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Veröffentlicht am 14.07.2025

Die Arbeit der Erweckung in der Schweiz

Sein Wort auf den Lippen
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In diesem Buch nimmt die Autorin ihre Leser mit auf eine Reise in ihre Heimat, die Schweiz. Claudia Dahinden erzählt eine berührende und eindrucksvolle Geschichte rund um die Entstehung der Heilserweckung ...

In diesem Buch nimmt die Autorin ihre Leser mit auf eine Reise in ihre Heimat, die Schweiz. Claudia Dahinden erzählt eine berührende und eindrucksvolle Geschichte rund um die Entstehung der Heilserweckung – und zeigt dabei, was es bedeutet, mit Leidenschaft und Hingabe für den Glauben zu leben. Der Schreibstil ist angenehm leicht zu lesen und zugleich fesselnd. Die Geschichte war für mich sehr bildhaft dargestellt und weckte den Wunsch, die Schweiz – insbesondere Bern – einmal selbst zu besuchen.

Im Mittelpunkt steht Charlotte. Kurz nach ihrem Geburtstag erfährt sie etwas, das eigentlich nicht für ihre Ohren bestimmt war. Als sich die Gelegenheit ergibt, ihren Patenonkel in Bern zu besuchen, ergreift sie die Chance. Dort eröffnet sich ihr eine ganz neue Welt. Sie findet zu Gott – und begegnet einer Art von Liebe, die ihr bisher völlig fremd war. Bei und mit Gott fühlt sie sich zum ersten Mal verstanden und angenommen – genauso, wie sie ist: Genug.

Ich finde, Claudia Dahinden ist es sehr gut gelungen, die Atmosphäre in den damaligen Entstehungsgemeinden lebendig und authentisch wiederzugeben. Dabei habe ich Parallelen zu manchen konservativen Gemeinden von heute erkannt. Besonders schön fand ich, dass der Glaube im Buch eine zentrale Rolle spielt, ohne dabei aufdringlich oder missionarisch zu wirken. Stattdessen ist er informativ und einfühlsam in die Handlung eingebettet.

Auch die Rolle der Frau in der damaligen Zeit wird thematisiert – Frauen hatten in den Gemeinden kein Mitspracherecht und durften nicht predigen. Der Gedanke, dass Frauen predigen können oder sollten, ist für mich persönlich ungewohnt, da ich anders geprägt bin. Dennoch mochte ich es, dass die Hauptfigur für ihren Glauben brannte und den Wunsch hatte, ihn mit anderen zu teilen – unabhängig vom Gesellschaftsstand.

Ein starkes Buch, das ich mit großer Freude gelesen habe und von Herzen gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 04.07.2025

Ein schöner leichter sommerlicher Roman

Unless you try
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Stell dir vor, du liebst eine Sportart, die du leidenschaftlich betreibst, und träumst davon, sie eines Tages professionell auszuüben. Plötzlich bekommst du die Chance, mit Profis zu trainieren – und am ...

Stell dir vor, du liebst eine Sportart, die du leidenschaftlich betreibst, und träumst davon, sie eines Tages professionell auszuüben. Plötzlich bekommst du die Chance, mit Profis zu trainieren – und am Ende sogar an einem Turnier teilzunehmen. Wie würdest du reagieren?

„Unless you try“ ist der Debütroman von Maya Knodel. Sie schildert genau diese Situation auf eindrucksvolle und bildhafte Weise. Schon beim Lesen fühlte ich mich direkt nach Málaga versetzt – eine wunderschöne Stadt, die ich sogar selbst einmal besucht habe. Ich sah die engen Gassen vor mir, hörte die Einheimischen miteinander plaudern, spürte den Mittelmeerwind auf meiner Haut, roch das Meer und konnte mir den Strand lebhaft vorstellen.

