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Veröffentlicht am 09.08.2021

Ruhig, aber trotzdem intensiv - eine wahre Achterbahn der Gefühle

Try & Trust
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Psychologiestudentin Matilda hat den Männern abgeschworen. Dies möchte sie auch ihrer besten Freundin Briony klar machen, denn ist gerade dabei sich in Anthony, Noahs besten Freund und Künstler, zu verlieben. ...

Psychologiestudentin Matilda hat den Männern abgeschworen. Dies möchte sie auch ihrer besten Freundin Briony klar machen, denn ist gerade dabei sich in Anthony, Noahs besten Freund und Künstler, zu verlieben. Um das zu verhindern, macht sie einen Deal mit Anthony: Er darf sie malen, wenn er bei Briony mit offenen Karten spielt. Doch schon bald steht mehr zwischen ihnen als nur dieser Deal..

Matilda Wakefield und ihre quirlige, feurige Art konnte man ja schon im ersten Band Fly & Forget kennenlernen und da habe ich sie schon total ins Herz geschlossen. Sie studiert Psychologie, nimmt das Leben so wie es ist und versucht das Beste daraus zu machen. Dabei handelt sie manchmal etwas impulsiv, setzt sie sich immer für die Dinge ein, die ihr auf dem Herzen liegen und tritt sehr selbstbewusst auf. Allerdings ist sie auch ein kleiner Kontrollfreak (besonders in Bezug auf Briony), was ich zwar irgendwie verstehen konnte, aber trotzdem war es mir etwas too much. Generell hat man Matilda nochmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt, denn hinter ihrer harten Schale wirkt sie nicht nur total verschlossen, sondern auch sehr verletzlich. Umso besser hat mir ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte gefallen.
Anthony Sinclair ist Künstler durch und durch. Man merkt ihm richtig an mit wie viel Leidenschaft er malt, obwohl es nicht gerade lukrativ für ihn ist und er gerade so über die Runden kommt. Dennoch kämpft er für seinen großen Traum und möchte dafür keine Hilfe annehmen. Obwohl er selbst wenig hat, tritt er immer wieder für seine Freunde ein und das alleine zeigt schon, was für ein herzensguter Mensch Anthony ist. Er ist sehr einfühlsam, ehrlich und eher zurückhaltend. Vor allem trägt er aber auch ein Päckchen aus seiner Vergangenheit mit sich herum.
Die Beziehung der beiden hat sich in einem sehr ruhigen Tempo entwickelt, obwohl das Prickeln oftmals schon zu spüren war. Aber meiner Meinung nach hat das einfach super zu den beiden Charakteren gepasst und so wurde die gesamte Entwicklung nicht nur intensiver, sondern es hat mir vor allem gefallen, wie sich die beiden gegenseitig Halt gegeben haben.

Unsere Köpfe ruhten beide auf der Sofalehne. Die Sekunden verstrichen. Zwischen uns nur ein paar Zentimeter, zwischen uns die ganze Welt. (Seite 315)

Neben Matilda und Anthony gab es natürlich auch ein Wiedersehen mit Briony, Liv und Noah. Hierbei hat mich nicht nur gefreut, dass man Livs und Noahs Geschichte etwas weiter verfolgen konnte, sondern auch mehr über Briony erfahren hat, denn das hat eindeutig Lust auf ihre Geschichte gemacht. Vor allem hat mir auch wieder die Freundschaft zwischen Noah und Anthony total gut gefallen.

Nachdem mir schon Fly & Forget total gut gefallen hat, habe ich mich wahnsinnig auf die Fortsetzung und damit Matildas und Anthonys Geschichte gefreut. Erst einmal mit dem Buch angefangen, war ich sofort in der Geschichte drin und wenn ich mehr Zeit zum Lesen gehabt hätte, hätte ich das Buch wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit durchgehabt. Der Schreibstil von Nena Tramountani hat mir nämlich wieder unglaublich gut gefallen. denn er ist locker leicht und vor allem sehr gefühlvoll. Dabei verlief die gesamte Geschichte etwas ruhiger als in Band 1, was ich aber auch absolut passend für die Charaktere empfunden habe. Denn hier wird sehr viel Wert auf die Entwicklung von Matilda und Anthony gelegt, die man auch hautnah miterlebt, da die einzelnen Kapitel wieder abwechselnd aus der Sicht der beiden Charaktere erzählt werden. Nena Tramountani versteht es dabei den Leser mit auf eine Achterbahn der Gefühle zu nehmen, denn die Geschichte ist an manchen Stellen schmerzhaft, sehr bewegend und doch gibt es auch immer wieder humorvolle und wunderschöne Szenen. Vor allem aber hat mir gefallen, wie die Vergangenheit der beiden eingearbeitet wurde und die Liebe zur Kunst dargestellt wurde.

