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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2022

Vorhersehbares Muster

Was ich euch verschweige
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Gerade, als DCI Jonah Sheens mit seiner kleinen Tochter gemütlich in der Sonne sitzt, fällt ihm ein blutüberströmtes Mädchen auf. Ihr Name ist Keely Lennox. Auf seine besorgten Nachfragen versichert sie, ...


Gerade, als DCI Jonah Sheens mit seiner kleinen Tochter gemütlich in der Sonne sitzt, fällt ihm ein blutüberströmtes Mädchen auf. Ihr Name ist Keely Lennox. Auf seine besorgten Nachfragen versichert sie, ihr gehe es gut, aber man solle sich Sorgen um ihre Schwester Nina machen. Alle weiteren Fragen blockt Keely ab und Sheens und sein Team sind alarmiert. Denn es ist nicht klar, ob Keely ihrer Schwester etwas angetan hat oder sie Zeugin eines Verbrechens an ihrer Schwester geworden ist. Keely besteht darauf, ihre Geschichte zu erzählen, erst dann ist sie bereit, weitere Fragen zu beantworten. Keely macht dabei einen merkwürdig abgeklärten Eindruck – und die Zeit für ihre verschwundene Schwester läuft.
,,Was ich euch verschweige“ ist nach einem ganz ähnlichen Muster aufgebaut wie andere Romane von Gytha Lodge, z.B. ,,Bis ihr sie findet“ oder ,,Wer auf dich wartet“. Keelys Erzählung wird immer wieder durch den Erzählstrang rund um Sheens Ermittlerteam unterbrochen, was zu Beginn durchaus Spannung aufbaut. Auch wird der Leser mehr und mehr verunsichert, ob man Keelys Geschichte für glaubhaft halten kann oder nicht. Doch dieses Muster wirkt irgendwann auch ziemlich ermüdend, da es beständig hin und her geht. Mich hat es ehrlich gesagt zunehmend gelangweilt. Am Ende gibt es noch eine kleine Überraschung. Allerdings konnte mich der Krimi dann auch nicht mehr packen.

Veröffentlicht am 02.10.2022

Der Schlaf der Vernunft

Goyas Ungeheuer
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,,Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ - Dieses Gemälde des spanischen Künstlers Francisco de Goya ist wohl eines seiner bekanntesten Werke, die in diesem Roman von Berna Gonzáles Harbour, der in ...

,,Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“ - Dieses Gemälde des spanischen Künstlers Francisco de Goya ist wohl eines seiner bekanntesten Werke, die in diesem Roman von Berna Gonzáles Harbour, der in Madrid spielt, eine zentrale Rolle einnehmen.

Comisaria María Ruiz ist vom Dienst suspendiert, gegen sie läuft momentan ein Disziplinarverfahren, da sie in ihrem letzten Fall anscheinend zu eigenmächtig gehandelt hat.
Als sie nun nach Madrid zurückkehrt, bringt eine Reihe von bizarren Tiermorden die Gerüchteküche zum Brodeln. Kurz darauf wird an einem Wehr die Leiche der engagierten Kunststudentin Sara gefunden. Der Tatort weist große Parallelen zu einer Zeichnung des -Künstlers Goya auf, woraufhin auch die vorherigen Tiermorde in einem neuen Licht gesehen werden. Offenbar versucht der Täter, Szenen aus Goyas unheimlichen Werken nachzustellen. Ist Saras Tod nur ein missglücktes Kunstexperiment gewesen?
Comisaria María Ruiz, wegen ihrer Suspendierung eigentlich zum Nichtstun verurteilt, kann sich natürlich nicht zurückhalten. Sie beginnt zu ermitteln, obwohl ihre Kollegen versuchen, sie davon abzubringen, um ihre Situation im laufenden Disziplinarverfahren nicht noch zu verschlimmern. Doch María Ruiz ist stur und verbeißt sich in die Aufklärung des Falls, der nicht nur sie in tödliche Gefahr bringt.

Im Spanischen ist dieser Fall wohl Teil einer Reihe, die bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Dies wird immer wieder deutlich, wenn auf Maria Ruiz‘ Vorgeschichte Bezug genommen wird, ihre ,,Verfehlungen“ in ihrem letzten Fall oder auch ihre Beziehung zu ihrem Kollegen Tomas. Hier würde man gerne mehr wissen und würde gerne die Vorgängerbände gelesen haben – oder noch lesen, wenn sie denn auf den deutschen Markt kommen.

Ein spannender Kriminalroman mit einem originellen Schauplatz, einer sympathischen Hauptfigur mit Ecken und Kanten, von der man noch gerne mehr erfahren möchte!

Veröffentlicht am 27.09.2022

Schuld?

Der Sturm
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Nach langer Abwesenheit kehrt Kiernan mit seiner Freundin Mia und der kleinen Tochter Audrey in seinen Heimatort auf die australische Insel Tasmanien zurück. Sein Vater leidet zunehmend an Demenz und Kiernan ...