Die Protagonisten:
Miri war mir sofort sympathisch, auch wenn ihre tiefe Trauer spürbar war – ebenso wie ihr Ehrgeiz und die Zweifel.
Julian, ihr Idol und der Profi, mit dem sie trainiert und schließlich ein Turnier spielt, war mir hingegen von Anfang an unsympathisch. Ich empfand ihn als übergriffig und hatte den Eindruck, er behandelt Miri, als gehöre sie ihm.
Max dagegen mochte ich auf Anhieb. Bei seiner ersten Szene musste ich sogar schmunzeln.

Die ganze Geschichte ist leicht und realitätsnah erzählt, sodass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte. Die Beschreibungen von oberflächlichen Gedanken von Menschen, die Gott nicht kennen fand ich sehr gut gelungen. Diese äußerten sich indem die äußere Schönheit von Frauen und Männern beschrieben wurden. Die Szenen, in denen der Glaube thematisiert wird, empfand ich als sehr schön und feinfühlig in den Handlungsverlauf eingebettet. Es wirkte für mich nicht aufgesetzt sondern völlig normal.

Persönlich hätte ich es schöner gefunden, wenn die spanischen Sätze ins Deutsche übersetzt worden wären. Sie haben mich nicht stark gestört, aber es wäre hilfreich gewesen, eine Übersetzung irgendwo nachlesen zu können. Insgesamt fand ich den Roman sehr stimmig und mit einem gelungenen Ende versehen. Ich empfehle ihn gerne weiter – und freue mich schon auf den bald erscheinenden zweiten Teil!

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Familiengeheimnisse

Was wir für wahr gehalten haben
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Michelles Buch „Jede Nacht hat ihre Sterne“ aus dem letzten Jahr hatte mich bereits begeistert – doch dieses neue Werk hat mich regelrecht gefesselt. Ich konnte kaum aufhören zu lesen.

Mit einem einfühlsamen ...

Michelles Buch „Jede Nacht hat ihre Sterne“ aus dem letzten Jahr hatte mich bereits begeistert – doch dieses neue Werk hat mich regelrecht gefesselt. Ich konnte kaum aufhören zu lesen.

Mit einem einfühlsamen und packenden Schreibstil erzählt Michelle eine bewegende Familiengeschichte voller Geheimnisse. Die Handlung wechselt zwischen den Perspektiven von Mattie, Ava und Gunther. Besonders gelungen finde ich, wie der christliche Aspekt dezent und unaufdringlich in den Handlungsverlauf integriert ist.

Im Jahr 1969 begleiten wir Mattie, die in ihr Elternhaus zurückkehrt, weil ihre Mutter schwer erkrankt ist. Mattie ist einst vor tiefer Trauer geflohen – anfangs wirkte sie auf mich wie ein trotziges Kind, dem man sein Lieblingsspielzeug genommen hat. Doch im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich weiter, wird reflektierter und mir zunehmend sympathisch.

Ava und Gunther lernen wir ab dem Jahr 1941 kennen. Ava ist eine junge Witwe, die ihren Mann durch den japanischen Angriff auf Pearl Harbor verloren hat. Gunther ist ein deutscher Medizinstudent. Beide Figuren waren mir auf Anhieb sympathisch – besonders Gunther weckte viel Mitgefühl in mir. Auch Ava tat mir leid: Ihre Mutter ist in meinen Augen ein echtes Schwiegermonster.

Was mir dieses Buch besonders mitgegeben hat: Jeder Mensch trauert auf seine eigene Weise. Für manche Entscheidungen und Verhaltensweisen der Eltern gibt es oft tiefere Gründe. Und: Über Vergangenes zu schweigen, ist selten der richtige Weg.

Früh kam in mir der Verdacht auf, welche Verbindung zwischen Mattie und Ava bestehen könnte – doch Gunthers Rolle in der Geschichte war für mich ein echter Überraschungsmoment. Wer Bücher mit unerwarteten Wendungen liebt, wird an diesem Roman große Freude haben.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Lernen von Frauen der Bibel

60 Andachten, inspiriert durch Frauen der Bibel
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Letztes Jahr hatte ich die Gelegenheit, ein Buch über zehn Frauen der Bibel zu lesen – und ich war sehr angetan davon. Es hat mich begeistert, wie viel man durch diese Frauen lernen kann und wie vieles ...