Zu jedem Menschen gehörte für mich eine bestimmte Farbpalette. Manchmal veränderte sie sich, so wie bei Noah, doch das geschah langsam. Mit der Zeit. (Seite 75)

Die Gestaltung des Covers gefällt mir um ehrlich zu sein nicht ganz so gut. Dennoch finde ich es toll, dass es passend zu Band 1 gestaltet ist.

Try & Trust ist so ein Buch, bei dem mir das Schreiben der Rezension einfach total schwer fällt, da keine Worte dieser Welt diesem tollen Buch gerecht werden würden. Ich kann euch die Reihe bisher nur von Herzen empfehlen und freue mich schon auf den dritten (und leider auch schon letzten) Band Play & Pretend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.08.2021

Schöne Liebesgeschichte mit authentischen Charakteren und der richtigen Portion Humor und Drama

Vielleicht jetzt (Vielleicht-Trilogie - Band 1)
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Gabriellas Reise nach Deutschland könnte nicht schlimmer starten: erst verpasst sie fast ihren Flug und dann ist ihr Sitznachbar auch noch unverschämt. Und doch scheinen die Funken zwischen den beiden ...

Gabriellas Reise nach Deutschland könnte nicht schlimmer starten: erst verpasst sie fast ihren Flug und dann ist ihr Sitznachbar auch noch unverschämt. Und doch scheinen die Funken zwischen den beiden nur so zu sprühen. Vor allem dann, als Gabriella ihn unverhofft bei ihrem Praktikum wiedersieht..

Gabriella ist eine Architekturstudentin aus Brasilien und ein wahrer Sonnenschein. Sie versprüht immer gute Laune, ist offen und hilfsbereit. Außerdem sagt sie immer genau das, was sie denkt - auch wenn es sie dadurch in das ein oder andere Fettnäpfchen tritt, aber das macht sie auch so sympathisch. Gabriella legt viel Wert auf Ehrlichkeit und trägt ihre Emotionen selbst meist offen zur Schau, wodurch sie für mich als Protagonistin sehr greifbar wurde. Zudem handelt sie meistens sehr selbstlos, weswegen ich ihr Verhalten gegen Ende auch teilweise nicht so ganz nachvollziehen konnte, aber das hat sich zum Glück alles geklärt.
Anton ist so ziemlich das komplette Gegenteil von Gabriella, denn er wirkt vor allem zu Beginn sehr distanziert und mürrisch. Nach und nach bekommt seine Schutzmauer aber immer mehr Risse und man merkt, dass hinter der rauen Art ein liebevoller, aufmerksamer und warmherziger junger Mann steckt. Anton arbeitet als Koch bei Leckerste und man merkt mit wie viel Leidenschaft er diesen Job nachgeht. Dabei hält er sich strikt an seine Prinzipien, was man nach und nach immer besser versteht, wenn man mehr aus seiner Vergangenheit erfährt.
Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich meiner Meinung nach in einem authentischen Tempo, obwohl die Funken von Beginn an nur so gesprüht haben. Gabriella und Anton harmonieren einfach perfekt miteinander und es war so so schön, immer wieder diese kleinen besonderen Momente zwischen den beiden mitzubekommen.

