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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2026

Weniger wäre mehr

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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In der Grenzregion Karwendel herrscht Katstrophenalarm. In Folge heftiger Unwetter gibt es schlimme Überschwemmungen und zahlreiche vermisste Personen.
Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr Team sind bis ...


In der Grenzregion Karwendel herrscht Katstrophenalarm. In Folge heftiger Unwetter gibt es schlimme Überschwemmungen und zahlreiche vermisste Personen.
Oberkommissarin Alexa Jahn und ihr Team sind bis zur Erschöpfung im Einsatz. Chefinspektor Bernhard Krammer auf der österreichischen Seite macht sich große Sorgen um seine Tochter Alexa. Nicht nur wegen der Unwettergefahr, sondern auch, weil ihr Nachbar ihr für Krammers Geschmack etwas zu sehr auf die Pelle rückt und in seinen Augen zu viel Dreck am Stecken hat. Doch er möchte natürlich seine Tochter, mit der er erst seit kurzem Kontakt hat, nicht bevormunden.
Während Bernhard Krammer und seine Kollegin Roza ein paar Jugendliche suchen, die sich unvernünftiger Weise auf eine Hüttentour begeben haben, nun aber unerreichbar sind, findet Alexa im Karwendelgebiet in einer Schlucht einen Toten. Bald stellen die Einsatzkräfte fest, dass der Mann nicht ertrunken ist, sondern getötet wurde. Dazu kommen weitere merkwürdige Hinweise wie ein leerstehendes, völlig vermülltes Haus, frische barfüßige Abdrücke im Matsch, ein umgekippter Traktor und ein fahrerloser Jeep. Alexa Jahn nimmt die Ermittlungen auf und gerät dabei mitten in eine abgrundtief böse Geschichte.
Wie immer in den Grenzfall-Geschichten spielt die Natur eine herausragende Rolle. Dieses Mal eben die wilde, unbezähmbare Seite der Natur, der der Mensch ziemlich hilflos ausgeliefert ist. Dies wird auch sehr ausführlich, für meinen Geschmack teilweise zu ausführlich geschildert. Die Handlungsstränge auf beiden Seiten der Grenze werden geschickt miteinander verwoben, was auch Vater und Tochter zusammenführt. Allerdings war mir dieses Mal die Mischung aus Missbrauch, Vergewaltigung, Stalking usw. etwas zu viel. Hier wäre in meinen Augen weniger mehr gewesen.

Veröffentlicht am 10.02.2026

Lässt mich ratlos zurück

Böser, böser Wolf
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Ein Serienmörder, der sich selbst als ,,Wolf“ inszeniert, entführt die gefeierte Krimiautorin Katie in eine Art Turmverlies. Dort soll sie moderne Märchen schreiben, in denen Menschen auf grausame Art ...


Ein Serienmörder, der sich selbst als ,,Wolf“ inszeniert, entführt die gefeierte Krimiautorin Katie in eine Art Turmverlies. Dort soll sie moderne Märchen schreiben, in denen Menschen auf grausame Art und Weise schreiben, Nur so kann sie ihren eigenen Tod verhindern oder zumindest hinausschieben. Was passiert, wenn sie sich weigert, erlebt sie hautnah bei ihrer Kerkernachbarin mit. Also schreibt Katie, und der Wolf setzt ihre Geschichten in die Tat um. Katie versucht verzweifelt, Hinweise für die Polizei in die Geschichten einzubauen. Mit den Ermittlungen wird Detective Inspector Lyla Rondell betraut. Bald muss diese erkennen, dass die Fälle mit dem Verschwinden ihrer besten Freundin Allison vor fünfundzwanzig Jahren zusammenhängen – und dass sie selbst Teil des Plans ist.
Das klingt alles nach einer guten und originellen Idee: moderne Morde nach Art der Gebrüder Grimm. Leider wird die Handlung zunehmend verworren und unübersichtlich. Anstelle eines Thrillers wurde es zunehmende Fantasy. Ich fühlte mich überhaupt nicht mehr unterhalten und habe nur aus Pflichtgefühl zu Ende gelesen. Was will die Autorin uns sagen? Das ganze Buch lässt mich ziemlich ratlos zurück. Punkten kann da immerhin noch das schöne Cover.

Veröffentlicht am 09.02.2026

Spannende und komplexe Geschichte

Polarblut - Tödliches Leuchten
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Nördlich des Polarkreises ist das Leben im Winter von Dunkelheit, Schnee und Kälte geprägt. Aber es gibt dafür auch immer wieder berauschend schöne Polarlichter zu sehen.
In Tromsø, wo normalerweise nur ...


