Nächstenliebe und Freundschaft
Tage wie BuchstabensuppeHast du in deinem bisherigen Leben aus reiner Nächstenliebe einem obdachlosen Menschen geholfen?
Um genau diese Form der Nächstenliebe geht es in Elisabeth Büchles herzerwärmender und zugleich spannender ...
Hast du in deinem bisherigen Leben aus reiner Nächstenliebe einem obdachlosen Menschen geholfen?
Um genau diese Form der Nächstenliebe geht es in Elisabeth Büchles herzerwärmender und zugleich spannender Geschichte – erzählt in einem leichten, flüssigen Schreibstil. Die Protagonisten wirken authentisch und sind einem sofort sympathisch. Landschaft und Umgebung werden so detailreich und bildhaft beschrieben, dass man den Wunsch verspürt, diesen Ort selbst einmal zu besuchen.
Als Leser wird man in ein kleines Städtchen in Bayern entführt. Dort begleitet man Kayla, ihre Mitbewohner in einer WG sowie deren Freundeskreis, die ihr schnell ans Herz wachsen – und auch dem Leser. Gleich zu Beginn begegnet sie einer obdachlosen Frau und empfindet tiefes Mitgefühl. Die Frau nennt sich Lio – und ab diesem Moment entfaltet Elisabeth Büchle eine Geschichte über echte, bedingungslose Nächstenliebe, wie man ihr im wirklichen Leben nur selten begegnet.
Lio lässt nicht erkennen, wer sie wirklich ist. Dabei stellt sich bald die Frage: Weiß sie es selbst nicht mehr – oder möchte sie ihre Identität nicht preisgeben? Für Kayla und ihre Mitbewohner wird sie rasch zu einer Art Ersatz-Oma. Trotz ihrer kognitiven Einschränkungen hat sie überraschend klare Momente, in denen sie den jungen Leuten gute Ratschläge gibt und ihnen hilft, ihr Leben zu ordnen oder wieder in den Griff zu bekommen.
Trotz des ernsten Themas des Vergessens ist das Buch voller Wärme, Leichtigkeit und leiser Heiterkeit. Ich habe es sehr gern gelesen und mit Kayla und ihren Freunden mitgefiebert, ob sie Lios wahren Namen und ihre Geschichte herausfinden würden.
Es war schön, in diesem Buch verweilen zu dürfen. Besonders gern würde ich erfahren, wie es mit den anderen Figuren – Andi, Mia, Theo und der jungen alleinerziehenden Frau – weitergeht. Jeder von ihnen trägt sein eigenes Päckchen, und ich würde sie gern lesend dabei begleiten, wie sie ihre Herausforderungen bewältigen.
Ein berührendes Buch, das mir sehr gefallen hat – ich empfehle es von Herzen weiter.