"Es fügte sich alles so, wie es sollte. Jetzt. Hier. Wir beide. Auf diese Weise." (Seite 377)

Aber nicht nur Gabriella und Anton habe ich direkt in mein Herz geschlossen, sondern auch die Nebencharaktere. Vor allem Klara und Joana mochte ich total gerne, denn auch zwischen ihnen herrscht eine tolle Dynamik und mir hat es gefallen, wie aufgeschlossen sie gegenüber Gabriella waren. Klara ist eher ein aufgedrehter, offener und neugieriger Charakter, während Jo eher verschlossen, aber trotzdem total herzlich ist. Zusammen mit Gabriella war es einfach eine tolle Kombi. Aber auch das Küchenteam von Leckerste war auf ihre Art und Weise sympathisch, obwohl die beiden Köche Till und Gerd teilweise sehr wortkarg und ruppig waren.

Ich bin ohne jegliche Erwartungen an das Buch herangegangen, weil ich mir zuerst gar nicht sicher war, ob ich das Buch überhaupt lesen möchte und wurde sehr positiv überrascht. Durch den locker leichten und doch detailreichen Schreibstil von Carolin Wahl ist mir der Einstieg sehr leicht gefallen und vor allem zu Beginn bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Vor allem konnte die Autorin in den ersten Kapiteln mit ihrem großartigen Humor punkten. Obwohl nach dem rasanten Einstieg teilweise nicht mehr ganz so viel passiert ist, war doch immer eine gewisse Grundspannung enthalten, sodass ich das Buch weiterhin kaum aus der Hand legen konnte. Nach und nach haben sich dann immer mehr offene Fragen geklärt, wodurch die Geschichte zum Ende hin auch noch die richtige Portion Drama und Emotionen bekommen hat. Obwohl zum Abschluss der Geschichte noch ziemlich viel passiert, wirkt es keinesfalls überladen, womit ich sonst oftmals meine Probleme haben. Ein kleiner Kritikpunkt ist allerdings für mich, dass die gesamte Geschichte nur aus Gabriellas Sicht erzählt wurde, denn obwohl man Anton sehr gut kennenlernen konnte, hätte ich mir doch manchmal einen Einblick in seine Gefühls- und Gedankenwelt gewünscht. Aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau!

Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch in München, einer meiner Lieblingsstädte, spielt. Durch den bereits erwähnten detailreichen Schreibstil konnte ich mir alles sehr bildlich vorstellen und es hat sich teilweise so angefühlt, als würde ich mit Gabriella, Klara und Jo durch die Straßen Münchens schlendern. Dass die Geschichte zum Großteil in einer Cateringfirma spielt, ist natürlich ein weiterer Pluspunkt, denn leckeres Essen ist immer gut.

"Länger. Einnehmender. Intensiver. Und mein Herz tanzte. Mein Herz tanzte, lachte und sang." (Seite 290)

Die Covergestaltung trifft um ehrlich zu sein nicht ganz meinen Geschmack, obwohl die Farben gut miteinander harmonieren. Umso schöner finde ich allerdings den Farbverlauf auf dem Buchrücken.

Von mir bekommt Vielleicht Jetzt eine klare Leseempfehlung, denn es ist nicht nur eine schöne Liebesgeschichte, sondern besticht auch durch die richtige Portion Drama und Humor sowie einer tollen Atmosphäre. Vor allem aber die Charaktere haben mich überzeugt und ich freue mich jetzt schon auf die beiden weiteren Bände.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Spannend von der ersten bis zur (fast) letzten Seite - definitiv ein Jahreshighlight!

The Passengers
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Acht Passagiere steigen morgens nichtsahnend in ihr selbstfahrendes Auto. Doch schon bald ändert sich ihr Leben schlagartig, denn sie verlieren nicht nur jede Kontrolle über ihr Auto, sondern sie werden ...

Acht Passagiere steigen morgens nichtsahnend in ihr selbstfahrendes Auto. Doch schon bald ändert sich ihr Leben schlagartig, denn sie verlieren nicht nur jede Kontrolle über ihr Auto, sondern sie werden auch alle in Richtung desselben Zieles gelenkt. Schnell wird daraus ein Massenevent, denn der Hacker streamt das ganze live im Internet und lässt die Zuschauer entscheiden, wer am Ende überleben darf..