Nördlich des Polarkreises ist das Leben im Winter von Dunkelheit, Schnee und Kälte geprägt. Aber es gibt dafür auch immer wieder berauschend schöne Polarlichter zu sehen.
In Tromsø, wo normalerweise nur kleinere Vergehen geahndet werden müssen, wird der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg vor seinem Haus tot aufgefunden, erschossen aus nächster Nähe. Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø nehmen erste Ermittlungen auf. Offenbar war der schwerreiche Solberg einer, der sehr gut bei den Frauen ankam und seine Freundinnen sehr oft wechselte. Schon kurz darauf wird in einer abgelegenen Hütte im Wald ein Mann erstochen aufgefunden.
Jetzt haben Anta und Hans es mit zwei Toten und zwei Tatorten zu tun. Haben die beiden Verbrechen miteinander zu tun? Immerhin kannten sich die beiden Toten offenbar…
Der Schreibstil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, viele kurze, unverknüpfte Sätze. Doch eigentlich passt dieser Stil sehr gut zur kantigen Hauptfigur Anta Thorsen, die sehr hart zu sich selbst, aber auch zu anderen ist und ohne ihre täglichen Sporteinheiten ungenießbar wird.
Eine spannende und komplexe Geschichte mit interessanten Ermittlerfiguren. Gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 09.02.2026

Der Italiener

Der Italiener
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1942. In der Bucht von Gibraltar lagern britische Kriegsschiffe, doch eine geheime italienische Kampfschwimmereinheit versucht unter Lebensgefahr, immer wieder ein britisches Schiff in die Luft zu jagen. ...



1942. In der Bucht von Gibraltar lagern britische Kriegsschiffe, doch eine geheime italienische Kampfschwimmereinheit versucht unter Lebensgefahr, immer wieder ein britisches Schiff in die Luft zu jagen. Als die verwitwete Buchhändlerin Elena Arbués eines Nachts den schwer verletzten Taucher Teseo am Strand findet, schleppt sie ihn in ihr Haus und pflegt ihn. Doch kurz darauf wird er von seinen Leuten abgeholt. Als sie sich Wochen später im Hafen von Alcegiras wieder begegnen, beginnt eine riskante Liebe zwischen den beiden. Elena, die als Spanierin Zugang zur britischen Exklave Gibraltar hat, beginnt sogar, für die Italiener zu spionieren. Die Handlung hört sich ziemlich nach Spionagethriller oder James Bond an. Sie wird aber sehr viel leiser und eindringlicher erzählt und wirkt gerade dadurch authentisch.
Eine hochinteressante, mir bisher unbekannte Seite aus dem 2. Weltkrieg, verknüpft mit einer berührenden Liebesgeschichte, die sich entgegen jeder Vernunft entwickelt. Beruhend auf einer wahren Begebenheit. Sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Hatte mir mehr versprochen

Down Cemetery Road
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Sarah Tucker lebt mit ihrem Mann Mark in einem beschaulichen Vorort von Oxford. Ihre Rolle als Hausfrau und repräsentative Gattin, die die Gäste ihres karriereorientierten Mannes unterhält, erträgt sie ...


Sarah Tucker lebt mit ihrem Mann Mark in einem beschaulichen Vorort von Oxford. Ihre Rolle als Hausfrau und repräsentative Gattin, die die Gäste ihres karriereorientierten Mannes unterhält, erträgt sie notgedrungen. Doch als bei einer Explosion in der Nachbarschaft die Bewohner des Hauses ums Leben kommen und das vierjährige Mädchen Dinah spurlos verschwindet, bekommt Sarahs Leben eine neue Wendung. Sie empfindet es als ihre Aufgabe, das Mädchen zu finden. Von ihrem Mann erhält sie dafür kein Verständnis, und so holt sie sich die professionelle Hilfe des Privatdetektivs Joe. Doch Joe wird kurz darauf ermordet und auch Sarah fühlt sich bedroht. Mit der früheren Partnerin Joes, der Privatermittlerin Zoë Boehm, macht sich Sarah auf die Suche – und stößt dabei auf Menschen, die angeblich schon gestorben waren, aber auch auf zahlreiche Leichen. Offensichtlich hat der Geheimdienst seine Finger im Spiel. Doch auch hier traut einer dem anderen nicht.
Der Roman trägt unverkennbar Mick Herrons Handschrift: eine komplexe Handlung mit zahlreichen überraschenden Wendungen, bitterböser, schwarzer Humor, witzige Dialoge und sarkastische Bemerkungen. Dennoch konnte mich ,,Down Cemetery Road“ nicht so überzeugen wie die Slow-Horses-Reihe. Nach dem vielversprechenden explosiven Beginn gerät die Handlung etwas ins Stocken, Sarahs Reflexionen und Zweifel bremsen die gerade aufgekommene Spannung wieder aus. Dazu kommen einige unwahrscheinliche Wendungen, die es bei den Slow-Horses zwar auch gibt, dort wirken sie aber unterhaltsamer und weniger konstruiert. Am Ende kommt erst die im Untertitel genannte Zoë Boehm ins Spiel und es kommt wieder mehr Dynamik ins Spiel. Doch auch Sarah Tucker selbst bleibt etwas verschwommen, ihre Motivation nicht ganz nachvollziehbar. Schade, ich hatte mir von diesem Roman mehr versprochen