Letztes Jahr hatte ich die Gelegenheit, ein Buch über zehn Frauen der Bibel zu lesen – und ich war sehr angetan davon. Es hat mich begeistert, wie viel man durch diese Frauen lernen kann und wie vieles sich auf das eigene Leben übertragen lässt. Das war für mich ein willkommener Anlass, bei Brunnen ein Andachtsbuch zu genau diesem Thema anzufragen.

Ich muss zugeben: Ich wurde nicht enttäuscht. Seit zwei Wochen begleitet mich das Buch in meiner stillen Zeit, und ich konnte bereits einiges für mich mitnehmen.

Die Andachten sind kurz gehalten. Bereits die Überschrift verrät, um welche Frau der Bibel es jeweils geht. Es folgt ein passender Bibelvers aus der entsprechenden Geschichte, danach eine kurze Andacht, in der auf die Frau eingegangen und ihr Handeln beschrieben wird. Anschließend wird ein Bogen ins Heute geschlagen – manchmal fühlt es sich an, als wäre mein eigenes Leben gemeint. Den Abschluss bildet ein kurzer Impuls mit Anregungen für eigene Notizen oder Fragen zum Weiterdenken.

Ich finde, dieses Andachtsbuch bereichert meine stille Zeit und schenkt mir Gedanken, über die ich möglicherweise nie nachgedacht hätte. Wer sich gern von biblischen Frauen inspirieren lässt, dem empfehle ich dieses Buch von Herzen.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Doppelte Lösung

Nur ein falscher Schritt
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Es war mein erstes Buch von Dani Pettrey, und ich muss zugeben: Nach diesem gelungenen Einstieg in ihren spannenden, flüssigen und leicht lesbaren Schreibstil möchte ich unbedingt noch mehr von ihr lesen.

In ...

Es war mein erstes Buch von Dani Pettrey, und ich muss zugeben: Nach diesem gelungenen Einstieg in ihren spannenden, flüssigen und leicht lesbaren Schreibstil möchte ich unbedingt noch mehr von ihr lesen.

In diesem Roman begleitete ich Andi, eine Versicherungsermittlerin, und Christian, einen Sicherheitsexperten. Ihre Wege kreuzen sich, als eine Galerie ausgeraubt wurde – ausgerechnet die Galerie, deren Sicherheitssystem Christian installiert hat. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach den Kunstdieben. Dabei kommen sie sich zwischenmenschlich näher, und plötzlich verfolgte man nicht nur ihre Ermittlungen, sondern erhielt auch Einblicke in Andis Vergangenheit. Andi war früher beim FBI als Laboranalytikerin tätig, aufgrund falscher Anschuldigungen verlor sie ihre Stelle.

Die Protagonisten fand ich sympathisch und kann nicht sagen wen ich besser fand. Bei Andi konnte ich sehr deutlich ihre Verunsicherung durch die falschen Anschuldigen spüren auch die Enttäuschung das ihr nahestehende Personen nicht glaubten oder glauben wollten. Christian hat eine gute Menschenkenntnis, die ihn Andi‘s Fall neutral sehen lassen und so kommt es das er seinen älteren Bruder auf ihren Fall ansetzt.

Dani Pettrey versteht es gekonnt, zwei spannende Handlungsstränge miteinander zu verweben. Dabei kam auch der Glaube an Gott nicht zu kurz. Deutlich, wurde er dadurch das Christian und auch Andi ihr Handeln, Gott anvertrauten und im Gebet Kraft suchten. Außerdem war eine kleine, feine Liebesgeschichte eingeflochten. Diese Liebesgeschichte entwickelte sich zwar rasant – was im echten Leben eher selten der Fall ist –, aber für einen Kriminalroman passte das sehr gut.

Ich wusste gar nicht, was ich spannender finden sollte: die Jagd nach den Dieben oder die Aufklärung von Andis Vergangenheit. Wer gern Romane liest, die Spannung, Glauben und Liebe vereinten, wird von diesem Buch sicherlich nicht enttäuscht sein.

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