Zugegebenermaßen war ich bei diesem Buch erst einmal unsicher, ob die Geschichte überhaupt etwas für mich ist, weil sie eigentlich nicht ganz meinen sonstigen Lesegewohnheiten entspricht. Aber erst einmal mit The Passengers angefangen, habe ich schnell gemerkt, dass diese Sorge unbegründet ist, denn die Geschichte konnte mich von der ersten Seite an komplett in den Bann ziehen. Der Schreibstil von John Marrs fällt zwar eher etwas nüchtern aus, ist aber trotzdem absolut fesselnd, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Das Buch gliedert sich dabei insgesamt in vier Teile. Während die ersten drei Teile absolut spannend waren und ich nur so auf die Auflösung hin gefiebert habe, hat sich der vierte und letzte Teil, der zwei Jahre nach der eigentlichen Handlung spielt, dann leider etwas gezogen. Meiner Meinung nach hat dieser leider auch nicht ganz zur Geschichte gepasst und wirkte doch etwas sehr konstruiert, aber das ist definitiv meckern auf hohem Niveau.

"'Wir schätzen unser Leben so gering, dass wir uns freiwillig der künstlichen Intelligenz unterwerfen, einer von Menschen geschaffenen Kraft, die weder Mitgefühl noch Sympathie kennt und zu keinem moralischen Urteil fähig ist, Wir haben der Menschheit ihre Menschlichkeit geraubt.'" (S. 173)

The Passengers wird abwechselnd aus der Sicht mehrerer Charaktere erzählt, was ich eigentlich nicht ganz so gerne mag, aber hier hat es mich überhaupt nicht gestört. Eher hat es noch die Spannung erhöht und der Geschichte so einige unvorhersehbare Wendungen beschert. Dadurch das man einige Charaktere schon von den frühen Morgenstunden an begleitet, erhält man nicht nur einen guten Überblick über diese, sondern ist auch von Beginn an in das Geschehen involviert. So bekommt man einen guten Einblick in ihr Leben, baut eine gewisse Bindung auf und rätselt mit, was die Charaktere wohl für ein Geheimnis haben. Denn genau diese Geheimnisse bekommt man stückweise von dem "Hacker", der im Hintergrund die Fäden zieht, übermittelt. Zudem werden diese erst im Nachhinein von den einzelnen Charakteren vervollständigt, sodass sich ständig ein neues Bild ergibt und man doch die ein oder andere Entscheidung überdenkt. So bekommt nicht nur jeder Charakter seine eigene Geschichte, sondern durch diese ständigen Wechsel entstehen auch immer wieder Mini Cliffhanger am Ende eines jeden Kapitels, sodass man einfach nur weiterlesen muss!

Auch das Thema rund um die autonomen Autos und künstliche Intelligenz fand ich nicht nur interessant und spannend, sondern auch irgendwie schockierend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass dieses Thema in unserer Zukunft noch eine viel größere Rolle spielen wird als jetzt. Dadurch wurde man teilweise auch selbst zum Nachdenken angeregt, denn ich habe mich öfters ertappt, wie ich in so einer Situation reagieren und entscheiden würde.

"'Wenn man das Leben Dutzender Menschen in die Hände von künstlicher Intelligenz legt, geht das früher oder später schief.'" (S. 65)

Das Cover des Buches ist eher schlecht gehalten, aber wirkt trotzdem sehr edel. Auch der farblich passende Buchschnitt in blau gefällt mir sehr gut und macht das Buch zu etwas besonderem. Ebenfalls hat mir die Innengestaltung des Buches gefallen, denn jedes Kapitel wird mit einem kleinen Nachrichtenausschnitt begonnen.

The Passengers ist definitiv ein Jahreshighlight von mir! Es war spannend von der ersten bis zur (fast) letzten Seite, hat mich mit einigen unvorhersehbaren Wendungen überrascht und konnte mich mit seiner interessanten Thematik überzeugen. Auch die vielschichtigen Charaktere haben sich super in die Geschichte eingefügt und zur Spannung des Buches beigetragen. Definitiv eine Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2021

Emotional, aber doch locker leicht - eine klare Leseempfehlung

Veilchensturm
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Stargeiger Maddox Madness eröffnet ein Sommercamp in den Hamptons für Kinder, die keine Chance auf eine musikalische Ausbildung haben. Unter anderem bekommt er dort Unterstützung von Violet, die dank einem ...

Stargeiger Maddox Madness eröffnet ein Sommercamp in den Hamptons für Kinder, die keine Chance auf eine musikalische Ausbildung haben. Unter anderem bekommt er dort Unterstützung von Violet, die dank einem Deal zwischen Maddox und ihrer Schwester im Camp arbeiten darf. Als hätte Maddox mit der Verantwortung für zahlreiche Kinder nicht schon genug zu tun, sprühen die Funken zwischen Violet und ihm nur so..

Violet White ist einfach ein Charakter, den man ins Herz schließen muss. Sie ist etwas verpeilt und tollpatschig, aber kann dabei auch über sich selbst lachen, denn sie ist sehr humorvoll. Vor allem zu Beginn wirkt sie etwas verloren, denn nach drei abgebrochenen Ausbildungen ist sie sich unsicher, wo sie im Leben steht und was sie damit anstellen soll. Meiner Meinung nach macht Violet eine wirklich tolle Entwicklung durch, denn sie findet immer mehr zu sich selbst und strahlt so eine Stärke aus, als könnte man ihr gar nichts anhaben. Dabei ist sie mit ihrer einfühlsamen Art auch immer für ihre Mitmenschen da und bietet ihre Unterstützung an, wo sie nur kann.
Maddox Madness konnte ich zu Beginn ehrlich gesagt nicht so ganz einschätzen, denn obwohl er immer wieder einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, wirkt der Stargeiger doch sehr verschlossen. Nach und nach zeigt sich aber, was für ein toller Mensch hinter dieser Fassade steckt. Maddox handelt sehr selbstlos, ist sehr charmant und vor allem loyal. Wenn er erstmal jemandem genügend Vertrauen schenkt, lässt er seinen Gefühlen freien Lauf. So merkt man ziemlich schnell, dass er keine leichte Vergangenheit hatte und auch das Leben im Lampenlicht alles andere als spurlos an ihm vorbeigeht. Maddox ist teilweise ein so gebrochener Charakter, der immer wieder durch seine Vergangenheit eingeholt wird und dem man einfach nur das ganze Leid abnehmen möchte.
Zwischen Violet und Maddox war von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar und doch hat sich die Beziehung in einem langsamen und authentischen Tempo entwickelt. Denn es wurde sehr viel Wert auf das Kennenlernen der beiden gelegt, was mir sehr gut gefallen hat. Sie unterstützen sich gegenseitig, wo sie nur können und dabei zeigt sich auch immer wieder, was für eine unfassbar tolle Chemie zwischen den beiden herrscht.

Ich will ihr die Narben zeigen, die Dunkelheit, die mich zu diesem Leben geführt hat. Aber gleichzeitig habe ich Angst, dass es zu viel für sie ist. Zu viel Dunkelheit für ihr Licht. (Seite 178)

Aber Violet und Maddox sind nicht die einzigen tollen Charaktere, die man in diesem Buch kennenlernen darf. Everly und Scarlett, Violets Schwestern mochte ich von Beginn an sehr gerne, denn sie unterstützen Violet, wo sie nur können. Das gleiche gilt auch für Serena, Tim und Tristan, die immer für Maddox da sind. Auch die anderen Mitarbeiter des Camps waren mir total sympathisch und irgendwie hoffe ich ja auf die Geschichte von dem ein oder anderen Charakter.

