So schön
Wenn die Kraniche nach Süden ziehenBo ist 89 Jahre alt und lebt mittlerweile alleine zu Hause. Seine Frau erkennt ihn nicht mehr, lebt im Pflegeheim. Viel passiert nicht mehr in seinem Leben. Am liebsten bleibt er direkt in der Küche, schläft ...
Bo ist 89 Jahre alt und lebt mittlerweile alleine zu Hause. Seine Frau erkennt ihn nicht mehr, lebt im Pflegeheim. Viel passiert nicht mehr in seinem Leben. Am liebsten bleibt er direkt in der Küche, schläft auf der harten Küchenbank. Sein Sohn kommt ab und an zu Besuch und die Enkelin auch. Sie kümmern sich um ihn. Regelmäßig telefoniert er mit seinem alten Freund Ture. Die Pflegekräfte kommen regelmäßig und sind ihm teilweise auch sehr wichtig geworden. Aber das wichtigste, das ist sein Hund Sixten. Er ist immer an seiner Seite, ist sein treuer Begleiter. Doch Bos Körper lässt ihn immer mehr im Stich. Es fällt ihm immer schwerer mit Sixten lange Spaziergänge zu unternehmen. Sein Sohn Hans will Sixten weggeben aber was ist mit Bo? Wie soll er ohne Sixten weiterleben?
Dieser Roman hat mich komplett zerstört. Ab ca. der Hälfte liefen mir immer wieder die Tränen. So traurig und doch so schön sind die Worte, die Liza Ridzen hier gefunden hat. Zu lesen wie Bos Welt immer kleiner wird, sein Körper immer weniger macht was er soll, ist so unglaublich traurig. Aber zu lesen wie viel Liebe in seinem Leben war, ist so unglaublich schön. Seine Frau, sein Sohn, die Enkelin, Sixten. Auch die meisten Pflegekräfte sind so warmherzig und verständnisvoll. Bo reflektiert sein Leben, denkt auch über seine Eltern nach. Zu seinem Vater hatte er ein schwieriges Verhältnis. Einfach war es nicht.
Bo ist authentisch, hat Ecken und Kanten. Er vermisst seine Frau so sehr, sie war seine große Liebe. Es ist so zauberhaft wie er über sie spricht. Die Sprache ist ruhig und poetisch, die Atmosphäre manchmal beklemmend, manchmal liebevoll. Bos innere Stimme voller Wut, Verzweiflung, Bitterkeit aber auch voller Wärme.
Das Buch macht was mit dem Leser und das ist gut so. Was ist am Ende wichtig? Was bleibt, wenn fast nichts mehr übrig ist vom einstigen Leben?
Ein grandioser Roman über Verlust, Einsamkeit und Tod. Erzählerisch eine absolute Wucht.
Ich kann ihn euch gar nicht einfach nur empfehlen. Jeder, der lesen kann, muss dieses Buch lesen!!!!