Nach langer Abwesenheit kehrt Kiernan mit seiner Freundin Mia und der kleinen Tochter Audrey in seinen Heimatort auf die australische Insel Tasmanien zurück. Sein Vater leidet zunehmend an Demenz und Kiernan will seiner Mutter helfen, den Vater in einem Heim unterzubringen und den Haushalt der Eltern aufzulösen.
Vor zwölf Jahren hat ein verheerender Sturm sein Leben komplett verändert. Sein Bruder Finn war bei dem Versuch, ihn, Kiernan zu retten, ums Leben gekommen. Mit dieser Schuld lebt Kiernan noch immer, hat aber gelernt, damit umzugehen.
Als er nun in dem kleinen Ort Evelyn Bay seine alten Freunde und auch seine damalige Liebe wiedertrifft, glaubt er, mit der Vergangenheit abschließen zu können. Doch dann wird die junge Künstlerin Bronte, die als Kellnerin in Evelyn Bay gearbeitet hat, tot am Strand aufgefunden und die Vergangenheit holt ihn wieder ein. Kiernan ahnt, dass der Mord an Bronte und das, was vor zwölf Jahren geschah, zusammenhängt.
,,Der Sturm“ wird als Thriller angepriesen. Allerdings ist weniger Action angesagt. Vielmehr sind es allmähliche Prozesse, die dann einen völlig neuen, überraschenden Blick auf das Geschehen in der Vergangenheit und in der Gegenwart eröffnen.
Interessant, für einen Thriller aber zu wenig Hochspannung.

Veröffentlicht am 22.09.2022

Unbedingt lesen!

Blutrodeo
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,,Blutrodeo“ ist nach ,,Frostmond“ der 2. Roman aus der Feder von Frauke Buchholz, der in Kanada spielt. Auch in diesem 2. Band spielt der Profiler Ted Garner eine Rolle, der zu besonders schwierigen Fällen ...

,,Blutrodeo“ ist nach ,,Frostmond“ der 2. Roman aus der Feder von Frauke Buchholz, der in Kanada spielt. Auch in diesem 2. Band spielt der Profiler Ted Garner eine Rolle, der zu besonders schwierigen Fällen hinzugezogen wird.
Der Titel ,,Blutrodeo“ spielt auf die Calgary Stampede, das größte Rodeo der Welt an, das jährlich in Calgary stattfindet. Solche Veranstaltungen sind dem einzelgängerischen Ted Garner verhasst. Doch zu dem Zeitpunkt des Rodeos wird zwei alten Männern, die eigentlich sowieso nicht mehr lang zu leben hatten, die Kehle aufgeschlitzt. Zusammen mit der ehrgeizigen, jungen Polizistin Samantha Stern, die den Profiler lieber früher als später wieder loswerden will, taucht Garner in die Vergangenheit der beiden Männer ein. Beide haben jahrelang für eine Firma im Norden Albertas bei einer Firma gearbeitet, die Ölsandabbau betreibt. Die katastrophalen Folgen für die Umwelt und auch die First Nations werden anschaulich geschildert. Doch je weiter Stern und Garner in ihrer Spurensuche voranschreiten, je mehr bringen sie sich selbst in Gefahr. Selbst Garners Vater scheint in das Geschehen involviert zu sein. Offenbar ist jemand auf tödliche Rache aus.
Wie schon der erste Band kann auch dieser 2. rundum überzeugen. Mit Ted Garner hat die Autorin einen vielschichtigen, interessanten und immer auch etwas geheimnisvollen Charakter geschaffen. Der Fall ist wendungsreich und schlüssig konstruiert, ganz nebenbei erfährt man viel über Kanadas Gesellschaft und Natur mit all ihren Gegensätzen.
Sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 20.09.2022

Besonderer Ermittler

Der Gehängte von Conakry
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Aurel Timescu, rumänischer Herkunft, ist Konsul in der ehemaligen französischen Kolonie Guinea. Er liebt guten Weißwein, sein Piano, außerdem lange Mäntel und Rollkragenpullover, die er trotz des Klimas ...



Aurel Timescu, rumänischer Herkunft, ist Konsul in der ehemaligen französischen Kolonie Guinea. Er liebt guten Weißwein, sein Piano, außerdem lange Mäntel und Rollkragenpullover, die er trotz des Klimas in Guinea trägt. Von den Bewohnern Conakrys wird er eher belächelt, auch seine Vorgesetzten nehmen ihn nicht ernst. Außerdem findet Aurel seine Arbeit als Konsul ziemlich langweilig. Viel lieber wer er Kriminalkommissar geworden.
Als nun im Jachthafen von Conacry ein Europäer ermordet am Mast seines Schiffes aufgehängt wird, sieht Aurel seine Chance. Er beginnt, mehr oder weniger heimlich zu ermitteln und stößt dabei auf Verbrechen, die bis in Regierungskreise reichen.
Der Schauplatz ist interessant und originell, der Fall verzwickt, wenn auch nicht wahnsinnig spannend. Der Kriminalroman lebt vor allem von seiner besonderen Hauptfigur, dem schrägen, aber überaus liebenswerten Aurel, der immer irgendwo zwischen den Stühlen sitzt. Hoffentlich gibt es weitere Fälle mit dem tragisch-komischen Konsul wider Willen!