Als ich den Klappentext zum ersten Mal gelesen habe, war ich schon hin und weg, aber ich hätte trotzdem niemals erwartet, dass mich die Geschichte von Violet und Maddox so umhaut. Der Schreibstil von Kim Leopold ist nicht nur locker leicht, sondern auch sehr detailreich und bildhaft. Vor allem lässt er sich sehr angenehm lesen, sodass ich die ersten 100 Seiten förmlich eingeatmet habe. Die Geschichte wird dabei abwechselnd aus Violets und Maddox' Sicht erzählt, wodurch man einen guten Einblick in deren Gefühls- und Gedankenwelt hat und die Emotionen hautnah miterleben kann. Denn die Geschichte lebt vor allem von diesen Emotionen: von Trauer über Wut bis hin zur wahren Liebe ist gefühlt alles dabei, sodass der Leser eine wahre Achterbahn der Gefühle erlebt. Dabei werden vor allem auch ernste und tiefgründige Themen angesprochen, die sich harmonisch in die Geschichte einfügen, ohne, dass es erdrückend wirkt. Denn das Buch besitzt trotz allem eine gewisse Leichtigkeit, was vor allem auch an Kim Leopolds genialem Humor liegt, der die Geschichte immer wieder auflockert.
Neben dem Schreibstil und den Charakteren konnte Kim Leopold auch mit dem gewählten Setting punkten, denn das Setting mit dem Sommercamp in den Hamptons hat mir unglaublich gut gefallen. Ich konnte die Sonnenaufgänge am Strand förmlich vor mir sehen und die Leidenschaft der einzelnen Camp Mitarbeiter war fast schon ansteckend. Hier hätte ich mir vielleicht noch die ein oder andere Szene mehr gewünscht, aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.

Sie klatschen in die Hände, trommeln auf ihre Oberschenkeln, summen, singen.. Ich liebe es. Ich liebe dieses Gefühl von Musik in jedem Atemzug, von Leidenschaft und Zusammenhalt. (Seite 106)

Das Cover des Buches gefällt mir richtig gut. Es ist eher schlicht gehalten, aber doch ein echter Hingucker und ich kann mir vorstellen, dass die gesamte How to be Happy-Reihe nebeneinander richtig schön aussieht! Aber nicht nur außen ist das Cover richtig schön, sondern auch die Innengestaltung ist absolut gelungen. Es ist nicht nur nach den unterschiedlichen Monaten gegliedert, sondern es gibt über jedem Kapitel auch eine Schlagzeile eines Zeitungsartikels, die mal mehr oder weniger mit dem Inhalt des Kapitels zu tun hat.

Insgesamt ist der fünfte Band der How to be happy-Reihe eine wirklich tolle Liebesgeschichte, die sehr emotional ist, aber auch eine gewisse Leichtigkeit versprüht. Vor allem aber konnten mich auch die Charaktere und das Setting überzeugen, sodass ich das Buch nur von Herzen weiterempfehlen kann!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.12.2020

Das Buch hat alles, was ich an den Büchern von Karen M. McManus so liebe!

The Cousins
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Milly, Aubrey und Jonah sind erstaunt, als sie einen Brief von ihrer Großmutter Mildred Margaret Story erhalten und diese sie auf Cape Cod einlädt. Denn sie haben Mildred nie kennengelernt und die Familienverhältnisse ...

Milly, Aubrey und Jonah sind erstaunt, als sie einen Brief von ihrer Großmutter Mildred Margaret Story erhalten und diese sie auf Cape Cod einlädt. Denn sie haben Mildred nie kennengelernt und die Familienverhältnisse der Storys sind alles andere als rosig. Dennoch nehmen sie die Einladung an den Sommer auf der Insel zu verbringen und decken dabei jede Menge Familiengeheimnisse auf..

Milly ist ein wahres It-Girl aus New York. Sie ist sehr selbstbewusst und teilweise auch humorvoll. Mit ihren Aussagen und ihrem Verhalten schlägt sie gerne mal über die Stränge und verletzt dabei ihre Mitmenschen, aber trotzdem muss man sie einfach gerne haben. Vor allem hat es mir gefallen, dass sie sich selbst treu bleibt.
Aubrey ist das komplette Gegenteil von Milly. Die Schülerin aus Oregon schwimmt für ihr Leben gerne, ist eher zurückhaltend und hat mit jeder Menge Familienproblemen zu kämpfen. Auch mit ihrem Freund läuft es nicht so ganz rund, worüber sich Aubrey jede Menge Gedanken macht. Sie wirkt manchmal einfach so sehr unsicher und man möchte sie am liebsten in den Arm nehmen. Trotzdem hat sie eine richtig tolle Entwicklung durchgemacht und immer selbstsicherer geworden.
Jonah wirkt auf den ersten Blick sehr mysteriös und auch irgendwie seltsam. Er hält sich eher im Hintergrund und will am liebsten gar nichts mit den anderen beiden zu tun haben. Dennoch blüht er nach und nach auf und fördert das ein oder andere Geheimnis zu Tage. Je mehr man ihn kennenlernt, desto besser kann man ihn und sein Verhalten verstehen.
Schnell wird klar, dass die drei unterschiedlicher nicht sein könnten und obwohl sie sich seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen haben, entwickeln sie sich doch zu einem unschlagbaren Team. Ich mochte die Dynamik zwischen Milly, Aubrey und Jonah einfach total gerne und das machen für mich die Bücher von Karen M. McManus auch ein Stück weit aus.

