicherheit von der Autorin gewollt war, habe ich es als sehr anstrengend empfunden. Dadurch ist mir das Lesevergnügen immer wieder kurzzeitig genommen worden.
Ein weiterer Kritikpunkt von mir ist die Vorhersehbarkeit der gesamten Handlung. Grundsätzlich ist während dem gesamten Buch immer genau das Richtige zur richtigen Zeit passiert. Hier ein Beispiel zur Verdeutlichung (AUCHTUNG SPOILER: Sams Vater ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und wie durch Zufall passiert ein Unfall, wodurch die Polizisten sich nicht darauf konzentrieren ihn zu suchen. Und der Polizist der dafür zuständig ist, Sam über den Ausbruch zu informieren, ist leider genau in der Woche krank.). Diese Vorhersehbarkeit hat für mich die Spannung der Geschichte genommen. Des Weiteren hat es der Geschichte etwas sehr unrealistisches gegeben – wenn ein oder zweimal etwas genauso passiert, wie es die Hauptpersonen brauchen, ist das kein Problem, aber wenn es das ganze Buch hindurch immer der Fall ist, … naja.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2020

Ein Buch mit sehr tollem Schreibstil

Denn Geister vergessen nie
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In „Denn Geister vergessen nie“ von Jessica Koch geht es um eine Gruppe Freunde, die eine Segentour machen. Dabei werden sie von einem Unwetter überrascht und befinden sich in einer nahezu ausweglosen ...

In „Denn Geister vergessen nie“ von Jessica Koch geht es um eine Gruppe Freunde, die eine Segentour machen. Dabei werden sie von einem Unwetter überrascht und befinden sich in einer nahezu ausweglosen Situation mitten auf dem Pazifik. Mit an Bord ist Amy, die aufgrund eines Ereignisses in ihrer Vergangenheit sehr unglücklich ist. Außerdem Mian, welchem als kleines Kind durch einen Voodoo Zauber das Leben gerettet wurde. Seit damals hat er eine besondere Gabe. Er spürt die Emotionen der Menschen um ihn herum und ist auf besondere Art und Weise mit seinem Bruder Jano verbunden. Mian hat sich das Ziel gesetzt Amy bei der Verarbeitung ihrer Vergangenheit zu helfen. Außerdem befinden sich ihre Freunde Jayden, Collin und Ben mit an Bord. Zwischen Amy und Mian entwickelt sich eine enge Verbundenheit, doch ihr Glück hält nur sehr kurz an, bis Amy von Mians dunklem Geheimnis erfährt und ihr Schiff auf das Unwetter trifft. Nur Jano, der seit damals ebenfalls eine Gabe hat, kann den Freunden jetzt noch helfen.

Das Cover des Buches hat mir sehr gut gefallen und auch der Klappentext und die Leseprobe haben mich angesprochen, was dazu geführt hat, dass ich mich für ein Rezensionsexemplar beworben habe. Während dem Lesen habe ich mich allerdings mehrmals gefragt, was das Cover eigentlich mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Obwohl mir die Farben und das Motiv des Covers eigentlich gut gefallen, hätte ich mir einen stärkeren Bezug zum Buch gewünscht.

Zum Buch lässt sich sagen, dass Jessica Koch einen sehr bildhaften Schreibstil hat, der einen sofort in den Bann zieht. Das Buch ist aus den unterschiedlichen Perspektiven der Freunde geschrieben, was das Lesen sehr abwechslungsreich gestaltet. Eigentlich sollte man dadurch ebenfalls einen guten Einblick in die Denkstrukturen der einzelnen Charaktere bekommen, jedoch sind nur die Kapitel aus Sicht von Amy in der Ich-Perspektive geschrieben. Alle anderen Kapitel beziehen sich zwar auf das Geschehen um die entsprechende Person herum, sind aber in der 3. Person geschrieben. Dadurch entsteht eine gewisse Distanz zu den Personen, was ich sehr schade finde. Nur in Amy konnte ich mich durch die genaue Beschreibung ihrer Gedanken und Gefühle richtig hineinversetzen.

Neben den Kapiteln, die die momentanen Handlungsstränge beschreiben, hat Jessica Koch immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit von Mian und Jano eingebaut. Das ermöglicht es einem, gut nachzuvollziehen, wie sich die Gabe von Mian entwickelt hat und was es damit genau auf sich hat. Was mir allerdings während des gesamten Buches unklar geblieben ist, ist inwieweit sich Janos Gabe von der seines Bruders unterscheidet. An einigen Stellen wird kurz auf seine Gabe eingegangen, welche offensichtlich das Spüren der Emotionen von Tieren und das Sehen von Geistern beinhaltet, genauere Infos hierzu bekommt man allerdings leider nicht.

Trotz meiner Kritikpunkte habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Die Geschichte ist bis auf Kleinigkeiten schlüssig und sehr gut zu lesen. Besonders ans Herz gewachsen sind mir im Laufe der Geschichte Amy, Mian und Collin. Alle drei haben eine schwere Vergangenheit und versuchen mit ihrem Leben bestmöglich zurechtzukommen. Die Entwicklungen, die alle drei im Laufe des Buches durchlaufen, haben mich ehrlich berührt und zum Nachdenken gebracht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere