Naja
Eine Frau verschwindetNachdem Alice von ihrem Mann verlassen wurde, verschwindet sie. Sie zieht sich zurück in ein kleines Apartment und reagiert weder auf Anrufe, noch auf Nachrichten ihres Mannes. Dort versucht sie mit der ...
Nachdem Alice von ihrem Mann verlassen wurde, verschwindet sie. Sie zieht sich zurück in ein kleines Apartment und reagiert weder auf Anrufe, noch auf Nachrichten ihres Mannes. Dort versucht sie mit der Situation irgendwie umzugehen und zu überlegen, wie es weitergeht. Als sie Siham, einer jungen Nachbarin, begegnet, entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Beide Frauen haben ihre eigenen Ängste und Sorgen und versuchen sich zu unterstützen.
Ein eindringliches Buch über Verlust und Selbstfindung. Wie will Alice weiterleben? Der Verlust ihres Mannes tut weh. Das Leben als Familie mit ihm, gibt es so für sie nicht mehr. Also zieht sie sich zurück. Das Kind lässt sie beim Mann, meldet sich auch nicht mehr. Das war für mich schon recht grausam zu lesen. Die Protagonistin hat allein dadurch sicher schon nicht alle Sympathien auf ihrer Seite. Ob man es jetzt schafft, in wenigen Wochen so loszulassen, ist vielleicht auch fraglich. Der Schreibstil ist ruhig, unaufgeregt und poetisch. Eine melancholische Stimmung zieht sich durch das Buch. Alices Einsamkeit ist deutlich spürbar, ihre Handlungen für mich meistens nicht nachvollziehbar. Die langsame Annäherung zu Siham war schön beschrieben. Siham als Charakter war mich spannend. Da hätte ich gern noch mehr gelesen.
Insgesamt bin ich mit der Story nicht ganz fein aber mochte den Schreibstil sehr gern.