Noch während ich es ausspreche, wird mir klar, dass ich Aubrey, Jonah und mich tatsächlich als Einheit betrachte; eine seltsame kleine Schicksalsgemeinschaft, die in eine Sache verwickelt ist, die nur wir drei verstehen können. (Seite 227)

Neben Milly, Aubrey und Jonah gibt es natürlich noch einige andere Charaktere. Unter anderem lernt man die Millys Mutter Allisson, Aubreys Vater Adam, Jonahs Vater Anders und Onkel Archer kennen, aber auch Mildred. Ich muss sagen, dass ich die Familie Story die ganze Zeit nicht so einschätzen konnte.

Dem Erscheinungstermin von The Cousins habe ich wochenlang entgegen gefiebert, denn ich habe die Jugendthriller von Karen M. McManus zwar erst dieses Jahr für mich entdeckt, aber es konnte mich bisher jedes ihrer Bücher überzeugen. Der Einstieg in die Geschichte rund um Milly, Aubrey und Jonah ist mir sehr leicht gefallen, denn der Schreibstil von der Autorin ist nicht nur locker leicht, sondern auch sehr bildhaft. Dabei wird die Geschichte, wie man es von Karen M. McManus gewohnt ist, wieder abwechselnd aus der Perspektive der drei Hauptprotagonisten erzählt. So ist man nicht nur dem Familiengeheimnis gemeinsam mit Aubrey, Milly und Jonah auf die Schliche gekommen, sondern konnte die Protagonisten auch nochmal besser kennenlernen. Mir hat dabei das Setting auf Cape Cod richtig gut gefallen und ich habe nur so mit den drei mit gefiebert. Nach und nach werden immer mehr Geheimnisse oder Intrigen aufgedeckt, es kommt zu der ein oder anderen unvorhersehbaren Wendung und der Spannungsbogen bleibt auf einem konstant hohen Niveau. Besonders ist dabei, dass es auch immer wieder Kapitel gibt, die die Geschehnisse auf der Insel aus dem Jahr 1996 aus Sicht von Millys Mutter Allisson erzählen. So erhält man nochmal ganz andere Einblicke in die Familiengeschichte von den Storys und ich habe bis zum Ende mit gerätselt. Die Auflösung gegen Ende fand ich sehr gelungen und vor allem eins: spannend. Ich habe einfach so sehr mit gefiebert und wusste gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Danach wurde es zum Glück etwas ruhiger, aber wer glaubt, dass die Geschichte damit ihren runden Abschluss gefunden hat, hat weit gefehlt. Irgendwie hoffe ich ja auf eine Fortsetzung rund um die Story-Familie!

Die Geheimnisse der Storys haben etwas an sich, das sie für ihre Träger gefährlich macht. Sie schleichen sich ins Herz und in die Seele und graben sich dort so tief ein, dass die Vorstellung, sie ans Tageslicht zu holen, sich anfühlt, als würde man dadurch einen Teil von sich selbst verlieren. (Seite 331)

Das Cover des Buches gefällt mir wieder richtig gut. Es ist zwar schlicht gestaltet, aber trotzdem ein richtiger Hingucker. Vor allem finde ich es toll, dass alle Cover von Karen M. McManus in einem ähnlichen Stil gestaltet sind und man diese sofort mit diesen tollen Geschichten in Verbindung bringt.

Insgesamt konnte mich Karen M. McManus mit The Cousins wieder total überzeugen. Das Buch hatte alles, was ich an ihren Büchern so liebe: einen spannenden Plot mit jeder Menge Geheimnisse und Wendungen, aber auch einzigartige Charaktere, die trotzdem perfekt harmonieren. Dafür gibt es von mir 5/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere